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Xperia L1: 200-Euro-Smartphone von Sony im Test

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Sony ruft für sein Einsteiger- bis Mittelklasse-Smartphone Xperia L1 knapp 200 Euro auf. Dafür bekommt der Nutzer ein aktuelles Betriebssystem, eine 13-Megapixel-Hauptkamera, einen Quad-Core-Prozessor von Mediatek und den neuen USB-Typ-C-Standard. Wie gut sich das Telefon in der Praxis schlägt, erfahrt Ihr in unserem Testbericht.


Das Xperia L1 steckt in einem Gehäuse aus leicht angerautem Kunststoff. Dieser führt dazu, dass das Handy gut und sicher in der Hand liegt. Die nach hinten abgerundeten Seiten tragen diesbezüglich ihren Teil bei. Die Abmessungen des Smartphones betragen 151 × 74 × 8,7 Millimeter bei einem Gewicht von 180 Gramm. Power-Button und Lautstärkewippe – beide mit sehr gutem Druckpunkt – sitzen auf der rechten Seite, links befindet sich ein Einschub für SIM- und microSD-Karte. Im Falle des Xperia L1 benötigt man kein spezielles Werkzeug zum Öffnen des Schachtes, die Abdeckung lässt sich leicht mit dem Fingernagel abnehmen.

Oberhalb des Displays ist die Frontcam, links daneben eine Benachrichtigungs-LED untergebracht. Die Hauptkamera nebst LED-Blitz hat ihren Platz auf der Rückseite links oben gefunden. Am unteren Rand befinden sich dann noch der Lautsprecher, das Mikrofon und ein USB-C-Anschluss zum Aufladen und für den Datenaustausch. Für ein 200-Euro-Smartphone gehen Haptik und Verarbeitung in Ordnung, allerdings gibt es beispielsweise von der chinesischen Konkurrenz schon für weniger Geld hochwertigere Materialien – etwa beim Oukitel K6000 Plus oder dem Umidigi C Note.

Das Xperia L1 hat einen mit maximal 1,4 GHz taktenden Quad-Core-Prozessor von Mediatek. Dem 64-Bit-Chip vom Typ MT6737T stehen 2 GByte RAM zur Seite, der interne Speicher ist 16 GByte groß. Dem Nutzer stehen nach dem ersten Start davon nur etwas mehr als 8 GByte zur Verfügung. Zur Speicherweiterung kann der Nutzer zwar microSD-Karten einsetzen, doch nicht alles lässt sich darauf speichern: Wer viele große Apps nutzen möchte, kommt hier schnell an die Grenzen. Vor allem Navi-Apps und umfangreiche Spiele belegen gerne mal mehrere Gigabyte. Das 5,5 Zoll große Display löst nur HD auf, also 1280 × 720 Pixel. Andere Smartphones in diesem Preisbereich kommen schon mit Full-HD-Auflösung, etwa das Honor 5c (Testbericht).

Die Hauptkamera hat eine Auflösung von 13 Megapixeln und hat Autofokus, f/2.2-Blende und LED-Blitz. Was Sony vollmundig als 3-fach Clear Image Zoom bezeichnet ist ein digitaler Dreifach-Zoom, der mittels Bildbearbeitung bessere Ergebnisse liefern soll als ein normaler Digitalzoom, Wunder sollte man davon aber nicht erwarten. Vorne gibt es 5 Megapixel, ebenfalls eine f/2.2-Blende und ein 24-Millimeter-Weitwinkelobjektiv.

Das Xperia L1 kommuniziert per LTE der Kategorie 4 mit bis zu 150 Mbit/s im Downstream. Zur weiteren Ausstattung gehören NFC, Bluetooth 4.2 inklusive Unterstützung für den Codec aptX und GPS. Der fest verbaute 2620-mAh-Akku wird per USB-Type-C und einer adaptiven Ladetechnologie von Qnovo mit Energie versorgt. Diese Technik sorgt laut Hersteller dafür, dass der Akku bis zu doppelt so lange wie herkömmliche Handys seine volle Kapazität behalten – also langsamer altern. In wie weit das in der Praxis wirklich funktioniert, werden wir aber wohl erst in ein bis zwei Jahren wissen.

Obwohl das 5,5-Zoll-Display mit einer Auflösung daherkommt, die in Zeiten von QHD und 4K doch sehr gering erscheint, kann sich der Bildschirm sehen lassen. Mit 1280 × 720 Pixel kommt das Telefon auf eine Pixeldichte von 267 ppi – ausreichend, um Inhalte nicht pixelig erscheinen zu lassen. In Sachen Schärfe kann es das günstige Handy mit Geräten, die Full-HD-, QHD- oder gar 4K-Auflösung bieten, natürlich nicht aufnehmen. Die Darstellung von Farben auf dem Display ist neutral, die Blickwinkelstabilität ist sehr gut. Auch was die maximale Helligkeit angeht, hat uns der Bildschirm gefallen: Selbst in hellem Sonnenlicht lässt sich das Gerät noch gut bedienen. Auf Berührungen reagiert das Panel gut und zuverlässig.

Bild: Techstage Das Display gefiel uns im Test, obwohl es nur HD auflöst.

Die Qualität der mit der Hauptkamera geschossenen Bilder hat uns im Test gut gefallen. Zwar liefert die Knipse keine plastischen Farben, aber die neutrale Farbwiedergabe in Kombination mit guter Schärfe kann sich bei einigermaßen guten Lichtverhältnissen sehen lassen. Vor allem fiel uns auf, dass die Kamera extrem viele Details aufzeichnet – selbst mit starker Vergrößerung nach dem Fotografieren. In Low-Light-Szenarien gelingen hingegen ohne Blitz keine besonders ansehnlichen Bilder. Auch die Videoqualität ist für ein 200-Euro-Handy ordentlich, die maximale Auflösung beträgt Full HD. Was die Selfie-Cam angeht, darf der Nutzer keine Meisterwerke erwarten, aber auch die ist für diese Preisklasse absolut zufriedenstellend.

In Sachen Leistung arbeitet das Xperia L1 bei normaler Nutzung mit Surfen, Chatten, Videos schauen, E-Mails abrufen und schreiben zufriedenstellend. Man merkt dem Smartphone allerdings schon an, dass es nicht zu den leistungsstärksten gehört. Das Starten von Apps dauert hin und wieder einen Moment und schon die Benutzeroberfläche läuft nicht komplett ruckelfrei. Zum Zocken von grafisch aufwendigeren Games taugt das L1 nur bedingt. Modern Combat 5 beispielsweise ist eine einzige Ruckelorgie und somit kaum spielbar.

Auf dem Xperia L1 läuft Android in Version 7.0 mit diversen optischen und softwareseitigen Anpassungen des Herstellers. Wir finden die Benutzeroberfläche etwas überladen. Beispielsweise gibt es im App Drawer eine lange Liste mit empfohlenen Apps, die wir eher störend als hilfreich fanden. Auch immer wieder auftauchende Benachrichtigungen, es gäbe neue tolle Features und der Nutzer möge doch gerne die von Sony vorinstallierten Services und Apps nutzen, hätten wir gerne abgeschaltet, fanden dazu aber keine Option. Eventuell ist dies möglich, nachdem der Nutzer die jeweiligen Dienste und Programme in Betrieb genommen hat – wer dies nicht möchte, der muss wohl mit Sonys Bemühungen leben.

Das Sony Xperia L1 gibt es in einer schwarzen, einer weißen und einer pinkfarbenen Ausführung.

  • Schwarz
    Sony Xperia L1 schwarz
  • Weiß
    Sony Xperia L1 weiß
  • Pink
    Sony Xperia L1 pink

Das Xperia L1 ist ein solides Einsteiger-Smartphone mit brauchbarer Kamera, ausreichender Performance und ansehnlichem Display. Der größte Kritikpunkt am Handy ist der nur 16 GByte große interne Speicher. Den Preis von 200 Euro finden wir für das L1 allerdings etwas zu hoch. Die chinesische Konkurrenz bietet mit dem Elephone C1 Max (Testbericht des Elephone C1 Max) eine ähnliche Ausstattung plus Fingerabdruckscanner ab circa 130 Euro, allerdings konnte uns bei dem Handy die Kamera nicht überzeugen. Das Umidigi C Note (Testbericht des Umidigi C Note) mit Full-HD-Display, Alu-Unibody-Gehäuse und guter Kamera hingegen gibt es schon ab 150 Euro.

Aber auch bei namhafteren Herstellern gibt es große Konkurrenz für das Xperia L1: Das Moto G5 (Testbericht des Moto G5) beispielsweise mit größtenteils ähnlicher Ausstattung, aber mit Full-HD-Display und Fingerabdruckscanner, gibt es schon ab 185 Euro. Da das Xperia L1 erst seit Kurzem auf dem deutschen Markt ist, dürfte der Preis in der nächsten Zeit aber auch noch fallen und dann passt auch das Preis-Leistungs-Verhältnis.

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