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NewsDrop: wie die PlayStation fast einen SNES-Slot hatte

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Kaum zu glauben: Sony hat tatsächlich einmal mit Nintendo bei den Spielekonsolen zusammengearbeitet – und im Zuge dessen entstand auch so etwas wie eine PlayStation mit SNES-Slot. Von einem Prototypen wurde nun die Echtheit bestätigt.

Alle weiteren Details rund um die exotische Konsole und deren turbulente Historie erfahrt Ihr im NewsDrop!

NewsDrop – die Geschichte der „Nintendo Play Station“

Wer lieber liest als Video guckt, findet nachfolgend den Inhalt des Clips als Text:

Ein aus Teilen verschiedener Tierarten zusammengesetztes Fabelwesen heißt in Bayern Wolpertiner. Und genau so etwas gibt es auch bei den Spielekonsolen: eine „Nintendo Playstation“, deren Wurzeln bis ins Jahr 1988 zurückreichen.

Damals unterzeichneten Sony und Nintendo nämlich einen Deal für ein neues SNES-CD-Format zum Einsatz in zukünftigen Konsolen. Allerdings war Nintendo mit den Verträgen alles andere als glücklich und sah sich sowohl bei der Verteilung der Lizenzeinnahmen als auch bei der weiteren Entwicklung von Konsolen benachteiligt. Sony arbeitete indes an einer Konsole mit sowohl SNES-Cartridge-Slot als auch CD-Laufwerk.

Und so kam es dann im Juni 1991 zu einem großen Eklat: Einen Tag nach der Vorstellung dieser mit Slot und Laufwerk ausgestatteten Play Station auf der CES in Chicago, damals übrigens noch mit Leerzeichen zwischen Play und Station, düpierte Nintendo Sony mal so richtig heftig und verkündete eine Laufwerk-Partnerschaft mit Philips – wobei auch dieser Deal letztendlich platzen sollte.

Der anschließende Rechtsstreit blieb für Nintendo jedoch folgenlos, und auf Sonys Tisch lag am Ende ein eher mieser Lizenzdeal zur Nutzung des Nintendo-Slots. All diese gekippten Umgebungsvariablen sorgten dann unterm Strich dafür, dass es dieser Play-Station-Wolpertiner niemals zur Marktreife schaffte. Und was blieb, waren rund 200 Prototypen dieser „Nintendo Playstation“.

Ein Exemplar lag nun fast zwei Jahrzehnte bei Advanta herum – einer US-Firma, deren Vorstandsmitglied Olaf Olafsson einst der CEO von Sony Entertainment Interactive. Als Advanta nun vor einigen Jahren Pleite ging, wurden die Reste versteigert – und Vater und Sohn Terry und Dan Diebold kauften neben allerhand anderen Dingen für insgesamt 75 Dollar auch eben diesen Prototypen.

Wie Ihr auf den Bildern hier sehen könnte, hat der skurrile Zeitzeuge sowohl ein CD-ROM-Laufwerk als auch einen SNES-Slot, wobei das CD-Laufwerk des Prototypen offenbar nicht funktionsfähig ist. Mehr Fotos und ein Video von der schrägen Nintendo Play Station findet Ihr übrigens bei den Kollegen von Engadget.

Für Sony hatten all diese Querelen letztendlich aber auch etwas Gutes: Nachdem die erste Play Station niemals in Produktion ging, arbeitete der japanische Konzern weitere an einer eigenen Konsole. Der wohl entscheidende Schritt war, sich allein in Japan mit über 250 verschiedenen Spieleentwicklern zusammenzutun, um hier das nicht im Haus vorhandene Videospiel-Knowhow aufzubauen – und so startete dann schließlich am 3. Dezember 1994 in Japan die erste PlayStation. Und der Rest ist Geschichte.

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