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Apple iOS 7: neues Design, echtes Multitasking, mehr Siri

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”The biggest change to iOS since the iPhone" – Apple hat seinem Mobil-Betriebssystem ein komplett neues Design verpasst. Wie bereits im Vorhinein vermutet, sind sämtliche an echte Materialien angelehnten Designs verschwunden, stattdessen herrschen einfarbige Flächen, schnörkellose Schriftarten und große Bilder vor.

Das beginnt bereits bei dem schlichten Lock-Screen: Ein einfacher Wisch von unten entsperrt das Smartphone. Wer hier übrigens von oben nach unten wischt, bekommt hier bereits das neue Notification Center mit den aktuellen Benachrichtigungen zu sehen. Aber dazu später mehr.

Der Homescreen erinnert vom Design her zwar nach wie vor an die alten iOS-Versionen, wirkt aber deutlich schlichter und dezenter. Allerdings gibt es an anderer Stelle interessante Spielereien: Bewegt der Nutzer das iPhone in der Hand, so bewegt sich der Hintergrund hinter den Apps dazu passend mit, was für einen interessanten 3D-Effekt sorgen dürfte.

Verzeichnisse auf dem Homescreen nehmen jetzt übrigens beliebig viele Apps auf, die sich einfach von links nach rechts durchscrollen lassen.

Keine halben Sachen: Apple hat alle mitgelieferten Apps signifikant überarbeitet und an das neue Betriebssystem angepasst. Aus dem Game Center beispielsweise ist der grüne Rasen verschwunden. Die überarbeitete Wettervorhersage-App erinnert uns beispielsweise etwas an HTCs Sense-5-Oberfläche. Die Wischgesten, mit denen der Nutzer zwischen der Ansicht einzelner Nachrichten und der Nachrichtenliste wechselt, haben wir in ähnlicher Form schon einmal bei BlackBerry OS gesehen. Dennoch: Alles wirkt durchdacht und wie aus einem Guss. Wir freuen uns schon auf die neue Version.

Bild: Apple Das Design von iOS 7 wirkt deutlich moderner und aufgeräumter als das der Vorgänger-Versionen.

WLAN-Einstellungen, Bluetooth, Flugzeugmodus & Co. – wer mit dem Daumen von unten ins Display hineinwischt, bekommt das gläserne Control Center zu sehen, das Schalter für die wichtigsten Systemeinstellungen bereithält. Und außerdem eine Taschenlampe.

War das Multitasking vorher noch auf bestimmte Funktionen einzelner Apps – beispielsweise das Hören von Musik – beschränkt, sind jetzt alle Einschränkungen gefallen. Außerdem merkt sich das Betriebssystem, welche Apps der User häufig nutzt und lässt diese automatisch im Hintergrund laufen – damit stehen die Programme schneller zur Verfügung, wenn sie der Anwender startet. Außerdem halten sich die Anwendungen im Hintergrund auf dem neuesten Stand. Facebook beispielsweise aktualisiert stets den Stream. Da bin ich ja mal gespannt, wie sich das auf die Akkulaufzeit auswirkt. Das iPhone 5 hat sich hier ja nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

Ein Doppelklick auf dem Home-Button bringt eine Ansicht aller gerade laufenden Anwendungen auf das Display.

Apples mobiler Webbrower hat ein neues Suchfeld erhalten. Wer hier reinklickt, bekommt zunächst seine Favoriten zu sehen. Mit jedem eingetippten Buchstaben spuckt der Browser hier passende Treffer aus den Bookmarks, dem Verlauf und so weiter zu sehen. Außerdem ist hier auch die Reading-List zu sehen, die Apple zuvor für Safari unter Mac OS X vorgestellt hat. Schließlich wurde die Beschränkung auf maximal acht Tabs gleichzeitig aufgehoben.

Bild: Apple Besonders viele neue Features gibt es bei der Kamera-App nicht. Vielleicht will Apple hier aber auch einfach noch nicht zu viel vom nächsten iPhone verraten.

