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Ratgeber: Soviel Smartphone gibt es unter 100 Euro

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Billig soll es sein und dennoch möglichst viel können? Wir erklären, was Handys bis 100 Euro bieten – und was nicht.

Update vom 11. August 2021

Eines sollte klar sein, wenn man ein Smartphone bis 100 Euro sucht: Nur selten ist die Hard- oder Software aktuell und/oder stark. Dennoch gibt es heute Modelle, die alle wesentlichen Funktionen eines Smartphones bieten und sich halbwegs ordentlich bedienen lassen, ohne dass das Gerät nach wenigen Tagen frustriert in den Müll wandert. Wir zeigen, was Nutzer beachten sollten.

Auch günstige Smartphones brauchen ein vernünftiges Betriebssystem. Möglich macht das bei vielen Smartphones der untersten Preisklasse Android Go, das speziell für sehr einfache Hardware entwickelt wurde. So laufen Go-Versionen von Android schon mit 512 MByte RAM, auch wenn dann oft nur spezielle abgespeckte Apps ordentlich funktionieren. Die können Nutzer aber meist gegen die normalen Versionen aus dem Play Store austauschen – auch wenn es gerade bei wenig Arbeitsspeicher und meist schwachen Prozessoren in der Regel keine flüssige Bedienung gibt. Normalerweise sind aber die Go-Varianten bekannter Apps brauchbar. So oder so: Android 10 ist fast schon normal, Android 11 noch eher die Ausnahme.

Es wurde bereits angedeutet: Günstige Smartphones bieten oftmals nur eine geringe Speicherausstattung. Das betrifft den Arbeitsspeicher, dessen geringe Größe zumindest in einigen Bereichen durch Android Go ausgeglichen wird, aber auch den Massenspeicher. So haben besonders günstige Modelle nur 8 GByte internen Speicher, den Nutzer zum Glück in den meisten Fällen per Micro-SD-Speicherkarte erweitern können. Somit stellt zwar zumindest der Speicherplatz kein großes Problem dar, wir empfehlen aber dennoch Modelle mit mindestens 16 GByte internem Speicher und 2 GByte RAM – beides ist bis 100 Euro auch in aktuellen Modellen gut zu bekommen.

Chipsätze in der unteren Preiskategorie kommen meistens mit wenig CPU-Kernen und schwacher Grafikeinheit daher. Während bei höherpreisigen Modellen längst Octa-Cores normal sind, nutzen Smartphones bis 100 Euro häufig noch Quad-Cores. Auch stammen die Chips meist nicht von Markenherstellern wie Qualcomm, sondern von günstigeren Anbietern wie Mediatek oder Unisoc (ehemals Spreadtrum). Das bringt bisweilen Nachteile bei Stromverbrauch und Update-Fähigkeit des Betriebssystems mit sich.

Für Updates müssen die Chip-Hersteller den Smartphone-Produzenten Geräte und Google-Code zur Verfügung stellen. Während Qualcomm das noch recht zuverlässig tut, sieht das bei günstigeren Anbietern oft anders aus. Daher ist bei besonders günstigen Smartphones normalerweise nicht mit Versions-Upgrades von Android zu rechnen. Das ist besonders schade, da viele Smartphones unter 100 Euro mit Android 10 (oder älter) ausgeliefert werden. Updates auf Android 11 sind normalerweise nicht zu erwarten, doch es gibt immer mehr Ausnahmen, entsprechend ist sogar Android 11 für unter 100 Euro zu haben. Da wir uns auf aktuelle Modelle aus 2021 konzentriert haben, bietet sogar der Großteil Android 10 (oder höher) an.

Günstige Smartphones haben günstige Displays. Was wie eine Binsenweisheit klingt, macht sich nicht nur durch niedrige Auflösung und oft auch eine kleinere Diagonale bemerkbar, sondern auch bei Helligkeit, Farbwiedergabe und Blickwinkelabhängigkeit. Doch auch hier gilt: Der Markt wandelt sich, hin und wieder sind sogar erste Modelle mit FHD+-Auflösung für unter 100 Euro zu haben. Wir empfehlen eine Auflösung von wenigstens 720p (1280 × 720 Pixel oder höher). OLED gibt es für diesen Preis aber nicht.

Auch sehr günstige Smartphones haben Kameras – die sind aber eher schön auf dem Datenblatt anzuschauen, als für gute Fotos zu gebrauchen. Megapixel, Anzahl der Kameras, Pixel-Größe, Blende – all das sind Punkte, an denen Hersteller von Smartphones für unter 100 Euro kräftig sparen. Selbst bei Tageslicht ist daher nur mäßige Bildqualität zu erwarten. Kameras sollten daher kein Kaufkriterium bei günstigen Smartphones sein – auch wenn die Hersteller selbst in diesem Preisbereich mit Triple-Cams werben. Dabei handelt es sich aber meist um einen Makro- und Tiefensensor, selten um eine Weitwinkellinse als Beiwerk zur Hauptlinse – im Alltag sind diese meist zu vernachlässigen.

Früher hatten besonders die günstigen Smartphones beim Thema Akku im Vergleich zu deutlich teureren Modellen einen Vorteil. Denn oftmals ließen sich die Powerpacks mit wenigen Handgriffen austauschen. Inzwischen haben auch günstige Smartphones längst den Wandel hin zu fest eingebauten Akkus vollzogen, der Akku ist mittlerweile bei fast allen Smartphones – auch unter 100 Euro – fest eingebaut. Modelle mit wechselbarem Akku haben wir im Beitrag: Smartphones mit Android 9 und wechselbarem Akku zusammengefasst. Kabelloses Aufladen gibt es bis 100 Euro nicht.

Selbst günstige Smartphones bieten heute vieles von dem, was auch Modelle für 1000 Euro können – nur meist in stark abgespeckter Form. So verbinden sich auch Smartphones für 50 Euro mit dem WLAN, funken aber nicht mit 5 GHz, sondern nur mit 2,4 GHz und schon gar nicht per Wifi 6. GPS wird zwar ebenfalls unterstützt, andere Positionierungsnetzwerke wie GLONASS oder Galileo hingegen oft nicht. LTE ist oft vorhanden, meist aber mit vergleichsweise niedrigen Übertragungsgeschwindigkeiten. Die genannten Beispiele lassen sich auf fast alle Features eines besonders günstigen Smartphones übertragen.

Unter 50 Euro gibt es keine empfehlenswerten aktuellen Smartphones. Natürlich kann man zur Not auch zu älteren Modellen greifen, schließlich ist ein günstiges Smartphone immer noch besser als gar keins. Raten würden wir dazu aber nur noch im äußersten Notfall und wenn das Budget absolut nicht mehr hergibt. Grund ist neben niedriger Display-Auflösung und schwachem Prozessor vor allem der mit 1 GByte zu kleine Arbeitsspeicher solcher Modelle. Lange Spaß hat damit kaum ein Nutzer. In diesem Fall lohnt vielleicht der Blick auf ein Featurephone, die es teilweise schon deutlich unter 50 Euro gibt.

Über 50, vor allem aber zwischen 75 und 100 Euro gibt es etliche empfehlenswerte Modelle, die besten davon tummeln sich ganz dicht an der 100-Euro-Schallmauer.

6,5 Zoll, 720p, IPS-LCD und Tropfen-Notch – das ist das Display des Motorola Moto E7i Power. Bei der Kamera bietet das E7i sogar noch zusätzlich zur 13-Megapixel-Optik eine (im Alltag erfahrungsgemäß uninteressante) Makrokamera. Beim Chipsatz setzt Motorola auf einen Octa-Core von Unisoc, der von 2 GByte RAM flankiert wird. 32 GByte interner, erweiterbarer Speicher kommen ebenfalls zum Einsatz. Der Akku leistet 5000 mAh, als Betriebssystem läuft Android 10 in der Go-Edition – das verspricht überwiegend flüssige Bedienbarkeit. Ein Highlight des Motorola-Handys ist die IP52-Zertifizierung, die das Gerät zumindest gegen leichte Feuchtigkeit wie Regen immun macht. Außerdem setzt Motorola beim E7i auf USB-C statt Micro-USB.

Das Display des Xiaomi Redmi 9AT ähnelt mit 6,5 Zoll, 720p, IPS-LCD und Tropfen-Notch fast wie ein Zwilling dem Bildschirm des Motorola-Smartphones auf dem ersten Platz. Bei der Kamera bietet das Modell lediglich eine ehrliche Hauptlinse mit 13 Megapixel, vorne sind es 5 Megapixel für Selfies. Angetrieben wird das Xiaomi-Handy von einem Mediatek Helio G25 mit 2 GByte RAM, intern stehen 32 GByte Speicher zur Verfügung, der sich erweitern lässt. Ein Akku mit starken 5020 mAh komplettiert das Android-10-Smartphone. Etwas störend ist die Verwendung von Micro-USB statt USB Typ C – das ist aber immer noch bei den meisten Handys unter 100 Euro normal.

Das Display des Alcatel 1SE misst 6,2 Zoll und stellt Inhalte mit 720p-Auflösung dar. Die Hauptkamera bietet 13 Megapixel, 5-Megapixel Weitwinkel und Tiefensensor. Das 1SE setzt auf einen Unisoc-Octa-Core und als einziges Smartphone in unserer Top 10 immerhin auf 3 GByte RAM. Der Akku leistet 4000 mAh und als Betriebssystem kommt Android 10 zum Einsatz. Ein Update auf Android 11 ist wohl bei Unisoc-Chips eher nicht zu erwarten.

