Google, Samsung, Apple: Das sind die besten Kamera-Smartphones 2022

Bestenliste: Die Top-10 der besten Kamera-Smartphones

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Wer 1000 Euro für sein Smartphone ausgibt, will auch das Beste für sein Geld bekommen. Wir verraten, welche Smartphones die besten Foto-Kameras haben.

Früher gab es Kamerahandys, deren Schwerpunkt dem Namen entsprechend auf der Qualität von Fotos lag. Das ist heute anders, selbst Mittelklasse-Smartphones knipsen mittlerweile richtig gute Bilder – zumindest bei Tageslicht. Unterschiede zu höherpreisigen Modellen gibt es aber nach wie vor. Entsprechend liest sich unsere Kamera-Top-10 wie ein Who's who der teuersten Smartphones auf dem Markt.

Ein Unterschied von günstigen zu teuren Smartphones ist die Ausstattung – nicht nur generell, sondern ganz speziell auch bei der Kamera. Dabei sind längst ganz andere Dinge als die bloße Megapixel-Zahl entscheidend. Zu vernachlässigen ist sie aber genauso wenig. Denn während sich Hersteller vor wenigen Jahren mit möglichst hohen Megapixel-Zahlen zu übertrumpfen versuchten, dabei aber die Sensor-Größe vergaßen, wird die Auflösung heute sinnvoller verwendet.

So setzt fast jeder Hersteller heute auf Pixel Binning, bei dem die Informationen aus mehreren Bildpunkten zusammengefasst und als verbessertes Pixel ausgegeben werden. Dadurch werden dann etwa aus einer Aufnahme mit 48 Megapixel Bilder mit 12 Megapixel. Das verspricht gerade bei schlechten Lichtbedingungen bessere Qualität, gleichzeitig wird weniger Speicherplatz benötigt.

Auf die Spitze treiben es derzeit Samsung und Xiaomi mit 108-Megapixel-Kameras, die voreingestellt Aufnahmen mit 12 Megapixel knipsen. Bei ausreichendem Licht lohnen sich bisweilen Aufnahmen ohne Pixel Binning, also mit voller Auflösung. Zoomt man am Rechner später hinein, offenbaren sie wegen der hohen Pixel-Dichte oft noch einmal mehr Details, als in den zusammengerechneten Aufnahmen. Bei allem anderen als hellem Tageslicht unter freiem Himmel sinkt die Bildqualität aber eher.

Ein weiteres Indiz auf ordentliche Bildqualität bei wenig Licht ist eine große Blende. Sie wird durch eine möglichst niedrige Blendenzahl angegeben. So erlaubt eine Blende von f/1.6 oder weniger das Einfangen von mehr Licht in kürzerer Zeit als eine Blende mit f/2.2 oder mehr. Auch ein optischer Bildstabilisator (OIS) ist bei wenig Umgebungslicht hilfreich. Es gibt inzwischen sogar Smartphones bis 300 Euro mit OIS (Ratgeber). Der optische Bildstabilisator ermöglicht längere Blendenöffnungszeiten bei gleichzeitig weniger Bewegungsunschärfe durch zittrige Hände. Damit funktionieren sogar kurze Dauerbelichtungen, Huawei war hier zusammen mit Google Vorreiter. Hilfreich ist ein OIS nicht nur bei der Haupt-, sondern auch bei Telelinsen. Mehr als einen optischen Stabilisierer gibt es normalerweise nur bei hochpreisigen Modellen.

Ein weiteres wichtiges Kriterium, nämlich die Sensor-Größe einer Smartphone-Kamera, verraten hingegen längst nicht alle Hersteller. Anhand solcher Angaben lässt sie die Größe einzelner Pixel errechnen. Auch hier gilt: Je größer jedes Pixel ist, desto besser, denn dann kann die Blende mehr Licht und Informationen aufnehmen. Licht ist bei der Fotografie sozusagen mit guter Bildqualität gleichzusetzen. Geringe Pixelgröße bei einem Smartphone erkennt man etwa an schnellem Ausbrennen heller Bildbereiche. Auch auf die Qualität der einzelnen Komponenten lassen Herstellerangaben keine Rückschlüsse zu, hier gibt es bestenfalls mal Angaben zur Menge der eingebauten Linsen. Je mehr Linsen, desto besser das Objektiv – zumindest ist es das, was Hersteller gern suggerieren wollen. Bislang ist eine Obergrenze bei sechs Linsen innerhalb eines Objektives erreicht, am besten kommen hier Glaslinsen zum Einsatz.

Nicht nur die Qualität der Bilder, sondern auch die Vielseitigkeit der Smartphone-Kameras stand in den letzten Jahren im Fokus der Entwickler. Eine Möglichkeit zur Optimierung ist der Zoom. Nach Versuchen, optischen Zoom mit motorisch bewegten Teilen in Smartphones wie dem Samsung Galaxy K Zoom (Testbericht) einzubauen, ließen Hersteller schnell von diesem Plan ab. Der Grund ist einfach: Ein echter optischer Zoom führt durch seine raumgreifende Mechanik und Motorik den eigentlichen Einsatzzweck eines Mobiltelefons ad absurdum. Denn das Gerät soll möglichst klein und leicht sein, um es immer mit dabei haben zu können. Ein optischer Zoom ist aber groß und schwer.

Entsprechend blieb Smartphone-Nutzern lange Zeit nur der digitale Zoom. Dabei wird lediglich ein Teil des Sensors, der ein weiter entferntes Motiv beinhaltet, verwendet. Bietet die Kamera ohnehin schon eine recht niedrige Auflösung, so sinkt die Pixelzahl in dem Bildausschnitt noch weiter. Um die gleiche Auflösung, wie bei ungezoomten Aufnahmen zu suggerieren, errechnet die Kamera-Software die fehlenden Pixel aus umliegenden Bildpunkten und fügt sie dem Bildausschnitt hinzu. Diese Interpolation genannte Technik ist letztendlich nichts anderes als raten – entsprechend matschig sehen Ergebnisse dann meistens aus.

Als Lösung des Problems mit dem Qualitätsverlust beim digitalen Zoomen setzte Nokia bei seinem 808 Pureview (Testbericht) auf einen besonders großen Sensor und sehr hohe Auflösung. Beim Zoom wurde zwar auch hier nur ein Teil des Sensors verwendet, der war aber immer noch mehrere Megapixel groß, sodass keine fehlenden Informationen hinzugerechnet werden mussten. Entsprechend sprach Nokia von verlustfreiem digitalem Zoom – was mehr oder weniger stimmte.

Hinzu kommen heute zusätzliche Kameralinsen für spezielle Aufgaben. So verwenden Spitzen-Smartphones derzeit meist zusätzliche Festbrennweiten für Tele- und Weitwinkellinsen, mache sogar mehrere Telelinsen. Ein echter stufenloser Zoom zwischen den einzelnen Festbrennweiten ist so zwar nicht möglich, allerdings erweckt Digitalzoom zwischen den einzelnen Festbrennweiten-Schritten diesen Eindruck. Wegen der Kombination aus Festbrennweiten-Vergrößerung und weitgehend verlustfreiem Digitalzoom sprechen Hersteller dann von Hybrid-Zoom. Die Qualitätsverluste sind dabei so gering, dass sie mit dem bloßen Auge kaum zu bemerken sind, sofern nur niedrige Zoomstufen gewählt werden.

Bei aktuellen Smartphones werden Festbrennweiten mit starken Vergrößerungen (5-fach oder gar 10-fach) liegend statt stehend eingebaut und durch Prismen ähnlich einem U-Boot-Periskop umgeleitet. Das erlaubt flachere Bauformen, ohne dass die langen Linsenkonstrukte aus dem Gehäuse hervorstehen. Als einziger Hersteller bietet Sony bei seinem Topmodell Sony Xperia 1 IV (Testbericht) einen echten variablen Zoom zwischen 85 und 125 Millimeter Brennweite (f/2.3-f/2.8) in einem normalen Gehäuse, ohne dass die Linsen ungewöhnlich weit hervorstehen. Allerdings ist der Zoom ziemlich eingeschränkt, er funktioniert nur zwischen 3,5-facher bis zu 5,2-facher Vergrößerung.

Bei Spiegelreflexkameras mit ihren großen Sensoren und Objektiven werden Effekte wie Bokeh, also die Unschärfe bestimmter Bildbereiche, rein optisch und mechanisch erreicht. Bei den auf kleinstem Raum zusammengepferchten elektronischen Bauteilen von Smartphone-Kameras ist das nicht ohne Weiteres möglich. Hier sorgt Software für die entsprechenden Effekte. Zudem erlangt der Begriff der Künstlichen Intelligenz (KI) bei Smartphones-Kameras immer mehr Bedeutung. Sie erkennt einzelne Objekte und passt Einstellungen wie Belichtung oder Farbgebung situationsabhängig an. Dabei werden nicht mehr nur ganze Bilder einheitlich überarbeitet, stattdessen kann KI heute auch einzelne Bildbereiche voneinander unabhängig anpassen und anschließend zu einem Foto zusammensetzen.

Einfache Beispiele für KI-Eingriffe sind das Intensivieren von Blau- und Grüntönen bei Aufnahmen mit Himmel oder Gras. Schwieriger wird es bei eingangs erwähnten Bokeh- oder Beauty-Filtern bei Porträt-Aufnahmen und High-Dynamic-Range-Bildern (HDR) zur Optimierung der Bilddynamik. Um Vorder- von Hintergrund für Bokeh-Berechnung optimal trennen zu können, setzen immer noch viele Hersteller auf Tiefensensoren. Anbieter wie Google oder Samsung kommen aber ohne aus und zeigen, dass Software heute meist wichtiger als Hardware ist. Das bezeichnet man als Computational Photography.

Software – egal ob KI oder nicht – sorgt auch durch Bildstabilisierung für bessere Bildqualität. Das kann bei Fotos, vor allem aber auch bei Videos der Fall sein. Dabei vergleicht die Kamera-Software die Position einzelner Pixel pro Bild miteinander und verschiebt sie in Echtzeit entgegen der Bewegung, sodass kleine Bewegungen gefiltert werden. Das benötigt viel Rechen-Power und „freie“ Pixel als Ausgleichsfläche rings um die verwendeten Bildpunkte der Aufnahme.

Daher funktionierte elektronische Bildstabilisierung (EIS) auf Smartphones in der Vergangenheit meist nur bei niedrigerer Auflösung bis Full-HD und Bildraten von bis zu 30 Bildern pro Sekunde ordentlich. Inzwischen ist das anders. Aktuelle Highend-Chipsätze sind stark genug, um sogar 4K/60-Videos erstaunlich gut zu beruhigen, ohne dass die Bildstabilität sichtbar sinkt. Oft kommt dabei optische und elektronische Bildstabilisierung zum Einsatz.

All diese Komponenten und ihre Umsetzung entscheiden darüber, ob die Resultate hinterher brauchbar sind. Vor allem Software ist maßgeblich an der Qualität der Kamerabilder beteiligt – nicht ohne Grund spricht man heute von Computational Photography und meint damit, dass die Software mittlerweile wesentlich wichtiger als Hardware ist.

Bei Tageslicht sind die Spitzengeräte nahezu gleichauf, aber nicht alle Kameras können auch alles gleich gut. So war Huawei bei seinen Top-Modellen in der Vergangenheit führend beim Nachtmodus und wurde inzwischen von Google abgelöst, Samsungs Spitzengeräte haben dafür die immer noch etwas bessere Videostabilisierung. Je nach Gewichtung kann sich die Reihenfolge unserer Top 10 der besten Fotokameras daher je nach persönlicher Präferenz für den Einzelnen leicht verschieben.

Neben der reinen Bildqualität haben wir zudem auch die Flexibilität des Fotografen durch zusätzliche Festbrennweiten für Ultraweitwinkel und Teleobjektiv positiv anerkannt. Das Google Pixel 6 (Testbericht) taucht daher trotz gleicher Kamera wie beim Google Pixel Pro (Testbericht) weiter unten in der Liste auf – hier fehlt das Teleobjektiv.

Die Spitze stellt unserer Meinung nach derzeit das Google Pixel 6 Pro (Testbericht) dar. Das liegt in erster Linie an den herausragenden Schwach- und Nachtlichtaufnahmen des Smartphones, an die aktuell kaum ein anderes Smartphone heranreicht. Die Weitwinkelkamera kann hier nicht ganz mithalten, die Telelinse mit optischem Bildstabilisator ist hingegen wieder auf Spitzenniveau. Google setzt hier auf genau drei Linsen: Haupt-, Weitwinkel- und Tele. Schnickschnack wie Makro- oder Tiefensensor benötigt das Pixel 6 pro nicht – Google hat offenbar seine Software sehr gut im Griff.

Auch der Rest ist nicht von schlechten Eltern. Der OLED-Screen bietet 1440p-Auflösung und 120 Hz, der eingebaute, selbst entwickelte Tensor-Chipsatz ist zusammen mit einer Spitzenbestückung von 12/256 GByte Speicher ebenfalls eine gute Wahl. Kabelloses Laden und eine IP68-Zertifizierung gibt es obendrein.

Auch Samsung verzichtet auf überflüssige Zusatzlinsen, baut aber gleich vier relevante Optiken in das Galaxy S22 Ultra (Testbericht) ein: Haupt-, Weitwinkel- und gleich zwei Teleobjektive. Damit bietet das Modell sowohl 3- als auch 10-fache optische Vergrößerung, das kann derzeit kein anderes Smartphone. Auch Samsung kann Software, entsprechend sind dazwischen nur bei sehr genauem Hinsehen Qualitätsverluste zu sehen. Übertreiben sollte man es aber nicht: Der 100-fache Space Zoom ist und bleibt ein Marketing-Gag. Alle vier Linsen haben uns im Test überzeugt.

Das gilt auch für die restliche Hardware mit riesigem OLED-Display mit 120 Hz und 1440p-Auflösung, der auf Wunsch mit dem im Smartphone versenkbaren S-Pen (Stylus) bedient werden kann. Der Exynos-Chipsatz ist allen Aufgaben locker gewachsen, in der größten Ausbaustufe dürfen sich Nutzer über satte 12/1024 GByte Speicher freuen. Kabelloses laden und IP68 gibt es natürlich auch hier.

Es wurde bereits zuvor im Text erwähnt: Das Sony Xperia 1 IV (Testbericht) ist das einzige Smartphone auf dem Markt, das echten optischen Zoom statt Festbrennweiten bietet. Das klappt leider nur im Bereich 3,5- bis 5,2-fache Vergrößerung und ist damit recht eingeschränkt. Hinzu kommen Hauptkamera und Weitwinkel.

Alle drei Objektive bieten 12 Megapixel und verzichten entsprechend auf Pixel Binning. Insgesamt richtet sich das Smartphone mit seiner umfangreichen Software an fortgeschrittene Fotografen – wer hier nur draufhalten und abdrücken will, sollte lieber zur Konkurrenz gehen. Schnappschüsse gelingen zwar auch mit dem Xperia 1 IV, aber das klappt ohne manuelle Eingriffe nicht immer.

Die restliche Hardware ist über jeden Zweifel erhaben: Das OLED-Display bietet 4K-Auflösung und 120 Hz, als Antrieb dient ein Snapdragon 8 Gen 1 und 12/256 GByte Speicher gibt es immer – erweiterbar wohlgemerkt. Auch hier ist kabelloses laden und IP68 mit von der Partie.

Statt 108 Megapixel gibt es bei Galaxy S22 (Testbericht) und Galaxy S22+ (Testbericht) „nur“ 50 Megapixel für die Hauptkamera und nur ein optisches Teleobjektiv mit 10 Megapixel, das von einem Weitwinkel ergänzt wird. An die Qualität des Ultra-Modells kommen die Objektive nicht heran, dennoch ist die Fotoqualität bis auf den Weitwinkel ausgezeichnet. Da sich S22 und S22+ die gleiche Kamera teilen, haben wir beide Modelle auf den vierten Platz gesetzt.

Hauptunterschied zwischen den beiden Modellen ist das größere OLED-Display mit FHD+-Auflösung und 120 Hz beim Plus-Modell (6,6 zu 6,1 Zoll) und der größere Akku (4500 zu 3700 mAh). Der Rest mit starkem Exynos-Chipsatz und bis zu 8/256 GByte Speicher ist ebenfalls klasse, kabelloses Laden und IP68 gibt es auch hier.

Honor hat sich von Huawei gelöst, um nicht mit in den US-Bann-Abgrund gerissen zu werden. Als Resultat ist der Hersteller mit dem Honor Magic 4 Pro (Testbericht) wieder mit Google-Diensten und 5G am Start und zeigt direkt, dass mit dem Hersteller wieder zu rechnen ist. Drei Objektive bringt das Magic 4 Pro mit: Haupt-, Weitwinkel- und Teleobjektiv. Der Weitwinkel hat uns nicht voll überzeugt, anders ist das bei Haupt- und Telelinse.

Hinzu kommen ein OLED-Display mit 120 Hz, der blitzschnelle Snapdragon 8 Gen 1 und ausreichende 8/256 GByte Speicher. Kabelloses Laden und IP68-Zertifizierung sind auch hier Standard.

Was auf das Google Pixel 6 Pro (Testbericht) zutrifft, gilt auch beim Google Pixel 6 (Testbericht): herausragende Aufnahmen bei Schwach- und Nachtlicht sowie am Tag. Die Weitwinkelkamera reicht da nicht ganz heran und die Telelinse des Pro-Modells fehlt – das ist der größte Unterschied zum großen Modell.

Der OLED-Screen ist mit 6,4 zu 6,7 Zoll etwas kleiner und kommt mit Full-HD-Auflösung aus, außerdem bietet er nur 90 Hz. Auch im kleineren Modell sorgt der selbst entwickelte Tensor-Chipsatz mit 8/128 GByte Speicher für ordentlich Power. Kabelloses Laden und eine IP68-Zertifizierung sind weiterhin mit dabei.

Wie beim Vorjahresgerät Oneplus 9 Pro (Testbericht), das in unserem Foto-Blindtest 2021 als bestes Foto-Smartphone abschnitt, setzt der Hersteller auch beim Oneplus 10 Pro (Testbericht) wieder auf ein Weitwinkel-Objektiv, das möglichst genauso gut wie die Hauptkamera sein soll. In diesem Fall bedeutet das: 48 Megapixel für die Hauptlinse mit OIS, 50 Megapixel für den Weitwinkel und dazu eine 8-Megapixel-Optik mit OIS für das Tele. Leider funktionierte das beim Weitwinkel in diesem Jahr nicht ganz so gut und auch der Telezoom kommt nicht an die Konkurrenz heran, die Hauptkamera knipst aber hervorragende Bilder.

Die restliche Technik ist stark: Snapdragon 8 Gen 1 als Antrieb, 12/256 GByte Speicher, eine Schnellladefunktion mit 80 Watt sowie kabelloses Laden sind mit dabei. Schade: Eine IP-Zertifizierung fehlt dem Topmodell.

Apple verzichtet wie Sony auf Pixel Binning und setzt auf drei 12-Megapixel-Kameras für Haupt-, Weitwinkel- und Telekamera. Das Kamera-Setup ist beim iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max identisch, daher sind beide Modelle hier aufgeführt. Damit knipst das Smartphone ohne Einstellungsflut ansprechende Fotos bei Tag und Nacht, ohne – vor allem beim Zoom – im Detail an die Top-Konkurrenz heranzukommen.

Technisch wirkt das Spitzen-iPhone auf den ersten Blick schwächer als die Android-Konkurrenz, der Apple A15 Bionic ist aber spitze und die 6 GByte RAM reichen aufgrund des eigenen, speziell abgestimmten Betriebssystems locker für Spitzenleistung aus. Bis zu 1 TByte interner Speicher sollte außerdem niemanden so schnell an die Grenzen bringen. Kabelloses Laden und IP68-Zertifizierung bietet Apple seinen Kunden ebenfalls.

Das Samsung Galaxy S21 FE (Testbericht) ist die Fan-Edition basierend auf dem Vorjahres-Spitzenmodell mit teils aktualisierter Technik zum erschwinglichen Preis. Dass dieses Modell in unserer Top 10 auftaucht, zeigt, dass der Abstand zum aktuellen Spitzenmodell der S22-Reihe gar nicht mehr so groß ist, wie der Preisunterschied glauben machen möchte. Samsung setzt auf eine Triple-Cam mit Haupt- und Weitwinkelkamera mit 12 Megapixel, der optische Zoom hat 8 Megapixel. Zoom und Weitwinkel kommen nicht an die S22-Generation heran, die Hauptkamera ist hingegen klasse.

Das OLED-Display bietet 120 Hz, als Antrieb dient ein Snapdragon 888 aus dem Vorjahr. Zusammen mit 8/256 GByte Speicher in der großen Ausbaustufe ist das ordentlich, zumal kabelloses Laden und IP-Zertifizierung hinzukommen.

Im vergangenen Jahr lag das Xiaomi Mi 11 Ultra (Testbericht) noch ganz weit vorn in unserer Kamera-Bestenliste, das aktuelle Topmodell (solange das Xiaomi 12S Ultra hierzulande offiziell noch nicht zu haben ist) Xiaomi 12 Pro (Testbericht) kommt da aber nicht heran. Dabei ist die Kameratechnik vielversprechend: 3x 50 Megapixel für Haupt-, Weitwinkel- und Telekamera sind eine gute Basis, allerdings kann man es trotz schöner Bilder im Detail nicht ganz mit den Wettbewerbern der Spitzenklasse aufnehmen.

