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Click&Grow 3 im Test: Smarter Garten mit dummer App

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Der Indoor-Garten von Emsa zieht Pflanzen mit Licht und halbautomatischer Bewässerung auf. Wie die Pflanzen gedeihen und ob er sich lohnt, haben wir getestet.

AeroGrow, Bosch, Emsa und Prêt à Pousser sind in Deutschland bisher die einzigen Anbieter von smarten Pflanzkübeln für Innenräume. In unserem Ratgeber Smarte Indoor-Gärten: Gemüse & Kräuter im Haus züchten haben wir bereits eine Übersicht zum modernen Heimgärtnern gegeben. In diesem Test verraten wir, was der Click & Grow Smart Garden 3 leistet und wie gut die Früchte sind, die er trägt.

Der Smart Garden 3 besteht aus einer geschlossenen länglichen Schale mit Aussparungen für drei Pflanzen. Optisch ähnelt er einem Blumenkasten. Am einen Ende sitzt ein Steckmodul für das LED-Licht, in diesem Fall ein Vollspektrumleuchtmittel mit 6.000 Kelvin (Link zu Conrad-Ratgeber). Am anderen Ende liegt die Öffnung für die Wasserzufuhr inklusive Schwimmer. In den Behälter passt gut ein Liter Wasser.

Dem Pflanzkasten liegen zwei Verlängerungsstangen für die LED, ein Netzteil sowie drei Anzuchthauben für die ersten Tage der Pflänzchen bei. Diese sorgen für einen Miniatur-Treibhauseffekt und spenden zusätzliche Feuchte und Wärme. Für Hintergrundinformationen gibt es noch die kostenfreie App Click & Grow für Android und iOS.

Zwei Verlängerungsstäbe liegen dem Click&Grow 3 bei

Separat zu Gerät und App gibt es die Pods genannten Substratapseln, die Samen unterschiedlichster Gemüse und Pflanzensorten beherbergen. Ab 4 Euro gibt es die Pods mit beispielsweise Basilikum, Koriander, Kopfsalat, Mini-Tomaten, Petersilie, Petunien oder Thymian. In jeder Packung sind drei Pods enthalten, die neben den Samen die passenden Nährstoffe in den Pflanzkapseln mitbringen. Der Vorteil: Bei Click & Grow ziehen verschiedene Pflanzen gleichzeitig. Der Bosch SmartGrow 3 hat hingegen ein wasserlösliches Nitrat pro Pflanzenart. Somit wachsen diese nur optimal, wenn sie von der gleichen Sorte sind.

Wer bei den Pflanzen Kosten sparen möchte, kann die Zucht mit klassischen Quelltabletten probieren. Diese passen in die Förmchen des Smart Garden 3 und kosten einen Bruchteil der Pods – für rund 15 Euro gibt es bei Amazon 100 Stück. Bei der Beimischung von Nährstoffen ist man dann aber natürlich auf sich alleine gestellt.

Die Einrichtung des Emsa-Topfes ist ähnlich einfach wie Schnittblumen ins Wasser stellen. Zuerst positioniert man den Behälter an einer Stelle nach Wahl, auf Sonnenlicht muss man nicht achten. Unser Gerät stand für die gesamte Testdauer auf einem Küchenschrank in 2,30 Metern Höhe – an einer Stelle ohne direktes Sonnenlicht.

Befindet sich der Schwimmer oberhalb der Schale, ist ausreichend Wasser im Kasten

Im Anschluss kommt Wasser in den Smart Garden 3, bis der Schwimmer aus dem Pflanzkasten herausschaut. Dann setzt man die Pods ein und deckt sie mit der durchsichtigen Plastikschale ab. Wir haben uns für Basilikum entschieden. Zuletzt kommt das LED-Licht ohne Verlängerungsstab an die dafür vorgesehene Stelle. Es benötigt keine Schrauben, sondern ist steckbar.

Sobald der Garten am Strom hängt, leuchtet die LED 16 Stunden und gibt dann für acht Stunden Ruhe. Tipp: Der Rhythmus der Beleuchtung sollte dem von Tag und Nacht entsprechen, damit die Pflanzen genug Ruhe bekommen.

