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Xperia XA1 Ultra: Sonys große Mittelklasse im Test

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Das neue Sony Xperia XA1 hat in unserem Test aufgrund einiger kleiner Schwächen nur mittelmäßig abgeschnitten. Jetzt haben wir uns das große Modell Xperia XA1 Ultra angesehen und geprüft, ob der Aufpreis von knapp 100 Euro gerechtfertigt ist.

Bis auf die Abmessungen sehen sich Sony Xperia XA1 und Ultra zum Verwechseln ähnlich. Der an den Seiten fast randlose Bildschirm und die abgerundete Panzerglas-Oberfläche wirken hochwertig und sehen edel aus. Die etwas eigenwillige Formgebung mit den scharfen Kanten an Ober- und Unterseite und den abgerundeten Seiten polarisiert. Durch die helle Gehäusefarbe unseres Modells fallen die verhältnismäßig großen Ränder ober- und unterhalb vom Display weit stärker auf als beim schwarzen Modell. Auch die Selfie-Kamera mit eigenem LED-Blitz ist beim goldenen Ultra gut zu sehen.

Anders als beim schwarzen Modell sind Kamera und Blitz gut zu erkennen.

Auf der rechten Geräteseite befinden sich Power-Taste, Lautstärken-Wippe und die eigene Kamerataste. Die klassische Kopfhörerbuchse finden wir oben links. Gut, dass Sony nicht darauf verzichtet hat. Der Einschub für SIM- und microSDXC-Karte liegt versteckt unter einer Klappe auf der linken Gehäuseseite. Auf der Unterseite sitzen die USB-Type-C-Buchse und der Lautsprecher.

Ein Fingerabdrucksensor hätte gut unter das Display gepasst – den gibt's aber leider bei beiden Xperia-XA1-Modellen nicht. Die Rückseite ist, wie beim kleineren Xperia XA1 (Testbericht), aus Kunststoff. Das Material fühlt sich erfreulich hochwertig an und führt zu keinerlei Einbußen bezüglich der gelungenen Haptik. Die Hauptkamera ist komplett versenkt und ragt nicht aus dem Gehäuse heraus.

Das 6-Zoll-Gerät liegt trotz der enormen Größe noch erstaunlich sicher in der Hand. Das Gewicht mit 188 Gramm ist stimmig. Die Abmessungen mit 165 × 79 × 8,1 mm sind ganz klar Geschmackssache, das Xperia XA1 Ultra ist einfach schon ziemlich groß. Mit kleinen Händen ist die Bedienung schwierig.

Die Verarbeitung ist auch beim Ultra-Modell wirklich gut: Die Spaltmaße sind gleichmäßig und die Übergänge zwischen Glasoberfläche und Gehäuse praktisch nicht spürbar.

XA1 und XA1 Ultra im direkten Größenvergleich.

Die Ausstattung der beiden Xperia-XA1-Modelle ist in vielen Punkten identisch. 32 GByte interner Speicher, helio-P20-Prozessor und eine Kamera mit 23 Megapixeln Auflösung. Auch die maximale Speichererweiterung auf 256 Gigabyte, Bluetooth 4.2, NFC und WLAN sind bei beiden Geräten identisch.

Das Ultra beherrscht ebenfalls kein Dual-Band-WLAN, hat keinen Fingerabdrucksensor und weder Wasser- noch Staubschutz.

Der Hauptunterschied bei beiden Geräten ist vor allem das größere Display mit der Full-HD-Auflösung. Auch beim Arbeitsspeicher hat das Ultra-Smartphona mit 4 GByte etwas mehr zu bieten. Ansonsten sind nur der Akku mit 2700 mAh und die 16-Megapixel-Selfie-Kamera etwas besser und unterscheiden sich vom Xperia XA1.

Der Antutu-Benchmark ermittelt knapp 61.500 Punkte beim Xperia XA1 Ultra; das Xperia XA1 erreicht nur etwa 57.000 Punkte. Das liegt in erster Linie am kleineren Arbeitsspeicher. Antutu schätzt auch das Ultra als gutes Mittelklasse-Smartphone ein. Die Rechenpower reicht auf jeden Fall aus, um auch grafisch aufwendige Spiele wie Asphalt 8 ruckelfrei und in voller Auflösung zu zocken. Nur die Ladezeiten sind ein wenig länger als bei den Flagship-Smartphones.

Der Lautsprecher ist ausreichend laut und scheppert nicht. Bis auf die für Smartphones typisch dünnen Bässe geht die Klangqualität in Ordnung. Die Tasten haben einen angenehm präzisen Druckpunkt und sitzen ganz ohne Spiel im Gehäuse.

