TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Polk Audio Signa S2 im Test: puristisch und ausgeglichen

0
von  // 

Mit der Signa S2 für knapp über 200 Euro konzentriert sich Polk Audio auf hochwertigen Musik- und Fernsehton ohne viele Features. Ob das Konzept aufgeht, zeigt der Test.

Während Polk Audio in den USA einen großen Bekanntheitsgrad genießt, hat das zu Sound United gehörende Unternehmen, unter dessen Dach sich auch Marantz, Denon und Definitive Technology wiederfinden, hierzulande noch nicht den gleichen Bekanntheitsgrad erreicht. Daran wird aber kräftig gearbeitet, unter anderen auch mit preiswerten Entertain-Lösungen wie der Signa S2. Als drahtloses 2.1-System konzipiert, besteht sie vergleichbar zur LGSK6F (Testbericht) aus der Soundbar und dem darauf abgestimmten Funk-Subwoofer.

Im Vergleich zur LG SK6F konzentriert sich die zierlichere Polk Audio Signa S2 auf Transparenz, Separation der Stimmen und Gesamthomogenität. Angeschlossen an einen 55-Zoll-Sony-LCD, unter realen und durchschnittlich großen Wohnbedingungen, macht sich bereits im TV-Betrieb das fundierte und knackig abgestimmte Klangbild angenehm bemerkbar. Ohne sich nervig in den Vordergrund zu mogeln, unterstützt ein nicht zurückgenommener, sondern detailfreudiger Hochton, den Sound. Frei nach dem Motto „klotzen statt kleckern“ verfügen Dialoge über eine konturiert eingefasste Substanz und Körperlichkeit. Das ist auf den direkter abgestimmten, füllig gehaltenen Mittenbereich zurückzuführen. Getragen wird das Ganze von einer stramm eingefassten uramerikanisch Klangabstimmung – also ordentlich Bass.

Bei zunehmender Lautstärke und wenn der Basspegel entsprechend aufgedreht wird, geht dem Subwoofer dann aber die Puste aus und er neigt zu einer leicht unkonturierter und unpräziser Spielweise, was aber letztlich mit Blick auf das Preisschild in Ordnung geht. Bleibt man im Rahmen und dosiert den Bass mit Gefühl, versprüht das Signa-S2-Gespann nicht nur einen wohligen Spaßfaktor, sondern lässt Männerstimmen, die über den TV gerne dünn und ohne Brustvolumen erklingen, authentisch und natürlich wirken. Eben dieser Bassbereich schiebt gerade Blockbuster-Filme mit Druck an. Wenngleich nicht über Gebühr, aber dennoch besser als jeder solo laufenden TV.

Im reinen Musikbetrieb, bleibt die Signa S2 ihrer klaren Darstellungsweise treu, wenngleich auch hier von dem 200-Euro-Soundbar-System keine audiophilen Wunder vollbracht werden. Statt auf Breitbandchassis setzt Polk Audio innerhalb der Soundbar auf jeweils zwei ovale Mitteltöner und zwei 25-mm- Hochtöner. Für mehr Druck in den unteren Lagen sorgt das nach dem Frontfire-Prinzip werkelnde 133 mm messende Basschassis. Der Subwoofer zeigt sich gerade bei elektronischer Musik engagiert, kann aber mit einem als Maßstab dienenden Bowers & Wilkins ASW 608 nicht in Sachen Präzision und Tiefgang mithalten. Gemeinsam mit der Soundbar, die zu keiner Zeit einen nasal oder nervig auftretenden Hochmittelton beisteuert, liefert das Set aber eine insgesamt respektable Darbietung ab. Sowohl im Wohnbereich, Gäste- oder auch im Schlafzimmer lässt es sich damit durchaus gut leben.

LAN oder gar WLAN? Fehlanzeige.

Konzentration auf das Wesentliche war im Lastenheft der Entwickler mit Sicherheit dick markiert. Wie sonst lässt sich der asketische Verzicht auf die meisten, durchaus angenehmen Spielereien erklären? Anbindung über eine App? Fehlanzeige. Eine Netzwerkanbindung ist nicht möglich, eine Ethernet oder WLAN-Option sucht man vergebens. Was sich findet ist ein 3,5-mm-Klinkeneingang zum Anschluss von externen Zuspielern wie Smartphone, Tablet oder auch schlicht dem älteren Fernseher. Wenigstens ein analoger Tuner wie beim LGSK6F (Testbericht), der Radio per UKW nach alter Väter Sitte in die Stube bringt? Nein, leider Fehlanzeige. Sprachsteuerung und HiRes-Wiedergabe? Nein. Auch das würde wohl dem puristischen Ansatz widersprechen.

