TechStage | Tests, Ratgeber und Kaufberatungen zu Smartphones, Smart Home, Computer und Technik, die Spaß macht

Realme 8 5G

Teile diesen Beitrag

Beliebt auf TechStage

HDD, SSD, M.2-NVMe: So bekommt man am meisten Speicher fürs Geld

Autobatterie: Starthilfe per Powerbank und Ladegeräte zur Pflege

RC-Spielzeug für Multiplayer: Auto, Drohnen und Co mit Battle-Funktion

Fahrradleuchten: Helles Licht mit Akku oder Batterie ab 15 Euro

Schlechte Bildqualität wegen Digitalzoom in Smartphones muss nicht sein, dafür gibt es optische Teleobjektive. Die haben aber längst nicht alle Modelle. Wir zeigen die 10 günstigsten Smartphones mit guter Tele- und Ultraweitwinkelkamera.

Seit 2020 gibt es immer mehr Smartphones, die statt eines optischen Teleobjektivs eine Makrokamera aufbieten. Das gilt in erster Linie für günstige Smartphones bis zur Mittelklasse, aber auch Oberklassemodelle wie das Xiaomi Mi 11 (Testbericht) folgten diesem Trend oder setzten ihn wie das Xiaomi Mi 10 (Testbericht) sogar mit. Der Nutzer hat damit gleich mehrfach das Nachsehen: Einerseits können Hersteller bei weniger Kosten auf dem Datenblatt der Geräte zusammen mit meist überflüssigen Tiefensensoren mit Triple- oder Quad-Cams protzen, im Alltag dürften Makroaufnahmen deutlich weniger als Tele-Fotos hilfreich sein. Die Qualität der meisten Makrokameras ist zudem auch noch ziemlich unbefriedigend.

Dabei sind Makrokameras nicht grundsätzlich falsch oder schlecht. Als Ersatz für ein deutlich universeller einsetzbares optisches Teleobjektiv erachten wir Makrolinsen allerdings als falsch. Denn einerseits knipsen gute Smartphone-Kameras hervorragende Makroaufnahmen mit dem Ultraweitwinkel bei leichtem Digitalzoom, eine dedizierte Makrokamera braucht es also gar nicht. Zum anderen werden im Alltag extreme Nahaufnahmen einfach kaum gebraucht. Stattdessen ist es viel sinnvoller, Motive mittels Telelinse verlustfrei näher heranholen zu können, ohne dabei den Standort näher an das Zielobjekt wechseln zu müssen. Denn in vielen Situationen geht das nicht – entweder, weil dadurch die Sicht verdeckt wäre, man einfach nicht näher herankommt oder schlicht, weil etwa ein Tier bei Annäherung weglaufen oder –fliegen würde.

Natürlich können auch Makroaufnahmen spannend sein. Sie erlauben grundsätzlich Einblicke in einen Makrokosmos, den wir mit dem menschlichen Auge so kaum zu sehen bekommen. Ein Insekt mit all seinen Facetten, eine Blütendolde zigfach vergrößert - das alles wirkt faszinierend, weil wir diese Motive normalerweise nicht so nah und detailliert sehen. Allerdings stimmt gerade bei den günstigen Makrokameras in den meisten Smartphones unterhalb der 500-Euro-Klasse die Bildqualität einfach nicht. Denn oftmals handelt es sich dabei um 2-Megapixel-Knipsen, denen es einfach an Auflösung mangelt und selbst bei 5-Megapixel-Makrokameras ist oft das Bildrauschen zu stark ausgeprägt und die Software versucht, die auch bei 5 Millionen Pixel nicht optimale Bildschärfe durch starke Nachbearbeitung auszugleichen. Das Ergebnis sind meist zu matschige, rauschende Aufnahmen, denen die ganze Faszination des Winzigen abhandengekommen ist.

Außerdem werden die meisten Nutzer nach dem ersten Ausprobieren kaum noch zum Makro-Objektiv greifen. Das gilt selbst für Ausnahme-Makrokameras wie im Oppo Find X3 Pro (Testbericht). Die Mikroskopkamera vergrößert nach Angaben des Herstellers Motive 50-fach und damit wesentlich stärker als normale Makrokameras. Doch auch hier kamen wir im Test zum Ergebnis, dass das anfänglich faszinierend ist, im Alltag aber keine Rolle mehr spielt – auch mangels besserer Bildqualität.

Wegen der Unsinnigkeit der Makrokameras, wie sie aktuell in Smartphones eingesetzt werden, muss eine gute Smartphone-Kamera daher aus Haupt- Tele- und Weitwinkelkamera bestehen. Die sind aber längst nicht in allen Smartphones zu finden. Wir haben daher die 10 günstigsten aktuellen Modelle herausgesucht, die die aufgezählten Linsen bieten.

