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HTC-Umsatz fällt weiter - ist das HTC M7 die letzte Chance?

Bild: Collage: TechStage; Tunnel: Albrecht E. Arnold / pixelio.de

HTC war einst der Branchenprimus – gerade wenn es um das Thema Android ging. Die Taiwaner wandelten sich vom unbekannten OEM zur eigenen Marke. Ein OEM ist ein Auftragshersteller von Produkten und Komponenten. Innovationen wie die eigene Nutzeroberfläche Sense und die hohe Qualität der Telefonie machten in Kombination mit asiatischer Bescheitenheit aus HTC ein Vorzeigeunternehmen und Börsenstar. Im Jahre 2011 notierte die HTC-Aktie bei über 120 Euro. Das ist lange her. Heute wird das Papier unter 30 Euro gehandelt.

Der einstige Glanz von damals hat Kratzer bekommen. Die Unternehmenszahlen für den Januar 2013 zeigen deutlich, dass HTC in einer schweren Krise steckt. Die Umsätze lagen bei 15,54 Milliarden NT$ oder umgerechnet circa 385 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang von 6,49 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und sogar weniger als 50 Prozent als zu Januar 2011. Es war der schlechteste Wert seit zwei Jahren – und das in einer Branche, die seit Jahren brummt.

Es ist nicht so, dass die Smartphones schlecht wären. Ich würde sogar behaupten, dass HTC mit dem Mut für außergewöhnliches Design nicht selten den Geschmack der Leute trifft. Beim HTC One X und HTC One S – beide Geräte wurden beim MWC 2012 vorgestellt – war sich ein Großteil der Fachwelt sicher, dass es dem Hersteller aus Taipeh gelungen sei, wieder auf die Spur des Erfolgs zurückzugelangen. Das Momentum der guten Presseresonanz konnte man im vergangenen Jahr aber nicht nutzen. Kritische Stimmen, die von Produktionsfehlern, leicht verkratzbaren Materialen und fehlendem Kundenservice sprachen, schickten die wirklich tollen Geräte presseseitig auf Tauchgang.

Der Kollege Sascha Pallenberg trifft den Nagel auf den Kopf, wenn er schreibt, es tue einem beim Betrachten der Zahlen das Herz in der Seele weh. Er hoffe, HTC möge nicht nur seine ausufernde Modellpolitik in den Griff bekommen, sondern auch das Marketing überdenken. Das Erstere ist gelungen. Im vergangenen Jahr beschränkte sich HTC im Großen und Ganzen auf die Einführung der One-Serie. Für das Marketing wünsche ich mir das Besinnen auf alte Tugenden zurück: "HTC – Quietly Brilliant". Zieht doch wieder mal ein Telefon aus der Tasche, in das man sich bedingungslos verlieben kann.

Das HTC M7, welches gerüchteweise am 19. Februar 2013 in London vorgestellt wird, könnte so etwas wie HTCs letzte Chance sein, wieder zu den echten Top-Smartphone-Herstellern zu gehören. Sollte das HTC M7 allerdings ein Rohrkrepierer werden, könnte das "brilliant" aus dem Slogan des Unternehmens bald rausfallen. Es wäre dann schnell sehr ruhig um HTC, und dem Smartphone-Markt würde etwas fehlen. Deswegen möchte ich mit den Worten meines Kollegen Stefan schließen, der gestern etwas zur potentiellen Kamera des HTC M7 geschrieben hat:

"Bitte HTC, enttäusch uns nicht."

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