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Der Xenon-Blitz ist zurück: Warum das Lumia 928 rockt

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Heute in einer Woche soll es soweit sein: Nokia zeigt sein Lumia 928 – und damit das neue Flaggschiff der Windows Phones. Dass das Gerät kommt und auch so heißt, ist mittlerweile bestätigt. Nokia hat eine Webseite livegeschaltet, auf der es wohl ab kommendem Dienstag weitere Infos geben wird – und auch die ersten Plakate scheinen schon zu hängen.

Die Gerüchteküche verhält sich ruhig, denn eine Revolution bleibt aus, und die Fakten sind weitgehend bekannt. Optisch scheint es keine Unterschiede zum seit November erhältlichen Lumia 920 zu geben. Nokia bleibt der Formensprache seiner Windows-Smartphones treu. Hin und wieder heißt es allerdings, dass die Finnen auf ein Alu-Gehäuse setzen würden.

Beim Display wird es wohl ein Facelifting geben. Die Wahrscheinlichkeit, dass Nokia das IPS-LCD- gegen ein AMOLED-Panel tauscht, ist hoch – auch in der Vergangenheit haben die Finnen wenn möglich organische Anzeigen verbaut. Bei der Auflösung wird sich indes nichts tun. Das Lumia 920 stellt 1280 × 768 Pixel dar. Der nächste logische Schritt wäre Full-HD-Auflösung, doch angeblich kommt Windows Phone 8 derzeit noch nicht damit klar: Erst zum Weihnachtsgeschäft soll es neue Handys mit diesen Displays geben.

Unter der Haube erwarten wir keine Revolution. Es wird wohl bei der bisherigen Motorisierung bleiben: ein 1,5 GHz schneller Dual-Core-Prozessor von Snapdragon. Mehr ist – Stand heute – ja auch kaum nötig, und selbst ein deutlich schwächer ausgestattetes Windows-Smartphone wie das Huawei Ascend W1 ermöglicht ja flüssige Bedienung.

Das Highlight des 928 ist zweifelsohne die Kamera. Und obwohl immer wieder das Gerücht umgeht, Nokia könnte hier die 41-Megapixel-Technik aus seinem 808 PureView reaktivieren – das wird nicht passieren. Noch nicht. Es wird ein neues Nokia-Smartphone mit dieser Kamera geben und es wird auf Windows Phone setzen. Das ist Fakt. Erste Prototypen sind schon seit einiger Zeit unterwegs, werden aber gehütet wie ein russisches Staatsgeheimnis zu Zeiten des Kalten Krieges.

Beim Lumia 928 werden wir die 8,7-Megapixel-Kamera des Lumia 920 wiedersehen. Im Vergleich zum Ausblick auf das 41-Megapixel-Modell mag das enttäuschen, faktisch ist das aber unfair: Sie gehört mit zu den besten Smartphone-Kameras überhaupt. Ein Vergleich der aktuellen Smartphone-Kameras folgt in Kürze.

Ihr Bildstabilisator sorgt vor allem in dunklen Umgebungen für gute Ergebnisse. Den wird es auch beim 928 noch geben, aber bei Gruppenfotos in Bars und Discos werden wir ihn kaum noch brauchen: Das neue Lumia hat einen Xenon-Blitz. Endlich. Ich wette, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis wir ihn Hersteller- und Betriebssystemübergreifend bei allen Smartphones finden werden. Nicht nur, weil er bei Nachtaufnahmen tatsächlich bessere Ergebnisse liefert als die LED – sondern auch als Qualitätsmerkmal, auf das Smartphones mit (vermeintlich) guter Kamera künftig nicht verzichten können. So war es bei den Foto-Handys im letzten Jahrzehnt auch.

In der Praxis hilft das Blitzlicht vor allem, wenn es darum geht, Gesichter in kurzer Distanz auszuleuchten. Da der Blitz sein Licht im Bruchteil einer Sekunde wirft, ist die Wahrscheinlichkeit, ein Bild zu verwackeln, geringer. Um aber ein scharfes Nachtfoto des Eiffelturms hinzubekommen, werden Lumia-Fotografen auch in Zukunft dankbar für den Bildstabilisator sein. Denn um den 324 Meter hohen Stahlkoloss anzublitzen, reicht auch ein Xenon-Blitz im Handy-Format bei Weitem nicht aus.

Die LED-Fotoleuchte wird es weiterhin geben. Klar, die im Smartphone integrierte Taschenlampe dürfte nach der Kaffeemaschine die im Alltag wichtigste Erfindung der Menschheit sein. Und auch als Video-Leuchte wird sie ihre Dienste verrichten.

Mit dem Lumia 928 bleibt Nokia seiner derzeitigen Bahn treu. Wer viel erwartet hat, wird sicher enttäuscht – es geht nur in kleinen Schritten nach vorne, und der größe Rumms bleibt aus. Dennoch wird das neue Lumia auf die ohnehin gute Kamera des 920 noch eins draufsetzen. In Kombination mit dem klaren Design und der einfachen Bedienung von Windows Phone findet das Gerät garantiert seine Käufer.

Hoffen wir nur, dass wir das 928 auch bald in Deutschland in die Finger bekommen. Denn bislang findet sich auf allen Bildern, die wir in die Finger bekommen haben, das Logo des amerikanischen Providers Verizon.

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