Bei der Hardware an sich kann das Modell hingegen ganz oben mitspielen: Snapdragon 8 Gen 1 mit bis zu 12/256 GByte Speicher, großes OLED-Display mit 1440p und 120 Hz und rasend schnelles 120-Watt-Laden per Kabel sowie 50 Watt kabellos sind eine Ansage. Leider fehlt eine IP-Zertifizierung.

Die genannten Geräte kosten wie so oft eine Menge Geld – Qualität hat hier wortwörtlich ihren Preis. Allerdings will oder kann nicht jeder 500 Euro oder deutlich mehr ausgeben. Auch dafür haben wir eine Lösung. Aktuell empfehlen wir drei Smartphones für Nutzer, die unter 500 Euro bleiben, aber nicht auf eine (in Relation zum Preis) gute Kamera verzichten wollen. Alle drei Modelle sind aktuell (genug), um Android 12 als Betriebssystem zu haben und bieten auch Abseits der Kamera erstaunlich gute Technik.

Den Anfang macht das Samsung Galaxy A53 5G mit einer 64-Megapixel-Kamera und einem Weitwinkelobjektiv. Wie bei allen drei Modellen überzeugt vor allem die Hauptkamera, die mit einem optischen Bildstabilisator ausgestattet ist. Das Gerät ist derzeit für etwa 350 Euro zu bekommen.

Das ist beim Oneplus Nord 2 (Testbericht) ähnlich, der Preis lag zum Artikelzeitpunkt bei 340 Euro. Auch hier knipst das Smartphone mit der ebenfalls stabilisierten Hauptkamera mit 50 Megapixel sehr ansehnliche Bilder.

Das dritte und günstigste Modell, das Motorola Moto Edge 20 (Testbericht), kommt im Gegensatz zu den anderen beiden Geräten sogar mit optischem Zoom zusätzlich zur stabilisierten 108-Megapixel-Hauptkamera plus Weitwinkel – Wahnsinn! Dass auch hier in erster Linie die Hauptkamera überzeugt und alle drei Geräte bei schwachem Licht nicht an die zuvor genannten Topmodelle herankommen, dürfte wenig überraschen. Das Hauptaugenmerk bei diesen drei Empfehlungen liegt auf einem möglichst guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ansonsten gilt: Ab 150 Euro knipsen zumindest bei hellem Tageslicht fast alle aktuellen Smartphones hübsche Bilder.

Die Entwicklung von Smartphone-Kameras ist beeindruckend. Was vor einem Jahrzehnt startete und selbst bei hellem Tageslicht Motive bestenfalls erahnen ließ, ersetzt längst mehrere hundert Euro teure Kompaktkameras. Hochpreisige Smartphones bringen zudem immer mehr Licht ins Dunkel, sie beherrschen Nachtaufnahmen auf einem Niveau, das vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Wenn diese Entwicklung so weitergeht und auch die Zoomfähigkeit weiter verbessert wird, gibt es in einigen Jahren für Nicht-Profis keinen Grund mehr, zu teuren Spiegelreflexkameras zu greifen.

Spannend ist außerdem die komplett durcheinandergewürfelte Platzierung der etablierten Hersteller. Sony taucht endlich mal wieder ganz weit oben auf, davor positioniert sich abgesehen von Samsung als Marktführer erstmals Googles aktuelles Pixel-Smartphone – vorwiegend wegen der herausragenden Low-Light-Qualitäten. Oneplus. Xiaomi ist hingegen überraschend abgerutscht. Besonders schade ist der Absturz von Huawei, dem die Dominanz bei Smartphone-Kameras inzwischen ganz abhandengekommen ist – sofern man das gute Abschneiden des Honor Magic 4 Pro nicht der ehemaligen Konzernmutter zuschreiben möchte.

Wer abgesehen von den genannten günstigen Alternativen noch mehr Auswahl haben will, sollte unbedingt in unseren Ratgeber Für jeden Geldbeutel: Diese Smartphones haben die beste Kamera schauen. Darin erklären wir nicht nur viele wichtige Details zu Smartphone-Kameras, sondern geben auch etliche Empfehlungen bis 300 Euro, 600 Euro und darüber.

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