Top 10: Samsung, Sony, Motorola – die günstigsten Foto-Handys mit Teleobjektiv

Motorola Edge 20

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Schlechte Bildqualität wegen Digitalzoom in Smartphones muss nicht sein, dafür gibt es optische Teleobjektive. Die haben aber längst nicht alle Modelle. Wir zeigen die zehn günstigsten Smartphones mit guter Tele- und Ultraweitwinkelkamera.

Seit 2020 gibt es immer mehr Smartphones, die statt eines optischen Teleobjektivs eine Makrokamera aufbieten. Das gilt in erster Linie für günstige Smartphones bis zur Mittelklasse, aber auch Oberklassemodelle wie das Xiaomi 12 (Testbericht) folgten diesem Trend oder etablierten ihn wie seinerzeit das Xiaomi Mi 10 (Testbericht). Der Nutzer hat damit gleich mehrfach das Nachsehen: Einerseits können Hersteller bei weniger Kosten auf dem Datenblatt zusammen mit meist überflüssigen Tiefensensoren mit Triple- oder Quad-Cams protzen, ohne echten Mehrwert zu bieten. Zum anderen dürften im Alltag Makroaufnahmen zudem deutlich weniger gefragt als Tele-Fotos sein.

Natürlich können auch extreme Nahaufnahmen spannend sein. Sie erlauben grundsätzlich Einblicke in einen Makrokosmos, den wir mit dem menschlichen Auge so kaum zu sehen bekommen. Ein Insekt mit all seinen Facetten, eine Blütendolde zigfach vergrößert – das alles wirkt faszinierend, weil wir diese Motive normalerweise nicht so nah und detailliert sehen. Allerdings stimmt gerade bei den günstigen Makrokameras in den meisten Smartphones unterhalb der 500-Euro-Klasse die Bildqualität einfach nicht. Denn oftmals handelt es sich dabei um 2-Megapixel-Knipsen, denen es einfach an Auflösung mangelt und selbst bei 5-Megapixel-Makrokameras ist oft das Bildrauschen zu stark ausgeprägt und die Software versucht, die auch bei 5 Millionen Pixel nicht optimale Bildschärfe durch starke Nachbearbeitung auszugleichen. Das Ergebnis sind überwiegend zu matschige, rauschende Aufnahmen, denen die ganze Faszination des Winzigen abhandengekommen ist.

Makrokameras sind nicht grundsätzlich falsch oder schlecht. Als Ersatz für ein deutlich universeller einsetzbares optisches Teleobjektiv erachten wir Makrolinsen allerdings als falsch. Denn einerseits knipsen gute Smartphone-Kameras hervorragende Makroaufnahmen mit dem Ultraweitwinkel bei leichtem Digitalzoom, eine dedizierte Makrokamera braucht es also gar nicht. Zum anderen werden im Alltag extreme Nahaufnahmen einfach kaum gebraucht.

Daher werden die meisten Nutzer nach dem ersten Ausprobieren kaum noch zum Makro-Objektiv greifen. Das gilt selbst für Ausnahme-Makrokameras wie im Oppo Find X3 Pro (Testbericht). Die Mikroskopkamera vergrößert nach Angaben des Herstellers Motive 50-fach und damit wesentlich stärker als normale Makrokameras. Doch auch hier kamen wir im Test zum Ergebnis, dass das anfänglich faszinierend ist, im Alltag aber keine Rolle mehr spielt – nicht nur mangels besserer Bildqualität.

Stattdessen ist es viel sinnvoller, Motive mittels Telelinse verlustfrei näher heranholen zu können, ohne dabei den Standort näher an das Zielobjekt verlegen zu müssen. Denn in vielen Situationen geht das nicht – entweder, weil dadurch die Sicht verdeckt wäre, man einfach nicht näher herankommt oder schlicht, weil etwa ein Tier bei Annäherung weglaufen oder -fliegen würde. Ähnlich ist es bei großen Objekten und wenig Platz, um nach hinten auszuweichen - hier hilft ein Weitwinkel.

Eine gute Smartphone-Kamera muss daher aus Haupt-, Tele- und Weitwinkelkamera bestehen. Obendrein erachten wir einen optischen Bildstabilisator (OIS) als wichtig für gute Aufnahmen, aber hier gibt es auch Ausnahmen. Wir haben die zehn günstigsten aktuellen Modelle herausgesucht, die die aufgezählten Linsen bieten.

Anmerkung: Bei den im Laufe des Artikels als „optische Teleobjektive“ bezeichneten Kameras handelt es sich nicht um Zoomobjektive wie bei einer Systemkamera, sondern um zusätzliche Festbrennweiten-Objektive. Das Motiv kann also nicht stufenlos herangezoomt werden. Damit dem Nutzer bei dieser Art von Teleobjektiv nicht ein Teil der Flexibilität, der durch die Vergrößerungsmöglichkeit hinzukommt, wieder geraubt wird, setzen die meisten Hersteller als Ausgleich auf sogenannten Hybridzoom. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus optischer und digitaler Vergrößerung, mittels derer Zwischen-Zoomstufen ohne sichtbare Qualitätseinbuße ermöglicht werden.

