Top 10 Grafikkarten 2022: AMD Radeon gegen Nvidia Geforce im Vergleich

16 Grafikkarten im Vergleich

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Geforce RTX oder Radeon RX, wo bekommen Spieler die meiste Leistung fürs Geld? Wir zeigen, welche Grafikkarten in unseren Tests wie abgeschnitten haben und wo man zuschlagen kann.

2022 brachte endlich fallende Preise für Grafikkarten. Endlich scheinen Probleme beim Nachschub einigermaßen im Griff zu sein, zudem sinken die Preise für Kryptowährung, entsprechend kaufen Miner nicht mehr den Markt leer. Damit bleiben endlich wieder Grafikkarten für diejenigen übrig, die sie wirklich brauchen - Gamer.

Zeit, dass wir unsere Bestenliste aktualisieren, denn schließlich hat sich einiges getan. Nicht nur im Markt, auch bei uns. So haben wir beispielsweise im Februar 2022 unsere Testplattform aktualisiert. Unser altes System von 2018 war den neuen Karten nicht mehr gewachsen. Bereits die RTX 3090 (Testbericht) zeigte uns das eindringlich - die Karte war einfach zu schnell für unsere Hardware. Nun sind wir aber wieder auf der Höhe der Zeit. Wir setzen auf einen Core i5 12400, der steckt in einem Z690-Mainboard, dem MSI Pro Z690-A WiFi. Für unsere Entscheidung war ausschlaggebend, dass dieses Mainboard bereits einen PCIe 5.0 Slot für Grafikkarten mitbringt. Dazu haben wir uns für DDR5-RAM entschieden.

Damit sind die alten Testdaten allerdings nicht mehr zu 100 Prozent vergleichbar. Das ist allerdings auch nicht weiter tragisch, denn selten liegen die Daten wirklich so knapp zusammen, dass ein oder zwei Punkte den Ausschlag geben. Die neuen Testwerte sind mit einem Stern markiert.

Alle Grafikkarten müssen durch mehrere Benchmarks. Dazu gehören der 3D Mark mit den Szenarien Timespy, Timespy Extreme und, falls unterstützt, Port Royale sowie der VR-Mark. Letzterer misst die Tauglichkeit der GPUs für VR-Headsets (Themenwelt). Um neben den synthetischen Benchmarks einen Eindruck bei echten Spielen zu bekommen, nutzen wir zusätzlich mehrere in Spiele integrierte Testverfahren. Aktuell messen wir hauptsächlich mit Borderlands 3. Dazu kommen Tests mit Far Cry 6, Metro: Exodus, World War Z und Total War: Troy. In den jeweils verlinkten Einzeltests sind mehr Details hinterlegt. Zusätzlich nutzen wir den Kombustor-Benchmark für den Lasttest. Jede Karte muss 15 Minuten lang unter Volllast rechnen, dann lesen wir die Temperatur ab und bewerten die Lautstärke.

Kann man von einer Karte Rückschlüsse auf die komplette Familie ziehen? Um zu klären, wie groß die Unterschiede von Produkten innerhalb einer GPU-Familie sind, haben wir im Artikel RTX 2060 Super: Grafikkarten mit Raytracing im Vergleich drei RTX 2060 Super-Grafikkarten von unterschiedlichen Herstellern und in unterschiedlichen Bauformen durch die gleichen Tests geschickt.

Das Ergebnis: Die Werte unterscheiden sich, allerdings minimal. Sie liegen so nahe beieinander, dass man mit einem Ergebnis eine valide Aussage für die komplette Familie geben kann – zumindest für Nutzer, die keine speziellen Anforderungen wie Overclocking, Wasserkühlung, besonders leise oder extra kurze Bauweise haben. Unser Tipp hier ist also, dass man ruhig zur favorisierten Firma greifen oder nach dem Preis gehen kann, wenn man allgemein eine neue Grafikkarte sucht.

