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Kein Hase schert sich um Samsungs Android-Apps

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Eigentlich müsste es ja "kein Schwein" in der Überschrift heißen. Aber zum einen wollen wir hier weder Galaxy-Nutzer noch friedliche Tiere beleidigen, und zum anderen war ja gerade erst Ostern. Dennoch: Wenn man einer nicht-repräsentativen Untersuchung des Marktforschers Strategy Analysts Glauben schenkt, gibt es daran nichts zu Rütteln: Niemand interessiert sich für die Samsung-eigenen Apps, die in großer Stückzahl auf Android-Smartphones aus Korea vorinstalliert sind. Das berichtet das Wall Street Journal in seinem Blog.

Die Analysten haben einen Monat lang das Nutzungsverhalten von gut 250 Besitzern eines Galaxy S3 oder Galaxy S4 unter die Lupe genommen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Während die Facebook-App im Untersuchungsmonat im Schnitt über elf Stunden genutzt wurde, kommt Samsungs eigener Chat-Dienst ChatOn gerade einmal auf eine Nutzungszeit von sechs Sekunden. Besonders perfide: Im letzten Sommer haben die Koreaner stolz gemeldet, dass der WhatsApp-Konkurrent inzwischen über 100 Millionen Menschen "erreicht". Kein Wunder, schließlich ist die App auf den meisten Samsung-Smartphones vorinstalliert – und lässt sich nicht löschen.

Auch die anderen Samsung-eigenen Dienste werden demnach nicht gerade von ihrem eigenen Erfolg überrannt. Der Siri-Konkurrent S-Voice wurde im Schnitt 3,6 Minuten genutzt, die Notizen-App S-Memo kommt auf 3,9 Minuten.

Für Samsung dürfte die Nachricht bitter sein. Wonpyo Hong, der bei Samsung die für die App-Entwicklung zuständige Abteilung Media Solution Center leitet, hat noch im April in einem Interview mit dem WSJ die Wichtigkeit der Software für das Unternehmen betont: Demnach arbeiten inzwischen mehr Entwickler an der Software als an der Hardware. Der Hersteller ist stark daran interessiert, ein eigenes Ökosystem aufzubauen, um künftig nicht nur mit der Hardware, sondern auch mit Inhalten Geld verdienen zu können.

Zugegeben: 250 untersuchte Nutzer bei einer Basis von Millionen von Geräten ist maximal ein trockener Kaninchenfurz. Noch dazu ist die Analyse maximal ein kurzer Blick auf das Nutzungsverhalten amerikanischer Galaxy-Besitzer – in Korea mag es ganz anders aussehen. Aber es ist zumindest schon mal ein Anhaltspunkt und bestätigt meine Vermutung: Niemand braucht den vierunddreißigsten Messenger und den achten Alternativ-App-Store.

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