TechStage
Suche

Ein Angebot von

Zenfone 3 Deluxe: High-End-Smartphone von Asus im Test

2
von  //  Twitter Google+

Das Zenfone 3 Deluxe ist das aktuelle High-End-Modell von Asus. Bei einem Preis von 800 Euro spielt es in Regionen von Samsung Galaxy S8 oder LG G6. Ist es sein Geld wert?

In Sachen Design und Haptik ist das Zenfone 3 Deluxe ein Premium-Smartphone, keine Frage. Gerade haptisch bin ich von dem Gerät sehr angetan – ich kann mich nicht dran erinnern, wann ich das letzte Mal einen solchen Handschmeichler in den Fingern hatte. Das Unibodygehäuse zeigt sich trotz Fertigung aus Aluminium auch nicht zu rutschig. Vor allem die geringe Bauhöhe – diese liegt an der schmalsten Stelle bei 4,2 Millimeter – und die Schliffkante an den Außenrändern der Rückseite dürften ihren Teil zur tollen Haptik beitragen. Das Teil liegt einfach klasse in der Hand.

Unterhalb des Displays sitzen die drei Android-typischen Bedientasten. Sie geben bei Berührung ein Vibrations-Feedback und sind beleuchtet. Power-Button und Lautstärkewippe haben einen guten Druckpunkt, sie befinden sich wie üblich auf der rechten Seite des Handys. Neben der etwas aus dem Gehäuse herausstehenden Kamera auf der Rückseite hat ein Dual-LED-Blitz seinen Platz gefunden, direkt darunter ist der Fingerabdruckscanner untergebracht. Der SIM-Karteneinschub auf der linken Seite kann neben einer Micro-SIM noch eine Nano-SIM für Dual-SIM-Betrieb oder alternativ eine microSD-Karte aufnehmen.

Auch in Sachen Ausstattung kann sich das Zenfone 3 Deluxe sehen lassen: Für den Vortrieb sorgt ein Snapdragon-821-Chip von Qualcomm mit vier maximal mit 2,4 GHz taktenden Kernen und 6 GByte Arbeitsspeicher, der interne Speicher ist 128 GByte groß. Es sind aber auch Ausführungen mit 64 und 32 GByte internem Speicher im Angebot, die entsprechend günstiger sind.

Im mobilen Internet gibt es mit LTE der Kategorie 12 Downloadraten von bis zu 600 Mbit/s, zumindest theoretisch. Bezüglich WLAN unterstützt das Zenfone 3 Deluxe 802.11 a, b, g, n und ac im 2,4- und 5-GHz-Frequenzbereich. Neben GPS und NFC gehört noch Bluetooth 4.2 zur Ausstattung des Handys. Der nicht austauschbare 3000-mAh-Akku unterstützt die Schnelladetechnologie QuickCharge 3.0. Zum Aufladen und zum Datenaustausch gibt es einen USB-Typ-C-Anschluss.

Das 5,7-Zoll-Super-AMOLED-Panel löst Full-HD auf und wird von Gorilla Glass 4 geschützt. Das Screen-to-Body-Verhältnis beträgt 79 Prozent – und liegt damit auf dem gleichen Niveau wie das LG G6 (78 Prozent) und das Samsung Galaxy S8 (84 Prozent). Allerdings fällt beim Blick auf den Bildschirm auf, dass zwischen dem wirklich sichtbaren Display und den Rändern des Gehäuses noch ein schwarzer Rahmen von nicht unbeträchtlicher Dicke ist. Das ist letztendlich nicht nur verschenkter Platz, das sieht auch nicht so schön aus. Auch das von Asus berechnete Verhältnis zwischen Display-Diagonale und Gehäusegröße dürfte aufgrund dessen in der Realität niedriger ausfallen.

Was Darstellung, Farben und Blickwinkelstabilität angeht, gibt es nichts zu mäkeln. Das Betrachten von Inhalten macht auf dem Zenfone 3 Deluxe Spaß. Die Farben sind satt und ausdrucksstark und die Full-HD-Auflösung sorgt für ein scharfes Bild. Und wem die AMOLED-typisch schon fast etwas zu kräftigen Farben einen Tacken zu viel sind, der kann sie innerhalb der Systemeinstellungen entschärfen.

Bei der Hauptkamera klotzt Asus ganz schön ran, zumindest auf dem Papier. Zu den Specs gehören eine f/2.0-Blende, ein Dual-LED-Blitz, eine Auflösung von 23 Megapixeln, ein 4-achsiger und 4-stufiger optischer Bildstabilisator und ein aufwändiges Autofokussystem. Asus nennt das TriTech, weil drei Bestandteile dazu beitragen: ein Laser-Autofokus der 2. Generation und ein Phasenvergleichs-Autofokus – und das ganze ist als kontinuierlicher Autofokus ausgeführt, die Schärfe wird also zum Beispiel beim Videodreh permanent nachjustiert. Die maximale Auflösung von Videoaufnahmen beträgt 3840 × 2160 Pixel mit 30 fps.

In der Praxis gefällt uns die Qualität der mit der Hauptkamera gemachten Bilder und Videos, das von Asus verbaute System arbeitet unter den verschiedensten Bedingungen recht gut. Sowohl bei guten Lichtverhältnissen, aber auch in Low-Light-Szenarien können sich die Aufnahmen sehen lassen, wenngleich sie auch nicht mit den Kameras des LG G6 und des Galaxy S8 mithalten können.

Die Frontkamera des Smartphones ist im Vergleich zur Hauptknipse nichts Besonderes. Sie löst 8 Megapixel auf, hat eine f/2.0-Blende und ein 84-Grad-Weitwinkelobjektiv. Die Qualität von Selfies, auch mit speziellem Verschönerungsmodus, konnte uns nicht überzeugen.

Mit 6 GByte Arbeitsspeicher und dem Snapdragon-821-Chip von Qualcomm legt das Zenfone 3 Deluxe eine gute Performance an den Tag. Hier hakelt und ruckelt nichts, das System läuft schnell und flüssig. Auch bei aufwendigeren Anwendungen, etwa grafisch anspruchsvollen Spielen, stimmt die Leistung. Der Fingerabdruckscanner bietet keinen Anlass zur Kritik: Er reagiert schnell und präzise – wobei das nichts über die Sicherheit aussagt.

Der 3000-mAh-Akku genügt in der Regel, um auch bei starker Nutzung über den Tag zu kommen. Das Aufladen geht dank QuickCharge 3.0 sehr schnell, zwischendurch mal für eine halbe Stunde ans Netzteil angeschlossen, ist der Akku mindestens wieder halb voll.

Auf dem Zenfone 3 Deluxe läuft Android 7 mit einer von Asus Zen-UI getauften Benutzeroberfläche on top. Die ist definitiv Geschmackssache, mir persönlich ist sie viel zu poppig und verspielt. Dank der integrierten Theme-App lässt sich das Erscheinungsbild aber auch ändern und an die eigenen Bedürfnisse anpassen.

Asus installiert neben einigen Spielen auch einige Apps vor, einen großen Mehrwert bieten diese in unseren Augen allerdings nicht. Nützlich ist hingegen die Möglichkeit Uhrzeit und entgangene Anrufe und SMS bei ausgeschaltetem Display auf dem Bildschirm ablesen zu können. Bei diesem Always-On-Feature hat der Nutzer die Auswahl zwischen mehreren Uhren-Designs.

Das Zenfone 3 Deluxe gibt es in Deutschland nur in einer Ausführung: in silber mit 128 GByte großem internem Speicher.

Das Zenfone 3 Deluxe steht im Schatten der großen Konkurrenten Samsung Galaxy S8 und LG G6, technisch gibt es dafür kaum Gründe. Das Handy punktet mit edlem Design, guter Performance, großem internen Speicher, Dual-SIM-Funktionalität und einem sehr ansehnlichen Display. Diesbezüglich gibt es allerdings schon einen Kritikpunkt: den schwarzen Rahmen zwischen sichtbarem Bildschirminhalt und dem Gehäuse.

Die Kamera hingegen macht zwar einen guten, aber keinen herausragenden Job wie bei den Konkurrenten LG G6 und Samsung Galaxy S8 der Fall – ein Nachteil. Außerdem strahlt die Marke Asus schlicht nicht so viel Wertigkeit aus wie vor allem Samsung, aber auch LG. Wer mit diesen Kritikpunkten leben kann, der bekommt mit dem Zenfone 3 Deluxe ein feines Stück Smartphone-Technik – allerdings zu einem hohen Preis.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige