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Google I/O: Android M offiziell vorgestellt

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Auf seiner achten internationalen Entwicklerkonferenz I/O 2015 hat der kalifornische Technologiekonzern Google heute die nächste Android-Version angekündigt. Der Nachfolger von Version 5.0 alias Lollipop trägt den Arbeitstitel „Android M“. Details wie die Versionsnummer und den genauen Namen hat man zum aktuellen Zeitpunkt nicht enthüllt – das kommt vermutlich später, wenn erste Referenzprodukte (Google Nexus) fertig sind. Wofür das M steht, bleibt also ein Gerücht – im Moment hält sich Macadamia Nut Cookie fest in der Gerüchteküche.

Neben etlichen Fehlerbehebungen möchte Google mit Android M an aller erster Stelle mit Qualität glänzen. Auch Sicherheit und Leistung gehören zu den Punkten, die das neue Betriebssystem auszeichnen sollen.

Völlig überarbeitet wurde das Rechtemangement für Applikationen. Während der Nutzer bislang bei der Installation einer App nur einmal sein OK zu sämtlichen Rechten, die die App fordert, geben musste, fragt das Betriebssystem bei Android M erst nach der konkreten Berechtigung, wenn sie tatsächlich angefordert wird. Auf der I/O-Bühne wurde WhatsApp als Beispiel gezeigt. Beim ersten Tipp auf das Mikrofon-Icon im Messenger muss der Nutzer zustimmen. Nur dann kann WhatsApp auf das Mikrofon zugreifen, um etwa Sprachnachrichten zu verschicken. Wer die Aktion ablehnt, kann das Programm dennoch nutzen – er muss nur auf das jeweilige Feature verzichten. Im Nachhinein lassen sich einzelne Berechtigungen ändern. Die Frage nach dem Einverständnis gilt für viele Schnittstellen, unter anderem für Telefonie, Kurzmitteilungen, Kalender, Sensoren, Kontakte, Kamera, Standort und eben Mikrofon.

App Berechtigungen

Eine weitere Neuerung gibt es im Google-eigenen Chrome-Browser. Er bekommt eine speziell auf Entwickler zugeschnittene Ebene, in die sich Apps einklinken können. Heißt: Eine auf dem Telefon installiert App kann mit einer Webseite kommunizieren. Konkretes Beispiel: Ihr geht mit Eurem Android-Smartphone auf die mobile Webseite von Facebook und wollt Euch einloggen. Das Passwort müsst Ihr künftig nicht mehr im Browser eingeben, wenn die Facebook-App installiert ist und die Zugangsdaten kennt: Sie loggt Euch dann automatisch ein. Ziel ist es, Zeit zu sparen und ein ständiges Wechseln zwischen den Apps zu reduzieren.

Apropos hin- und herwechseln: Wenn Ihr zukünftig einen Hyperlink für einen Dienst antippt, öffnet sich die zugehörige App automatisch, sofern sie installiert ist. Szenario: Ein Freund sendet einen Link auf ein YouTube-Video per E-Mail. Aktuell fragt Euch das System beim Antippen: „Öffnen in Chrome oder YouTube“ – künftig wird direkt die auf dem Telefon installiert YouTube-App geöffnet. Gleiches gilt beispielsweise für Tweets und Twitter, Playlists für Spotify und mehr.

Android Pay

Zusammen mit Android M hat Google heute auch seinen neuen Bezahldienst Android Pay vorgestellt. Aus der Makroperspektive ist es quasi der Nachfolger von Google Wallet; er ist mobiler und unabhängiger. Android Pay ist – so sagt es Google – „einfach“, „sicher“ und „bietet Auswahl“. Der Dienst arbeitet mit großen Kreditkarteninstituten wie American Express, MasterCard und Visa sowie mit den US- Netzanbietern AT&T, T-Mobile USA sowie Verizon Wireless zusammen. Das ist ein starker Indikator dafür, dass die Funktion zunächst nur für Nordamerika freigeschaltet wird. Zu einer weltweiten Verfügbarkeit hat Google nichts gesagt.

Android Pay setzt NFC voraus und ist fast System-weit verfügbar. Für die Authentifizierung kann optional auch der Fingerabdruck eingesetzt werden, wenn das Smartphone mit einem entsprechenden Scanner ausgestattet ist. Zahlungen können nicht nur für physische Gegenstände getätigt werden, sondern auch für immaterielle Güter, wie In-App-Käufe oder Medien. Zum Beginn werden es mehr als 700.000 Akzeptanzstellen in den USA geben, die Android Pay auf ihrer Ladentür stehen haben.

Unter der Haube von Android hat sich viel getan: Mit Android M will Google die Bereitschaftszeit der Geräte verbessern. Technisch läuft das wie folgt ab: Das System erkennt ressourcenhungrige Prozesse und drosselt sie herunter, wenn das Gerät nicht genutzt wird. Das soll mächtig Energie sparen. Offiziell ist die Rede von Faktor 2 im Vergleich zu Android 5.0. Unberührt hiervon sind Benachrichtigungen, die in Echtzeit auf das Smartphone gepusht werden.

Android USB Type C

Noch gibt kaum Geräte mit dem neuen Standardanschluß USB Type C – aber Google ist vorbereitet. Stichwort: neue(s) Nexus-Smartphone(s). Mit Android M kann der Nutzer auswählen, was mit einem angeschlossenen Gerät passieren soll: Daten per Computer übertragen, Akku laden, Energie des Akkus weitergeben, um andere Geräte zu laden (!), Medienaustausch für Photos, Videos sowie Musikdateien und digitaler Anschluss für Musikinstrumente (MIDI).

Das und vieles mehr sind die wesentlichen Funktionen von Android M. Google hat nebenbei noch zahlreiche neue Features angekündigt – so rund 100. Dabei handelt es sich um Kleinzeug. Zum Beispiel gibt es eine optimierte Lautstärkenregulierung für Wecker, Klingelton und Medienausgabe. Die E-Mail-Einrichtung bekommt einen verbesserten Assistenten für das IMAP-Protokoll, es gibt einen Status für „Ich bin auf der Arbeit“ und einen bequemen Dienst für das Versenden und Empfangen von Dateien namens Android Direct Share.

Googles neuestes Betriebssystem Android M wird erst später offiziell freigegeben. Die Android M Developer Preview für Entwickler ist bereits erhältlich und läuft auf ausgewählten Nexus-Geräten.

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