Top 10: Die besten Smartphones 2023 bis 100 Euro – Schrott oder Schnäppchen?

Realme C30

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Billig soll es sein und dennoch möglichst viel können? Wir erklären, was Smartphones bis 100 Euro bieten – und was nicht.

Eines sollte klar sein, wenn man ein Handy für weniger als 100 Euro sucht: Nur selten ist die Hard- oder Software übermäßig aktuell und/oder stark. Dennoch gibt es heute Modelle, die alle wesentlichen Funktionen eines Smartphones bieten und sich halbwegs ordentlich bedienen lassen, ohne dass das Gerät nach wenigen Tagen frustriert in die Ecke fliegen. Wir zeigen, was Käufer beachten sollten.

Auch günstige Smartphones benötigen ein vernünftiges Betriebssystem. Möglich macht das bei vielen Smartphones der untersten Preisklasse Android Go, das speziell für sehr einfache Hardware entwickelt wurde. So laufen Go-Versionen von Android schon mit 512 MByte RAM, auch wenn dann oft nur abgespeckte Apps ordentlich arbeiten. Die können Nutzer aber meist gegen die normalen Versionen aus dem Play Store austauschen – auch wenn es dann gerade bei wenig Arbeitsspeicher und meist schwachen Prozessoren in der Regel keine flüssige Bedienung gibt. Normalerweise sind aber die Go-Varianten bekannter Apps brauchbar.

Für Updates müssen die Chip-Hersteller den Smartphone-Produzenten Geräte und Google-Code zur Verfügung stellen. Während Qualcomm das noch recht zuverlässig tut, sieht es bei günstigeren Anbietern oft anders aus. Daher ist bei besonders günstigen Smartphones normalerweise nicht mit Versions-Upgrades von Android zu rechnen. Das ist besonders schade, da manche Smartphones unter 100 Euro noch mit Android 10 (oder älter) ausgeliefert werden. Updates auf Android 11 sind normalerweise nicht zu erwarten, doch es gibt immer mehr Ausnahmen. Entsprechend ist sogar Android 11 und 12 für unter 100 Euro zu haben. Da wir uns auf aktuelle Modelle ab mindestens 2021 konzentriert haben, bietet sogar der Großteil Android 11 (oder höher) an.

Es wurde bereits angedeutet: Günstige Smartphones bieten oftmals nur eine geringe Speicherausstattung. Das betrifft den Arbeitsspeicher, dessen geringe Größe zumindest in einigen Bereichen durch Android Go ausgeglichen wird, aber auch den Massenspeicher. So haben besonders günstige (und ältere) Modelle nur 8 GByte internen Speicher, den Nutzer zum Glück in den meisten Fällen per Micro-SD-Speicherkarte erweitern können. Somit stellt zwar zumindest der Speicherplatz kein großes Problem dar, wir empfehlen aber dennoch Modelle mit mindestens 16 GByte internem Speicher und 2 GByte RAM – beides ist bis 100 Euro auch in aktuellen Modellen gut zu bekommen. In unserer aktuellen Top 10 haben die meisten Modelle sogar 32 GByte internen Speicher, eines noch mehr.

Chipsätze in der unteren Preiskategorie kommen meistens mit wenig CPU-Kernen und schwacher Grafikeinheit daher. Während bei höherpreisigen Modellen längst Octa-Cores normal sind, nutzen Smartphones bis 100 Euro bisweilen immer noch Quad-Cores. Zwar bedeuten mehr Prozessorkerne nicht zwingend mehr Leistung, tendenziell ist das bei Smartphones aber so – auch bei günstigen Chips. Auch stammen die Prozessoren überwiegend nicht von Markenherstellern wie Qualcomm, sondern von günstigeren Anbietern wie Mediatek oder eher Unisoc (ehemals Spreadtrum). Das bringt bisweilen Nachteile beim Stromverbrauch und bei der Update-Fähigkeit des Betriebssystems mit sich. Wir haben in die aktuelle Top 10 überwiegend Modelle mit acht Kernen aufgenommen und raten das auch dringend an.

Günstige Smartphones haben günstige Displays. Was wie eine Binsenweisheit klingt, macht sich nicht nur durch niedrige Auflösung und oft auch eine kleinere Diagonale bemerkbar, sondern auch bei Helligkeit, Farbwiedergabe und Blickwinkelabhängigkeit. Doch auch hier gilt: Der Markt wandelt sich, bisweilen sind sogar Modelle mit FHD+-Auflösung für unter 100 Euro zu haben. Wir empfehlen eine Auflösung von wenigstens 720p (1280 × 720 Pixel oder höher). OLED gibt es für diesen Preis nicht und FHD+ nur bei älteren Modellen, die ursprünglich teurer waren.

