Bestenliste: Die Top-10 der besten Kamera-Smartphones | TechStage
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Bestenliste: Die Top-10 der besten Kamera-Smartphones

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Wer 1000 Euro für sein Smartphone ausgibt, will auch das Beste für sein Geld bekommen. Wir verraten, welche Smartphones die besten Foto-Kameras haben.

Früher gab es Kamerahandys, deren Schwerpunkt dem Namen entsprechend auf der Qualität von Fotos lag. Das ist heute anders, selbst Mittelklasse-Smartphones knipsen mittlerweile richtig gute Bilder – zumindest bei Tageslicht. Unterschiede zu höherpreisigen Modellen gibt es aber nach wie vor. Entsprechend liest sich unsere Kamera-Top-10 wie ein Who is Who der teuersten Smartphones auf dem Markt.

Ein Unterschied von günstigen zu teuren Smartphones ist die Ausstattung – nicht nur generell, sondern ganz speziell auch bei der Kamera. Dabei sind längst ganz andere Dinge als die bloße Megapixel-Zahl entscheidend. Zu vernachlässigen ist sie aber genauso wenig. Denn während sich Hersteller vor wenigen Jahren mit möglichst hohen Megapixel-Zahlen zu übertrumpfen versuchten, dabei aber die Sensor-Größe vergaßen, wird die Auflösung heute sinnvoller verwendet. So setzt fast jeder Hersteller heute auf Pixel Binning, bei dem die Informationen aus mehreren Bildpunkten gesammelt und als verbessertes Pixel ausgegeben werden. Dadurch werden dann etwa aus einer Aufnahme mit 48 Megapixel Bilder mit 12 Megapixel. Das verspricht gerade bei schlechten Lichtbedingungen bessere Qualität, gleichzeitig wird weniger Speicherplatz benötigt. Auf die Spitze treiben es derzeit Samsung und Xiaomi mit 108-Megapixel-Kameras, die voreingestellt Aufnahmen mit 12 Megapixel knipsen. Bei ausreichendem Licht lohnen sich Aufnahmen ohne Pixel Binning, also mit voller Auflösung. Zoomt man am Rechner später hinein, offenbaren sie wegen der hohen Pixel-Dichte noch einmal mehr Details, als in den zusammengerechneten Aufnahmen.

Ein weiteres Indiz auf ordentliche Bildqualität bei wenig Licht ist eine möglichst große Blende. Sie wird durch eine möglichst niedrige Blendenzahl angegeben. So erlaubt eine Blende von f/1.6 oder weniger das Einfangen von mehr Licht in kürzerer Zeit als eine Blende mit f/2.2 oder mehr. Auch ein optischer Bildstabilisator (OIS) ist bei wenig Umgebungslicht hilfreich, es gibt inzwischen sogar Smartphones bis 300 Euro mit OIS. Er ermöglicht längere Blendenöffnungszeiten bei gleichzeitig weniger Bewegungsunschärfe durch zittrige Hände. Damit funktionieren sogar kurze Dauerbelichtungen, Huawei war und ist hier zusammen mit Google Vorreiter.

Ein weiteres wichtiges Kriterium, nämlich die Sensor-Größe einer Smartphone-Kamera, verraten hingegen längst nicht alle Hersteller. Anhand solcher Angaben lässt sie die Größe einzelner Pixel errechnen. Auch hier gilt: Je größer jedes Pixel ist, desto besser. Denn dann kann es mehr Licht und Informationen aufnehmen. Licht ist bei der Fotografie kurz gesagt mit guter Bildqualität gleichzusetzen. Ein Hinweis auf kleine Pixelgrößen ist etwa schnelles Ausbrennen heller Bildbereiche. Auch auf die Qualität der einzelnen Komponenten lassen Herstellerangaben keine Rückschlüsse zu, hier gibt es bestenfalls mal Angaben zur Menge der eingebauten Linsen. Je mehr Linsen, desto besser das Objektiv – zumindest ist es das, was Hersteller gern suggerieren wollen.

