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Top 10: Die Smartphones mit der besten Akkulaufzeit

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Die Laufzeit eines Handys hängt von vielen Faktoren ab, es geht um mehr als nur Akkukapazität. Wir zeigen die zehn wirklich ausdauerndsten Smartphones aus unseren Tests.

Update vom 20.07.2021

Grundsätzlich setzt sich die Akkulaufzeit eines Smartphones aus mehreren Variablen zusammen. Welche das sind, ist auf den ersten Blick gar nicht immer ersichtlich. Dabei entscheidet das Durchhaltevermögen eines Handys grundlegend, wie zufrieden Nutzer mit ihrem Modell sind. In einer Befragung des Markt- und Konsumentendatenanbieters Statista betreffen drei der ersten fünf Anforderungen an ein neues Smartphone die Akku-Power. Auf Platz Eins steht eine deutlich längere Akkulaufzeit.

Den schnellsten und einfachsten Überblick über die zu erwartende Laufzeit eines Smartphones mit einer Akkuladung bietet die Akku-Kapazität. Inzwischen sind Handys mit 4000 mAh fast schon unterdurchschnittlich bestückt, weit drunter sollte es bei Android-Geräten nicht sein. Je größer die mAh-Zahl, desto länger ist die zu vermutende Laufzeit. Inzwischen gibt es vereinzelt Modelle mit deutlich mehr als 10.000 mAh, die enorme Laufzeiten versprechen. Allerdings ist die Akkuleistung nur ein Anhalt, weitere Faktoren haben ebenfalls Einfluss auf die tatsächliche Laufzeit. Übrigens: Lithium-Ionen-Akkus haben zwar keinen Memory-Effekt mehr und müssen daher nicht jedes Mal vollständig geladen werden, aber sie altern. Mit zunehmenden Ladezyklen verlieren sie immer mehr an Leitung.

Der Chipsatz eines Smartphones bestimmt nicht nur die Leistung, sondern auch die Effizienz. Eine maßgebliche Kennzahl ist die Strukturgröße des Herstellungsprozesses, die in Nanometer gemessen wird. Vereinfacht gesagt gilt: Je kleiner die Strukturgröße, desto effizienter arbeitet der Chip. Erste mobile Chipsätze haben zum Zeitpunkt des Artikels 5 Nanometer, dazu zählen die High-End-Prozessoren Huawei Kirin 9000, Exynos 2100 aus dem Samsung Galaxy S21 Ultra, Qualcomm Snapdragon 888 und der Apple A14 aus dem iPhone 12. Entsprechende Chipsätze kommen früher oder später aus den High-End-Smartphones auch in die Mittelklasse, außerdem gibt es inzwischen auch Chips wie den Mediatek Dimensity 700 für Android-Smartphones, der speziell für Mittelklasse-Smartphones entwickelt wurde.

Mit am meisten Strom verbraucht der Bildschirm eines Handys. Unterschiede gibt es bei der Technik, weiterer entscheidender Faktor ist die Größe. Ein LCD benötigt ständig eine Hintergrundbeleuchtung für den ganzen Screen, auch wenn Schwarz dargestellt wird. Bei OLED ist das anders, hier leuchten die einzelnen Pixel selbstständig und schwarze Bildpunkte verbrauchen keinen Strom. Der Faktor Größe sollte selbsterklärend sein: je mehr Fläche, desto mehr Beleuchtung. Entsprechend steigt der Strombedarf.

