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Top 7: Bestenliste smarter Video Türklingeln zum Nachrüsten

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Video-Türklingeln zum Nachrüsten sind günstig, zuverlässig und leicht zu bedienen. TechStage zeigt die besten Lösungen ab 70 Euro.

Der Postbote stellt ein Paket vor der Tür ab, ein Vertreter klingelt oder die Nachbarskatze hat auf der Fußmatte wieder ihr Geschäft verrichtet: Wer wissen will, was vor der eigenen Haustür passiert, kommt um die Anschaffung einer smarten Video-Türklingel nicht herum. Die informieren per Push-Meldung beispielsweise auf dem Smartphone, wenn etwas vor dem eigenen Haus passiert.

Professionelle Systeme von Anbietern wie Abus, Doorbird oder Legrand – etwa für Neubauten – kosten ab 500 Euro mit Bildschirm und Klingel. Sie müssen aufwändig verkabelt werden, integrieren sich dafür aber perfekt ins Haus. Alternativ gibt es Nachrüst-Lösungen bereits ab 70 Euro. Sie bieten grundlegend das Gleiche wie die Profimodelle, behelfen sich aber mit WLAN und Smartphone oder Tablet und sind daher unkompliziert in Betrieb zu nehmen. TechStage hat smarte Klingeln innerhalb der Themenwelt Überwachungskamera getestet. Zwischen 70 und 300 Euro ist alles dabei, um einen guten Marktüberblick zu geben. Die Bestenliste wird fortlaufend mit neuen Modellen erweitert, sobald sie uns zum Test vorliegen.

Der Beitrag: Smarte Türklingeln mit Video und VoIP gibt zusätzlich einen grundlegenden Einblick zu Funktionsweise, rechtlichen Rahmenbedingungen und generellen Unterschieden zwischen Funk- und WLAN-Klingeln.

Die Plätze dieser Bestenliste werden nach verschiedenen Kriterien festgelegt. Im Fokus stehen einfache Bedienbarkeit & Montage, gute Bildqualität (idealerweise mindestens Full-HD), die Möglichkeit, Bildbereiche auszuschwärzen sowie smarte Funktionen wie Personenerkennung. Video-Türklingeln, die zusätzlich einen bestehenden Gong im Haus ansteuern, werden bevorzugt behandelt. Lösungen, die den Gong außen vorlassen und nur über Smartphone & Co. klingeln, sind aus unserer Sicht unzureichend. Alle Funktionen der Klingeln haben wir in der folgenden Übersicht zusammengefasst:

Ring Doorbell 2Arlo Video DoorbellGoogle Nest HelloPhilips Welcomeye Connect 2Eufy Video Türklingel (kabelgebunden)ACME DoorbellPhilips Welcomeeye Link
Auflösung1920x10801536 x 15361600 × 12001920x10802650 x 19201280 x 7201920x1080
Erfassungsbereich160 Grad180 Grad160 Grad130 Grad160 Grad160 Grad160 Grad
WLAN2.4 GHz2.4 GHz2.4 GHz2.4 GHz2.4 GHz2.4 GHz2.4 GHz
Funk-Gongjajajaneinneinneinnein
StromversorgungKabelKabelKabel KabelKabelAkkuKabel
Türöffnerneinneinneinjaneinneinja
Winkeladapterneinjajaneinjaneinnein
Ausschwärzen von Bildbereichenjaneinneinneinneinnein nein

Die Ring Video Doorbell 2 (Testbericht) hat zwei Haken: Sie ist ungewöhnlich groß und alle App-Funktionen wie Cloud-Speicher gibt es nur, wenn man zusätzlich bezahlt. Dennoch belegt die Doorbell 2 unseren ersten Platz, schließlich erfüllt sie ihren eigentlichen Zweck voll und ganz – sie macht eine alte Klingel smart. Zudem bietet sie bei allen Einschränkungen immer noch das beste Gesamtpaket in dieser Auflistung.

Die Installation klappt auf Anhieb und Aufnahmen bei Tag und Nacht sind scharf (1920 × 1080 Pixel). Die App lässt kaum einen Wunsch offen: Individuelle Zeitpläne, Personenerkennung & Co. gehören zum Standard. Der Akku hält sechs bis acht Monate, wahlweise klappt auch die Stromversorgung über das Hausnetz. Das Ausschwärzen von Bildbereichen ist möglich – das ist in Deutschland Pflicht, sobald öffentlicher Raum auf dem Bild zu sehen ist. Und von allen getesteten Türklingeln können das nur die Produkte von Ring.

Die deutlich aktuellere Ring Video Doorbell 3 Plus (Testbericht) kann es mit der Doorbell 2 aus unserer Sicht nicht aufnehmen. Das liegt am Preis: Die Doorbell 3 Plus kostet mit mit 159 statt 70 Euro mehr als das Doppelte. In Hinblick auf die Funktionen nehmen sich die Generationen hingegen fast nichts. Lediglich ein sogeannates Pre-Roll-Feature, also das Aufzeichnen von rund drei Sekunden Video vor einem Alarm, ist der Doorbell 2 vorbehalten.

