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Gaming-Monitor ASUS ROG Strix XG248Q im Test

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Bild: Asus

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Asus lockt mit dem ROG Strix XG248Q die Gamer: Es unterstützt G-Sync sowie Freesync und bietet einen schnelle Reaktionsrate. Wir testen, ob der Monitor die Versprechen einhält.

Der ROG Strix XG248Q von Asus bietet auf dem Papier alles, was ein Gamer sich von einem Monitor wünschen kann: minimale Reaktionszeit gepaart mit Adaptive-Sync auf einem TN-Panel. Allerdings verlangt der Hersteller für dieses Komplettpaket einen saftigen Preis. Ob der Monitor den Kauf lohnt, prüfen wir in unserem Test – und klären außerdem, ob der G-Sync-Monitor auch ohne Nvidia-GPU sein Potential entfalten kann.

Der Test gehört zu unserer Themwelt rund um Gaming-Monitore. Bislang sind folgende Artikel erschienen

Geschwindigkeit – darum geht es Asus mit dem ROG Strix XG248Q Gaming-Monitor. Ein Blick auf die Spezifikationen des Geräts zeigt: Der Bildschirm ist explizit auf schnelle Spiele wie Ego-Shooter ausgerichtet. Käufer bekommen einen 23,8-Zoll-Full-HD Monitor mit 240Hz Bildwiederholungsrate, Adaptive-Sync (Freesync und G-Sync) Support, TN-Panel und einer Millisekunde Reaktionszeit. Der Strix XG248Q unterstützt HDMI 2.0 sowie DisplayPort und besitzt Schnittstellen für 3,5mm Klinke und USB 3.0.

Auf der Rückseite des Displays bietet der Asus-Monitor Platz für diverse Anschlüsse.

Wer bereit ist, den aktuellen Straßenpreis von etwa 420 Euro zu investieren, bekommt folgendes Feature-Paket:

  • Panel-Typ: TN
  • Form: flach
  • Reaktionszeit laut Hersteller: 1ms
  • Bildrate: maximal 240 Hertz
  • G-Sync/Free-Sync Support
  • RGB-Beleuchtung
  • Extreme Low Motion Blur Technologie

Mit diesen technischen Daten dürfte der Strix XG248Q von Asus durchaus das Interesse des ein oder anderen Videospiel-Fans wecken, der nach dem optimalen Gaming-Monitor sucht. Ob das Gerät aber auch in der Praxis überzeugen kann und wie es sich als TN-Panel gegenüber anderen Gaming-Displays mit VN-Panel schlägt, klären wir in unserem Test. Dabei gehen wir zunächst auf die Adaptive-Sync-Funktion des Monitors ein und analysieren, ob das Gerät trotz G-Sync-Support auch für Free-Sync taugt. Danach besprechen wir die Bildqualität des Strix X248Q und gehen auf Farben, Kontrast sowie Bildrate ein. Schließlich beurteilen wir Verarbeitung und Bedienung. In einem abschließenden Fazit beantworten wir dann die Frage, ob der Asus-Monitor sein Geld wert ist.

Der Strix X248Q unterstützt sowohl AMDs Freesync als auch Nvidias G-Sync. Beide Varianten von Adaptive Sync sorgen für eine flüssigere Darstellung bewegter Bildinhalte mit weniger Tearing. Um diese Verbesserung zu ermöglichen, passt Adaptive Sync die Bildrate der Grafikkarte flexibel an die Bildrate des Monitors an. Damit vermeidet die Technologie, dass das Display bestimmte Bilder gegenüber der Grafikkarte zu einem deutlich versetzten Zeitpunkt erzeugt.

Weil der Strix X248Q zwar über eine G-Sync-Zertifizierung verfügt, aber explizit auch mit Freesync funktioniert, haben wir uns in unserem Test auf Freesync konzentriert. Wir wollten herausfinden, wie gut der G-Sync-Monitor mit AMDs Adaptive-Sync-Version funktioniert. Dabei spielt die verfügbare Bildrate des Monitors eine wichtige Rolle.