Auch alle anderen Hardware-Komponenten benötigen Strom: Viel GB RAM, Flash-Speicher, Speicher in Form einer Micro-SD-Karte und vor allem Technologien zur Sprach- oder Datenübertragung wie GSM, WLAN oder Bluetooth verringern die Akku-Laufzeit. Hier hängt es stark von der Stärke der Datenverbindung ab, wie viel Strom dafür tatsächlich benötigt wird. Das verdeutlicht ein einfaches Beispiel, das vermutlich jeder schon selbst erlebt hat:

Das iPhone, das morgens auf dem Nachttisch vergessen wurde, hat am Abend nur wenige Prozentpunkte Leistung des Smartphone-Akkus verloren. Ein Smartphone in der Jackentasche, das über den Tag während einer Reise weitgehend ungenutzt blieb, ist abends hingegen fast leer. Grund ist die Signalstärke: Zuhause lag das Gerät in Reichweite von gleichbleibend starkem WLAN und auch die GSM-Verbindung war konstant stark. Unterwegs sucht das Gerät (sofern nicht anders eingestellt) immer wieder nach Netzen in der Umgebung und muss sich ständig in neue Mobilfunkzellen einbuchen. Das kostet Leistung und damit Strom und senkt die maximale Standby-Zeit. Das gilt natürlich erst recht für den Betrieb von zwei SIM-Karten in Dual-SIM-Smartphones.

Auch die Software entscheidet darüber, wie effizient ein Handy mit dem Strom haushaltet. So können Hersteller über ihre eigenen Nutzeroberflächen mit beeinflussen, welche Apps wie lange im Hintergrund aktiv bleiben oder wie lange Datenverbindungen unter bestimmten Umständen angeschaltet sind. Dabei gilt es immer, eine Balance zwischen Nutzbarkeit und Stromverbrauch zu finden. Übertreibt es der Hersteller mit dem Abschalten von Funktionen, schränkt das den Nutzen des Smartphones ein. Hier haben übrigens Hersteller wie Apple einen Vorteil: Während Android bei zahllosen unterschiedlichen Hardware-Kombinationen funktionieren muss, kann Apple seine Software optimal auf die von ihm gewählte (und teilweise selbst modifizierte) Hardware anpassen.

Ein bloßer Blick auf das Datenblatt reicht also nicht, um die Akkulaufzeit eines Smartphones bestimmen zu können. Stattdessen braucht es einheitlicher Tests. Wir verwenden daher für unsere Tests den Battery Test von PCmark Work 2.0. Er wird bei einer festen Display-Helligkeit von 200 cd/m² durchgeführt und absolviert dann automatisiert diverse Aufgaben wie Websurfing, Bildbearbeitung und einiges mehr, um einen Arbeitsalltag zu simulieren. Gemessen wird dabei nur bei einem Akkufüllstand zwischen 80 und 20 Prozent.

Platz 1: Gigaset GX290 Plus

Auf den ersten Blick dürfte es kaum verwundern, dass ein Outdoor-Smartphone auf dem ersten Platz unseres Akku-Rankings steht. Denn die haben oftmals große Akkus, schließlich findet man in der Natur nicht an jedem Baum eine Steckdose. Allerdings haben längst nicht alle Outdoor-Smartphone ausdauernde Akkus, außerdem setzen viele dieser Modelle auf ältere Technik, die entsprechend mehr Strom verbraucht. Beim Gigaset GX290 Plus (Testbericht) gibt es damit offensichtlich kein Problem, denn im Battery Test von PCmark kam das Gerät auf sagenhafte 17 Stunden Daueraktivität - das schaffte bislang kein anderes Smartphone in unseren Tests. Hilfreich für den niedrigen Stromverbrauch: die 720p-Auflösung des IPS-LCD, eine einfache Kameras, ein nicht übermäßig starker Chipsatz, mäßiger Speicher und vor allem ein 6200 mAh starker Akku. Dass das Gerät gegen Wasser und Stöße weitestgehend resistent ist, dürfte klar sein.