Auch erschwingliche Smartphones haben Kameras – die sind aber eher schön auf dem Datenblatt anzuschauen, als für gute Fotos zu gebrauchen. Megapixel, Anzahl der Kameras, Pixel-Größe, Blende – all das sind Punkte, an denen Hersteller von Smartphones für unter 100 Euro kräftig sparen. Selbst bei Tageslicht ist daher nur mäßige Bildqualität zu erwarten. Kameras sollten entsprechend kein Kaufkriterium bei günstigen Smartphones sein – auch wenn die Hersteller selbst in diesem Preisbereich bisweilen mit Triple-Cams werben. Dabei handelt es sich aber meist um einen zusätzlichen Makro- und Tiefensensor, selten um eine Weitwinkellinse als Beiwerk zur Hauptlinse. Im Alltag sind Kameras bei so günstigen Smartphones größtenteils zu vernachlässigen.

Früher hatten besonders die günstigen Smartphones beim Thema Akku im Vergleich zu deutlich teureren Modellen sogar einen Vorteil. Denn oftmals ließen sich die Powerpacks mit wenigen Handgriffen austauschen. Inzwischen haben auch günstige Smartphones längst den Wandel hin zu fest eingebauten Akkus vollzogen, wechselbar sind sie nur noch in seltenen Fällen. Kabelloses Aufladen gibt es bis 100 Euro nicht und sonderlich schnell laden solche Modelle ebenfalls nicht.

Selbst günstige Smartphones bieten heute vieles von dem, was auch Modelle für 1000 Euro können – nur größtenteils in stark abgespeckter Form. So verbinden sich auch Smartphones für 50 Euro mit dem WLAN, funken aber überwiegend nicht mit 5 GHz, sondern nur mit 2,4 GHz und sind deutlich langsamer dabei. Wi-Fi 6 gibt es bis 100 Euro aktuell gar nicht. GPS wird zwar ebenfalls unterstützt, andere Positionierungsnetzwerke wie GLONASS oder Galileo hingegen oft nicht. LTE ist mittlerweile fast immer vorhanden, meist aber mit vergleichsweise niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Außerdem ist noch der inzwischen veraltete Micro-USB-Anschluss statt aktuellem USB-C anzutreffen. Die genannten Beispiele lassen sich auf fast alle Features eines besonders günstigen Smartphones übertragen.

Unter 50 Euro gibt es keine empfehlenswerten, halbwegs aktuellen Smartphones. Natürlich kann man zur Not auch zu älteren Modellen greifen, schließlich ist sowohl ein älteres als auch ein günstiges Smartphone immer noch besser als gar keins. Raten würden wir dazu aber nur noch im äußersten Notfall und wenn das Budget absolut nicht mehr hergibt. Grund ist neben niedriger Display-Auflösung und schwachem Prozessor vorrangig der mit 1 GByte häufig zu kleine Arbeitsspeicher solcher Modelle. Lange Spaß hat damit kaum ein Nutzer. In diesem Fall lohnt vielleicht der Blick auf ein Feature Phone (Ratgeber), die es teilweise schon deutlich unter 50 Euro gibt.

Über 50, vor allem aber zwischen 85 und 100 Euro gibt es etliche empfehlenswerte Modelle, die besten davon tummeln sich ganz dicht an der 100-Euro-Schallmauer.

Das Realme C30 (Testbericht) mit 6,5 Zoll großem Display ist für den Preis spitze: Der Unisoc Tiger T612 bietet im Vergleichsfeld die meiste Power und zusammen mit 3/32 GByte Speicher bietet das günstige Smartphone auf absehbare Zeit noch ausreichende Leistungsreserven. Der Akku ist zudem mit 5000 mAh kräftig, die einzelne Kamera mit ihren 8 Megapixel dafür ehrlich, aber eher zweckmäßig. Android 11 ist an Bord.

Das zweitplatzierte Realme Narzo 50i Prime (Testbericht) bietet nahezu die gleiche Ausstattung wie das C30 auf dem ersten Rang. Dazu gehört die gleiche Kamera mit 8 Megapixel, der Tiger T612 als Chipsatz, 3/32 GByte Speicher und der Akku mit 5000 mAh. Das Narzo 50i Prime bietet ebenfalls eine 720p-Auflösung beim 6,5-Zoll-Display. Android 11 gibt es auch.

Auf dem dritten Platz sehen wir in dieser Aktualisierung der Top 10 das Realme C21Y. Das hat mehrere Gründe: Das IPS-LC-Display ist 6,5 Zoll groß und liefert 720p-Auflösung, die Kamera bietet mit 13 Megapixel in dieser Preisklasse recht viel und der Unisoc Tiger T610 hat mit seinen 8 Kernen bis 100 Euro ordentlich Leistung. Kombiniert mit 3/32 GByte Speicher ergibt das mit dem 5000 mAh starken Akku ein gutes Gesamtpaket. Android 11 ab Werk gibt es ebenfalls. Schade finden wir, dass Realme immer noch auf Micro-USB setzt – wie bei den meisten Smartphones in dieser Auflistung. Das C21Y gibt es schon ab 90 Euro, mit 4/64 GByte internem Speicher wird es deutlich teurer.

Beim Realme C21 gibt es nur noch Android 10 – damit muss man beim Kauf eines besonders günstigen Smartphones leider leben. Der Rest geht hingegen in Ordnung: 6,5 Zoll mit 720p-Auflösung, Hauptkamera mit 13 Megapixel, ein Mediatek Helio G35 als Chipsatz und 3/32 GByte Speicher sind eine gute Kombi. Auch hier gibt es einen Akku mit starken 5000 mAh.

Erstmals taucht nach der Realme-Armada ein anderer Hersteller auf: Xiaomi mit dem Redmi A1+. Das Gerät zeigt sich mit Android 12 vorbildlich, kann dafür aber in anderen Bereichen nicht ganz mit den besser platzierten Smartphones mithalten. So sind zwar das 6,5 Zoll große 720p-Display und die Hauptkamera mit 8 Megapixel völlig in Ordnung für ein Smartphone bis 100 Euro, der Mediatek Helio A22 ist als Chipsatz aber merklich schwächer als die Chips der anderen Geräte. Hinzu kommen außerdem nur 2/32 GByte Speicher. Beim Akku herrscht hingegen mit 5000 mAh wieder Gleichstand.

Das Display ist beim Wiko Y82 mit 6,1 Zoll etwas kleiner, bei Auflösung und Technologie bleibt aber alles wie bei der Konkurrenz. Für die Kamera setzt Wiko ebenfalls auf eine 13-Megapixel-Optik und Antrieb ist ein SC9863A von Unisoc. Der ist nicht ganz so stark wie die zuvor verwendeten Unisoc-Chips, dafür gibt es aber auch hier wieder 3/32 GByte Speicher. Der Akku mit seinen knappen 3600 mAh ist zwar etwas schwach auf der Brust, er kann aber problemlos ausgetauscht werden – so steht theoretisch auch längeren Reisen ohne Lademöglichkeiten mit einem Ersatzakku nichts im Weg.

Beim Display gibt es keine Überraschung: 6,5 Zoll IPS-LCD mit 720p und Tropfen-Notch – wie beim Großteil der Konkurrenz. Bei der Kamera geht Xiaomi als einer der wenigen Hersteller einen sehr ehrlichen Weg und verzichtet auf das Aufhübschen des Datenblattes mit sinnlosen Zusatzlinsen. Stattdessen gibt es eine Hauptkamera mit 13 Megapixel – fertig. Der eingebaute Mediatek Helio G25 ist etwas stärker als die in den folgenden Smartphones eingebauten Chipsätze, das rettet dem Xiaomi-Phone trotz 2/32 GByte Speicher den siebten Platz. Der Akku gehört mit 5020 mAh nominell zu den stärksten im Vergleichsfeld, wobei die 20 mAh kaum einen Unterschied ausmachen dürften.

Das Redmi A1 hat mit Android 12 Go mit die aktuellste Betriebssystem-Version in dieser Top 10, der Rest reiht sich ansonsten eher im bisherigen Mittelfeld ein. Das gilt zumindest für das Display, bei der Kamera gibt es hingegen sogar nur 8 Megapixel. Auch bei diesem Modell setzt Xiaomi wieder auf Mediatek statt Unisoc und kombiniert den Helio A22 mit 2/32 GByte Speicher. 5000 mAh gibt es auch hier.

Das ZTE Blade A52 überrascht mit stolzen 2/64 GByte Speicher und USB-C statt veraltetem Micro-USB-Anschluss, der Rest ist fast identisch wie bei der Konkurrenz. So gibt es ein 6,5 Zoll großes 720p-Display, eine Hauptkamera mit 13 Megapixel und einen Akku mit 5000 mAh. Über Android 11 geht es auch hier nicht hinaus.

Das ZTE Blade A51 bietet als zweites Modell in unserer aktuellen Top 10 der besten Smartphones bis 100 Euro USB-C. Davon abgesehen gibt es wenig Besonderheiten am soliden A51. Das 6,5 Zoll große LCD bietet 720p, die Hauptkamera ordentliche 13 Megapixel und als Antrieb dient wieder ein Unisoc SC9863A. Als Speicher stehen 2/32 GByte zur Verfügung. Der Akku ist mit nur 3200 mAh erstaunlich schwach.

Ja, es gibt brauchbare Smartphones bis 100 Euro, sofern Nutzer Abstriche bei den anfangs genannten Punkten machen können. Große Marken wie Samsung sucht man hier vergeblich, die sind einfach zu teuer. Selbst Xiaomi kommt hier gerade so vor. Zu viel sollten Interessenten aber nicht erwarten, sondern stattdessen überlegen, ob sie nicht lieber etwas mehr Geld ausgeben können. Bis 150 Euro wird die Technik deutlich stärker, hier lohnt ein Blick in unsere Top 10 bis 150 Euro.

Bis 200 Euro bekommen Interessenten noch einmal bessere Technik, hier liefert unsere Bestenliste: Top 10 der Smartphones bis 200 Euro Lesestoff. Wer besonders gut im Bilde sein will, schaut sich unsere Bestenliste: Die 10 besten Kamera-Smartphones an.

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