Die Polk Audio Signa S2 verfügt über zwei weitere Anschlüsse. Zum einen den optischen S/PDIF-Eingang, der für digitalen Zuspieler wie CD- / DVD-Player, TV oder der Spielkonsole zur Verfügung steht. Und zum anderen über einen klassischen HDMI-Eingang mit ARC. Darüber angeschlossen, lässt sich der Ton des Fernsehers und an diesem angeschlossene Zuspieler ebenfalls über die Soundbar ausgeben. Das ergibt auch Sinn wenn speziell Musik-Apps oder Musik via YouTube verwendet wird. Außerdem bietet sich dadurch der Vorteil, den optischen Eingang für andere zuspielende Quellen frei zu halten.

Erfreulich ist die Dolby-Digital Kompatibilität, DTS ist jedoch nicht mit an Bord. Vorteil: Es muss nicht jedesmal auf PCM umgeschaltet werden, wenn eine Filmübertragung mit Dolby-Digital-Ton vom Blu-Ray-Player oder Apple TV erfolgt. Auch die Signa S2 erlaubt eine klangliche Anpassung, wenn auch nicht mit demselben variabel einstellbaren, DSP-basierten Leistungsumfang wie das LG-Soundbar-System. So kann bei der Polk Audio per mitgelieferter Fernbedienung zwischen einen auf die jeweiligen Erfordernisse klanglich fein abgestimmten Film- oder Musikmodus umgeschaltet werden. Ebenfalls an Bord ein dialogverstärkender, aber dynamisch wie auch im Bass eingebremster Nachtmodus. Den Pegel des Subwoofers kann man ebenfalls bequem per Tastendruck entweder erhöhen oder verringern, das ist speziell zu später Stunde und empfindlichen Nachbarn sehr sinnvoll. Die Übernahmefrequenz zwischen Soundbar und Subwoofer ist fest eingestellt. Dafür lässt sich in drei Stufen der Sprachkanalpegel justieren, sollte es hierzu Bedarf geben, ein übrigens zum Patent angemeldetes Feature von Polk.

Unterwältigend: Die Fernbedienung hat uns bezüglich ihrer Verarbeitung enttäuscht.

Die Bedienung der Signa S2 erfolgt wahlweise per mitgelieferter Fernbedienung oder über fünf mittig an der Oberseite der Soundbar angebrachte Tasten. Diese sind gut erreichbar und erlauben quasi im Vorbeigehen das Ein-/ und Ausschalten, den Wechsel zwischen HDMI- und optischem Eingang, wie auch Bluetooth und die Lautstärkeregelung. Größeren Bedienumfang bietet die Fernbedienung, die auch die Feinjustage der vorhin erwähnten Funktionalitäten wie Voice Adjust, oder auch die Anwahl der verschiedenen Betriebs-Modi erlaubt. Zwar funktioniert das ganz gut, aber eine wertigere Verarbeitung der Fernbedienung mit besseren Druckpunkten der Taster hätte der Signa S2 gut zu Gesicht gestanden..

Die Bluetooth-Einrichtung funktioniert ohne Schwierigkeiten. Per Knopfdruck der auf der Soundbar angebrachten Bluetooth-Taste gibt sich die Signa S2 zu erkennen und nimmt Verbindung mit dem Smartphone auf. Die Zuspielung der musikalischen Inhalte, sei es von eigenen, im Speicher abgelegten Inhalten, Internetradio via App oder Streamingdiensten aus der Cloud wie Tidal klappt sehr gut und ohne Unterbrechungen. Klanglich geht das in Ordnung, auch ohne den hochwertigeren Übertragungscodec AptX.