Anmerkung: Bei den im Laufe des Artikels als “optische Teleobjektive” bezeichneten Kameras handelt es sich nicht um Zoomobjektive wie bei einer Systemkamera, sondern um zusätzliche Festbrennweiten-Objektive. Das Motiv kann also nicht stufenlos herangezoomt werden, wodurch diese Art von Teleobjektiv dem Nutzer einen Teil der Flexibilität, der durch die Vergrößerungsmöglichkeit hinzukommt, wieder raubt. Dennoch erachten wir den Zugewinn an Freiheit für den Nutzer als größer als ohne Teleobjektiv. Außerdem setzen die meisten Hersteller als Ausgleich auf sogenannten Hybridzoom, bei dem durch eine Mischung aus optischer und digitaler Vergrößerung Zwischenzoomstufen ohne sichtbare Qualitätseinbuße gelingen.

Rund 375 Euro kostet das zum Testzeitpunkt günstigste Smartphone aus 2021 mit Haupt- Weitwinkel- und Teleobjektiv: das Samsung Galaxy A72 (Testbericht). Es bietet eine Hauptkamera mit 64 Megapixel, lichtempfindlicher Blende von f/1.8 und optischen Bildstabilisator (OIS), das Weitwinkelobjektiv knipst Aufnahmen mit 12 Megapixel und f/2.2. Dritte Kamera ist eine Telebrennweite mit immerhin noch 8 Megapixel und f/2.4 für dreifache Vergrößerung. Die Makrokamera mit 5 Megapixel erscheint uns eher als überflüssig, immerhin verzichtet Samsung auf einen Tiefensensor, der normalerweise nur auf dem Papier gut aussieht.

Das Sony Xperia 10 III (Testbericht) liegt mittlerweile bei rund 430 Euro. Es setzt auf erstaunlich wenige Megapixel und verzichtet damit automatisch auf den Vorteil von Pixel Binning. Dabei werden die Bildinformationen aus mehreren Bildpunkten für je ein verbessertes Pixel verwendet, um die Bildqualität besonders bei schlechten Lichtsituationen zu verbessern. Gebräuchlich ist meist ein Verhältnis von 4:1, sodass etwa eine Kamera mit 48 Megapixel Fotos mit 12 Megapixel knipst. Das Sony-Modell setzt von vornherein auf eine Hauptkamera mit 12 Megapixel und f/1.8 mit OIS sowie einen Weitwinkel mit 8 Megapixel, f/2.2 und ebenfalls einem OIS. Die Telelinse bietet ebenfalls 8 Megapixel und eine Blende von f/2.4 für zweifache optische Vergrößerung.

Noch ein Vertreter, der auf Pixel Binning verzichtet, aber dennoch sehr gute Bildqualität aufweist: das Samsung Galaxy S20 FE (Testbericht). Die Fan Edition des S20 setzt auf je 12 Megapixel für Haupt- und Weitwinkel, die Hauptlinse (f/1.8) hat einen OIS, der Weitwinkel nicht. Die Telekamera wird dann wieder per optischem Stabilisator beruhigt und knipst Aufnahmen mit 8 Megapixel bei dreifacher Vergrößerung. Das S20 FE kostet zum Artikelzeitpunkt rund 470 Euro.

Oppo setzt bei seiner Find-X3-Serie auf eine ungewöhnliche Auflösung von 50 Megaixel für die Hauptkamera. Beim Find X3 Neo (Testbericht) verzichtet der Hersteller allerdings auf einen OIS, gleiches gilt für die restlichen Kameras. Die bestehen aus einem 16-Megapixel-Weitwinkel-, 13-Megapixel-Tele- (zweifache Vergrößerung) und 2 Megapixel-Makroobjektiv. Wie schon beim A72 halten wir auch hier die Makrokamera für überflüssig, zumal eine nur 2 Megapixel auflösende Viert-Kamera unserer Meinung nach nichts in einem zum Artikelzeitpunkt immer noch 715 Euro teuren Smartphone zu suchen hat.

Auch das Sony Xperia 5 II (Testbericht) verzichtet auf Pixel Binning. Die Hauptkamera bietet 12 Megapixel samt OIS, einen Weitwinkel mit 12 Megapixel ohne OIS und eine Telebrennweite mit ebenfalls 12 Megapixel und dreifacher Vergrößerung – wieder mit OIS. Abgerundet wird die Quad-Cam von einem Time-of-Flight-Sensor, um den Abstand zu Motiven exakt messen zu können. Das Sony-Modell liegt zum Artikelzeitpunkt bei 740 Euro.

Highlight des Asus Zenfone 8 Flip ist die Schwenkkamera. Sie wird bei Bedarf motorisch von der Rück- auf die Vorderseite geklappt und macht eine ohnehin meist schwäche Frontkamera überflüssig. Selfies können dann auf Wunsch mit der 64-Megapixel starken Hauptkamera, dem 12-Megapixel Weitwinkel oder dem dreifach vergrößerten Teleobjektiv mit 8 Megapixel geknipst werden. Einen optischen Bildstabilisator gibt es dabei nicht. Das Modell kostet aktuell um 785 Euro.