Die Konkurrenz aus HTC, Nokia & Co. hat ordentlich vorgelegt, heute war Apple dran. Das neue Kamera-Interface ist mit einer Reihe von integrierten Filtern ausgestattet. Der Wechsel zwischen Foto- und Videomodus geschieht per Fingerwisch von rechts nach links.

Außerdem gruppiert iOS 7 den endlosen Foto-Haufen in sogenannte "Momente". Dabei werden die Bilder nach Aufnahmeort und -zeitpunkt sinnvoll gruppiert. Soweit alles ganz nett, allerdings haben wir bei der Android- und Windows-Phone-Konkurrenz spannendere Fotofeatures gesehen, und auch das Gruppieren von Fotos gab es schon auf der Google I/O im vergangenen Monat.

Apples persönliche Assistentin hat eine neue Stimme erhalten. Außerdem hat die Assistentin ein männliches Gegenstück bekommen. Neben Englisch stehen auch Französisch und Deutsch mit neuer Stimme zur Verfügung. Weitere Sprachen sollen zeitnah folgen.

Außerdem gibt es neue Sprachkommandos. Es ist jetzt etwa möglich, via Siri Bluetooth ein- und auszuschalten oder die Displayhelligkeit anzupassen. Außerdem erhält Siri Zugriff auf Twitter, Wikipedia und Bing.

Auch im Auto soll Siri künftig eine große Unterstützung sein und Sprachbefehle annehmen – zum Anrufen von Kontakten, Planen von Routen, Nachrichten lesen und Antworten diktieren, oder um die Musikwiedergabe starten.

In Apples App-Marktplatz gibt es jetzt auch die Möglichkeit, in der unmittelbaren Umgebung des Nutzers beliebte Anwendungen zu suchen. Der Sinn und Zweck erschließt sich mir noch nicht ganz, aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren. Außerdem bringt der App Store Updates von einzelnen Anwendungen automatisch auf das Smartphone. Der Nutzer wird also nicht ständig mit Benachrichtigungen gequält.

Bild: Apple Hier ist das iTunes Radio zu sehen. Der Service ist erfreulicherweise komplett kostenlos.

Wie bereits im Vorfeld gemunkelt, startet Apple mit iOS 7 ein eigenes, kostenloses Radio. iTunes Radio ist direkt in die Musik-Player-App integriert. Es gibt verschiedene vorgefertige Radiosender. Außerdem gibt es die Möglichkeit, anhand bestimmter Interpreten eigene Radiosender ins Leben zu rufen. Praktisch: Wenn eine ungeliebte Band spielt, lässt sich diese per Fingertipp auf die Blacklist setzen.

iTunes Radio steht nicht nur unter iOS 7 auf iPad, iPhone und iPod Touch, sondern auch via iTunes auf Macs und Apple TV zur Verfügung. Das Radio ist – wie bereits erwähnt – komplett kostenlos und durch Werbung finanziert. iTunes-Match-Abonnenten sehen keine Werbung. iTunes Radio startet zunächst in den USA und soll später auf weitere Länder erweitert werden.

Zu guter Letzt gibt es noch eine ganze Reihe kleiner Verbesserungen zu sehen. Facetime etwa funktioniert jetzt auch ohne Videostream, Personen lassen sich bei Facetime und Message blockieren, Apple hat den Diebstahlschutz verbessert, es gibt 1500 neue APIs für Entwickler, Benachrichtigungen werden über mehrere Geräte hinweg synchronisiert, und so weiter und so fort.

Was wir bisher vom neuen iOS gesehen haben macht definitiv Lust auf mehr. Es gibt ein komplett neues Design und zahlreiche neue Features – alles, was mir persönlich jetzt noch fehlt, ist die entsprechende Hardware. Mit den letzten iPhones konnte ich mich einfach nicht anfreunden. Aber genau hier dürfte Apple spätestens im Herbst den Hebel ansetzen, wenn die nächste iPhone-Generation das Licht der Welt erblickt. Und den Herbst hat der Hersteller aus Cupertino auch als Starttermin für iOS 7 angegeben. Entwickler bekommen ab heute eine Betaversion zur Verfügung gestellt.

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