Laut AMD unterstützt Freesync Bildwiederholungsraten im Bereich zwischen neun und 240 Hertz. Der Strix X248Q lässt sich bis auf 240 Hertz hochregeln und stellt minimal 48 Hertz dar. Damit verfügt er im Vergleich zu günstigeren Einsteiger-Freesync-Monitoren über eine besonders große Bandbreite bei der verfügbaren Bildrate.

Freesync funktioniert für den Strix X248Q dementsprechend solange, wie sich die Bildrate im Bereich zwischen 48 und 240 Hertz befindet. Liegt die Bildrate unter 48 Hertz, fällt Freesync aus. Ähnlich wie andere Freesync-Monitore unterstützt Asus’ Bildschirm aber die sogenannte Low Framerate Compensation, die niedrigere Framerates für Freesync kompensiert.

Der Asus ROG Strix X248Q lässt also dank der hohen maximalen Bildrate in Bezug auf die Nutzbarkeit von Freesync keine Wünsche offen: Insbesondere Gamer, die den Monitor für schnelle Shooter und e-Sports-Titel einsetzen wollen, profitieren von der Frequenzbandbreite des Geräts.

Eine Kleinigkeit fiel uns im Test aber in Bezug auf die Bildrate negativ auf: Wer ihren Wert regulieren möchte, kann das ausschließlich in den Systemeinstellungen des Betriebssystems tun. Weder die Treibersoftware noch das On-Display-Menü des Monitors besitzen eine entsprechende Einstellungsoption.

Bei Reaktionsrate und Bildqualität macht der Strix X248Q dort weiter, wo er mit der Bildwiederholungsfrequenz aufgehört hat. Denn auch hier zeigt sich deutlich, dass der Monitor vor allem auf schnelle Spiele wie Ego-Shooter und MOBAs ausgerichtet ist. Da Asus in diesem Bildschirm ein TN-Panel verbaut hat, liegt die native Reaktionszeit des Strix X248Q bei einer Millisekunde – einer der wesentlichen Vorteile von TN- gegenüber VA-Displays wie dem AOC C24G1 (Testbericht).

Der Strix X284Q kann deshalb auf technische Behelfslösungen zur künstlichen Reduzierung der Reaktionszeit verzichten. Allerdings besitzt dieser Monitor trotzdem zwei Zusatzfunktionen, die für ein schärferes Bild und verringerte Ghosting-Effekte sorgen: Overdrive und Extreme Low Motion Blur (ELMB).

Overdrive beeinflusst die Reaktionszeit des Displays und lässt sich in fünf Stufen (Null bis Fünf) aktivieren. Es beschleunigt die Farbwechsel zwischen den einzelnen LCD-Pixeln, indem sie eine höhere elektrische Spannung auf die Pixel wirkt. Dadurch verringern sich Ghosting-Effekte, die deshalb auftreten, weil LCD-Pixel schneller zu einer bestimmten Farbe hin wechseln als zurück. Je schneller der Farbwechsel stattfindet, desto geringfügiger fällt das Ghosting auf.

Allerdings bringt eine hohe Overdrive-Einstellung Nachteile mit sich: Wenn der Farbwechsel der Pixel zu schnell erfolgt, kann es passieren, dass die Pixel die Farbe verfehlen. Sie regulieren dann ihre Farbe noch einmal nach, um den vorgesehenen Wert zu erreichen. Dabei kommt es zu Korona-Artefakten.

In unserem Test haben wir alle OD-Einstellungen mit folgendem Ergebnis ausprobiert: Auf Stufe Null konnten wir bei einer Geschwindigkeit von 1500 Pixeln pro Sekunde sichtbares Ghosting feststellen. Overdrive brachte auf den höheren Stufen eine mit bloßem Auge minimal sichtbare Verbesserung. Allerdings konnten wir auf Stufe Fünf deutliche Korona-Artefakte erkennen. Wer die OD-Funktion nutzen möchte, lässt von der höchsten Einstellung also am besten die Finger – das kaum erkennbare verringerte Ghosting lohnt den Preis der Artefakte nicht.