Vivo setzt beim X60 Pro auf eine gradlinige Triple-Cam ohne Schnickschnack. Die Hauptkamera bietet 48 Megapixel samt einer extrem lichtempfindlichen Blende von f/1.48 und OIS, Weitwinkel und fünffach vergrößerndes Teleobjektiv haben je 13 Megapixel – beides ohne optische Stabilisation. Eine zusätzliche Makrokamera oder einen Tiefensensor gibt es nicht – recht so! Knapp 800 Euro kostet das Modell derzeit.

Den Fokus hat der Hersteller beim Oneplus 9 Pro (Testbericht) zwar nicht auf das Teleobjektiv gesetzt, aber das aktuelle Topmodell hat immerhin eine optische Vergrößerungseinheit. Sie knipst Aufnahmen mit 8 Megapixel, vergrößert um den Faktor 3,3 und wird von einem OIS unterstützt. Beeindruckender sind hingegen Haupt- und Weitwinkelkamera: Sie bannen Aufnahmen mit 48 und sogar 50 Megapixel in den Speicher, die Hauptkamera hat dabei ebenfalls einen optischen Bildberuhiger. Mit den nahezu gleich großen Haupt- und Weitwinkelsensoren gehört das Oneoplus 9 Pro für derzeit rund 810 Euro zu den wenigen Modellen, bei denen die Bildqualität von Haupt- und Weitwinkelkamera nahezu identisch hervorragend ist.

Im Gegensatz zu den günstigeren Schwestermodellen S21 und S21+ mit verlustfreiem Digitalzoom durch Crop setzt das Topmodell Samsung Galaxy S21 Ultra (Testbericht) auf optische Vergrößerung. Die Hauptkamera knipst Bilder mit satten 108 Megapixel, wobei in der Voreinstellung Pixel Binning mit Faktor 9:1 eingestellt ist, Fotos also im Endeffekt 12 Megapixel haben. Volle Auflösung ist aber auf Wunsch auch möglich. Hinzu kommen gleich zwei Teleobjektive mit je 10 Megapixel – eines für dreifache Vergrößerung, eines für zehnfache Vergrößerung. Beide sind wie die Hauptkamera mit OIS ausgestattet. Lediglich das Weitwinkelobjektiv mit 12 Megapixel kommt ohne OIS. Damit gehört das S21 Ultra derzeit zu den besten Kameraphones auf dem Markt – das kostet aber auch immer noch fast 1000 Euro.

Wie das deutlich günstigere Neo-Modell kommt auch das Oppo Find X3 Pro (Testbericht) mit 50-Megapixel-Hauptkamera, allerdings wird die von einem OIS unterstützt. Hinzu kommt ein Weitwinkel mit ebenfalls 50 Megapixel aber ohne OIS und ein Teleobjektiv mit 13 Megapixel für zweifache Vergrößerung, ebenfalls ohne. Die Makrokamera im Datenblatt ist die eingangs erwähnte Mikroskopkamera mit 50-facher Vergrößerung - faszinierend, aber im Alltag selten benutzbar. Fast 1150 Euro kostet das Modell zum Artikelzeitpunkt.

Ein vollwertiges Kamera-Smartphone besteht für uns aus Haupt-, Weitwinkel- und Teleobjektiv – Punkt. Eine Makrokamera braucht es nicht, diese Funktion wird problemlos von einem Weitwinkel mit entsprechender Vergrößerung abgefangen. Die meisten Hersteller behandeln Zoom aber eher stiefmütterlich, Ausnahmen wie das Samsung Galaxy S21 Ultra kosten dann leider schnell 1000 Euro und mehr. Letztendlich muss jeder Nutzer selbst wissen, was er bei einer Kamera abgesehen von guter Bildqualität braucht oder ob dieser Hardware-Bereich vielleicht sogar ganz unwichtig ist. So oder so: Modelle wie das Galaxy A72 zeigen, dass auch eine ordentliche Triple-Cam (also ohne Makro- und Tiefensensor!) schon in vergleichsweise günstigen Modellen gefunden werden kann.

Wer weniger Geld ausgeben will und den Schwerpunkt nicht unbedingt auf Kameraqualität, sondern auf Preis-Leistung legt, sollte unsere Top 10 der besten Smartphones bis 200, bis 300 und bis 400 Euro durchstöbern.

Tags:

Affiliate-Information

- Bei den mit gekennzeichneten Links handelt es sich um Provisions-Links (Affiliate-Links). Erfolgt über einen solchen Link eine Bestellung, erhält TechStage eine Provision. Für den Käufer entstehen dadurch keine Mehrkosten.