Die Eufy Video-Türklingel von Anker belegt unseren zweiten Platz. Es gibt zwei Versionen, eine mit Akkubetrieb (Testbericht) und eine mit Verbindung über den Hausstrom. Letztere erhält auch unseren zweiten Platz. Das Modell bietet eine außergewöhnlich hohe Videoqualität bei Tag und Nacht (2560 [×] 1920 Pixeln; Seitenverhältnis 4:3). Die Cloud-freie Speicherung der Videos finden direkt in der Kamera statt – hier entstehen keine Extrakosten und man muss sich keine Sorgen um die Datenhoheit machen. Nachteil: Wenn die Kamera geklaut wird, sind auch die Daten weg.

Die Eufy-App ist üppig ausgestattet: Bewegungserkennung, Personenerkennung und das Erstellen von Zeitplänen gehören zum Funktionsumfang. Die Akkulaufzeit der Klingel beträgt gut sechs Monate – je nach Auslastung versteht sich.

Tipp: Bei Interesse sollten Käufer auf den Hinweis "kabelgebunden" in der Produktbeschreibung achten. Dann gelingt auch die Anbindung an einen bestehenden Gong (Link zum Hersteller ). Ein Problem bleibt aber dennoch: Anwender können keine Bildbereiche ausschwärzen. Die Eufy passt also nur dorthin, wo sie keinen öffentlichen Raum filmt.

Die Arlo Video Doorbell belegt den dritten Platz unserer Bestenliste. Auch sie ersetzt eine klassische Klingelanlage komplett – einschließlich Anbindung des Gongs. Dafür legt der Hersteller sogar einen Transformator der Kamera bei, damit die Verbindung auch wirklich in jedem Haushalt klappt. Die Auflösung der Bilder ist mit 1536 × 1536 Pixel quadratisch und ungewohnt, außerdem bietet die Kamera einen deutlich besseren Blick nicht nur auf die klingelnde Person, sondern etwa auch auf den Boden vor der Haustür. Denn neben Tier-, Fahrzeug- und Personenerkennung bietet Arlo auch eine Paketerkennung. Steht also ein Karton vor der Tür, empfängt der Nutzer eine entsprechende Mitteilung. Die Anbindung an Smart-Home-Systeme von Google, Amazon und Apple (Homekit) ist zusätzlich möglich. So zeigt beispielsweise ein Echo Show das Bild von der Haustüre an.

Zu den Nachteilen der Arlo-Videoklingel zählen der Lautsprecher in der Klingel und das fehlende Ausschwärzen von Bildbereichen. Der Lautsprecher ist generell leise und gibt die eigene Stimme blechern wieder. Er reicht für einen kurzen Informationsaustausch wie „Stellen Sie das Paket bitte einfach ab“ aus. Längere Dialoge sind aber aufgrund der Qualität zu anstrengend. Dass man keine Bildbereiche Ausschwärzen kann, schränkt den Einsatzort der Kamera nach deutschem Recht zudem stark ein. Denn so darf man die Kamera nicht dort montieren, wo sie öffentlichen Raum filmt.

Zum Speichern von Videos nutzt man bei Arlo ausschließlich den Cloud-Speicher. Dafür verlangt der Anbieter 3 Euro pro Kamera im Monat - für 9 Euro dürfen beliebig viele Kameras genutzt werden. Das lohnt sich, wenn man zusätzlich sein Grundstück (Arlo Pro 3 Floodlight Testbericht ) oder sogar das Innere des Hauses von Arlo-Kameras (Arlo Pro 2 Testbericht ) überwachen lässt. Die kostenlose Version bietet keinen Speicher, sondern nur Live-Stream und Benachrichtigungen. Auch auf spezielle Funktionen wie die Paketerkennung muss man verzichten. Schade, dass der Hersteller Nutzer nicht nur durch das Fehlen von Funktionen, sondern auch durch ein Ausklammern bereits vorhandener Funktionen derart penetrant zu kostenpflichtigen Diensten drängen will. Bei der Kaufentscheidung sollte man also ein Cloud-Abo mit einkalkulieren.

Eigentlich macht Google Nest Hello (Testbericht) vieles richtig, trotzdem reicht es nur für den vierten Platz. Die Klingel ersetzt herkömmliche Modelle samt Anbindung an den Gong. Personen- und Geräuscherkennung funktionieren einwandfrei und die Funktionen der App – auch ohne kostenpflichtiges Cloud-Abo – reichen im Alltag aus.

Bei Ton- und Bildqualität, also eigentlich den Kernfunktionen einer Video-Türklingel, müssen Nutzer aber deutlich Abstriche machen. Gerade einmal 1600 × 1200 Pixel ist die Auflösung von Bild und Video. Das reicht, um alles zu erkennen, wirklich scharf ist die Aufnahme aber nicht. Nachtaufnahmen fehlen Details und Kontrast.

Beim Ton überzeugt die Aufnahmequalität des Mikrofons, nicht aber die Wiedergabequalität des integrierten Lautsprechers der Hello. Verzerrte Stimme und eine leise Wiedergabe machen es Postboten & Co. mitunter schwer, den Anweisungen des Eigentümers zu folgen.

Wer eine Klingel für ein bestehendes Nest-Ökosystem sucht, wird mit Hello trotzdem glücklich. Die Steuerung über Google Home und Smartphone ist angenehm einfach.

Die Welcomeeye Connect 2 von Avidsen (in Philips-Lizenz) ersetzt zwar keinen Gong im Haus, kommt aber als einziges Modell in unserer Auflistung mit einem Display für den Innenbereich mit lauten Lautsprechern. Das macht sie grundsätzlich zu einer besonders interessanten, aber auch teuren Nachrüstlösung für Eigenheime.

Größtes Problem: Eine Einbindung des bestehenden Hausgongs ist nicht möglich, die Lautstärke des Speakers im Bildschirm reicht aber vollkommen aus, um im ganzen Haus wahrgenommen zu werden. Zusätzlich kann man einen Türsummer und sogar ein elektrisches Garagentor mit der Lösung koppeln. Aufnahmen speichert die Kamera nicht in der Cloud, sondern lokal auf einer Micro-SD-Karte in der Bildschirmeinheit. Die Tür kann man über die Smartphone-App, das Display im Haus oder RFID-Chips öffnen, die im Lieferumfang enthalten sind.

Neben den ganzen Vorzügen, bringt die Connect 2 aber auch viele Nachteile. Die Auflösung der Kamera beträgt zwar 1920 × 1080 (Full-HD), das Display der Steuerzentrale schafft allerdings nur 800 × 480 Pixel. Das reicht für einen groben Überblick, ist aber einfach viel zu wenig im Vergleich zu den anderen Modellen unserer Liste und absolut nicht mehr zeitgemäß. Ein Ausschwärzen von Bildbereichen ist nicht möglich, die ganze App wirkt zudem lieblos. Außerdem gibt es kaum Funktionen, die Menünavigation ist umständlich und teilweise auf Französisch.

Die ACME Doorbell (Testbericht) ist in allen Bereichen schlechter als die getesteten Wettbewerber. Einfache HD-Auflösung (1280 × 720 Pixel), umständliche App vom Drittanbieter, kein Ausschwärzen von Bildbereichen und keine Anbindungsmöglichkeit ans heimische Stromnetz sprechen gegen die Klingel. Sie ersetzt eben keine bestehende Klingel, sondern eignet sich nur als zusätzliche Lösung – etwa für eine Einliegerwohnung.

Trotzdem macht die ACME eine Menge richtig: Montage und Einrichtung über die App Smart Life funktionieren problemlos. Die Laufzeit der integrierten Akkus ist mit über zwei Monaten gut, die Aufladung erfolgt in unter einer Stunde. Zudem vernetzen Nutzer die Klingel über IFTTT, Alexa oder Google Assistant mit weiteren Smart-Home-Geräten. Für ein 70-Euro-Produkt ist das ein starkes Angebot.

Mit der Welcomeeye Link ist die zweite smarte Klingel von Avidsen (in Philips-Lizenz). Die Link macht grundsätzlich einen guten Job: Sie sendet Push-Meldungen unmittelbar auf das Smartphone oder Tablet des Nutzers, wenn jemand klingelt. Über Google Assistant und Amazon Alexa kann man zudem auch Fernseher oder entsprechende smarte Displays wie einen Echo Show (Testbericht) ansteuern. Nutzer können die Klingel zudem an die Türsteuerung anbinden. Voraussetzung sind elektrisches Schloss und Türöffner. Bei der Speicherung von Aufnahmen verzichtet Link auf eine Cloud und bietet ausschließlich einen Micro-SD-Speicher in der Kamera – sogar eine Karte mit 32 GByte ist im Lieferumfang enthalten. Problem: Klaut jemand die Klingel, sind auch alle Aufnahmen weg.

Die miserabel zusammengeschusterte App lässt aber jegliche Lust an der Klingel rasch vergehen. Die Menüs sind sparsam gestaltet, es gibt kaum Funktionen. Teilweise sind Erklärungen in französischer Sprache – das Produkt wird in Frankreich hergestellt. Besserung ist auch nicht in Sicht: Stand Dezember 2020 hat die App seit über sechs Monaten kein Update erhalten. Zu allem Überfluss kann man die Klingel auch nicht mit einem bestehenden Gong verbinden, sondern es klingelt ausschließlich an Smartphone, Echo Show & Co.

Wer seine Türklingel nachträglich smart machen will, muss dafür keine Unsummen in die Hand nehmen. Vollwertige Lösungen wie die Ring Doorbell 2 (Testbericht) gibt es schon für 100 Euro. Jedes der getesteten Produkte hat seine Vorzüge, aber auch diverse Nachteile. Keine Video-Türklingel konnte uns komplett überzeugen. Klingeln, die nicht den bestehenden Gong im Haus ansprechen, scheiden aus unserer Sicht bei einer Kaufempfehlung direkt aus.

Der Beitrag: Smarte Türklingeln mit Video und VoIP gibt einen grundlegenden Einblick zur Funktionsweise, rechtlichen Rahmenbedingungen und generellen Unterschieden zwischen Funk- und WLAN-Klingeln.

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