Adblock Plus entwickelt eigenen Browser für Android | TechStage
TechStage
Logo Qwant

Ein Angebot von

Adblock Plus entwickelt eigenen Browser für Android

von  //  Facebook Twitter

Die Entwickler des umstrittenen Adblock Plus arbeiten an einem eigenen Browser für Android. Die Open-Source-Surfsoftware soll störende Werbung auf Webseiten blockieren. Als „nicht störend“ eingestufe Anzeigen lässt die App allerdings zunächst zu. Alternativ hat der Nutzer jedoch auch die Möglichkeit, Werbung komplett ausblenden zu lassen.

Der Browser selbst ist keine komplette Neuentwicklung – er basiert auf dem Mozilla Firefox, der zwar unter Android Erweiterungen wie ABP unterstützt. Doch wie es auf der Webseite von Adblock Plus heißt, unterliege man mit einer Erweiterung auf dem Mobilgerät starken Einschränkungen.

Die bisherige Adblock-Plus-Anwendung hatte Google übrigens aus dem Store geworfen, da diese „ein anderes Produkt oder einen anderen Dienst gestört“ habe. Und damit sei ABP quasi unsichtbar für die Endverbraucher gewesen, klagen die Macher auf ihrer Webseite. Zudem sei Adblock Plus mit seiner App ohnehin nur in der Lage gewesen, Anzeigen über unverschlüsselte HTTP-Verbindungen zu blockieren.

Wer den neuen Adblock-Plus-Browser ausprobieren möchte, kann sich auf der Webseite des Herstellers als Beta-Tester registrieren. Nachdem immer mehr Nutzer von Smartphones und Tablets aus auf das Internet zugreifen, ist es nicht weiter überraschend, dass Adblock Plus nun auch in diesen Markt drängt. Es soll auch eine Version des ABP-Browsers für iOS in Entwicklung sein.

Der Werbe-Blockierer ist jedoch stark umstritten – der Knackpunkt ist die als „nicht störend“ eingestufte Werbung: Adblock Plus setzt hier auf ein undurchsichtiges Abstimmungssystem unter den Nutzern – und verlangt von Unternehmen Geld, wollen diese mit ihren Anzeigen in eine Whitelist aufgenommen werden. Keine Werbeeinblendungen heißt für Medienschaffende: keine Kohle. Unterm Strich gibt es mit Adblock Plus in einem Geschäft, das ohnehin schon nicht immer einfach zu refinanzieren ist, noch ein weiteres Loch, in das Geld verschwindet. Man sollte sich als Medienkonsument im Klaren darüber sein, dass Adblocker letztendlich den Medienschaffenden das Leben (noch) schwerer machen.

Eine Klage von Zeit Online und Handelsblatt.com gegen die Entwickler von Adblock Plus wegen „Wegelagerei“ scheiterte übrigens vor drei Wochen vor dem Landgericht Hamburg.

Quelle: Adblock Plus (via)

Einloggen, um Kommentare zu schreiben