Unser Platz Eins der günstigsten Smartphones mit Tele- sowie Ultraweitwinkelkamera und optischem Bildstabilisator (OIS) liegt bei Texterstellung das Motorola Edge 20 (Testbericht) für nur 274 Euro. So günstig ist kein anderes Modell in dieser Top 10 - mit Abstand! Das Gerät überzeugt trotz des niedrigen Preises mit einem 6,7 Zoll großen OLED-Display mit satten 144 Hz, einer Hauptkamera mit 108 Megapixel und OIS, Weitwinkel mit 16 Megapixel und einem optischen Teleobjektiv mit 8 Megapixel. Als Antrieb dient ein Snapdragon 778G, der zu diesem Preis von 8/128 GByte Speicher flankiert wird.

Das Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht) verzichtet auf Pixel Binning, knipst aber dennoch Fotos in hervorragender Bildqualität. Die Fan Edition (FE) des S20 setzt auf je 12 Megapixel für Haupt- und Weitwinkel, die Hauptlinse (f/1.8) hat einen OIS, der Weitwinkel nicht. Die Telekamera wird dann wieder per optischem Stabilisator beruhigt und knipst Aufnahmen mit 8 Megapixel bei dreifacher Vergrößerung. Das S20 FE kostet zum Artikelzeitpunkt rund 339 Euro. Der Snapdragon 865 ist deutlich stärker als der Chip im erstplatzierten Motorola-Modell. Im S20 FE gibt es 6/128 GByte Speicher zum genannten Preis, 5G fehlt.

Auf den dritten Platz hat sich im Vergleich zur vorangegangenen Aktualisierung des Artikels das Sony Xperia 10 III (Testbericht) geschoben. Das handliche Modell bietet Hauptkamera mit 12 und Weitwinkel- sowie Teleobjektiv mit je 8 Megapixel. Einen optischen Bildstabilisator gibt es hier nicht, mit 388 Euro ist das Modell aber auch recht günstig. Das 6 Zoll große OLED-Display bietet 120 Hz, als Antrieb ist zu diesem Preis ein Snapdragon 690 samt 6/128 GByte eingebaut. Der Akku leistet 4500 mAh.

Das Oppo Find X3 Neo (Testbericht) setzt auf klar hochauflösendere Kameras als einige zuvor genannte Smartphones, kostet aber mit aktuell 412 Euro auch mehr. Ein OIS gehört allerdings nicht dazu. Die Hauptkamera mit 50 Megapixel wird von einem Weitwinkel mit 16 Megapixel und einem Teleobjektiv mit 13 Megapixel flankiert. Hinzu kommt eine Makrokamera mit müden 2 Megapixel. Beim 6,55 Zoll großen OLED-Display ist bei 90 Hz Schluss, als Chipsatz setzt der Hersteller auf den immer noch starken Snapdragon 865. Beim Speicher ist das Smartphone enorm gut aufgestellt: 12 GByte RAM und 256 GByte interner Speicher sind zu dem Preis eine Ansage. Der 4500-mAh-Akku lässt sich zudem mit schnellen 65 Watt laden.

Hauptunterschied des Motorola Edge 20 Pro (Testbericht) auf Platz fünf zum erstplatzierten Modell ohne Pro-Namenszusatz ist der Chipsatz: Im Pro steckt ein deutlich schnellerer Snapdragon 870. Außerdem beherrscht das Pro-Modell 5-fache optische Vergrößerung und für 413 Euro bekommen Interessenten satte 12/256 GByte Speicher. Der Akku ist 500 mAh stärker.

Der Preis des S20 FE auf Platz Zwei überrascht auch deshalb, weil das neuere Samsung Galaxy S21 FE 5G (Testbericht) mit 468 Euro nicht viel teurer ist. Gerade bei der Kamera hat sich aber auch nur wenig getan: Erneut gibt es je 12 Megapixel für Haupt- und Weitwinkelkamera, die Telelinse hat wieder 8 Megapixel und ist mit OIS ausgestattet. Schneller ist der Chipsatz Snapdragon 888, der zu diesem Preis in Kombination mit 6/128 GByte Speicher daher kommt.

Die Unterschiede zum Vorgänger auf Platz Drei sind nicht groß: Die Hauptkamera hat nun einen OIS, als Chipsatz kommt jetzt ein modernerer Snapdragon 695 zum Einsatz und der Akku ist nun 5000 mAh groß und kann mit 30 Watt geladen werden - das war es im Wesentlichen. Mit 499 Euro ist das neuere Gerät rund 100 Euro teurer.

