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16 Grafikkarten im Vergleich

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AMD oder Nvidia, wer hat die bessere Grafikkarte, wer das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis? In unserem Vergleich zeigen wir, welche Karte in unserem Test welche Leistung bringt und wo sie in unserer Rangliste landet.

Grafikkarten sind das Herz jedes Gaming-PCs. Nur sie können die notwendigen Berechnungen erledigen, um virtuelle Welten flüssig und atemberaubend auf dem Bildschirm des Spielers darzustellen. Eigentlich wollten die Hersteller Ende 2020 mit neuen Techniken eine Revolution einleiten. Nvidia RTX 3000, die neuen GPUs mit Ampere Chipsatz, traten gegen AMD Radeon und die neue RDNA2 Architektur, Codename Big Navi, an und lieferten in den Benchmarks sagenhaft gute Werte zu vergleichsweise humanen Preisempfehlungen. Dann schlug leider der Hype um Cryptowährungen zu und Miner und Scalper räumten den Markt leer. Inzwischen fallen die Preise wieder, Maßnahmen gegen Miner in Ländern wie China sorgen dafür, dass deren Karten im Second-Hand-Handel landen. Mehr dazu und ob man eine Karte kaufen sollte, mit der Bitcoin und Co geschürft wurde, zeigen wir im Artikel RTX 3080 knapp 30 Prozent günstiger: Ende des Mining-Hypes – lohnt ein Grafikkarten-Upgrade?

Für TechStage bedeutet dies, dass wir unseren großen Vergleichstest zu Grafikkarten auf den neuesten Stand bringen. Denn auch während der Hochzeiten des Krypto-Booms haben wir weitergetestet, etwa die KFA2 RTX 3060 Ti (Testbericht) oder die Sappire Nitro RX 6700 XT. Mehr als 20 Grafikkarten aus 17 GPU-Familien sind inzwischen durch unseren Benchmark gelaufen. Damit können wir ein gutes Bild zu High-End-, Mittelklasse- und Einsteiger-Grafikkarten zeichnen und Tipps zur jeweils besten Grafikkarte geben.

Vor dem Vergleich eine wichtige Einordnung: Die RTX 3090 ist die wahrscheinlich schnellste GPU, die wir bislang im Grafikkarten-Vergleich hatten. Sie ist so schnell, dass die anderen Komponenten unseres Testsystems zum Flaschenhals werden, die RTX 3090 kann ihre Leistung daher nicht wirklich ausspielen.

Wir nutzen für unsere Tests eine andere Herangehensweise als Kollegen anderer Magazine. Wir haben uns 2018 dafür entschieden, auf eine bezahlbare Spiele-Plattform zu setzen, statt ein hochgezüchtetes Testsystem ohne Praxisbezug zu bauen. Wir verwenden eine Intel Core-i5 8400. Die CPU kam 2017 auf den Markt, hat sechs Kerne und taktet bis zu 3,2 GHz. Sie kostet aktuell um die 190 Euro, deutlich weniger als die High-End-CPUs von Intel, ist allerdings bereits drei Generationen alt. Dazu kommt ein Mainboard mit Z370-Chipsatz sowie 16 GByte RAM. Damals war das eine vernünftige Plattform für Mainstream-Zocker. Drei Jahre später ist sie das immer noch, kommt aber in Kombination mit den High-End-Grafikkarten an ihre Grenzen. Das merken wir sowohl bei der RTX 3080 und extrem bei der RTX 3090.

Was bedeutet das für unsere Tests? Sie sind immer noch gültig, zumindest für alle, die ein ähnliches Setup haben. Sie zeigen schön, ab wann die Grafikkarte den Rest des Systems an die Grenzen bringt. Wenn die CPU nicht schnell genug ist, dann langweilt sich die GPU. Anders gesagt, es bringt wenig, eine 1500 Euro teure Grafikkarte in einen 300 Euro PC zu stecken.

Darum haben wir das System (noch) nicht aktualisiert: 2020 und 2021 kamen mehrere Neuerungen auf dem PC-Markt. Dazu gehörten sowohl die neuen, schnellen AMD-Prozessoren und auch PCI Express 4.0. Dieser Standard verdoppelt die Bandbreite der PCI-Express-Slots. Neben der RTX 3090 unterstützen auch die kommenden AMD Radeon RX 6000 Karten diesen Anschluss. Allerdings waren passende Mainboards bislang eher Mangelware. Das ändert sich aktuell. Für 2022 haben wir daher ein komplettes Upgrade unserer Testplattform geplant, dann mit einer besseren CPU und PCIe 4.0.

Alle Grafikkarten müssen durch mehrere Benchmarks. Dazu gehören der 3D Mark mit den Szenarien Timespy, Timespy Extreme und, falls unterstützt, Port Royale sowie der VR-Mark. Letzterer misst die Tauglichkeit der GPUs für VR-Headsets (Themenwelt). Um neben den synthetischen Benchmarks einen Eindruck bei echten Spielen zu bekommen, nutzen wir zusätzlich mehrere in Spiele integrierte Testverfahren. Aktuell messen wir hauptsächlich mit Borderlands 3 und Crysis: Remastered. Weitere Spiele-Benchmarks kommen von Metro: Exodus, World War Z und Total War: Troy. Zusätzlich nutzen wir den Kombustor-Benchmark für den Lasttest. Jede Karte muss 15 Minuten lang unter Volllast rechnen, dann lesen wir die Temperatur ab und bewerten die Lautstärke.

Kann man von einer Karte Rückschlüsse auf die komplette Familie ziehen? Um zu klären, wie groß die Unterschiede von Produkten innerhalb einer GPU-Familie sind, haben wir im Artikel RTX 2060 Super: Grafikkarten mit Raytracing im Vergleich drei RTX 2060 Super-Grafikkarten von unterschiedlichen Herstellern und in unterschiedlichen Bauformen durch die gleichen Tests geschickt.

Das Ergebnis: Die Werte unterscheiden sich, allerdings minimal. Sie liegen so nahe beieinander, dass man mit einem Ergebnis eine valide Aussage für die komplette Familie geben kann – zumindest für Nutzer, die keine speziellen Anforderungen wie Overclocking, Wasserkühlung, extra leise oder extra kurze Bauweise haben. Unser Tipp hier ist also, dass man ruhig zur favorisierten Firma greifen oder nach dem Preis gehen kann, wenn man allgemein eine neue Grafikkarte sucht.

Für unsere Bestenliste setzen wir auf die GPU-Familien, nicht auf Einzelmodelle. Wie oben erklärt, unterscheiden sich die jeweiligen Produkte minimal, solange man weder Overclocking noch Wasserkühlung betreiben möchte, hat man die freie Wahl. Alle Grafikkarten in dieser Liste sind durch unseren Test gelaufen. Natürlich gibt es noch mehr Karten oder andere Varianten, sobald wir diese im Benchmark hatten, erweitern und aktualisieren wir die Rangliste.

Nanu, es ist nicht die teuerste Nvidia-Karte auf dem ersten Platz? Nein, denn die Grafikkarten mit Nvidia Geforce RTX 3080 erfüllt so ziemlich alle Anforderungen, die Gamer mit WQHD ( 2560 x 1440 Pixel) oder UHD (3840 x 2160 Pixel) an ihre Gaming-Systeme haben. Gleichzeitig hat sie eigentlich einen sehr guten Preispunkt. Die UVP von Nvidia war 699 Euro, die meisten Hersteller haben UVPs um die 800 Euro. Für diesen Preis ist die Leistung der Karten einfach unverschämt gut. Die Preise fallen langsam wieder von den Mondpreisen in vernünftige Regionen. Die Grafikkarten spielen in all unseren Benchmarks in den oberen Rängen mit, die aktuellen Modelle sind bereits mit PCIe 4.0 auf den schnelleren Bus vorbereitet. Damit sind sie auch künftig eine gute Wahl. Unser Testmodell war die Zotac Gaming GeForce RTX 3080 Trinity.

Platz 2 geht an die Geforce RTX 3060 Ti, vertreten durch das Modell KFA2 RTX 3060 Ti (Testbericht). Uns hat überrascht, wie viel Power in dieser Karte steckt. In unseren Benchmarks schlägt sie selbst ursprünglich deutlich teurere Modelle der letzten Generation wie die RTX 2080 Super um Längen – zu einer UVP, die ein Bruchteil der 2080 Super ist. Wir empfehlen diese Grafikkarte allen, die in Full-HD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel) mit allen Detail und stabil hohen Frameraten jenseits der 144 Hz spielen wollen. WQHD (2560 x 1440 Pixel) ist ebenfalls drin, dann muss man aber wahrscheinlich ein paar Qualitätseinstellungen zurückdrehen. Dennoch, für den Preis (der UVP war immerhin 399 Euro) sind die Grafikkarten richtig solide Mainstream-Karten.

Platz da, hier kommt AMDs Radeon mit RDNA2-Chipsatz. Im Test hatten wir ein Sapphire Nitro Radeon RX 6700 XT und diese Karte ist eine sehr gute Vertreterin ihrer Familie. Zwar kommt sie in den synthetischen Benchmarks wie dem 3D Mark nicht ganz an die aktuelle RTX-Generation von Nvidia heran, in den Spielen dreht sich das aber. Gerade in Borderlands 3 zeigt sie, was sie auf dem Kasten hat und schlägt bei der WQHD-Auflösung sogar die RTX 3080. Insgesamt ist es eine starke Grafikkartenfamilie, die endlich hardware-seitiges Raytracing beherrscht. Allerdings lief das zum Testzeitpunkt noch nicht in allen Spielen. So nutzte sie beispielsweise bei Crysis: Remastered nur Raytracing per Software, schafft damit aber beeindruckende Werte. Preislich liegen die Karten aktuell auf dem Niveau der RTX 3060 Ti. Wer jetzt sofort Hardware-Raytracing und vor allem die Beschleunigung DLSS nutzen möchte, der sollte zur Nvidia-Karte greifen. Wer noch etwas warten kann und potenziell mehr Reserven haben möchte, für den ist eine RX 6700 XT die richtige Wahl, vor allem, wenn AMDs neue Technik FidelityFX Super Resolution sich breit durchsetzt. Mehr zur Technik schreibt heise online im Artikel AMD FidelityFX Super Resolution soll Spiele auch auf älteren PCs beschleunigen.

Die Nvidia Geforce RTX 3090 wird in der Topliste vertreten durch die Zotac Gaming GeForce RTX 3090 Trinity (Testbericht). Sie ist eine Karte für Liebhaber und Profi-Zocker, anders kann man es nicht sagen. Nicht nur legt man knapp um die 2000 Euro (1499 Euro UVP bei Nvidia) für eine der Karten auf den Tisch, der restliche PC muss zur Grafikkarte passen, sonst verschenkt man einen Großteil der Leistung. Um es klar zu sagen, die von uns getestete Zotac RTX 3090 setzte sich bei allen Benchmarks und Spielen an die Spitze, etwas, das wir für diesen Preis auch erwarten. Allerdings ist der Zuwachs gegenüber der RTX 3080 nicht so stark, dass es den Aufpreis unserer Meinung nach rechtfertigt.

Die Nvidia Geforce RTX 3070, vertreten durch die Zotac Gaming Geforce RTX 3070 Twin Edge (Testbericht), sitzt ein wenig seltsam in der Mitte. Von unten wird sie von der Preis-Leistungs-Karte RTX 3060 Ti bedrängt, oberhalb lockt die RTX 3080 mit besserer Leistung für einen eigentlich nicht so hohen Aufpreis. Nichtsdestotrotz, die RTX 3070 schlägt ihre Vorgänger-Karte, etwa die RTX 2070 Super, um Längen. Wer in WQHD-Auflösung spielen möchte, aber den Aufpreis für eine RTX 3080 scheut, der macht damit nichts verkehrt. Wir können uns ebenfalls gut vorstelle, dass die Karte vor allem in fertigen Gaming-PCs zum Einsatz kommt. Hier ist die RTX 3070 eine gute Wahl, die ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis liefert. Nvidia hat bereits die Geforce RTX 3070 Ti in den Handel geschickt, diese arbeiten mit einem höheren Takt bei Chip und Speicher. Die aktuellen Straßenpreise sind fast identisch, sodass wir Käufern eher zur TI-Version raten würden.

Wenn jetzt sofort eine Grafikkarte unter 250 Euro her muss und Dinge wie Hardware-seitig berechnetes Raytracing oder DLSS egal sind, dann ist unser Tipp aktuell eine Nvidia GTX 1650, im Test vertreten durch die Zotac GTX 1650. Die Grafikkarten liefern in Full-HD-Auflösung ordentliche Leistung, Borderlands 3 etwa ließ sich damit mehr als flüssig spielen. Sie sind ebenfalls fit für VR-Anwendungen brauchbar. Dazu gehört sie aktuell zu den günstigsten Karten im Handel. Wenn also die Grafikkarte stirbt und nach einem bezahlbaren Ersatz gesucht wird, sollte die GTX 1650 oben auf der Anschaffungsliste stehen.