Alle Bilder vom Huawei P40 Pro+ aus dem Test (19 Bilder)

Nicht nur die Qualität der Bilder, sondern auch die Vielseitigkeit der Smartphone-Kameras stand in den letzten Jahren im Fokus der Entwickler. Eine Möglichkeit zur Optimierung ist der Zoom. Nach Versuchen, optischen Zoom mit motorisch bewegten Teilen in Smartphones wie dem Samsung Galaxy K Zoom einzubauen, ließen Hersteller schnell von diesem Plan ab. Der Grund ist einfach: Ein echter optischer Zoom führt durch seine raumgreifende Mechanik den eigentlichen Einsatzzweck eines Mobiltelefons ad absurdum. Denn das Gerät soll möglichst klein und leicht sein, um es immer mit dabei haben zu können. Ein optischer Zoom ist aber groß und schwer. Entsprechend blieb Smartphone-Nutzern lange Zeit nur der digitale Zoom. Dabei wird nur ein Teil des Sensors, der ein weiter entferntes Motiv beinhaltet, verwendet. Bietet die Kamera ohnehin schon eine recht niedrige Auflösung, so sinkt die Pixelzahl in dem Bildausschnitt noch weiter. Um die gleiche Auflösung wie bei ungezoomten Aufnahmen zu suggerieren, errechnet die Kamera-Software die fehlenden Pixel aus umliegenden Bildpunkten und fügt sie dem Bildausschnitt hinzu. Diese Interpolation genannte Technik ist letztendlich nichts anderes als raten – entsprechend matschig sehen Ergebnisse auch meist aus.

Als Lösung des Problems mit dem Qualitätsverlust beim digitalen Zoomen setzte Nokia bei seinem 808 Pureview auf einen besonders großen Sensor und sehr hohe Auflösung. Beim Zoom wurde zwar auch hier nur ein Teil des Sensors verwendet, der war aber immer noch mehrere Megapixel groß, sodass keine fehlenden Informationen hinzugerechnet werden mussten. Entsprechend sprach Nokia von verlustfreiem digitalem Zoom – was mehr oder weniger auch stimmte. Hinzu kommen heute zusätzliche Kameralinsen für spezielle Aufgaben. So verwenden Spitzen-Smartphones derzeit meist zusätzliche Festbrennweiten für Tele- und Weitwinkelaufgaben, mache sogar mehrere Telelinsen. Ein echter stufenloser Zoom zwischen den einzelnen Festbrennweiten ist so zwar nicht möglich, allerdings erweckt Digitalzoom zwischen den einzelnen Festbrennweiten-Schritten diesen Eindruck. Wegen der Kombination aus Festbrennweiten-Vergrößerung und weitgehend verlustfreiem Digitalzoom sprechen Hersteller von Hybrid-Zoom. Die Qualitätsverluste sind dabei so gering, dass sie mit dem bloßen Auge kaum zu bemerken sind, sofern nur niedrige Zoomstufen gewählt werden. Bei aktuellen Smartphones werden Festbrennweiten mit starken Vergrößerungen (5-fach oder gar 10-fach) liegend statt stehend eingebaut und durch Prismen ähnlich einem U-Boot-Periskop umgeleitet. Das erlaubt flachere Bauformen, ohne dass die langen Linsenkonstrukte aus dem Gehäuse hervorstehen.

Bei Spiegelreflexkameras mit ihren großen Sensoren und Objektiven werden Effekte wie Bokeh, also die Unschärfe bestimmter Bildbereiche, rein optisch und mechanisch erreicht. Bei den auf kleinstem Raum zusammengepferchten elektronischen Bauteilen von Smartphone-Kameras ist das nicht ohne weiteres möglich. Hier kommt Software zum Einsatz, die entsprechende Effekte berechnet. Zudem erlangt der Begriff der Künstlichen Intelligenz (KI) bei Smartphones-Kameras immer mehr Bedeutung. Sie erkennt einzelne Objekte und passt Einstellungen wie Belichtung oder Farbgebung situationsabhängig an. Dabei werden nicht mehr nur ganze Bilder einheitlich überarbeitet, stattdessen kann KI heute auch einzelne Bildbereiche voneinander unabhängig anpassen und anschließend zu einem Foto zusammensetzen. Einfache Beispiele für KI-Eingriffe sind das Intensivieren von Blau- und Grüntönen bei Aufnahmen mit Himmel oder Gras. Schwieriger wird es beim eingangs erwähnten Bokeh- oder Beauty-Filtern bei Portrait-Aufnahmen und bei High-Dynamic-Range-Bildern (HDR) zur Optimierung der Bilddynamik. Um Vorder- von Hintergrund für Bokeh-Berechnung optimal trennen zu können, setzen immer noch viele Hersteller auf Tiefensensoren. Anbieter wie Google oder Samsung kommen aber ohne aus und zeigen, dass Software heute oftmals wichtiger als Hardware ist.