Nvidia hat mit DLSS (Direct Learning Super Sampling) eine neue Technik eingeführt, AMD zieht mit FSR 2.0 (FidelityFX Super Resolution) nach. Ganz einfach gesagt: Die Inhalte werden in einer niedrigeren Auflösung gerendert und anschließend beispielsweise auf UHD oder WQHD hochskaliert. Das ist an sich nicht neu, normalerweise sieht es aber nicht besonders aus. Die neuen Grafikkarten nutzen aber moderne Techniken, etwa Machine Learning und die Rechenpower der GPUs. Damit sieht das finale Bild dem Original täuschend ähnlich. Da die Inhalte aber in einer niedrigeren Auflösung gerendert werden, schaffen die Karten mehr Bilder pro Sekunde. Bei Nvidia konnten wir in den Benchmarks teilweise mehr als die doppelte Leistung sehen:

Technisch gibt es keine Nachteile, einzig die Spiele müssen die jeweilige Technik unterstützen. Hier ist Nvidia etwas weiter, die aktuelle Liste findet man auf dieser Seite. Bei AMD ist der größte Leistungssprung mit FSR 2.0, der Vorgänger ist nicht ganz so gut. Doch auch hier wächst die Anzahl der unterstützten Games. AMD hat aber den großen Vorteil, dass es seine Technik für viele alte Grafikkarten (sogar welche von Nvidia öffnet). Entsprechend sollte man immer wieder mal die eigenen Treiber aktualisieren und in den Optionen der Spiele nach DLSS oder FSR suchen.

Die Techniken lohnen sich vorwiegend für höhere Auflösungen, wer nur in Full-HD spielt, der hat weniger davon.

Für unsere Bestenliste setzen wir auf die GPU-Familien, nicht auf Einzelmodelle. Wie oben erklärt, unterscheiden sich die jeweiligen Produkte minimal, solange man weder Overclocking noch Wasserkühlung betreiben möchte, hat man die freie Wahl. Alle Grafikkarten in dieser Liste sind durch unseren Test gelaufen. Natürlich gibt es noch mehr Karten oder andere Varianten, sobald wir diese im Benchmark hatten, erweitern und aktualisieren wir die Rangliste.

Im Test zeigte sich die KFA2 RTX 3080 Ti (Testbericht) als unfassbares Leistungsmonster. Die Karte konnte sich in unserem neuen Testsystem richtig austoben, selbst der anspruchsvolle Benchmark zu Metro: Exodus brachte sie erst bei der UHD-Auflösung, Ultra-Details und Raytracing am Anschlag ins Stottern. Damit sich die Grafikkarte aber voll austoben kann, benötigt sie den passenden Unterbau. Das System sollte auf Basis von PCI Express 4.0 oder, noch besser, PCI Express 5.0 laufen, mindestens eine Mittelklasse-CPU besitzen und ein starkes Netzteil – unter 650 Watt sollte man nicht anfangen.

Die Ti-Variante schubst unseren bisherigen Favoriten, die RTX 3080 vom Thron. Denn sie kostet vergleichsweise wenig mehr, dafür haben die Ti-Karten durch die Bank 12 GByte VRAM und besitzen eine gute Verfügbarkeit. Wer knapp 1200 Euro in die Hand nimmt, bekommt eine Grafikkarte, die auf Jahre hinaus gute Dienste leisten wird.

Fast die Leistung einer RTX 3080 Ti, aber deutlich günstiger: Die RTX 3070 Ti (Testbericht) hat endlich einen guten zweiten Platz verdient. War die erste Auflage, die RTX 3070, noch einem seltsamen Zwischenbereich zwischen RTX 3060 Ti und RTX 3080, so kann die RTX 3070 Ti sich einen soliden, eigenen Platz erkämpfen.

Ähnlich wie die RTX 3080 Ti benötigt sie ein passendes System, dann kann sie aber voll aufdrehen. Sie kostet deutlich weniger als die RTX 3080 Ti, kann aber bei der Leistung fast gleich aufschließen. Statt über 1200 Euro zahlt man aber bei vielen Anbietern um die 700 Euro. Da kann man auf ein paar FPS verzichten, vor allem, da DLSS in kompatiblen Spielen den Verlust mehr als ausgleicht.

