Top 10: Die besten Handys bis 100 Euro – Warum Motorola, Realme & Co. vor Samsung liegen

Wiko Power U30

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Billig soll es sein und dennoch möglichst viel können? Wir erklären, was Handys bis 100 Euro bieten – und was nicht.

Eines sollte klar sein, wenn man ein Smartphone bis 100 Euro sucht: Nur selten ist die Hard- oder Software aktuell und/oder stark. Dennoch gibt es heute Modelle, die alle wesentlichen Funktionen eines Smartphones bieten und sich halbwegs ordentlich bedienen lassen, ohne dass das Gerät nach wenigen Tagen frustriert in den Müll wandert. Wir zeigen, was Nutzer beachten sollten.

Auch günstige Smartphones benötigen ein vernünftiges Betriebssystem. Möglich macht das bei vielen Smartphones der untersten Preisklasse Android Go, das speziell für sehr einfache Hardware entwickelt wurde. So laufen Go-Versionen von Android schon mit 512 MByte RAM, auch wenn dann oft nur spezielle abgespeckte Apps ordentlich funktionieren. Die können Nutzer aber meist gegen die normalen Versionen aus dem Play Store austauschen – auch wenn es dann gerade bei wenig Arbeitsspeicher und meist schwachen Prozessoren in der Regel keine flüssige Bedienung gibt. Normalerweise sind aber die Go-Varianten bekannter Apps brauchbar.

Für Updates müssen die Chip-Hersteller den Smartphone-Produzenten Geräte und Google-Code zur Verfügung stellen. Während Qualcomm das noch recht zuverlässig tut, sieht es bei günstigeren Anbietern oft anders aus. Daher ist bei besonders günstigen Smartphones normalerweise nicht mit Versions-Upgrades von Android zu rechnen. Das ist besonders schade, da viele Smartphones unter 100 Euro mit Android 10 (oder älter) ausgeliefert werden. Updates auf Android 11 sind normalerweise nicht zu erwarten, doch es gibt immer mehr Ausnahmen. Entsprechend ist sogar Android 11 für unter 100 Euro zu haben. Da wir uns auf aktuelle Modelle ab mindestens 2021 konzentriert haben, bietet der Großteil Android 10 (oder höher) an.

Es wurde bereits angedeutet: Günstige Smartphones bieten oftmals nur eine geringe Speicherausstattung. Das betrifft den Arbeitsspeicher, dessen geringe Größe zumindest in einigen Bereichen durch Android Go ausgeglichen wird, aber auch den Massenspeicher. So haben besonders günstige Modelle nur 8 GByte internen Speicher, den Nutzer zum Glück in den meisten Fällen per Micro-SD-Speicherkarte erweitern können. Somit stellt zwar zumindest der Speicherplatz kein großes Problem dar, wir empfehlen aber dennoch Modelle mit mindestens 16 GByte internem Speicher und 2 GByte RAM – beides ist bis 100 Euro auch in aktuellen Modellen gut zu bekommen. In unserer aktuellen Top 10 haben sogar alle Modelle mindestens 32 GByte internen Speicher, eins sogar mehr.

Chipsätze in der unteren Preiskategorie kommen meistens mit wenig CPU-Kernen und schwacher Grafikeinheit daher. Während bei höherpreisigen Modellen längst Octa-Cores normal sind, nutzen Smartphones bis 100 Euro bisweilen immer noch Quad-Cores. Auch stammen die Chips überwiegend nicht von Markenherstellern wie Qualcomm, sondern von günstigeren Anbietern wie Mediatek oder Unisoc (ehemals Spreadtrum). Das bringt bisweilen Nachteile beim Stromverbrauch und bei der Update-Fähigkeit des Betriebssystems mit sich. Wir haben in die aktuelle Top 10 nur Modelle mit acht Kernen aufgenommen.

