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Spotify baut aus: jetzt auch Fitness, Videos und Podcasts

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Spotify ist der größe Musik-Streaming-Dienst: Mehr als die Hälfte allen Geldes, das in der Branche fließt, geht an das schwedische Unternehmen. Gut läuft es dennoch nicht – im vergangenen Jahr hat Spotify einen Verlust von rund 150 Millionen Euro eingefahren.

Woran das liegt? Drei Viertel der 60 Millionen Spotify-User nutzen die werbegestützte Ausführung des Dienstes. Doch es ist schwierig, mit Werbung online Geld zu verdienen. Für 90 Prozent der Einnahmen sorgt das Viertel, das monatlich knapp 10 Euro nach Stockholm überweist.

Nun ist Spotify auf der Suche nach neuen Einnahmequellen – wie diese aussehen könnten, hat der CEO Daniel Ek vergangene Nacht auf einem Event in New York City verraten.

Spotify wird künftig auch Videos anbieten. Im Vergleich zu traditionellen Bannerwerbungen bieten Video-Ads – insbesondere im Bereich Mobile – lukrative Aussichten. Unter den 60 Millionen Nutzern dürften sich gut zu vermarktende Zielgruppen finden. Und der eine oder andere Video-Junkie dürfte sich zu einem Bezahl-Abo hinreißen lassen, wenn die Inhalte dann nicht mehr vorne und hinten mit Werbeblöcken versehen sind.

Weiterhin will Spotify künftig auch Podcasts anbieten. Aus Sicht des Unternehmens ist das sicherlich ein No-Brainer: Die Werbeeinnahmen lassen sich „einfach“ mit den Urhebern teilen, und es sind keine Knebel-Verträge mit Musiklabels oder Medienriesen erforderlich.

Damit die neue Strategie aufgeht, sind die Inhalte essenziell. Zum Start kooperiert Spotify hier unter anderem mit alteingesessenen Medienriesen wie ABC, NBC, Walt Disney, MTV oder der BBC, aber auch beispielsweise mit Vice, The Nerdist oder TED. Hierzulande kommen noch das Deutschlandradio, der Bayerische Rundfunk oder das YouTube-Netzwerk Mediakraft hinzu.

Außerdem möchte Spotify künftig Inhalte exklusiv für seine Kunden anbieten und dazu eigene Inhalte produzieren, die sogenannten „Spotify Originals“. Hallo Amazon, hallo Amazon Originals.

Dieses Video gibt einen ersten Überblick über die neuen Funktionen von Spotify.

Weiterhin will Spotify auch ein Stück vom Mobile-Fitness-Kuchen abhaben. Und so soll die Spotify-App künftig die Möglichkeit bieten, dass sich die Musik an das Lauftempo anpasst. Dazu nutzt die Anwendung die Bewegungssensoren im Smartphone, um den Trabrhytmus des Nutzers zu ermitteln.

Bei den Musikquellen setzt Spotify auf den Verlauf des Nutzers sowie auf spezielle Lauf-Zusammenstellungen von professionellen DJs. Und: Unter den zuvor erwähnten Spotify Originals finden sich auch ein Schwung exklusiver Lauflieder.

Außerdem hat das schwedische Unternehmen eine Kooperation mit Nike bekanntgegeben – eine Integration für Nike+ soll noch in diesem Sommer kommen. Außerdem ist Spotify eine Partnerschaft mit Runkeeper eingegangen. Auch hier soll es noch in diesem Jahr eine Integration des Musikdienstes in die Anwendung geben.

Mit diesem Video bewirbt Spotify seine neue Fitness-Funktion.

Und schließlich hat auch noch die Spotify-Webseite eine Überarbeitung bekommen, die wohl nach und nach an die Nutzer ausgerollt werden soll. Zudem hat der Dienst sein Angebot an Playlisten ausgebaut.

Damit hat sich der Streaming-Service unterm Strich ein ganzes Stück weit selbst erfunden. Ob das reicht, um dauerhaft zu überleben und den Konzern aus den roten Zahlen zu ziehen, muss sich allerdings erst zeigen. Bereits im Juni auf der WWDC könnte es den nächsten heftigen Konkurrenten geben: Es wird nämlich erwartet, dass Apple auf seiner Entwicklerkonferenz einen eigenen Streaming-Dienst vorstellt.

Spotify-Kunden bekommen künftig immerhin den einen oder anderen kostenlosen Kaffee bei Starbucks, wenn sie den Dienst fleißig nutzen und „Sterne“ sammeln. Wie das genau funktioniert, ist derzeit allerdings noch unklar.

Quellen: Spotify, TheVerge

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