Die Radeon RX 5700 XT kommt aus der letzten Grafikkartengeneration von AMD. Es handelt sich dabei um keine schlechte Karte, die Gigabyte Radeon RX 5700 XT Gaming OC 8G (Testbericht) bewies das Gegenteil. Allerdings sind die wenigen Grafikkarten, die es im Handel gibt, zum Redaktionsschluss deutlich teurer als die RX 6700 XT. Entsprechend raten wir zur neueren Grafikkarte.

Die Nvidia RTX 2060, vertreten durch die KFA2 GeForce RTX 2060 (1-Click OC) (Testbericht), war lange unsere Preis-Leistungs-Empfehlung für die letzte Generation der Nvidia-Grafikkarten. Sie liefert noch immer genügend Leistung fürs Spielen in Full-HD-Auflösung, allerdings ist die RTX 3060 Ti einfach um ein Vielfaches stärker – wir würden eher dazu raten. Alternativ gibt es die RTX 2060 in einer Super-Variante, die etwas mehr Leistung bringt. Mehr dazu im Artikel RTX 2060 oder 2060 Super? Duell der RTX-Einsteiger-GPUs.

Schwächer als die RX 5700 XT, preislich knapp unter der RX 6700 XT. Die AMD Radeon RX 5600 XT war eine sehr solide Grafikkarte, ist allerdings inzwischen nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Da sind AMD RDNA2 und Nvidia Ampere einfach deutlich schneller und liefern mehr fürs Geld.

Die AMD Radeon RX 580 war lange unsere absolute Einsteigerkarte, wenn man neben Zocken auch noch Virtual Reality nutzen wollte. Inzwischen ist sie aus der vorletzten Generation und wird nicht mehr produziert – was leider mit zu einem massiven Preisanstieg beitrug. Zu den aktuellen Preisen ab etwa 450 Euro sollte man die RX 580 auf keinen Fall kaufen, das ist viel zu überteuert für die Leistung. Sieht man aber auf den Preisverlauf, zeigen sich Tiefstpreis um die 140 Euro. Das ist immer noch sehr gut, wenn man einen günstigen PC fürs Zocken und VR bauen möchte. Zumindest, solange die anderen Grafikkarten weiter teuer bleiben. Ansonsten raten wir zu neueren Modellen.

Zum Redaktionsschluss ist der erste Tipp noch immer: Wer jetzt nicht sofort eine neue Grafikkarte benötigt, der sollte abwarten. Die Preise bewegen sich nach unten, zwar langsam, aber beständig. Neben einem abflauenden Interesse für Cryptowährungen dürften auch endlich genügend Karten in den Markt kommen – zumindest bis der Chip-Engpass die Preise wieder nach oben schießen lässt.

Wer jetzt neu kauft, der sollte auf AMD Radeon RDNA2 oder Nvidia Geforce Ampere setzen. Beide Chipsätze leisten deutlich mehr als ihre Vorgänger und sind fit für die Zukunft. Als Notfall-Grafikkarte macht man mit der GTX 1650 wenig verkehrt, auch wenn sie ihre Limits hat. Eine Alternativ ist es, einen Cloud-Gaming-Dienst zu nutzen, bis die Preise für die besseren Karten fallen. Mehr dazu im Ratgeber PC-Spiele auf Handy und TV zocken: So gut laufen Valheim, Witcher 3 & Co mit Cloud Gaming.

Wer noch warten und eine andere Komponente im PC aufrüsten möchte, der sollte einen Blick in den Ratgeber PC-Upgrade: Welche Komponenten man jetzt kaufen sollte werfen. Gerade RAM oder NVMe-Speicher lohnt sich, auch ein schickes neues Gehäuse ist bezahlbar. Außerdem passt zur schnellen Grafikkarte ein flinkes Display mit hoher Bildwiederholrate. Wie man den besten Bildschirm aussucht, zeigen wir in der Kaufberatung Gaming-Monitore: Displays zum Zocken.

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