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SIM-Sperre: Samsung überarbeitet den Regio-Lock

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Der Ärger um Samsungs regionalen SIM-Lock zieht weiterhin große Kreise – und ist inzwischen offensichtlich auch beim Management angekommen. Das Unternehmen rudert zurück, zumindest etwas: Die Bedingungen für die regionale Gerätesperre wurden überarbeitet.

Endlich, könnte man sagen. Das große Problem des Regio-Locks war – neben seiner reinen Existenz – die Intransparenz. Ist das Gerät gesperrt oder schon entsperrt? Was muss man tun, um die Sperre aufzuheben und eine SIM-Karte aus einer anderen Region verwenden zu können? Alles nicht so ganz klar. Dass auch die Hotline bei Problemen nicht unbedingt weiterhelfen konnte, hat die Sache noch weiter verschärft.

Unterm Strich haben offene Briefe, Kundenbeschwerden und nicht zuletzt ein Shitstorm bei Amazon für Umdenken gesorgt. Samsung hat nun das Verfahren vereinfacht und eine neue Erklärung veröffentlicht, schreibt Lars von AllAboutSamsung. Nun ist für das Aufheben der Sperre noch ein fünfminütiges Telefonat nötig, bei dem eine SIM-Karte aus der Region eingelegt sein muss, in der das Gerät gekauft wurde. Danach funktionieren, so Samsung, auch andere SIM-Karten.

Statement von Samsung zur Überarbeitung des Region-Lock:

Samsung hat die regionale SIM-Lock-Funktion in aktuelle Geräte implementiert, um Kunden in Ihrer jeweiligen Region ein optimales mobiles Erlebnis zu ermöglichen und die Kundenbetreuung auf die unterschiedlichen Bedürfnisse in den unterschiedlichen Regionen anpassen zu können. Samsung hat sich die Rückmeldung seiner Kunden zu Herzen genommen und die Freischaltung der regionalen SIM-Sperre verbessert und vereinfacht. Die Erstaktivierung eines Geräts mit regionaler SIM-Lock-Funktion sollte mit einer SIM-Karte eines Providers aus der Region Europa erfolgen. Ein Gerät aus der Region Europa* ist sofort funktionsbereit, wenn sich die verwendete SIM-Karte aus der Region Europa in ein Netz innerhalb der Region Europa einwählt und ganz normal zum Telefonieren verwendet wird. Das bedeutet konkret, dass Kunden in Deutschland mit einer SIM-Karte eines Providers aus der Region Europa nach der ersten Inbetriebnahme ihres Geräts lediglich insgesamt fünf Minuten im deutschen Mobilfunknetz telefonieren müssen, um das regionale SIM- Lock-Feature zu deaktivieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Nutzungszeit von fünf Minuten aktiv als Anrufer oder passiv als Angerufener erreicht wird. Anschließend ist die regionale SIM-Lock- Funktion dauerhaft deaktiviert. Die neue Lösung ist Teil des Android 4.3 Jelly Bean Updates, das bereits für das Samsung GALAXY Note 3 vorliegt. Weitere Updates für das Samsung GALAXY S4, S4 mini, S III und Note II werden in den kommenden Wochen per FOTA-Systemaktualisierung (Firmware Over The Air) zur Verfügung stehen. Nimmt ein Nutzer sein Gerät aus der Region Europa mit einer SIM-Karte eines Providers, der nicht aus der Region Europa stammt, in Betrieb und das Gerät akzeptiert die eingelegte SIM-Karte nicht, kann er sein Gerät vom Samsung Kundenservice freischalten lassen. Sollten Kunden Fragen bezüglich der „Regional Lock“-Funktion ihres Produkts haben, können sie sich direkt an den Kundendienst wenden.

Immerhin: Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Warum die Koreaner aber überhaupt an der regionalen Sperre festhalten, steht auf einem anderen Blatt. Und in wie weit die Sperre den "Kunden in ihrer jeweiligen Region ein optimales Erlebnis" ermöglicht, verstehen wir auch nicht so ganz. Ein optimales Erlebnis ist der Verzicht auf jegliche Maßnahmen, die verhindern, dass Kunden mit ihren gekauften Geräten das machen können, was sie wollen.

Außerdem geht aus der Aussage nicht hervor, ob das auch für Smartphones gilt, die in anderen Regionen gekauft wurden. Wir haben Samsung um Stellungnahme gebeten.

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