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Erpressung bei Nokia: Millionen für die Sicherheit

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Stopp, bevor der Aufschrei losgeht: Es handelt sich bei dieser Meldung um einen Fall von 2007. Das ist sieben Jahre her! Aber: So etwas könnte wieder passieren – und es wäre wohl viel gravierender. Aber alles der Reihe nach.

Anscheinend wurde Nokia 2007 erpresst und zahlte mehrere Millionen Euro Schutzgeld. Das berichtet der finnische Fernsehsender MTV (Meldung auf Englisch). Das Schutzgeld floss für die Sicherheit des damals noch wichtigen Symbian-Betriebssystems, einst der unantastbare Marktführer unter den Mobilbetriebssystemen und 2012 eingestellt. Gestohlen wurde damals ein Schlüssel, der zum Signieren von Software für Symbian verwendet wurde – und Software als authentisch markiert.

Die gleiche Technik kommt auch heute noch zum Einsatz. Apple signiert jede App im App Store, Google jede App im Play Store, Microsoft jede App im Marketplace. Und jedes Xbox-Spiel. Die Smartphones, Tablets und Konsolen überprüfen vor jedem Start eines Programms diese Signatur und führen sie nur aus, wenn die digitale Unterschrift echt ist. Das stellt zum einen sicher, dass sich keine Viren einnisten – und verhindert etwa bei der Xbox oder bei iOS auch Raubkopien. Denn ein Programm, was verändert wurde, hat eine ungültige Signatur, und etwas selbst Programmiertes hat gleich gar keine.

Gerät nun dieser Hauptschlüssel in die Finger böser Buben, können diese selbst Signaturen ausstellen und verseuchte Programme, Malware, Viren, Raubkopien oder anderes "fieses" Zeug signieren. Kurz und knapp: Ein Ökosystem ist gefährdet. Zwar gibt es heute die Möglichkeit – auch dank dauerhafter Internet-Verbindung – Schlüssel nachträglich als ungültig zu markieren, doch der Schaden wäre wohl auch heute noch immens.

Nokia hat damals wohl mehrere Millionen Euro abgedrückt, um den Schaden zu begrenzen. Von dem Geld und den Erpressern fehlt bis jetzt jede Spur, berichtet der finnische TV-Sender MTV. Eine Falle bei der Geldübergabe in einem Vergnügungspark ist demnach geplatzt. Und irgendjemand lebt jetzt in Saus und Braus.

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