Mit 517 Euro merklich viel teurer ist das Oppo Reno 6 Pro 5G. Seine Kamera besteht aus einem Hauptobjektiv mit 50 Megapixel und OIS, einer Weitwinkelkamera mit 16 Megapixel und einem Teleobjektiv mit 13 Megapixel. Die Makrokamera mit 2 Megapixel hätte sich Oppo sparen können. Der Hersteller setzt auf einen Snapdragon 870 und satte 12/256 GByte Speicher. Satte 65 Watt verträgt der Akku mit 4500 mAh beim Laden.

Den Fokus hat der Hersteller beim OnePlus 9 Pro (Testbericht) zwar nicht auf das Teleobjektiv gesetzt, aber das aktuelle Topmodell hat immerhin eine optische Vergrößerungseinheit. Sie knipst Aufnahmen mit 8 Megapixel, vergrößert um den Faktor 3,3 und wird von einem OIS unterstützt. Beeindruckender sind hingegen Haupt- und Weitwinkelkamera: Sie bannen Aufnahmen mit 48 und sogar 50 Megapixel in den Speicher, die Hauptkamera hat dabei ebenfalls einen optischen Bildberuhiger. Mit den nahezu gleich großen Haupt- und Weitwinkelsensoren gehört das OnePlus 9 Pro für derzeit rund 679 Euro zu den wenigen Modellen, bei denen die Bildqualität von Haupt- und Weitwinkelkamera nahezu identisch ist.

Rund 549 Euro kostet das Smartphone aus 2021 mit Haupt-, Weitwinkel- und Teleobjektiv: das Samsung Galaxy A72 (Testbericht). Das sind schon wieder stolze 80 Euro mehr als bei der letzten Aktualisierung des Artikels, normalerweise werden Smartphone günstiger statt teurer. Kamera-technisch bietet das Gerät eine Hauptkamera mit 64 Megapixel, lichtempfindlicher Blende von f/1.8 und optischen Bildstabilisator (OIS), das Weitwinkelobjektiv knipst Aufnahmen mit 12 Megapixel und f/2.2. Dritte Kamera hat eine Telebrennweite mit immerhin noch 8 Megapixel und f/2.4 für dreifache Vergrößerung. Die Makrokamera mit 5 Megapixel erscheint uns überflüssig, immerhin verzichtet Samsung auf einen Tiefensensor, der normalerweise nur auf dem Papier gut aussieht. Ein Snapdragon 720G dient mit 6/128 GByte Speicher für Vortrieb.

Bei der Kamera trumpft ZTE beim Axon 30 Ultra groß auf: Die Hauptkamera hat 64 Megapixel samt OIS, hinzu kommt ein Weitwinkel mit ebenfalls 64 Megapixel sowie zwei Teleobjektive mit 64 und 8 Megapixel für zweifache und fünffache Vergrößerung - letztere Kamera ist ebenfalls mit einem OIS ausgestattet. Das knapp 6,7 Zoll große OLED-Display bietet bis zu 144 Hz, der Snapdragon 888 wird von satten 12/256 GByte unterstützt. Der Akku mit 4600 mAh lädt mit schnellen 65 Watt.

Ein vollwertiges Kamera-Smartphone besteht für uns aus Haupt-, Weitwinkel- und Teleobjektiv – Punkt. Eine Makrokamera braucht es nicht, diese Funktion wird problemlos von einem Weitwinkel mit entsprechender Vergrößerung abgefangen. Die meisten Hersteller behandeln Zoom aber eher stiefmütterlich, Ausnahmen wie das Samsung Galaxy S22 Ultra (Testbericht) kosten dann leider schnell 1200 Euro und mehr.

Letztendlich muss jeder Nutzer selbst wissen, was er bei einer Kamera abgesehen von guter Bildqualität braucht oder ob dieser Hardware-Bereich vielleicht sogar ganz unwichtig ist. In jedem Fall gilt: Modelle wie das Motorola Edge 20 (Testbericht) oder Samsung Galaxy A72 (Testbericht) zeigen, dass auch eine ordentliche Triple-Cam (also ohne Makro- und Tiefensensor) schon in vergleichsweise günstigen Modellen vorhanden ist. Generell ist der Preispunkt für Modelle mit Teleobjektiv in den letzten Monaten deutlich gesunken – keines unserer zehn Modelle kostet auch nur noch annähernd 1000 Euro. Das ist doch mal eine erfreuliche Nachricht!

Wer weniger Geld ausgeben will und den Schwerpunkt nicht unbedingt auf Kameraqualität, sondern generell auf Preis-Leistung legt, sollte unsere Top 10 der besten Smartphones bis 200, bis 300 und bis 400 Euro durchstöbern.

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