Der Einschub für SIM- und Speicherkarte versteckt sich auf der linken Gehäuseseite.

Der Akku hält auch bei aktiver Benutzung etwa einen Tag lang durch. Bei stromhungrigen Anwendungen kann dem Ultra aber auch schon mal am späten Nachmittag die Luft ausgehen.

Auch die Software ist bis auf einen Assistenten für die Einhandbedienung bei beiden Xperia XA1-Modellen identisch. Android OS 7.0 Nougat und eine ganze Handvoll vorinstallierte Software: Neben der PlayStation-App finden sich Facebook, Spotify, Amazon-Shopping oder AVG Protection im Menü. Bei den Mittelklasse-Smartphones ist es leider oft so, dass sich die Hersteller mit Bloatware etwas dazu verdienen; das Ultra-Modell kostet aber gut 100 Euro mehr als das normale Xperia XA1. Und die Tatsache, dass sich die Programme nur deaktivieren, nicht aber deinstallieren lassen, ist ärgerlich.

Trotz USB-C setzt Sony auch weiterhin auf einen klassichen Kopfhörerausgang auf der Oberseite.

Der 6-Zoll-Bildschirm hat Full-HD-Auflösung mit 1920 × 1080 Bildpunkten. Die daraus resultierende Pixeldichte beträgt 367 ppi (Pixel per Inch) und sorgt für eine gestochen scharfe Darstellung. Die Farben sehen noch eine Spur lebendiger aus als beim normalen Xperia XA1. Die Bildschirmhelligkeit ist gut und auch für die Benutzung bei direkter Sonneneinstrahlung geeignet.

Die Kamera ist wirklich super und die Bedienung macht Spaß. Der Dynamikumfang und der schnelle Fokus ermöglichen ansehnliche Fotos mit satten Farben und guten Kontrasten. Selbst bei mittelmäßigen Lichtverhältnissen gelingen noch die vernünftige Fotos. Bei Dämmerlicht und schlechter Beleuchtung nehmen Kontrast und Farbtreue zunehmend ab. Für eine Mittelklasse-Kamera sind die Ergebnisse aber überdurchschnittlich gut und können beinahe mit denen von Flagship-Smartphones mithalten.

Die Fotos der Hauptkamera des XA1 Ultra sehen großartig aus.

Die Weitwinkel-Selfie-Kamera hat zwar eine höhere Auflösung als die des Xperia XA1, im Endergebnis fällt das allerdings fast nicht auf. Lediglich der zusätzliche Front-LED-Blitz bedeutet einen echten Mehrwert.

Nur eine Sache hat uns gestört: Mit kleinen Händen kommt man schnell mal versehentlich mit der zweiten Hand auf das Display und löst damit den maximalen digitalen Zoom aus. Das stört in der Praxis extrem; passiert aber nur am Anfang und mit kleinen Händen.

  • Gold
    Sony Xperia XA1 Ultra gold
  • Schwarz
    Sony Xperia XA1 Ultra schwarz
  • Weiss
    Sony Xperia XA1 Ultra weiß
  • Pink
    Sony Xperia XA1 Ultra pink

Auch das Sony Xperia XA1 Ultra ist in Gold, Schwarz, Weiß und Pink erhältlich.

Das Xperia XA1 Ultra ist ein vernünftiges Gerät für all diejenigen, die einen großen und hochauflösenden Bildschirm haben wollen und dabei auf ein Markengerät setzen. Für den Transport in der Hosentasche und klassische Einhandbedienung ist es allerdings weniger geeignet.

Das XA1 Ultra ist schon ein wirklich großer Brocken.

Die Ausstattung ist solide, setzt aber keine Maßstäbe in der Mittelklasse. Positiv hervorzuheben ist vor allem die überdurchschnittlich gute Kamera.

Eine Full-HD-Auflösung ist bei einer Größe von 6 Zoll die mindestvoraussetzung; taugt aber nicht als Kaufargument. Auch der Akku mit 2700 Milliamperestunden ist, verglichen mit anderen Geräten, eher mager. Der fehlende Fingerabdrucksensor und Software, die sich nur deaktivieren, nicht aber deinstallieren lässt, geben ebenfalls leichten Punktabzug.

Verglichen mit anderen ähnlichen Geräten ist das Xperia XA1 Ultra im Verhältnis einfach zu teuer. Das 6,4 Zoll große Mi Max von Xiaomi (Testbericht) beispielsweise kostet gerade einmal 250 Euro und bietet ebenfalls Full-HD-Auflösung und einen großen 4850 mAh Akku.

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