Hersteller HMD Global bleibt bei seinen Nokia-Smartphones dem Motto treu, möglichst lange aktuelle Software zu bieten. Entsprechend kommt das C20 mit aktuellem Android 11 Go – trotz Unisoc-Chip. Der Octa-Core wird von 2 GByte RAM unterstützt, für Daten gibt es 32 GByte internen Speicher, der per Micro-SD-Karte erweitert werden darf. Etwas mau ist der Akku, er bietet nur 3000 mAh.

Beim Moto E6i ist der Touchscreen 6,1 Zoll groß, bietet wie bei allen Modellen in dieser aktuellen Fassung der Top 10 720p und wie die meisten Modelle eine Hauptkamera mit 13 Megapixel. Hinzu kommt eine Linse für Tiefenschärfe, die aber im Alltag keine Rolle spielt. Der eingebaute Unisoc-Chip hat acht Kerne, er wird von 2 GByte RAM unterstützt. Intern gibt es 2/32 GByte Speicher. Der Akku leistet nur 3000 mAh, Android ist in Version 10 Go installiert.

5,5 Zoll ist ziemlich handlich, die Auflösung ist genauso hoch wie beim Rest dieser Top 10. Die Kamera kommt mit 8 Megapixel hinten etwas sparsam daher. Highlight ist in dieser Preisklasse der Qualcomm-Chip Snapdragon 215 – bei dem es sich allerdings nur um einen Quad-Core handelt. 2/32 GByte ist gut in dieser Preisklasse, der Akku mit seinen 3000 mAh dürfte ruhig kräftiger sein. Android 10 ist in der Go-Edition installiert.

ZTE reiht sich mit einem sehr kompakten Handy in unsere Top 10 bis 100 Euro ein. Das Display misst nur 5,45 Zoll, bietet aber wie der Rest 720p. Die Frontkamera ist mit 2 Megapixel (interpoliert auf 5) etwas mickrig ausgestattet, ähnliches gilt für die einzige Hauptkamera mit gerade einmal 8 Megapixel. Der Unicsoc-Chip hat acht Kerne, der Speicher ist mit 2/32 GByte ordentlich dimensioniert. Auch hier kommt ein Akku mit 3000 mAh zum Einsatz. ZTE setzt auf Android 11 Go.

Mit 6,5 Zoll gehört das Oukitel C19 zu den großen Android-Handys unter 100 Euro, auch bei der Kamera bietet der Hersteller auf dem Papier viel: Hauptkamera mit 13 Megapixel, Makro- und Tiefensensor mit je 2 Megapixel. Als Antrieb dient ein Quad-Core von Mediatek, zu den 2 GByte RAM gesellen sich aber nur noch 16 GByte interner Speicher. Der Akku ist mit 4000 mAh wieder etwas kräftiger als bei einigen vorherigen Einsteiger-Smartphones.

6,2 Zoll mit 720p – das geht in Ordnung. Auch hier protzt der Hersteller mit 13-Megapixel-Hauptkamera nebst gleich drei weiteren Linsen. Da die aber jeweils gerade einmal 0,3 Megapixel haben, darf die getrost jeder gleich wieder vergessen. Hier kommt erneut ein Mediatek mit vier Kernen zum Einsatz, außerdem 2/16 GByte Speicher. Android 10 Go wird von einem Akku mit 4200 mAh mit Strom versorgt.

Android 11 in der Go-Version ist Wiko beim Y62 wichtig, dafür gerät die restliche Hardware etwas ins Hintertreffen. Der 6,1 Zoll große Bildschirm mit 720p geht noch in Ordnung, aber bei der Kamera wird es schon eng: Während 5 Megapixel bei der Frontkamera in dieser Preisklasse noch ausreichen, sind 5 Megapixel als einzige Hauptlinse arg wenig. Der eingebaute Helio A20 von Mediatek ist ein Quad-Core, 1 GByte RAM ist in dieser Topliste am wenigsten, 16 GByte interner Speicher (immerhin erweiterbar) unterer Durchschnitt. Auch 3000 mAh beim Akku sind wieder kein Ruhmesblatt.

Ja, es gibt brauchbare Smartphones bis 100 Euro, sofern Nutzer leichte Abstriche bei den anfangs genannten Punkten machen können. Auffällig ist bei Smartphones bis 100 Euro, dass vor allem chinesische Hersteller vertreten sind, die hierzulande (noch) kaum Beachtung finden.

Für rund 100 Euro mehr bekommen Interessenten natürlich noch einmal bessere Technik, hier lohnt ein Blick in unsere Bestenliste: Top-10 der Smartphones bis 200 Euro. In einer anderen Liste haben wir die besten Smartphones mit Android One zusammengefasst. Wer besonders gut im Bilde sein will, schaut sich unsere Bestenliste: Die 10 besten Kamera-Smartphones an.

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