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Miracast - das Android-Streaming

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One Touch Scribe HD

Miracast ist eine Norm zum Übertragen eines Videosignals samt Digitalton per WLAN, also eine Art drahtloses HDMI. Es ist von der WiFi-Alliance als offener Standard konzipiert und dient dazu, dass Smartphones, Tablets und Notebooks per WLAN einen Monitor, Fernseher oder Beamer ansteuern können. Damit ist Miracast eine Art herstellerübergreifende Alternative zu Apples AirPlay. Anders als dort sind derzeit keine reinen Audio-Übertragungen vorgesehen, sondern nur Ton und Bild gemeinsam.

Derzeit (Stand Januar 2013) gibt es nur ein Smartphone mit Miracast: das Google Nexus 4. Einige andere wie das Sony Xperia Z und das Alcatel One Touch Scribe HD haben entsprechende Hardware. Laut Nvidia beherrscht der Tegra 3 es prinzipiell, laut Snapdragon der S4 Pro. Android lernt das erst mit Version 4.2 – solange diese Version nicht installiert ist, dürften die Miracast-Fähigkeiten also brach liegen.

Besser läuft es bei den Notebooks, denn Miracast ist eine Art Weiterentwicklung von Intels WiDi, das viele aktuelle Notebooks mit einem WLAN-Chip von Intel beherrschen. Der WiDi-Treiber unterstützt Miracast seit Version 3.5. Achja, auch die Linux-Spielkonsole Valve Steam Box soll Miracast beherrschen.

Auf Empfängerseite gibt es derzeit gar nichts. Erste Empfängerkistchen (mit HDMI-Ausgang zum Anschluss an beliebige TVs/Beamer) gab es auf der CES 2013 zu sehen: Netgear will einen Empfänger für 50 US-Dollar ab März anbieten, und auch Fernseher mit integriertem Empfänger sollen kommen...

Warum nicht UPnP/DLNA?

Man könnte fragen: Warum noch ein Standard und nicht UPnP/DLNA? Doch die beiden sind nur auf den ersten Blick funktionsgleich in der Hinsicht, dass irgendwie Videos übers WLAN fliegen. Miracast schickt den kompletten Bildschirminhalt, also das, was der Grafikchip ausgibt: Menüzeilen, Fenster, Mauszeiger, Icons, alles dabei. DLNA hingegen ist ein Streaming-Protokoll, das die Videos als Datei, also als komprimierten Datenstrom überträgt. Es ist gar nicht vorgesehen, die gesamte Desktop-Oberfläche eines PCs oder Android-Geräts zu verschicken.

Videos werden also bei DLNA im Anzeigegerät dekomprimiert, das muss also alle Formate kennen. Bei Miracast übernimmt das Sendegerät die Decodierung. Neue oder exotische Formate kann man also auch auf älteren Miracast-Geräten abspielen, sofern der Sender sie kennt – und die Sender lassen sich ja allesamt per Software dazu überreden.

Zudem ist DLNA bei Android und Windows nicht so tief ins Betriebssystem integriert wie Miracast. Um vom Smartphone aus ein DLNA-Abspielgerät anzusprechen, benötigt man eine App, und dann kann man nur genau die Ausgabe dieser App umleiten. Mit Miracast funkt dann (zumindest in der Theorie) jede App ihre Videos und Sounds durch die Gegend – genauso wie das bei AirPlay funktioniert.

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