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Moto Z2 Force im Test: Das unkaputtbare Smartphone

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Früher hab ich immer geschmunzelt, wenn Freunde die „Spider-App“ auf dem Handy hatten – ein gesprungenes Display, das aussieht wie ein Spinnennetz und die Benutzung nahezu unmöglich macht. Jetzt hat es mich selbst erwischt. Doch mit dem Moto Z2 Force, dem neuen Flaggschiff-Smartphone von Motorola, soll das nicht mehr passieren. Das Display soll bruchsicher sein – darauf gibt es sogar vier Jahre Garantie. Was das Smartphone sonst so leistet, lest Ihr hier im Test.

Wer auf den aktuellen Trend des randlosen Bildschirms steht, wird enttäuscht. Denn Motorola bleibt auch beim Z2 Force seinen ansteckbaren Mods treu, die auf der Rückseite des Smartphones befestigt werden. Die Konsequenz: Der Formfaktor bleibt groß und das Display wird von breiteren Rändern umschlossen. Die Maße liegen dadurch bei 155,8 × 76 × 5,99 Millimetern. Auf die Waage bringt das Smartphone 143 Gramm.

Motorola Moto Z2 Force

Das 5,5-Zoll-Display löst mit 1440 × 2560 Pixeln (Quad HD) auf und besteht aus dem bereits erwähnten, bruchsicheren Glas. Motorola weißt aber im Kleingedruckten auf folgendes hin „Das Smartphone ist nicht stoßfest oder darauf ausgelegt, allen Sturzschäden standzuhalten.“ Da wir das vorliegende Testgerät nicht zerstören können, mussten wir von eigenen Falltests absehen. Rückseite und Ränder sind als Unibody aus Aluminium gefertigt. Die Kamera auf der Rückseite steht wegen den Mods wieder weit hervor. Befestigt Ihr ein einfaches Rückseitenmodul, ist die Kamera nahezu eben. Motorola verzichtet bei der Modellreihe wieder auf den Kopfhöreranschluss. Ein Adapter für den USB-Anschluss liegt bei.

Motorola Moto Z2 Force (Schwarz, Dual-SIM)

Motorola Moto Z2 Force (Schwarz, Dual-SIM)

Motorola Moto Z2 Force (Gold, Dual-SIM)

Motorola Moto Z2 Force (Gold, Dual-SIM)

Motorola Moto Z2 Force (Gold, Single-SIM)

Motorola Moto Z2 Force (Gold, Single-SIM)

Motorola Moto Z2 Force (Schwarz, Single-SIM)

Motorola Moto Z2 Force (Schwarz, Single-SIM)

Seine Leistung holt sich das Moto Z2 Force von Qualcomms Chipsatz Snapdragon 835. Darin enthalten ist eine CPU mit acht Kernen, die mit bis zu 2,35 GHz takten. Ihnen zur Seite stehen 6 Gigabyte Arbeitsspeicher. Der interne Speicher liegt bei 64 GByte, kann aber per microSDXC-Karte um bis zu zwei Terabyte erweitert werden. Im Test stellte uns diese Ausstattung rundum zufrieden. Alles lief flüssig, Spiele hatten keinerlei Performance-Probleme. Lediglich der Akku könnte besser sein. Seine Kapazität liegt bei 2730 mAh – das reicht für einen Tag, aber wenn Ihr doch das ein oder andere Spiel zockt oder viele Videos anschaut, wird es eng. Durch die Schnellladetechnologie TurboPower ist das Smartphone allerdings nach ein paar Minuten am Strom wieder für einige Stunden nutzbar.

Motorola Moto Z2 Force

Im AnTuTu-Benchmark erreichte das Moto Z2 Force im Schnitt 173.190 Punkte. Bei Geekbench 4 schaffte das Smartphone im Single-Core-Test durchschnittlich 1927 Punkte. Im Multi-Core-Test wurden 6769 Punkte erzielt.

IP-zertifiziert ist das Smartphone nicht. Offiziell ist es also nicht gegen das Eindringen von Wasser und Staub geschützt. Das Gehäuse ist aber von einer wasserabweisenden Nanobeschichtung überzogen. Werfen wir noch einen Blick auf die Verbindungsmöglichkeiten: Mit an Bord ist derzeit Bluetooth 4.2. Mit dem Update auf Android 8 Oreo wird das zu Bluetooth 5.0. Für die Positionsbestimmung kommen GPS, A-GPS, Beidou und GLONASS zum Einsatz. WLAN ist nach 802.11 a/b/g/n/ac abgedeckt und funktioniert im 2,4-GHz- sowie 5-GHz-Band. Das Moto Z2 Force ist Dualsim fähig und unterstützt alle für die meisten Reisenden relevanten LTE-Bänder.

Motorola Moto Z2 Force

Das Moto Z2 Force hat auf der Rückseite eine Dualkamera. Beide Linsen nehmen Fotos mit 12 Megapixeln bei einer Blende von f/2.0 auf. Eine schießt in Farbe, die andere monochrom in schwarz/weiß. Kombiniert mit dem zweifarbigen Blitz sind die Testfotos zwar zufriedenstellend, doch gibt es einiges zu kritisieren. Sobald die Lichtbedingungen nicht mehr optimal sind, fangen die Fotos recht schnell an zu rauschen. Auch wirken sie beim Hineinzoomen vermatscht.

Die rückseitige Dualkamera kann außerdem den Tiefekeffekt („Bokeh“) darstellen, bei dem ein Objekt oder eine Person fokussiert und der Hintergrund unscharf gezeichnet wird. Dieser ist allerdings nicht immer überzeugend. Oft werden die Konturen nicht richtig erkannt. Umso besser sind die Schwarzweiß-Fotos, die Kontraste gut abbilden. Für Experten ist in der Kamera-App auch ein Profimodus integriert, bei dem Ihr ISO und Co frei bestimmen könnt.

Die Frontkamera löst mit 5 Megapixeln bei einer Blende von f/2.2 auf. Selfies sind farbstark und selbst bei Nacht kein Problem, denn Motorola stattet sei Smartphone mit einem hellen Frontblitz aus.

Auf dem Moto Z2 Force kommt Android 7.1.1 zum Einsatz. Das Update auf Android 8 Oreo soll erst 2018 folgen. Lenovo/Motorola installiert aber kaum eigene Apps, sodass das Betriebssystem fast einem Stock-Android gleicht. Dazu kommen allerdings die praktischen Moto-Gesten wie zum Beispiel das Einschalten der Lampe auf der Rückseite durch Schütteln oder das Aktivieren der Kamera durch Kippen den Smartphones.

Das beste an der Smartphone-Reihe sind die ansteckbaren Mods. Bereits auf dem Markt sind unter anderem eine dicke Rückseite mit großem Akku, ein Lautsprecher, ein Fotoapparat oder ein Beamer. Neu im Sortiment sind jetzt ein Amazon Alexa Speaker, ein Gamepad und eine 360-Grad-Kamera. Per Magnetanschluss steckt Ihr die jeweilige Mod einfach auf die Rückseite des Smartphones. Sie wird automatisch verbunden.

Moto Mod mit Amazon Alexa

Moto Mod mit Amazon Alexa

Moto Mod mit GamePad

Moto Mod mit GamePad

Moto Mod mit JBL SoundBoost 2

Moto Mod mit JBL SoundBoost 2

Moto Mod mit Insta Share Projector

Moto Mod mit Insta Share Projector

Moto Mod mit Moto 360 Camera

Moto Mod mit Moto 360 Camera

Motorola Moto Z2 Force

Das Gamepad hat mir im Test besonders gefallen. Die Knöpfe und Sticks lassen sich gut erreichen und haben ordentliche Druckpunkte. Wenn Ihr also gern mit dem Smartphone zockt, dann lohnt sich die Erweiterung für 89 Euro. Die 360-Grad-Kamera ist leicht zu bedienen und schießt tolle Aufnahmen. Allerdings sind diese doch recht verrauscht. Wenn Ihr für Euer digitales Fotoalbum ein paar 360-Grad-Schnappschüsse aufnehmen wollt, reicht die Qualität aber locker. Die Kamera kostet als Mod 279 Euro. Die Alexa-Mod kostet 119 Euro und ist neben einem Lautsprecher Euer digitaler Assistent. Kompatible Dienste sprecht Ihr somit auch unterwegs einfach an und lasst zum Beispiel Termine in den Kalender eintragen.

Das Moto Z2 Force ist ein Oberklasse-Smartphone mit praktischen Funktionen, einem tollen Display und überzeugender Leistung. Doch das Gesamtpaket schlägt sich auch im Preis nieder. 799 Euro werden für das Smartphone fällig. Wer dann noch Mods dazu kaufen möchte, muss tief in die Tasche greifen, denn diese liegen ebenfalls zwischen 25 Euro (Design-Rückseite) und 350 Euro (Projektor). Auch wenn das Smartphone auf ganzer Linie überzeugt, hätte der Akku ein bisschen stärker ausfallen können. Weiterer Kritikpunkt ist die Kamera, die bei nicht optimalen Lichtbedingungen schnell zu rauschen anfängt.

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