Schon nach zwei Tagen erkennt man eine Pflanze

Bereits nach zwei Tagen sind erste kleine Blättchen erkennbar. Nach gut zehn Tagen mussten wir die Plastikabdeckungen abnehmen. Sobald die Pflanzen ans Licht stoßen, bei uns nach gut zwei Wochen, kommt der erste Verlängerungsstab dran. Sonst bekommen die Blätter in direkter Nähe des Lichts braune Flecken. Nach 21 Tagen konnten wir die ersten Blätter des Basilikum ernten. In dieser Zeit mussten wir ein einziges Mal Wasser nachfüllen.

Nach zehn Tagen erkennt man, um welche Pflanze es sich handelt

Erst nach gut einem Monat kommt die zweite und letzte Verlängerungsstange an das LED-Licht. Ab diesem Zeitpunkt erwartet der Basilikum eine deutlich höher frequentierte Bewässerung. Gut zwei bis drei Mal pro Woche braucht er neues Wasser. Das ist bei dieser Pflanze vollkommen normal. Leider haben wir unseren Basilikum einen Tag dursten lassen, die Pflanze dankt das mit welken Blättern. Das ist schade, hier haben wir auf ein Signal der App gehofft.

Emsa hätte sich die App zum Smart Garden 3 sparen können. Aber wahrscheinlich traut man sich nur deshalb, den Garten als smart zu bezeichnen. Denn die App bietet keinen einzigen smarten Mehrwert und ist nur auf Englisch verfügbar. Sie verlangt einen Login mit Vor- und Nachnamen – wozu? Auf die Eingabe einer E-Mail-Adresse verzichtet der Hersteller zum Glück.

Im Anschluss richtet man seinen Garten ein, in unserem Fall ein Smart Garden 3 mit drei Basilikum-Pflanzen. Das wars. Ab diesem Zeitpunkt gibt die App nur noch Hintergrundinformationen auf Basis des Alters des Basilikum. Hat man also Tag 46 in der Lebensdauer erreicht, sagt die App, dass man einzelne Blätter ernten darf und diese nach gut einer Woche mit zwei neuen Blättern wieder austreiben.

Einmal nicht aufgepasst und schon sind die oberen Blätter von der LED verbrannt

Informationen zum Wasserstand liefert die App nicht. Im Smart Garden ist kein Sensor verbaut. Gleiches bei der LED: Kleben die Blätter bereits am Licht und werden braun, gibt es keine aktive Info – etwa via Push-Meldung aufs Smartphone.

Emsa Smart Garden 3 Click & Grow Pflanzkasten weiß

Click&Grow 3

Click & Grow Smart Garden 9 Pflanzkasten weiß

Click&Grow 9

Emsa Click & Grow Substratkapseln Mini Tomate, 3er-Pack

Kapsel Mini-Tomate

Emsa Click & Grow Substratkapseln Basilikum, 3er-Pack

Kapsel Basilikum

(Kein Produktbild vorhanden)

Quell-Tabletten 100 Stück

Der Click & Grow Smart Garden ist ein guter Pflanzgarten. Er spendet ausreichend Licht, um Basilikum in sehr kurzer Zeit großzuziehen, und liefert eine üppige Ernte. Leider ist am Emsa-Garten aber nicht smart, was das gesamte Konzept ad absurdum führt. Zudem sind die Pods ein sehr kostspieliges Unterfangen. Diese kosten rund 10 Euro für drei Stück. Wer alternativ mit Quell-Tabletten von Drittanbietern arbeitet, spart sich bei der Anzucht Geld, muss aber auch selbsständig Nährstoffe beimischen. Für rund 70 Euro bietet Emsa unterm Strich also einen Pflanzkasten mit Wasserbehälter und Licht. Damit ist Emsa der günstigste Anbieter mit automatischer Beleuchtung und Wasserspeicher. Mit gleichem Funktionsumfang gibt es den amzWOW Smart Garden für 60 Euro. Wem es nichts ausmacht das Licht manuell zu betätigen, zahlt beim Northpoint Kräutergarten nur 30 Euro. Hier braucht man dann noch Pflanztöpfe mit Erde.

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