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Terrorverdächtige per WhatsApp abgehört

von  //  Twitter

Der BBC zufolge wurde die belgische Polizei bei einem Anti-Terror-Einsatz gegen mutmaßliche Jihadisten von den US-Behörden unterstützt. Sie halfen den Ordnungshütern dabei die Kommunikation der Terrorverdächtigen zu belauschen – diese erfolgte über den beliebten Messenger-Dienst WhatsApp.

Bei 21 Razzien sollen im Zuge des Anti-Terror-Einsatzes 16 Verdächtige festgenommen worden sein, von denen die meisten mittlerweile wieder auf freiem Fuß sind. Der Verdacht, dass sie einen Terroranschlag in Belgien vorbereiteten, konnte anscheinend nicht bestätigt werden.

Wie unsere Kollegen von heise online berichten, wurde zwar schon vermutet, dass die USA gezielt WhatsApp-Nachrichten anzapft, ein solcher Fall bislang allerdings nicht dokumentiert. Bei der die Belgier diesbezüglich unterstützenden US-Behörde handelte es sich ihnen zufolge wahrscheinlich um das FBI.

In welchem Zeitraum die Überwachung der WhatsApp-Kommunikation der Terrorverdächtigen stattfand – und damit verbunden, wie schwierig es war diese zu belauschen – ist nicht bekannt. Bis 2012 sendete WhatsApp noch im Klartext, danach setzte der Messenger auf eine Transportverschlüsselung auf Grundlage von RC4. Seit Ende vergangenen Jahres verschlüsselt WhatsApp auf Ende-zu-Ende-Basis, allerdings funktioniert dies bislang nur zuverlässig bei der Kommunikation zwischen zwei Android-Handys.

US-Präsident Obama und UK-Premierminister Cameron fordern schon seit Längerem, dass ihre Regierungen in Verdachtsfällen Zugriff auf verschlüsselte Kommunikation bekommen. Große IT-Unternehmen, Politiker, Datenschützer und Sicherheitsforscher hingegen haben sich erst kürzlich in einem Brief an Obama dafür ausgesprochen, dass sich das US-Regierungsoberhaupt gegen Hintertüren in Kommunikationsdiensten stellt. Auch der Europarat sieht es als Voraussetzung für den Schutz der Grundrechte von Bürgern, dass es von Regierungen nicht aushebelbare Verschlüsselung gibt.

Quelle: BBC (via)

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