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Bericht: Facebook plant App für anonyme Kommunikation

von  //  Twitter

Wer Facebook nutzen will, muss dazu seine echte Identität preisgeben. Manch einer möchte sich allerdings gern anonym unter Gleichgesinnten im Internet tummeln – und so arbeitet das weltweit größte Social Network nun an einer entsprechenden App, um auch diese Klientel zukünftig als Kunden gewinnen zu können. Das berichtet die New York Times unter Berufung auf „mit der Sache vertrauten Personen“. Erscheinen soll die Applikation in den nächsten Wochen. Facebook hat dazu bislang nicht Stellung genommen.

Mit einer App, die anonymes Chatten und Austauschen mit anderen Nutzern erlaubt, käme Facebook beispielsweise Drag Queens und vielen Schwulen und Lesben entgegen, die, wie etwa die Süddeutsche berichtet, aufgrund des Klarnamenzwangs beispielsweise gerade in Scharen zur Konkurrenz Ello abwandern. Oder aber natürlich auch Hinz und Kunz, die bei der hitzigen Diskussion über weltbewegende und stark polarisierende Themen dann vorsichtshalber lieber anonym agieren möchten. Denn recht schnell erfährt der eventuell nicht gerade freundlich gesinnte Gegenüber auf Facebook bei Bedarf ja auch, wo dein Haus wohnt.

Inwiefern Facebooks Pläne einer anonymen Plattform zum Diskussionsaustausch in Zusammenhang mit den jüngsten Debatten um die Klarnamenpflicht bei der Mutter aller Social Networks steht, lässt sich natürlich nur mutmaßen. Nachdem vor kurzem Hunderte Profile von Drag Queens mit Künstlernamen gelöscht wurden, regte sich im Netz verständlicherweise einiger Unmut, der von Facebook zuerst nicht recht ernst genommen wurde. Mittlerweile hat man sich bezüglich dieses Vorgehens jedoch entschuldigt und Besserung gelobt. Prinzipiell beharrt Facebook aber weiter auf seiner Klarnamen-Philosophie.

Über den genauen Funktionsumfang der Anonymitäts-App gibt es bislang keine konkreteren Informationen – auch nicht darüber, ob sie mit Facebook verzahnt sein wird oder nicht. Wahrscheinlich ist dies aber eher nicht der Fall. Facebook setzt augenscheinlich lieber auf externe Standalone-Apps statt Integration ins „Mutterschiff“, wie beispielsweise beim hauseigenen Snapchat-Verschnitt Slingshot. Dieser wurde als eigenständiges Programm veröffentlicht und nicht etwa in die Facebook-App integriert. Selbst der hauseigene Messenger, bislang Teil der Facebook-App, wurde ja jüngst ausgelagert.

Quelle: New York Times (via)

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