5G-Mobiltechnologie: EU und Japan gehen Kooperation ein

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Am Freitag, den 29. Mai 2015, haben die Europäische Union und Japan einen Meilenstein gelegt. Beide Parteien haben heute in Tokyo eine Vereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Entwicklung der 5G-Mobiltechnologie unterzeichnet, um gemeinsam Verständnis zu erarbeiten und um neue Möglichkeiten zu identifizieren.

5G ist die Zukunft, es ist das Fundament und zugleich das Rückgrat für die kommende Generation von intelligenten Geräten. Namenstechnisch ist es zwar der Nachfolger der aktuell eingesetzten 4G-Technologie –also von LTE. Bei der fünften Generation der drahtlosen Netze geht es aber um mehr als nur Daten und Sprache. Eines Tages soll 5G weltweit die Kapazität für mehr als 500 Milliarden Endgeräte zur Verfügung stellen. Außerdem soll es 1000 mal schneller als das jetzige LTE-Netz sein. Ein sehr wichtiger Punkt jedoch ist die Verzögerungszeit: In einer idealen Welt stellt man sich eine Latenz von einer Millisekunde über kabellose Netze vor. Während des Schreibens getestet: Das 100 Megabit schnelle LTE-Netz von Vodafone in Hamburg erreicht aktuell 60 ms. Das ist zu langsam für zukünftige Technologien wie autonome Fahrzeuge oder sensible Systeme wie Smart Grid, bei dem zum Beispiel eine konstante Netzfrequenz von 50 Hertz essentiell ist und gehalten werden muss. Mit einer Millisekunde wird eine Quasi-Echtzeit erreicht. Der aktuelle Benchmark für Hochleistungssystemen liegt bei 25 ms.

„Was wir erreichen wollen, ist eine Verzögerung von einer Millisekunde. Das ist genau die Verzögerungszeit, die ein Mensch als ‚ohne Verzögerung‘ empfinden würde.“ – erklärt Prof. Dr.-Ing. Frank Fitzek von der Fakultät Elektrotechnik und Informationstechnik an der Technischen Universität Dresden.

Die Erkenntnis gewinnende Kooperation zwischen der EU und Japan wurde von Günther Hermann Oettinger, EU-Kommissar für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, und der japanischen Kommunikationsministerin Sanae Takaichi unterschrieben. Es ist die zweite Gemeinschaftsaktion der Europäischen Union: Im Juni 2014 kündigte die EU ein Abkommen mit Südkorea an, um die Forschungs- und Entwicklungsressourcen zu bündeln. In der heute von einem Jahr gemachten Vereinbarung wollte man Standards setzen und erste Funkfrequenzen bestimmen. Mit Japan sei das Ziel, Innovationen zu entdecken, Anwendungsbeispiele zu definieren und Voraussetzungen zu konzipieren. Um es mit einfachen Worten zu beschreiben: Dieses einst sehr wichtig werdende Kind steckt noch nicht einmal in den Schuhen, da sie bisher niemand hergestellt hat.

Die Europäische Union wolle die Einführung der neuen Technologie nicht verschlafen. Da habe man mit dem Vorgänger 4G schlechte Erfahrungen gemacht, hieß es seitens des EU-Kommissars im März dieses Jahres auf dem GSMA Mobile World Congress 2015.

In den nächsten 24 Monaten wollen die EU und Japan 12 Millionen Euro in zahlreiche IoT- und Big-Data-Projekte investieren. Bis zum Jahr 2020 hat die EU vor, insgesamt 700 Millionen Euro in 5G-Mobiltechnologie aufzuwenden. Der kommerzielle Start des 5G-Netzes ist voraussichtlich in 5 bis 6 Jahren geplant.

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