Platz 2: Xiaomi Redmi Note 9T

Schon auf dem zweiten Platz schafft es ein “normales” Smartphone. Das mittlerweile unter 200 Euro günstige Xiaomi Redmi Note 9T (Testbericht) kommt dafür sogar mit einem deutlich kleineren Akku aus. Er leistet “nur” 5000 mAh, dafür ist die restliche Technik moderner. So werkelt ein aktueller Dimensity 800U als Antrieb in dem Smartphone, der dank moderner Fertigungsweise offenbar ziemlich genügsam ist. Denn die restliche Technik sieht nur bedingt nach Sparflamme aus: Das 6,5 Zoll große IPS-LCD bietet FHD+-Auflösung, verzichtet aber auf höhere Bildwiederholungsraten. Der Speicher ist mit 4/64 oder 5/128 GByte normalgroß, die Kameras mit bis zu 48 Megapixel der Preisklasse mehr als angemessen.

Platz 3: Xiaomi Poco X3 NFC

Das Xiaomi Poco X3 NFC (Testbericht) begeisterte uns schon im Test mit seinem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis. Das 6,7 Zoll große IPS-LCD mit 120 Hertz überzeugte ebenso, wie die Leistung des Snapdragon 732G, der von 6 GByte RAM unterstützt wird. 64 GByte in der kleinsten Version sind ebenfalls mit dabei. Die Quad-Kamera liefert zumindest bei gutem Licht adäquate Ergebnisse. Highlight ist - zumindest in dieser Auflistung - vor allem der Akku. Er leistet 5160 mAh und lässt sich mit 33 Watt schnellladen. Wir ermittelten eine Onscreen-Zeit von rund 16 Stunden - das ist beeindruckend.

Platz 4: Motorola Moto G9 Play

Ebenfalls auf etwa 16 Stunden kam das Motorola Moto G9 Play (Testbericht). Hierfür reicht dem Modell ein Akku mit 5000 mAh, der allerdings nur mit 15 Watt geladen werden darf. Der Screen ist 6,5 Zoll groß und gibt nur 60 Hertz sowie 1600 × 720 Pixel wieder. Als Antrieb dient ein ausreichend potenter Snapdragon 662, der von 4 GByte RAM unterstützt wird. Auch hier bietet die günstigste Version 64 GByte internen Speicher. Die Triple-Cam macht bei gutem Licht brauchbare Fotos.

Platz 5: Xiaomi Mi Note 10 Lite

Der Dritte im Bunde, der in unseren Tests auf etwa 16 Stunden Dauer-Screen-on-Zeit kam, ist das Xiaomi Mi Note 10 Lite (Testbericht). Der Hersteller setzt hier auf ein OLED-Display mit 6,5 Zoll, die Quad-Kamera lieferte im Test gute Ergebnisse in Relation zum Preis. Ein Snapdragon 730G verleiht dem mit 6 GByte RAM ausgestatteten Modell für ausreichende Leistung, Daten verschwinden im 128 GByte großen internen Speicher. Die 5260 mAh des Akkus lassen sich mit 30 Watt zügig laden.

Platz 6: Xiaomi Poco F2 Pro

Xiaomis Tochter Poco hatte 2020 ein starkes Jahr, das Poco F2 Pro (Testbericht) lieferte im Test ebenfalls ein richtig gutes Ergebnis ab. Wie beim günstigen Poco X3 NFC ist der Screen 6,7 Zoll groß, nutzt aber OLED-Technik bei nur 60 Hertz. Die niedrige Bildwiederholungsrate ist gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt des ansonsten hervorragenden Smartphones. Die Kamera liefert gute Ergebnisse vor allem bei Tag, für überzeugende Power liefert der Spitzen-Chipsatz Snapdragon 865 im Verbund mit 8 GByte RAM. Intern bietet das Modell 256 GByte Speicher und der mit 30 Watt ladbare Akku leistet 4700 mAh. Das reicht, um starke 14,5 Stunden Dauerlauf zu gewährleisten.

Platz 7: Xiaomi Mi 10T Pro

Und noch mal Xiaomi: Das Mi 10 T Pro (Testbericht) überzeugte im Test ebenfalls. Richtige Schwachpunkte hat das Modell nicht: Das 6,7 Zoll große OLED-Display mit 144 Hertz ist hervorragend, die Quad-Cam stark und dank Snapdragon 865 und 8 GByte RAM kommt keine Langeweile auf. Lediglich die 128 GByte interner Speicher ohne Erweiterungsmöglichkeit passt nicht ganz zur Oberklasse. Die 5000 mAh des Akkus reichen für 14 Stunden Dauer-Screen-on-Zeit in unserem Test.

Platz 8: Xiaomi Mi 10

So überzeugt wie von vielen anderen Xiaomi-Smartphones waren wir beim Xiaomi Mi 10 (Testbericht) nicht. Das lag gar nicht an der Leistung der einzelnen Komponenten, denn die ist richtig gut. Das gilt auch für die Kamera, deren Hauptlinse richtig tolle Fotos macht. Aber es fehlt was: kein Teleobjektiv, dafür aber 2-Megapixel-Makro in einem Smartphone für über 600 Euro? Unpassend, finden wir. Der Rest ist hingegen gut: Snapdragon 865, 8 GByte RAM und 128 GByte interner Speicher sind ordentlich. Dank des Akkus mit seinen 4780 mAh und 30 Watt Schnellladen schaffte das Modell in unserem Test rund 14 Stunden Daueraktion.

Platz 9: Realme C3

Das günstigste Modell in dieser Liste ist das Realme C3 (Testbericht). Es gehörte zum Aufgebot, welches der Hersteller zur Eroberung des deutschen Marktes 2020 in den Ring warf. Beim Akku zumindest war das eine hervorragende Entscheidung, denn in unserem Test lief das Modell 14 Stunden am Stück - das schafften nur wenige andere Smartphones. Die restliche Technik musste demgegenüber etwas zurückstecken, dafür war der Preis aber auch von Anfang an erstaunlich niedrig: Das 6,5 Zoll große Display bietet nur 720p, die Triple-Cam ist eher zweckmäßig und der Helio G70 mit nur 3 GByte RAM reißt keine Bäume aus. Im Alltag ist das dennoch in Ordnung, für 64 erweiterbare GByte internen Speicher gilt das auch. Die 14 Stunden On-Screen-Zeit erreicht das Modell seines 5000-mAh-Akkus.

Platz 10: Nokia X20

Noch ein Beispiel für Stromsparvorteil einer niedrigen Bildwiederholungsrate: Das Display des Nokia X20 (Testbericht) bietet zwar 1080p, aber nur mit 60 Hertz. Das verhilft dem Gerät zu stolzen 14 Stunden Laufzeit in PCmark. Die restliche Technik ist eher einfach: Snapdragon 480, immerhin 8/128 GByte Speicher und eine Kamera mit bis zu 64 Megapixel. Besonderes Augenmerk hat Hersteller HMD Global beim Nokia X20 auf Nachhaltigkeit gelegt – da steht die Technik nicht an erster Stelle.

Akku-Leistung hat oft wenig mit tatsächlicher Ausdauer eines Smartphones zu tun. Das zeigen Ausnahme-Modelle wie das Moto G 5G eindrucksvoll. Auffällig ist das gehäufte Auftreten einiger Hersteller: Xiaomi, Motorola und Realme sind überproportional vertreten, Marktführer und andere große Namen wie Samsung und Huawei gar nicht. Außerdem ist die fast ausschließliche Nutzung von Qualcomm-Chips bei den ausdauerndsten Smartphones klar ersichtlich. Mit der richtigen Technik erreichen Smartphones heute deutlich bessere Laufzeiten, als Modelle mit Riesenakku vor wenigen Jahren.

Wer nicht zwingend die Akkulaufzeit als Hauptkaufargument ansieht, sollte einen Blick auf unsere Top 10 der besten Smartphones bis 200, bis 300 Euro oder bis 400 Euro werfen.

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