Günstige Smartphones haben günstige Displays. Was wie eine Binsenweisheit klingt, macht sich nicht nur durch niedrige Auflösung und oft auch eine kleinere Diagonale bemerkbar, sondern auch bei Helligkeit, Farbwiedergabe und Blickwinkelabhängigkeit. Doch auch hier gilt: Der Markt wandelt sich, hin und wieder sind sogar erste Modelle mit FHD+-Auflösung für unter 100 Euro zu haben. Wir empfehlen eine Auflösung von wenigstens 720p (1280 × 720 Pixel oder höher). OLED gibt es für diesen Preis aber nicht und FHD+ nur bei älteren Modellen.

Auch erschwingliche Smartphones haben Kameras – die sind aber eher schön auf dem Datenblatt anzuschauen, als für gute Fotos zu gebrauchen. Megapixel, Anzahl der Kameras, Pixel-Größe, Blende – all das sind Punkte, an denen Hersteller von Smartphones für unter 100 Euro kräftig sparen. Selbst bei Tageslicht ist daher nur mäßige Bildqualität zu erwarten. Kameras sollten entsprechend kein Kaufkriterium bei günstigen Smartphones sein – auch wenn die Hersteller selbst in diesem Preisbereich mit Triple-Cams werben. Dabei handelt es sich aber meist um einen zusätzlichen Makro- und Tiefensensor, selten um eine Weitwinkellinse als Beiwerk zur Hauptlinse – im Alltag sind Kameras bei so günstigen Smartphones meist zu vernachlässigen.

Früher hatten besonders die günstigen Smartphones beim Thema Akku im Vergleich zu deutlich teureren Modellen sogar einen Vorteil. Denn oftmals ließen sich die Powerpacks mit wenigen Handgriffen austauschen. Inzwischen haben auch günstige Smartphones längst den Wandel hin zu fest eingebauten Akkus vollzogen, wechselbar sind sie nur noch in seltenen Fällen. Kabelloses Aufladen gibt es bis 100 Euro nicht.

Selbst günstige Smartphones bieten heute vieles von dem, was auch Modelle für 1000 Euro können – nur größtenteils in stark abgespeckter Form. So verbinden sich auch Smartphones für 50 Euro mit dem WLAN, funken aber meist nicht mit 5 GHz, sondern nur mit 2,4 GHz und sind deutlich langsamer dabei. Wifi-6 gibt es bis 100 Euro aktuell gar nicht. GPS wird zwar ebenfalls unterstützt, andere Positionierungsnetzwerke wie GLONASS oder Galileo hingegen oft nicht. LTE ist mittlerweile fast immer vorhanden, meist aber mit vergleichsweise niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Die genannten Beispiele lassen sich auf fast alle Features eines besonders günstigen Smartphones übertragen.

Unter 50 Euro gibt es keine empfehlenswerten, aktuellen Smartphones. Natürlich kann man zur Not auch zu älteren Modellen greifen, schließlich ist ein günstiges Smartphone immer noch besser als gar keins. Raten würden wir dazu aber nur noch im äußersten Notfall und wenn das Budget absolut nicht mehr hergibt. Grund ist neben niedriger Display-Auflösung und schwachem Prozessor vorrangig der mit 1 GByte häufig zu kleine Arbeitsspeicher solcher Modelle. Lange Spaß hat damit kaum ein Nutzer. In diesem Fall lohnt vielleicht der Blick auf ein Feature-Phone, die es teilweise schon deutlich unter 50 Euro gibt.

Über 50, vor allem aber zwischen 75 und 100 Euro gibt es etliche empfehlenswerte Modelle, die besten davon tummeln sich ganz dicht an der 100-Euro-Schallmauer.

Das Moto E20 bietet ein 6,5 Zoll großes HD-Display mit Tropfen-Notch, die Hauptkamera nimmt Bilder mit 13 Megapixel auf und zusätzlich gibt es einen Tiefenschärfesensor. Motorola baut USB-C in das günstige Modell ein, außerdem WLAN n, Bluetooth 5.0 und einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite.

Der Unisoc Tiger T606 ist mit seinen acht Kernen der stärkste Antrieb in unserer aktuellen Top 10 bis 100 Euro, die 2/32 GByte Speicher gehen zusammen mit Android Go als Betriebssystem in Ordnung. Das gilt auch für den Akku mit 4000 mAh. Highlights sind obendrein die IP52-Zertifizierung und Android 11 Go – moderner geht es derzeit nicht.

Das Realme C11 2021 sehen wir aktuell auf dem zweiten Platz. Grund ist der große Speicher: RAM und interner Speicher sind mit 4/64 GByte in dieser Top 10 ungeschlagen, da sehen wir auch mal über den schwächeren Unisoc-Chip als etwa beim drittplatzierten Modell hinweg. Das Display misst 6,5 Zoll, die Auflösung liegt bei 1600 x 700 Pixel.

Bei der Kamera wird es mit einer einzelnen Linse mit 8 Megapixel etwas knapp, leider baut der Hersteller außerdem einen Micro-USB-Anschluss ein. Als Antrieb dient der in dieser Preisklasse weitverbreitete Unisoc SC9863A, der reicht aber für normale Alltagsaufgaben aus. Mit 5000 mAh ist der Akku des Smartphones richtig stark, zusätzlich ist bereits Android 11 installiert.

Auch auf Platz drei gibt es 6,5 Zoll und 1600 x 720 Pixel Auflösung beim Display, die Hauptkamera bietet 13 Megapixel. Hinzu kommen hier statt der Linse für Tiefenschärfe des erstplatzierten Modells ein Makroobjektiv sowie eine Monochromkamera mit je 2 Megapixel - über den Sinn kann man streiten. Etwas schade ist die Verwendung von Micro-USB im Jahr 2022, aber damit ist Realme nicht allein in dieser Top 10.

Der Rest ist wie beim erstplatzierten Smartphone gut für die Preisklasse bis 100 Euro: WLAN n, Bluetooth 5.0 und ein Fingerabdrucksensor hinten – mehr gibt es bis 100 Euro derzeit nicht. Der Mediatek Helio G35 ist in Verbindung mit 3/32 GByte Speicher stark genug für im Alltag überwiegend ruckelfreie Bedienbarkeit und der Akku ist mit seinen 5000 mAh so kräftig, dass sich den Tag über niemand Sorgen um die Laufzeit machen muss. Android 10 ab Werk ist ausreichend aktuell. Unser Tipp: Das Realme C21Y ist kaum teurer, bietet aber den deutlich stärkeren Chipsatz.

Xiaomi nicht auf dem ersten Platz? Tatsächlich, in der untersten Preisklasse gibt es woanders mehr für weniger Geld. Eine schlechte Wahl ist das Xiaomi Redmi 9AT aber nicht, es kann sich nur einfach nicht ganz durchsetzen.

Es bietet ein 6,5 Zoll großes 720p-Display, eine ehrliche, einzelne Hauptkamera mit 13 Megapixel, einen ausreichenden, aber nicht übermäßig starken Helio G25 als Chipsatz und 2/32 GByte Speicher - alles nichts Außergewöhnliches, aber gut. Der Akku ist mit 5020 mAh nominell am stärksten.

Das Wiko Y82 nutzt ein 6,1 Zoll großes HD-Display, 13-Megapixel-Kamera plus Tiefensensor – und leider wieder Micro-USB. Ein Fingerabdrucksensor fehlt, allerdings gibt es immerhin 3/32 GByte Speicher, die den Unisoc 9863A unterstützen. Der Akku leistet 3600 mAh und ist ohne Werkzeug wechselbar – das ist heute selbst in der untersten Preisklasse bei Smartphones selten. Android 11 gibt es zudem ab Werk.

