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Apples iPhone-Abo: Provider-Angriff durch die Hintertür

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Das neue iPhone ist erstmals auch im Abo erhältlich – und zwar direkt bei Apple. Für eine monatliche Gebühr, so das Versprechen auf der gestrigen Keynote, bekommen Kunden jedes Jahr ein neues iPhone. Sternchen.

Los geht's ab 32 Dollar und 45 Cent im Monat – wohl für das kleinste Modell, sprich ein iPhone 6s mit 16 GByte Speicher. Der Vertrag läuft 24 Monate, im Laufe dieser zwei Jahre zahlt der „Abonnent“ also knapp 779 US-Dollar an Apple.

Nach einem Jahr hat der Kunde die Wahl: Er kann sein iPhone 6s behalten und sein Abo läuft nach einem weiteren Jahr ab. Das iPhone ist dann sein Eigentum. Die Alternative: Er tauscht das iPhone 6s gegen ein dann neues iPhone 7 ein. Der Vertrag verlängert sich um weitere 24 Monate, nach 12 Monaten hat er wieder die Wahl: Behalten oder eintauschen.

Wer das iPhone bar bezahlt, bekommt es für 649 Dollar, das sind ungefähr 20 Prozent mehr. Allerdings gibt's die erweiterte Garantie AppleCare+ dazu, die einzeln 99 Dollar kosten würde – damit verteuert sich das iPhone 6s, vorausgesetzt, man möchte die zusätzliche Sicherheit, auf 748 Dollar. Der Aufpreis des Abos gegenüber dem Einzelkauf reduziert sich somit auf vertretbare 4 Prozent.

Den Providern dürfte das neue Konzept nicht schmecken. Vor allem die teuren iPhones und die typische Milchmädchenrechnung mit einem Euro Kaufpreis und hohen Raten dürften für einen verhältnismäßig hohen Anteil an Vertrags-SIM-Karten bei iPhones gesorgt haben – und die Kunden an die Mobilfunker binden, die sich regelmäßig um den Hardware-Nachschub kümmern. Wie wichtig das ist, sieht man auch an Aktionen wie die der Telekom: Schon vor vier Wochen konnten Kunden die Vorbestellung des nächsten und damals noch vollkommen unbekannten neuen iPhones anleiern.

Das Konzept mit dem jährlichen Hardware-Tausch ist ebenfalls nicht neu, diverse Anbieter haben damit experimentiert. Bei Congstar gibt es für 5 Euro im Monat die Handytausch-Option , bei der Telekom gibt es das in den Premium-Tarifen . Vodafone hingegen hat seine NextPhone-Option schon wieder aus dem Programm genommen .

Mit dem Handy-Abo könnte Apple künftig also mehr Geräte direkt absetzen. Die Provider müssen dann nur noch die SIM-Karte zuliefern – doch wenn es nach Apple geht, sind auch diese Tage gezählt.

Mit der Apple SIM hat der iPhone-Hersteller eine Universal-SIM im Angebot – einen Chip, der nicht an einen Provider gebunden ist, sondern sich per Software je nach Bedarf und Land in den gerade passenden Tarif beim passenden Anbieter einbucht. Theoretisch wäre beispielsweise im Urlaub problemlos der Wechsel des Providers möglich. Roaming-Gebühren adé.

Auch das schmeckt den Providern nicht. Aktuell blockieren sie die Vorzüge der Apple SIM : Wer den Chip beispielsweise einmal im amerikanischen AT&T-Netz einbucht, macht aus ihm eine reine AT&T-Karte. Erneuter Wechsel? Fehlanzeige – obwohl das technisch möglich wäre.

Die Frage ist nur: Wie lange können die Provider ihren Willen noch durchsetzen? Aktuell sind sie ein wichtiger Partner für Apple, verkaufen Millionen iPhones. In Kombination aus iPhone-Abo und Universal SIM könnte ihre Marktmacht – und somit die Wichtigkeit für Apple – allerdings schnell fallen.

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