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NRW-Innenminister will Handy nach Unfall konfiszieren

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Handy weg vom Steuer? Alter Hut, 60 Euro, ein Punkt in Flensburg, darf man nicht, wissen wir. Kommt dennoch immer wieder vor: Wer mit offenen Augen im Straßenverkehr unterwegs ist (was sich ohnehin empfiehlt), sieht regelmäßig Fahrer, die das Handy in der Hand oder am Ohr haben.

Das ist Nordrheinwestfalens Innenminister Jäger offensichtlich ein ganz besonderes Dorn im Auge. Telefonieren am Steuer, das Thema soll ein Schwerpunkt in seinem Ministerium werden. Es hält sich nämlich kaum jemand daran. „Wir beobachten eine zunehmende Nutzung von Smartphones beim Fahren“ sagte er im Rahmen der Vorstellung der Verkehrsunfallbilanz 2014. Und: Bei jedem zehnten Unfall spielte Ablenkung am Steuer eine Rolle, drei Prozent aller Autofahrer telefonieren „ständig“ beim Fahren, heißt es im Bericht.

In NRW sollen „Handy-Sünder“ nun schärfer verfolgt werden, schreibt DerWesten. Außerdem will man Smartphones von Autofahrern, die an schweren Unfällen mit Personenschaden beteiligt waren, verstärkt konfiszieren: So soll der Nachweis der Benutzung während der Fahrt gelingen. Aktuell kommt das in Nordrheinwestfahlen etwa 150 Mal im Jahr auf Anordnung der Staatsanwaltschaft vor. Telefonieren am Steuer sei laut Innenminister Jäger etwa „so gefährlich wie 0,8 Promille Alkohol im Blut“, das Tippen einer SMS soll 1,1 Promille entsprechen.

Was genau man darf und was nicht, wird die Gerichte aber wohl weiterhin beschäftigen. Freisprecheinrichtung ist ja offensichtlich okay, Siri und Cortana – keine Ahnung, der Blick auf die Uhr ist böse, der Griff zum Handy unter Umständen wiederum erlaubt. Weil das ja klar ist.

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