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Open AI: Elon Musk will die Welt vor künstlicher Intelligenz retten

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Elon Musk startet ein Non-Profit-Unternehmen, um die Auslöschung der Menschheit durch künstliche Intelligenz zu verhindern. Google vermeldet indes einen Durchbruch bei Quantencomputern, was die AI-Entwicklung deutlich beschleunigen könnte, und auch Facebook mischt in Sachen Hardware mit.

Künstliche Intelligenz sei potenziell gefährlicher für die Menschheit als Atomwaffen, twitterte Elon Musk im vergangenen Jahr. Und mit dieser Skepsis steht er nicht alleine da: Steve Wozniak, Bill Gates, Stephen Hawking oder bereits im Jahr 2000 der ehemalige Sun-Chief-Scientist Bill Joy – sie alle sagen der Menschheit eine potenziell zappendustere Zukunft voraus.

Ende vergangener Woche hat Elon Musk nun die Gründung des Non-Profit-Unternehmens Open AI bekanntgegeben, dem er gemeinsam mit Sam Altman vorsitzt, dem CEO des Gründerzentrums Y Combinator. Wie das Unternehmen auf seinem Blog schreibt, sei es aufgrund der überraschenden Entwicklung der künstlichen Intelligenz schwer, vorherzusagen, wann diese ein menschliches Level erreicht. Wenn es soweit ist, sei es wichtig, eine führende Forschungseinrichtung zu haben, die ein gutes Ende für alle über seine eigenen Interessen stelle.

In einem Interview mit Backchannel formuliert Altman das etwas drastischer. Demzufolge sei das Ziel von Open AI, die (Überlebens-)Chancen der Menschheit gegen eine einzelne, zentrale künstliche Intelligenz zu wahren. „So wie sich Menschen dadurch gegen Dr. Evil schützen, dass die Mehrheit der Menschen gut ist und die kollektive Kraft aller Menschen die bösen Teile eindämmen kann, so glauben wir, dass es auch wahrscheinlicher ist, dass viele viele künstliche Intelligenzen erfolgreich zusammenarbeiten, um die gelegentlichen bösartigen Ausreißer zu stoppen, im Gegensatz zu der Idee, dass es eine einzige künstliche Intelligenz gibt, die milliardenfach mächtiger ist als alles andere“, so Altman. „Wenn dieses eine Ding entgleist oder wenn Dr. Evil dieses eine Ding in die Finger bekommt und es kein Gegenmittel gibt, dann sieht es wirklich schlecht für uns aus.“ Wie der Name Open AI schon andeutet, sollen die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Zur Beruhigung habe ich dann gleich nochmal versucht, über meine Android-Wear-Smartwatch per Spracheingabe eine SMS zu verschicken – und war zum ersten Mal erleichtert über das klägliche Scheitern.

Dennoch hat Google erst vergangene Woche gezeigt, dass große Sprünge im Bereich der AI-Forschung möglich sind. Der Internetriese hat bekanntgegeben, gemeinsam mit der NASA den Quantencomputer D-Wave 2x entwickelt zu haben, der tatsächlich funktionieren soll – und in sehr speziellen Anwendungsgebieten bis zu 100 Millionen Mal schneller ist als konventionelle Computer. Und zu diesen sehr speziellen Anwendungsgebieten gehört das Lösen von mathematischen Problemen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz. In Zeit ausgedrückt verhält sich der Faktor „100 Millionen“ wie eine Sekunde zu gut drei Jahren.

Der Knackpunkt an künstlichen Intelligenzen ist außerdem, dass sich deren Entwicklung ab dem Überschreiten einer bestimmten Schwelle unvorhersehbar beschleunigen werden: Nämlich ab jenem Zeitpunkt, ab dem künstliche Intelligenzen besser in der Entwicklung besserer künstlicher Intelligenzen sind als wir. Und was dann geschieht, ist kaum vorherzusehen. Zumindest, sollten wir diese „Super-AI“ auf die Welt loslassen. Nachdem aber auch Militärs (Siri ist ein Abfallprodukt des US-Militärs) und Börsenhandelsfirmen (womöglich durch automatisierten Handel wurden im vergangenen Dezember binnen Minuten zig Milliarden Dollar durch einen Kurseinbruch der Apple-Aktie verbrannt) ganz massiv im Bereich der künstlichen Intelligenz unterwegs sind, dürfte eine weltweite Kontrolle hier unmöglich sein.

Indes ist beispielsweise auch Facebook im AI-Geschäft unterwegs. Zwar nutzt der ebenfalls vergangene Woche vorgestellte Server Big Sur keine futuristischen Quanteneffekte, stellt aber eine vergleichsweise günstige Möglichkeit für KI-Forscher dar, an eine leistungsfähige und nutzerfreundliche Hardware-Lösung für ihre speziellen Anforderungen zu kommen.

Was sagt Ihr zum Thema künstliche Intelligenz? Seid Ihr ebenso beunruhigt wie die oben im Text genannten Persönlichkeiten – oder blickt Ihr wie beispielsweise Googles „Director of Engineering“ Ray Kurzweil optimistisch in eine goldene Zukunft, in der wir mit Maschinen verschmelzen und zu Supermenschen werden?

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