Alle Bilder zum Samsung Galaxy Note 20 Ultra aus dem Test (27 Bilder)

Samsung Galaxy Note 20 Ultra

Software – egal ob KI oder nicht – sorgt auch durch Bildstabilisierung für bessere Bildqualität. Das kann bei Fotos, vor allem aber auch bei Videos der Fall sein. Dabei vergleicht die Kamera-Software die Position einzelner Pixel pro Bild miteinander und verschiebt sie in Echtzeit entgegen der Bewegung, sodass kleine Bewegungen gefiltert werden. Das benötigt viel Rechen-Power und „freie“ Pixel als Ausgleichsfläche rings um die verwendeten Bildpunkte der Aufnahme. Daher funktionierte elektronische Bildstabilisierung (EIS) auf Smartphones bislang meist nur bei niedrigerer Auflösung bis Full-HD und Bildraten von bis zu 30 Bildern pro Sekunde ordentlich. Inzwischen ist das anders. Aktuelle Highend-Chipsätze sind stark genug, um sogar 4K/60-Videos erstaunlich gut zu beruhigen, ohne dass die Bildstabilität sichtbar sinkt.

All diese Komponenten und ihre Umsetzung entscheiden darüber, ob die Resultate hinterher brauchbar sind. Vor allem Software ist maßgeblich an der Qualität der Kamerabilder beteiligt – nicht ohne Grund spricht man heute von Computational Photography und meint damit, dass die Software mittlerweile wesentlich wichtiger als Hardware ist. Bei Tageslicht sind die Spitzengeräte nahezu gleichauf, aber nicht alle Kameras können auch alles gleich gut. So ist Huawei bei seinen Topmodellen führend beim Nachtmodus, Samsungs Spitzengeräte haben dafür die immer noch etwas bessere Videostabilisierung. Je nach Gewichtung kann sich die Reihenfolge unserer Top 10 der besten Fotokameras daher je nach persönlicher Präferenz für den Einzelnen leicht verschieben. Neben der reinen Bildqualität haben wir zudem auch die Flexibilität des Fotografen durch zusätzliche Festbrennweiten für Ultraweitwinkel und Teleobjektiv positiv anerkannt. Modelle wie das Google Pixel 4 (Testbericht) tauchen daher unter den besten 10 Foto-Smartphones trotz guter Bildqualität nicht auf.

Die Spitze stellt unserer Meinung nach derzeit das Huawei P40 Pro+ (Testbericht) Hauptlinse mit 50 Megapixel, f/1.9-Blende und optischem Bildstabilisator (OIS) sowie Weitwinkel mit 40 Megapixel und f/1.8-Blende sind die gleichen Komponenten wie im Huawei P40 Pro (Testbericht) ohne Plus-Namenszusatz. Dessen 12-Megapixel-Teleobjektiv mit 5-facher Vergrößerung wurde hingegen gleich durch zwei Telelinsen ersetzt. Die knipsen Fotos mit je 8 Megapixel, bieten dafür aber 3-fach und stolze 10-fach optische Vergrößerung per Festbrennweite – beide mit optischem Bildstabilisator (OIS), allerdings Blenden von f/2.4 und f/4.4.

Das erhöht die Flexibilität beim Photoshooting, zumal dank zusätzlichem bis zu 5-fachem Hybridzoom auf der einen und bis zu 20-fachem Hybridzoom mit der anderen Linse zumindest in der Theorie kaum noch Telebereiche dabei sind, die ausschließlich per Digitalzoom abgearbeitet werden müssen. Die Kombination aus nach wie vor führendem Nachtmodus, der großen Flexibilität für den Fotographen und natürlich die generell sehr gute Bildqualität der mit dem Pro+-Modell geknipsten Aufnahmen ergibt für uns eine klare Nummer Eins.

Anmerkung: Auch wenn das grundsätzlich nichts mit der Kameraqualität zu tun hat, müssen wir an dieser Stelle dennoch auf die fehlenden Google-Dienste der aktuellen Huawei-Smartphones hinweisen. Wie sich das genau auswirkt, haben wir im Test des Gerätes ausführlich beschrieben.

Basis für das erstplatzierte Huawei P40 Pro+ (Testbericht) ist das Huawei P40 Pro (Testbericht). Für Weitwinkel kommt hier eine Cine-Lens mit 40 Megapixel, f/1.8-Blende und optischem Bildstabilisator (OIS) zum Einsatz, die Hauptkamera ist mit 50 Megapixel, f/1.9, RYYB- statt RGB-Sensor für bessere Lichtaufnahme und ebenfalls OIS versehen. Die dritte Kamera bietet 12 Megapixel, f/3.4 und erstmals ebenfalls RYYB-Sensor sowie OIS. Sie erlaubt dank Periskop-Zoom 5-fache optische Vergrößerung und im Hybridmodus, also mit zusätzlicher 5-facher elektronischer Vergrößerung, insgesamt sogar 10-fache Vergrößerung. Rein elektronisch kommt das P40 Pro auf 50-fache Vergrößerung, das Plus-Modell sogar 100-fach. Die vierte Kamera ist ein 3D-Sensor für besseres künstliches Bokeh.

Die Bildqualität ist wie beim P40 Pro+ sehr gut, Highlight ist neben der Zoomfähigkeit der Nachtmodus. Mangels zweitem Zoom-Objektiv bleibt dem P40 Pro nur der zweite Platz.

Anmerkung: Auch wenn das grundsätzlich nichts mit der Kameraqualität zu tun hat, müssen wir an dieser Stelle dennoch auf die fehlenden Google-Dienste der aktuellen Huawei-Smartphones hinweisen. Wie sich das genau auswirkt, haben wir im Test des Gerätes ausführlich beschrieben.

Stolze 108 Megapixel hat die Hauptkamera des Samsung Galaxy Note 20 Ultra (Testbericht). Auf die variable Blende der Vorjahresmodelle verzichtet das aktuelle Note-Spitzenmodell, stattdessen setzt Samsung auf eine feste f/1.8-Blende. Dazu gesellen sich zwei 12-Megapixel für Weitwinkel (f/2.2) und Telefunktion (f/3.0), auf weitgehend überflüssige Technik wie einen Tiefensensor verzichtet Samsung. Haupt- und Telekamera werden von einem optischen Bildstabilisator (OIS) ruhig gehalten, der Weitwinkel muss ohne auskommen.

Insgesamt überzeugt die Bildqualität auf ganzer Linie, besonders eindrucksvoll sind Aufnahmen in voller 108-Megapixel-Pracht. Das funktioniert aber nur bei guten Lichtbedingungen gut, dann sprühen Aufnahmen aber geradezu vor Details. Bei Nacht haben sich die 2020er-Modelle von Samsung stark verbessert, kommen aber immer noch nicht ganz an Huaweis Topmodelle heran. Daher liegt das Note 20 Ultra hinter Huawei auf dem dritten Platz.

Das Samsung Galaxy S20 Ultra (Testbericht) verfügt wie das Note 20 Ultra (Testbericht) verfügt über die gleiche riesige 108-Megapixel-Optik mit einer Blende von f/1.8 und eine Brennweite von 26 Millimeter. Hinzu kommen Phasenvergleichs-Autofokus (PDAF) und optischer Bildstabilisator (OIS). Die zweithöchste Auflösung liefert mit 48 Megapixel die periskopartig eingebaute Zoom-Kamera. Sie kommt allerdings nur auf eine maximale Offenblende von f/3.5 und ist entsprechend deutlich weniger lichtempfindlich. Die dritte Linse ist für Ultraweitwinkelaufnahmen zuständig. Die werden mit 12 Megapixel in den Speicher gebannt, entstehen mit einer Blende von f/2.2. Die vierte Optik ist eine TOF-3D-Kamera (Time of Flight). Ein Unterschied zum Note 20 Ultra ist kaum auszumachen, größter sichtbarer, allerdings nur scheinbarer Vorteil ist der 100-fache elektronische "Space Zoom" des S20 Ultra, der beim Note-Modell auf 50-fach beschränkt wurde.

