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Google spart Strom: OLED-Displays für längere Laufzeiten

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Dass OLED-Anzeigen im Vergleich zu LCDs generell energiesparend sind, stimmt nicht. Aber während beim LCD die Hintergrundbeleuchtung immer gleich viel Strom aus dem Akku saugt, hängt der Verbrauch bei OLEDs von der tatsächlichen Nutzung respektive dargestellten Inhalten ab, denn nur jedes leuchtende Pixel benötigt Energie.

Google hat sich offensichtlich intensiv mit den Möglichkeiten auseinander gesetzt, die diese Eigenheit der organischen Anzeigen bietet – und jetzt dafür ein Patent auf Spritspar-Techniken beim Smartphone erhalten.

Wie aus der US-Patentschrift mit der Nummer 8,407,502 hervorgeht, ist dazu keine besondere Hardware nötig. Software-Kniffe reduzieren bei leer werdendem Akku zunächst die grafische Qualität der Anzeige und danach die Farben. Das Programm überwacht den Akkustand im Hintergrund und reagiert, indem es als erstes die Animationen und Unschärfeobjekte deaktiviert. Damit wirkt die Oberfläche zwar nicht mehr so flott, aber dafür muss der Prozessor weniger leisten.

Während dieser kleine Kniff auch bei Smartphones und Tablets mit LCDs funktioniert, wird im nächsten Schritt die Auflösung reduziert: Anstelle etwa von gut 2 Millionen Pixeln, die bei einem Full-HD-Display angesteuert werden, will Google bei fast leerem Stromspeicher nur noch VGA-Auflösung auf der Anzeige darstellen. Das sind nur noch gut 300.000 Pixel, die leuchten müssen – und damit nur ein knappes Siebtel der Bildpunkte und der gleiche Bruchteil an Energieverbrauchern in der Anzeige.

Die letzte Eskalationsstufe beim Stromsparen ist dann noch das Abschalten von Farben. In der Patentschrift erwähnt das Unternehmen explizit, auf eine schwarz-rote Darstellung zurückzuschalten. Blaue und grüne Pixel bleiben dann aus – und das reduziert die Energieaufnahme grob geschätzt noch einmal erheblich, zumal rote Pixel wohl auch weniger Energie beim Leuchten verbrauchen als die anderen Farben. Noch dazu ist das ein untrügliches Signal an den Nutzer: Wird das Display rot, ist der Akku fast leer.

Dann stellt sich nur noch die Frage, ob die Nutzer diese rabiaten Maßnahmen akzeptieren. Ich persönlich finde sie gut – wenn sie im Notfall dafür verantwortlich sind, dass ich noch ein einminütiges Telefonat absetzen kann, haben sie sich schon gelohnt. Und da – abgesehen vom OLED-Display – keine spezielle Hardware nötig ist, lassen sie sich ja auch sicherlich deaktivieren.

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