Auf ein Display verzichtet die Signa S2, gibt sich aber über ein horizontales LED Lichtband auskunftsfreudig. Das bietet nicht die Übersicht und den Komfort eines dimmbaren und abschaltbaren Displays. Selbsterklärend ist mittlerweile, dass bei blauer LED Bluetooth angewählt ist, bei der violetten LED wird es dann schon schwieriger. Hiermit wird die Änderung des Sprachkanalpegels wie auch der Wechsel zwischen Film-, Musik- und Nachtmodus angezeigt. Allerdings muss der Benutzer wissen, was er angewählt hat. Ein entsprechende Anzeige gibt es nicht. Auch zeigt das LED-Band nicht an, welcher Basspegel genau eingestellt ist. Die LED signalisiert durch flackern, dass das obere oder untere Ende erreicht ist. Also heißt es abzählen der Tastendrucke, um zu wissen wo die Mittelstellung liegt. Hier ist, vorsichtig ausgedrückt, durchaus Verbesserungspotential vorhanden.

Die Polk Audio Signa S2 ist vergleichsweise kompakt und dezent.

Hier punktet die Polk Signa S2 sowohl mit der sehr flachen und kompakt gehaltenen Soundbar, wie auch dem ebenfalls gut im Wohnbereich integrierbaren Subwoofer. Das in schwarz gehaltene Signa-S2-System gibt sich mit abgerundeten Kanten eher elegant denn futuristisch. Dazu trägt sowohl die Stoffbespannung bei, die dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit verleiht, wie auch der an den Seiten auf Hochglanz polierte Zierring, der einen Hauch edler Noblesse ins Spiel bringt. Die unauffällige Integration entweder direkt per Wandmontage unterhalb des TV oder darunter auf dem Sidebord gelingt ihr aufgrund ihrer flachen Bauweise einfacher als anderen, höher bauenden Soundbars.

Das aus Kunststoff bestehende Gehäuse der Soundbar ist ordentlich verarbeitet und bietet keinen Anlass zur Kritik. Der Subwoofer verfügt über ein foliertes Holzgehäuse und ist in Anbetracht des preislichen Rahmens gut verarbeitet.

Neben Soundbar, Subwoofer und Fernbedienung werden auch die beiden Stromkabel für die Geräte mitgeliefert. Auf externe Netzteile wird dankenswerterweise verzichtet, was den Vorteil bietet, dass man sich hierüber keine Gedanken machen muss und eventuell knapp vorhandener Abstand zwischen Sideboard und Wand somit auch kein Thema darstellt.

Weiterhin liegt neben einem HDMI-Kabel auch ein optisches Lichtleiterkabel bei. Interessant ist die gut schützende Verpackung der Signa S2, die wie ein L geformt ist und dem freundlichen Postzusteller beim Bestücken seines Fahrzeuges ein Stück weit Tetris-Erinnerungen aufflammen lassen dürfte. Für die Wandmontage steuert Polk Audio zwei Wandabstandshalter für die rückseitig integrierten Schlüssellochhalterungen bei.

Mit der Signa S2 schickt Polk Audio ein auf das Wesentliche reduziertes, auf große Spielereien verzichtendes Soundbar-System ins Rennen. Gerade bei beengten Platzverhältnissen spielt sie dank ihrer kompakten Maße ihre Stärken aus und fügt sich dezent in die jeweilige Wohnsituation ein.

Klanglich gibt sich die Polk Signa S2 sehr ordentlich und demonstriert eine im Einsteigersegment beachtliche, auf klare, substanziell körperhaft ausgelegte Wiedergabegüte, die sich mit einem guten Hochmittelton-Bereich etwas ambitionierter gibt als die LGSK6F (Testbericht). Speziell in Sachen authentischer Stimmwiedergabe glänzt die Signa S2. Sie beweist, dass ein günstiges 2.1-Soundbar-System durchaus sowohl im Musik- wie auch im Filmbetrieb überzeugen kann und dabei eine hohe Musikalität und sehr gute stimmliche Verständlichkeit vereint. Wer also seinen Fokus auf einen eher unauffälligen, eleganten Auftritt und gute Klangqualität richtet, der findet hier trotz weniger Features einen guten Spielpartner.

Die Polk Audio Signa S2 strebt in ihrem Preissegment nach hoher klanglicher Wiedergabegüte und legt keinen Wert auf Features. Puristen kommen mit ihr auf ihre Kosten, für andere, die sich gerne mit zahlreichen Funktionen und Anschlussoptionen beschäftigen, stehen andere Soundbars wie die LGSK6F parat. Eine gute Übersicht bietet unsere Kaufberatung: 2.1-Soundbars mit externem Sub ab 55 Euro.

Ähnliche Produkte im Test

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige