TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Prozess: Apple gewinnt gegen Samsung, aber "nicht viel"

von  //  Twitter Google+

Das Urteil im großen Patentstreit wurde am Freitag verkündet, gestern Abend korrigiert und steht jetzt final fest: Samsung muss Schadenersatz an Apple für die Verletzung von einigen Patenten zahlen, aber deutlich weniger als gefordert. Apple war der Meinung, dass Samsung mit einer Vielzahl von Galaxy-Geräten fünf Patente verletzt hat – und forderte dafür eine stolze Entschädigung in Höhe von 2,19 Milliarden US-Dollar. Nach einem langwierigen Rechtstreit ist von dieser Forderung am Ende allerdings nicht mehr viel übrig geblieben.

Die Geschworenen-Jury entschied, dass Samsung nur drei der fünf Patente verletzt hat – und das auch nicht mit allen zur Debatte stehenden Geräten. Dementsprechend wurde die Schadenersatzsumme neu berechnet und auf 119,5 Millionen US-Dollar festgelegt. Aber auch Apple ist nach Ansicht der Geschworenen schuldig, eines von zwei Patenten von Samsung verletzt zu haben. Auch hier liegt der zu zahlenden Schadenersatz von 158.000 US-Dollar deutlich unter den geforderten 6,2 Millionen US-Dollar.

Am gestrigen Montag kam die Jury nochmals zusammen, da bei der Berechnung der Apple zugesprochenen Summe ein Samsung-Gerät außer Acht gelassen wurde. Nun ist das Urteil zwar korrigiert, da die Geschworenen bei dieser Gelegenheit allerdings auch noch ein paar andere Punkte neuberechnet haben, bleibt die Summe, die Samsung zahlen muss, aber unverändert. Ah ja.

Gegenüber verschiedenen US-Medien erklärte der Jury-Vorsitzende, dass die acht Geschworenen die hohe Forderung Apples nicht gerechtfertigt fanden. Weiter hatte er noch einen Ratschlag an Apple: Das Unternehmen aus Cupertino wäre besser beraten, wenn es gleich Google als Zielscheibe auswählt und nicht Stellvertreter wie Samsung. Im Zuge des Prozesses haben die Anwälte von Samsung immer wieder betont, dass viele der betreffenden Patente Teil des Android-OS seien und Google daher das eigentliche Ziel Apples sein müsste.

Damit ist der Prozess nun ohne klaren Gewinner oder Verlierer abgeschlossen – zumindest vorerst. Beide Seiten haben jetzt noch die Möglichkeit, das Urteil anzufechten. Die unendliche Geschichte ist also noch lange nicht vorbei.

Quelle: San Jose Mercury News (via)

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige