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Facebook Paper im Hands-on: Social-Zeitschrift fürs iPhone

von  //  Facebook Twitter Google+

Vergangene Woche hat Facebook eine neue App für iOS vorgestellt: Paper. Mit das Beste an der neuen Anwendung ist, dass sie in keinster Weise aussieht wie die alte, knorrige Facebook-App. Stattdessen erinnert sie eher an Flipboard, an HTCs Blinkfeed oder an Samsungs Magazine UX – große Fotos dominieren, die Steuerung verlässt sich massiv auf Gesten, und überall finden sich hübsch animierte Zoom- und Blätter-Effekte. So muss das 2014.

Derzeit ist die Facebook-App Paper leider nur für iOS 7 und nur in den USA erhältlich. Für eine Android-Version existieren einem Bericht von Phonearena zufolge noch nicht einmal Pläne. Unsere Kollegen von Mac & I haben sich die Anwendung allerdings bereits ansehen können. Wir wollen an dieser Stelle nun einmal erklären, was Paper kann – und was nicht.

Mit diesem Video gibt Facebook eine kleine Einführung in die neue Paper-App.
Bild: Mac & I Auf diesem Bild ist der neue Newsfeed zu sehen. Es dominieren große Bilder, die Navigation läuft horizontal statt vertikal ab.

Wer bereits die Facebook-App auf dem iPhone verwendet, muss Paper lediglich herunterladen und starten – das Einloggen geschieht automatisch. Wie gesagt: Solange er in den USA wohnt.

Paper bietet rund 20 verschiedene Themenkanäle an, die derzeit von etwa 40 Zulieferern gefüllt werden. Später sollen sowohl Algorithmen, als auch ein Redakteursteam aus Fleisch und Blut für die passenden Inhalte aus einer höheren Quellenbreite sorgen. Wie Phonearena berichtet, scheinen die bisher gelikten (was für ein blödes Wort) Facebook-Seiten keinen Einfluss auf die aus den diversen Sparten ausgewählten News zu haben. Wer beispielsweise in seinem Facebook-Profil lauter Seiten rund um Android folgt, würde dann – zumindest Stand heute – also trotzdem auch Apple-News aus dem Technik-Kanal erhalten. Und so weiter.

Für Facebook bedeutet das einen enormen Schritt nach vorne nach hinten zur Seite. Ging es bei dem sozialen Netzwerk bislang immer nur um die eigenen Freunde und die explizit ausgesuchten Fanseiten, trifft den Paper-Nutzer die volle Breitseite. Vom Bindeglied zwischen dem User und seinen Freunden oder Idolen, versucht Facebook den Schritt zur Verbindung zwischen dem User und der restlichen Welt. Die sonst bei Facebook so zentralen Freunde wurden übrigens zu einem dieser rund 20 Themenkanäle degradiert.

Bild: Mac & I Der "Reshare"-Button erinnert uns an die Retweet-Funktion von Twitter.

Die Inhalte aus den verschiedenen Themenkanälen bieten die Facebook-üblichen Interaktionsmöglichkeiten von kommentieren über liken bis teilen. Neu hinzugekommen ist die "Retweet"- "Reshare"-Funktion, die die Inhalte unkommentiert an den eigenen Freundeskreis weiterreicht. Das Erschaffen eigener Inhalte – sprich: das Hochladen von Fotos oder das Absetzen von Statusmeldungen – rückt deutlich weiter in den Hintergrund. Es geht bei Paper mehr ums Konsumieren denn ums Kreieren.

Aber unterm Strich macht das auch nicht viel aus. Wer ein Foto teilen will, drückt sowieso in der Bildergalerie des Smartphones auf den Share-Button. Und wer will schon bloß ein schnödes Status-Update in Textform abgeben, bei einem so schönen, bildlastigen Design. Letztendlich bleibt noch zur Beruhigung gesagt: Paper ersetzt nicht die bestehende Facebook-App, sondern ist lediglich eine Ergänzung. Fürs erste.
Dennoch: Die Messenger-Funktion gibt es auch in Paper, und wer möchte, bekommt die Push-Benachrichtigungen auch direkt von der neuen App. Was die Funktionalität angeht, kann Paper die alte Facebook-App also durchaus auch vollständig ersetzen.

Dem Aufbau der Paper-App fällt allerdings eines zum Opfer: Die Kontrolle seitens des Benutzers. So ist es beispielsweise nicht möglich, die Nachrichtenquellen exakt zu bestimmen. Und es ist – Stand heute – auch nicht möglich, bestimmte Facebook-Kontakte auszublenden.

Mit dieser nicht kontrollierbaren Vielseitigkeit bewegt sich Paper – wie es der Name verspricht – damit mehr auf einem Niveau mit einer klassischen Tageszeitung: Man weiß nie genau, was einen erwartet. Es gibt viele uninteressante Geschichten, die man einfach überblättert. Aber dafür wartet eben jenseits des Tellerrands auch die eine oder andere positive Überraschung.

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