6,2 Zoll HD-Display, eine Hauptkamera mit 13 Megapixel plus Tiefenschärfesensor, außerdem ein Unisoc 9863A – das klingt alles wie schon gesehen in dieser Bestenliste. Die restliche Technik (Unisoc 9863A, 2/32 GByte Speicher) ist ebenfalls normaler Standard bis 100 Euro. Der Akku leistet 4000 mAh, Android 11 in der Go-Edition ist bereits installiert.

Beim Moto E6i ist der Touchscreen 6,1 Zoll groß, bietet eine Auflösung von 720p und wie die meisten Modelle eine Hauptkamera mit 13 Megapixel. Hinzu kommt eine Linse für Tiefenschärfe, die aber im Alltag keine Rolle spielt. Der eingebaute Unisoc-Chip hat acht Kerne, er wird von 2 GByte RAM unterstützt. Intern gibt es 32 GByte Speicher. Der Akku leistet nur 3000 mAh, Android ist in Version 10 Go installiert.

6,1 Zoll, 720p, IPS-LCD und Tropfen-Notch – das ist das Display des Motorola Ulefone Note 6P. Bei der Kamera bietet das Handy nur 8 Megapixel. Beim Chipsatz setzt Ulefone auf einen Octa-Core von Unisoc, der von 2 GByte RAM flankiert wird. 32 GByte interner, erweiterbarer Speicher kommen ebenfalls zum Einsatz. Der Akku leistet 3300 mAh, als Betriebssystem läuft Android 11 in der Go-Edition – das verspricht überwiegend flüssige Bedienbarkeit.

Mit 6,5 Zoll gehört das ZTE Blade A51 zu den größeren Modellen in dieser Top10, die Auflösung bleibt mit 720p aber gleich. Bei der Kamera gibt es im Wesentlichen die Hauptoptik mit 13 Megapixel. Schön ist die Verwendung von USB-Typ-C als Daten- und Ladeport.

Megapower sollten Interessenten wegen Unisoc SC9863A und 2/32 GByte Speicher nicht erwarten, dank Android 11 in der Go-Edition sollte flüssige Bedienbarkeit aber kein Problem sein. Der Akku ist mit 3200 mAh kein Kraftpaket, sollte das Modell aber über den Tag bringen.

Das Alcatel 1B bietet ein 5,5 Zoll großes Display mit HD-Auflösung, als Kamera gibt es nur eine einzelne Linse mit 8 Megapixel. Antrieb ist hier ein Qualcomm QM215, der von 2/32 GByte flankiert wird. Der Akku ist mit 3000 mAh zwar etwas knapp bemessen, dafür aber ohne Werkzeug austauschbar – so steht auch längeren Reisen ohne Lademöglichkeiten mit einem Zusatzakku nichts im Weg. Immerhin ist Android 10 an Bord. Mangels Tropfen-Notch wirkt das Smartphone etwas aus der Zeit gefallen, so ein schwarzer „Balken“ am oberen Bildrand wirkt heute etwas altmodisch.

Ja, es gibt brauchbare Smartphones bis 100 Euro, sofern Nutzer leichte Abstriche bei den anfangs genannten Punkten machen können. Große Marken wie Samsung sucht man hier vergeblich, die sind einfach zu teuer. Selbst Xiaomi kommt hier gerade so vor. Zu viel sollten Interessenten aber generell nicht erwarten, sondern stattdessen überlegen, ob sie nicht lieber etwas mehr Geld ausgeben können. Bis 150 Euro wird die Technik deutlich stärker, hier lohnt ein Blick in unsere Top 10 bis 150 Euro.

Bis 200 Euro bekommen Interessenten natürlich noch einmal bessere Technik, hier liefert unsere Bestenliste: Top-10 der Smartphones bis 200 Euro Lesestoff. In einer anderen Liste haben wir die besten Smartphones mit Android One zusammengefasst. Wer besonders gut im Bilde sein will, schaut sich unsere Bestenliste: Die 10 besten Kamera-Smartphones an.5

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