Unser Preis-Leistungs-Tipp sind die Grafikkarten mit RX 6600 Chipset, etwa die Sapphire Pulse Radeon RX 6600 (Testbericht). Sie richten sich an alle, die bei Full-HD mit möglichst vielen Details spielen wollen. Dafür bekommt man die Grafikkarten günstig, viele Anbieter haben sie schon unter 300 Euro im Programm.

Wir konnten die Karte im alten und dem neuen TechStage-Testsystem ausprobieren. Der neue Unterbau bringt automatisch mehr Leistung, die GPU wird aber selbst von einem PCI Express 3.0 Anschluss nur wenig ausgebremst. Dazu ist sie genügsam bei der Stromaufnahme und bei den notwendigen 8-Pin-Anschlüssen. Dank der FSR 2.0-Technik von AMD kann sie ähnlich wie DLSS auf die Verbesserungen bei der Grafik zurückgreifen. Die Anzahl an kompatiblen Titeln wächst stetig, auch wenn Nvidia aktuell noch die Nase vorn hat.

Wir sehen die RX 6600 als solide und günstige Allround-GPU für Full-HD-Gaming und als gute Investition für alle, die eine neue Grafikkarte suchen, ohne den kompletten PC dafür aufrüsten zu wollen.

Platz vier geht an AMDs Radeon 6700 XT mit RDNA2-Chipsatz. Im Test hatten wir ein Sapphire Nitro Radeon RX 6700 XT und diese Karte ist eine sehr gute Vertreterin ihrer Familie. Zwar kommt sie in den synthetischen Benchmarks wie dem 3D Mark nicht ganz an die aktuelle RTX-Generation von Nvidia heran, in den Spielen dreht sich das aber. Gerade in Borderlands 3 zeigt sie, was sie auf dem Kasten hat und schlägt sogar die RTX 3080 auf dem alten Testsystem.

Insgesamt ist es eine starke Grafikkartenfamilie, die endlich hardware-seitiges Raytracing beherrscht. Allerdings lief das zum Testzeitpunkt noch nicht in allen Spielen. So nutzte sie beispielsweise bei Crysis: Remastered nur Raytracing per Software, schafft damit aber beeindruckende Werte. Preislich liegen die Karten aktuell auf dem Niveau der RTX 3060 Ti. Wer jetzt sofort Hardware-Raytracing und vor allem die Beschleunigung DLSS nutzen möchte, der sollte zur Nvidia-Karte greifen. Wer noch etwas warten kann und potenziell mehr Reserven haben möchte, für den ist eine RX 6700 XT die richtige Wahl, vor allem, wenn sich AMDs neue Technik FidelityFX Super Resolution durchsetzt.

Unser ehemaliger Preis-Leistungs-Tipp bekommt Konkurrenz. Denn die RX 6700 kostet ähnlich viel, bringt aber mehr Leistung. Dennoch hat die RTX 3060 Ti und die kleine Neuauflage, die RTX 3060 Ti V2 einen Platz in unserer Bestenliste verdient. Denn damit bekommt man eine gute Allround-Grafikkarte, die sogar noch in höheren Auflösungen gut daheim ist. Wer vorwiegend in WQHD spielt oder bei UHD auf ein paar Detailstufen verzichten kann, der macht mit der RTX 3060 Ti nichts verkehrt. Und dank DLSS sind die Einbußen geringer als man denken möchte.

Die Nvidia Geforce RTX 3090 wird in der Topliste vertreten durch die Zotac Gaming GeForce RTX 3090 Trinity (Testbericht). Sie ist eine Karte für Liebhaber und Profi-Zocker, anders kann man es nicht sagen. Mit der neuen RTX 3090 Ti ist der Preis zwar von über 2000 Euro auf knapp 1600 Euro gefallen. Doch dafür bekommt man auch schon die RTX 3080 Ti, die sich nicht verstecken muss.

Warum gibt es die RTX 3060 überhaupt? Sie ist langsamer als die RTX 3060 Ti, die aber mit einem spannenden Preispunkt angetreten ist. Doch dann kam die Chipkrise und die Krypto-Miner, die alle GPUs am Markt direkt aufkauften, um Bitcoin & Co zu schürfen. Im Zuge dessen gab es eine ganze Reihe von schwachbrüstigen Gaming-GPUs, damit es weningstens irgendwas zu kaufen gab. So eine Grafikkarte ist die RTX 3060 (Testbericht). Ihr einziger Bonus ist der mit 12 GByte ziemlich große VRAM, ansonsten ist sie aber nicht der Rede wert.

Wenn jetzt sofort eine Grafikkarte unter 250 Euro her muss und Dinge wie Hardware-seitig berechnetes Raytracing oder DLSS egal sind, dann ist unser Tipp aktuell eine Nvidia GTX 1650, im Test vertreten durch die Zotac GTX 1650. Die Grafikkarten liefern in Full-HD-Auflösung ordentliche Leistung, Borderlands 3 etwa ließ sich damit mehr als flüssig spielen. Sie sind ebenfalls fit für VR-Anwendungen brauchbar. Dazu gehört sie aktuell zu den günstigsten Karten im Handel. Wenn also die Grafikkarte stirbt und nach einem bezahlbaren Ersatz gesucht wird, sollte die GTX 1650 oben auf der Anschaffungsliste stehen.

Die Nvidia RTX 2060, vertreten durch die KFA2 GeForce RTX 2060 (1-Click OC) (Testbericht), war lange unsere Preis-Leistungs-Empfehlung für die letzte Generation der Nvidia-Grafikkarten. Wer unbedingt eine Raytracing-Grafikkarte haben will und weniger als 300 Euro zahlen möchte, der kann sich noch eine RTX 2060 holen. Die ist allerdings aus der vorherigen Generation der Nvidia Grafikkarten, sie kann es aber noch knapp mit der RX 6600 aufnehmen.

Aus der letzten Grafikkartengeneration von Radeon gibt es noch Restposten der RX 5700 XT und der RX 5600 XT (Testbericht). Beide Grafikkarten sind nicht schlecht, allerdings immer noch nicht wirklich gut verfügbar und für ihre Leistung viel zu teuer. Es fehlt ihnen auch an hardware-seitigem Raytracing, das hat bei der 6000-Serie selbst die günstige RX 6600 an Bord. Wir würden nur zum Kauf raten, wenn die Grafikkarten enorm günstig hergehen.

Zum Redaktionsschluss ist der erste Tipp noch immer: Wer jetzt nicht sofort eine neue Grafikkarte benötigt, der sollte abwarten. Die Preise bewegen sich nach unten, zwar langsam, aber beständig. Neben einem abflauenden Interesse für Kryptowährungen dürften auch endlich genügend Karten in den Markt kommen – zumindest bis der Chip-Engpass die Preise wieder nach oben schießen lässt.

Wer jetzt neu kauft, der sollte auf AMD Radeon RDNA2 oder Nvidia Geforce Ampere setzen. Beide Chipsätze leisten deutlich mehr als ihre Vorgänger und sind fit für die Zukunft. Als Notfall-Grafikkarte macht man mit der GTX 1650 wenig verkehrt, auch wenn sie ihre Limits hat. Eine Alternative ist es, einen Cloud-Gaming-Dienst zu nutzen, bis die Preise für die besseren Karten fallen. Mehr dazu im Ratgeber PC-Spiele auf Handy und TV zocken: So gut laufen Valheim, Witcher 3 & Co mit Cloud Gaming.

Wer noch warten und eine andere Komponente im PC aufrüsten möchte, der sollte einen Blick in den Ratgeber PC-Upgrade: Welche Komponenten man jetzt kaufen sollte werfen. Gerade RAM oder NVMe-Speicher lohnt sich, auch ein schickes neues Gehäuse ist bezahlbar. Außerdem passt zur schnellen Grafikkarte ein flinkes Display mit hoher Bildwiederholrate. Wie man den besten Bildschirm aussucht, zeigen wir in der Kaufberatung Gaming-Monitore: Displays zum Zocken.

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