Im Gegensatz zu Overdrive können wir die ELMB-Funktion des Strix X248Q nur nutzen, wenn wir Freesync deaktivieren. Extreme Low Motion Blur funktioniert deshalb nur ohne Freesync beziehungsweise G-Sync, weil ELMB eine feste Bildfrequenz voraussetzt – die wiederum gibt es bei aktiviertem Adaptive-Sync aber nicht, weil diese Technologie ja gerade darauf setzt, die Bildrate des Displays flexibel an die des Monitors anzupassen. Wer trotzdem Freesync in Kombination mit Motion Blur Reduction nutzen möchte, muss ordentlich Bastelaufwand betreiben.

Aber was bringt ELMB überhaupt? In der Theorie soll ELMB ebenso wie Overdrive auftretendes Ghosting verringern, aber gleichzeitig auch Bewegungsunschärfe-Effekte minimieren. Der Strix 248Q unterstützt ELMB, wenn die Aktualisierungsfrequenz des Display bei 120Hz, 144Hz, 200Hz oder 240 Hz liegt.

Um für geringere Bewegungsunschärfe zu sorgen, synchronisiert ELMB das Backlight Strobing des Displays mit der Bildwiederholungsfrequenz. Dazu schaltet die Technologie die Hintergrundbeleuchtung für Pixel ab, die gerade ihre Farbe wechseln. Für das menschliche Auge sind die Übergänge der Pixeln dann praktisch nicht mehr sichtbar, wodurch auch die Bewegungsunschärfe sowie das Ghosting deutlich geringer ausfallen.

In unserem Test haben wir einen deutlich sichtbaren Unterschied zwischen aktiviertem und deaktiviertem ELMB bemerkt. Bei einer Geschwindigkeit von 1500 Pixeln pro Sekunde wirkte der Bewegungsablauf mit aktiviertem ELMB wesentlich flüssiger. Allerdings hat die Sache einen Haken: Denn funktioniert ELMB-Funktion nur auf Kosten der Helligkeit Displays.

In unserem Test lag die durchschnittliche Helligkeit des Strix X248Q ohne ELMB bei 352,56 cd/m2 - übrigens ein Stück geringer als der von Asus angegebene Wert von 400 cd/m2. Bei aktiviertem ELMB reduzierte sich die Helligkeit im Durchschnitt um 54 Prozent auf 163,33 cd/m2.

Wer viel Wert auf gute Kontrastwerte legt, dem spendiert Asus mit der Smart Contrast Ratio (ASCR) eine besondere Zusatzoption, die den Kontrast des Displays spürbar verbessern soll. Wir haben die Helligkeitswerte des Monitors mit aktiviertem ASCR getestet und tatsächlich einen Unterschied bemerkt. Mit ASCR erhöhte sich die durchschnittliche Helligkeit noch einmal auf 377,67 cd/m2.

Die reinen Kontrastwerte des Monitors lagen demgegenüber mit ELMB bei niedrigen 208,8 : 1, ohne ELMB bei 1045,7 : 1 und mit ASCR dementsprechend bei 1119,8 : 1. Asus' Behauptung, ASCR sorge für Kontrastwerte von „bis zu 100.000.000 : 1“, entpuppte sich daher als deutlich übertrieben.

Ob ein Monitor eine integrierte RBG-Beleuchtung braucht oder nicht, bleibt Geschmackssache.

Obwohl TN-Panels bei der Farbgebung gegenüber VA-Panels den Kürzeren ziehen, brachte der Strix X248Q im Gamma-Test ein ordentliches Ergebnis zustande. Der Monitor überzeugte gerade in den dunkleren Farbbereichen, wo er alle Abstufungen deutlich sichtbar darstellte. Etwas schlechter sah es hingegen bei den hohen RGB-Werten aus, wo der Bildschirm nur bei weiß und gelb alle Abstufungen anzeigen konnte. Beim Vergleich zwischen aktiviertem und deaktiviertem ELMB haben wir keine Unterschiede festgestellt.

Unserer Meinung nach lohnt sich das Aktivieren der ELMB-Funktion im Gegensatz zum Overdrive durchaus. Zwar verringert ELMB die Helligkeit des Displays deutlich, trotzdem lagen die Helligkeitswerte mit ELMB durchaus noch im brauchbaren Bereich. Für den Gaming-Betrieb taugt ELMB deshalb allemal. Allerdings müssen sich Nutzer entscheiden, ob sie lieber auf Freesync oder auf ELMB verzichten möchten – wir finden: ELMB mit 240Hz bietet das optimale Bild.

In Sachen Verarbeitung und Bedienung liegen bei Asus ROG Strix X248Q Licht und Schatten nahe beieinander. Das Gehäuse des Monitors besteht aus mattem Plastik, der stabile Standfuß aus Metall. Optisch hat sich Asus beim Standfuß für ein recht eigenwilliges Design entschieden, dass nicht jedem gefallen wird.

Während wir den Bildschirm seitlich drehen und zwischen Hoch- und Querformat wählen können, enttäuscht das Gerät mit fehlender Höhenverstellbarkeit. Uns fiel darüber hinaus die Abdeckung der Anschlüsse auf der Rückseite negativ auf: Um an die Ports des Displays zu gelangen, müssen wir einen Teil des Gehäuses abnehmen. Die Abdeckung machte auf uns aber einen ziemlich filigranen Eindruck – bei einem Monitor dieser Preisklasse hätten wir eine etwas robustere Verarbeitung erwartet.

Ob ein Monitor eine integrierte RBG-Beleuchtung braucht oder nicht, bleibt Geschmackssache.

Eine Besonderheit des Strix X248Q besteht in der integrierten RGB-Beleuchtung des Standfußes. Wer möchte, kann diese Beleuchtung mit diversen Optionen anpassen. Mithilfe der Aura-Software, die dem Monitor auf einer Treiberdisc beiliegt und die sich auch kostenlos auf der Asus-Webseite herunterladen lässt, wählen wir zwischen verschiedenen Effekten und stellen die Farbe der Beleuchtung ganz nach unseren Wünschen ein. Allerdings muss der Monitor per USB-Kabel mit dem PC verbunden sein, damit wir Aura konfigurieren können. Ob man dieses Feature unbedingt braucht, hängt vom persönlichen Geschmack des Nutzers ab – wir finden aber, dass die Beleuchtung lediglich ein nettes Gimmick darstellt und keinesfalls die Kaufentscheidung beeinflussen sollte.

Erfreulicherweise wirkt sich die Beleuchtung kaum auf den Strombedarf des Monitors aus – der aber insgesamt verhältnismäßig hoch ausfällt. Auf maximaler Helligkeit mit aktiviertem ASCR betrug der Strombedarf in unserem Test 34,8 Watt, mit aktivierter Beleuchtung 35,5 Watt. Diese Werte liegen leicht über den von Asus selbst angegebenen 32 Watt. Im ausgeschalteten Zustand verbrauchte der Strix X248Q noch ein Watt.

Ob sich der Kauf von Asus ROG Strix X248Q lohnt, hängt nicht nur vom Geldbeutel des Nutzers, sondern auch stark von dessen persönlichen Vorlieben ab. Denn dieser Monitor bietet einige handfeste Vorteile für Gamer, darunter vor allem ELMB und die hohe Bildwiederholungsfrequenz. Wer außerdem eine Geforce-GPU besitzt, profitiert von Nvidas G-Sync – aber wir rechnen dem Gerät auch die Freesync-Kompatibilität als Pluspunkt an.

Darüber hinaus fallen die Nachteile des TN-Panels gegenüber einem VA-Monitor erstaunlich wenig ins Gewicht. Denn der ROG Strix X248Q weiß bei der Helligkeit durchaus zu überzeugen, auch wenn er im Gamma-Test zurückstecken muss.

Demgegenüber hätten wir uns bei der Verarbeitung und der Ergonomie des Monitors bessere Qualität gewünscht – insbesondere bei dem von Asus aufgerufenen Preis. Die integrierte RGB-Beleuchtung bewerten wir maximal als nettes Beiwerk, brauchen tut das niemand.

Für welche Zielgruppe der Asus ROG Strix X248Q sich am besten eignet, macht Asus bei der Bewerbung des Geräts selbst deutlich: Geschwindigkeit bleibt durchweg der bestimmende Faktor. Denn wenn der Strix X248Q einen Vorteil hat, dann seine Geschwindigkeit. Wer einen Bildschirm mit minimaler Reaktionszeit und maximaler Bildwiederholungsfrequenz sucht, insbesondere für Ego-Shooter, bekommt mit diesem Monitor ein sehr gutes Gesamtpaket mit ein paar kleinen Mankos.

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