Das Xiaomi Mi 10 Pro (Testbericht) setzt neben der riesigen 108-Megapixel-Kamera auf eine auf Weitwinkelkamera (f/2.2) mit 20 Megapixel und gleich zwei optische Tele-Brennweiten mit 2- und 5-facher Vergrößerung (je f/2.0). Soviel vorweg: Auch wenn Xiaomi dafür „nur“ Module mit 12 und 8 Megapixel einbaut, ist das Ergebnis richtig gut.

Bei der Bildqualität bei gutem Licht muss sich das Mi 10 Pro nicht hinter den besser platzierten Modellen verstecken. Dank seiner zwei Zoom-Objektive bietet das Gerät zudem viel Freiheit beim Fotografieren. Bei Low-Light-Situationen hat Xiaomi allerdings noch Nachholbedarf.

Auf dem Papier ist das Note 20 (Testbericht) deutlich schwächer als das Note 20 Ultra (Testbericht) aufgestellt. So verzichtet Samsung beim Galaxy Note 20 auf die 108-Megapixel-Kamera und setzt statt auf optischen nur auf Digitalzoom. Was schlimm klingt, schlägt sich in der Praxis allerdings erstaunlich gut. Die Hauptkamera verzichtet zwar auf aufwändiges Pixel Binning für bessere Lichtausbeute, setzt dafür aber dank großem Sensor auf deutlich größere Pixel und einhergehend höhere Lichtausbeute als beim Ultra.

Und für Zoom nutzt das Note 20 einen Ausschnitt eines auf 64 Megapixel erstarkten (beim Ultra-Modell sind es 12 Megapixel) Sensors, was gute Ergebnisse in niedrigen Zoomstufen liefert. Zudem ist die Blende beim Teleobjektiv mit f/2.2 lichtempfindlicher als beim Ultra, der Rest wie optischer Bildstabilisator für Haupt- und Zoomkamera ist gleich. Im Alltag schlägt sich das günstigere Note 20 insgesamt nicht großartig schlechter als das Ultra, bisweilen sogar besser. Das hängt stark von der Situation ab. Vor allem bei niedrigen Zoomstufen liegt das Note 20 vorn, ab 5-fach-Zoom das Ultramodell. Die Qualität von Nachtmodus und Weitwinkel ist weitgehend mit dem Ultra-Modell identisch.

Die Hauptkamera des Oneplus 8 Pro (Testbericht) bietet 48 Megapixel mit f/1.8-Blende, hinzu kommen Phasenerkennungs-Autofokus (PDAF), Laser-AF und optischer Bildstabilisator (OIS). Der Weitwinkel bietet ebenfalls 48 Megapixel, allerdings nur Blende f/2.2 mit alleinigem PDAF. Zur Telelinse ist der Schritt mit nur 8 Megapixel überraschend hoch, die dreifache optische Vergrößerung greift auf eine Blendenöffnung von f/2.4 zurück. Die vierte Optik ist ein Farb- und Tiefensensor mit 5 Megapixel.

Uns überzeugte die Bildqualität des Oneplus 8 Pro auf ganzer Linie mit ausgewogener Dynamik, hoher Schärfe und guter Farbwiedergabe. Auch bei Nachtaufnahmen schnitt das Gerät ordentlich ab. In unserem Foto-Blindtest wählten Leser das Oneplus-Modell sogar zum Sieger bei Normal- und Weitwinkelaufnahmen. Auch wenn wir dem nicht ganz zustimmen, gehört das Oberklasse-Modell doch zu den besten Foto-Smartphones 2020.

Das Huawei P40 (Testbericht) ist das erste Smartphone in dieser Auflistung, das kein Highend-Modell und inzwischen für deutlich unter 500 Euro zu bekommen ist. Das ist durchaus erwähnenswert. Dass es das Modell trotz der einfacheren Hardware in unsere Top 10 der besten Foto-Smartphones schafft, zeigt eindrucksvoll, wie gut die Kamera-Software von Huawei ist. Im P40 kommt eine Triple-Cam aus 50-Megapixel-Ultra-Vision-Kamera mit f/1.9, Weitwinkel mit 16 Megapixel und f/2.2 sowie Telelinse mit 8 Megapixel und f/2.4 sowie optischer Bildstabilisierung zum Einsatz.

Bei Tageslicht ist im Vergleich zu den Pro-Modellen kaum ein Unterschied zu sehen, erst der Weitwinkel fällt hier wegen weniger Auflösung zurück. Der Zoom ist gut, aber optisch nur 3-fach anwendbar. Bei Nachtaufnahmen kommt das P40 ebenfalls nicht ganz an seine teureren Geschwistermodelle heran, leistet aber immer noch sehr gute Arbeit.

Anmerkung: Auch wenn das grundsätzlich nichts mit der Kameraqualität zu tun hat, müssen wir an dieser Stelle dennoch auf die fehlenden Google-Dienste der aktuellen Huawei-Smartphones hinweisen. Wie sich das genau auswirkt, haben wir im Test des Gerätes ausführlich beschrieben.

Den älteren Pixel-Modellen fehlte trotz guter Kameras die Flexibilität von Multi-Linsen-Lösungen wie bei der Konkurrenz. Das hat Google erkannt und spendiert den Pixel-4-Modellen nun erstmals immerhin eine Dual-Kamera. Die besteht aus einer Optik mit 16 Megapixel, 1,0 µm großen Pixel und einer f/2.4-Blende. Die zweite Kamera erlaubt Bilder mit 12,2 Megapixel, 1,4 µm großen Pixel und einer Blende von f/1.7. Beide Linsen sind optisch und elektronisch bildstabilisiert, sie dienen als Normal- und Telelinse. Ein Weitwinkel fehlt.

Das Pixel 4 beherrscht 1,8-fache Vergrößerung per Festbrennweite, bis zu 3-fache Hybridvergrößerung und bis zu 8-fache Vergrößerung per sogenanntem Super Resolution Zoom. Damit kommt das Pixel 4 (XL) nicht an die Konkurrenz von Huawei, Xiaomi und Samsung heran, macht das aber mit tollem Nachtmodus wenigstens teilweise wieder wett.

Zwar setzt Xiaomi beim Mi 10 (Testbericht) wie Samsung auf eine 108-Megapixel-Hauptkamera samt 13-Megapixel-Weitwinkel, enttäuscht dann aber mit Makro- und Tiefensensor mit je 2 Megapixel. Außerdem verzichtet das Mi 10 auf eine Telelinse, die längst in jedes Top-Smartphone gehört, da sie den Anwendungsspielraum des Nutzers wesentlich erhöht. Zum Glück wetzt Xiaomi diese Scharte beim Mi 10 wieder mit guter Bildqualität der Hauptkamera aus, die wie beim Mi 10 Pro (Testbericht) ist. Mangels ordentlicher Zoomlinse und besserem Weitwinkel fällt das Non-Pro-Modell klar hinter die Konkurrenz zurück.

Die Entwicklung von Smartphone-Kameras ist beeindruckend. Was vor einem Jahrzehnt startete und selbst bei hellem Tageslicht Motive bestenfalls erahnen ließ, ersetzt längst mehrere hundert Euro teure Kompaktkameras. Hochpreisige Smartphones bringen zudem immer mehr Licht ins Dunkel, sie beherrschen Nachtaufnahmen auf einem Niveau, das vor wenigen Jahren noch undenkbar war. Wenn diese Entwicklung so weitergeht und auch die Zoomfähigkeit weiter verbessert wird, gibt es in einigen Jahren für Nicht-Profis keinen Grund mehr, zu teuren Spiegelreflexkameras zu greifen.

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