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Xiaomi: Staubsauger-Roboter Mi Robot Vacuum im Test

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Dass der bekannte chinesische Hersteller Xiaomi nicht nur Smartphones baut, dürfte mittlerweile die Runde gemacht haben. Neben beispielsweise Bluetoothlautsprechern, Laptops und Drohnen ist eines der neuesten Produkte ein Saugroboter, den wir in den letzten zwei Wochen ausgiebig getestet haben. Was der Kleine so drauf hat, das erfahrt Ihr in unserem Test.

Wie üblich bei Produkten von Xiaomi kommt der Mi Robot als gut verarbeitetes technisches Gerät daher. Das weiße Kunststoffgehäuse macht einen hochwertigen und soliden Eindruck. Der Saugroboter misst 345 Millimeter im Durchmesser, ist 96 Millimeter hoch und wiegt 3,8 Kilogramm. Zum Geräte gehört eine Ladestation, die sich ebenfalls gut verarbeitet präsentiert. An Bedienelementen am Roboter gibt es nur einen Taster zum Einschalten und Starten des Saugvorgangs – außerdem noch einen Home-Button, der dem Gerät den Befehl gibt wieder auf die Dockingstation zu fahren.

Was Xiaomis Mi Robot von anderen Geräten in der Preisklasse zwischen 300 und 400 Euro unterscheidet, ist die Art und Weise wie er seine Umgebung war nimmt und analysiert – und damit verbunden wie er sich durch die Wohnung saugt. Er hat insgesamt 12 Sensoren, unter anderem einen Laser-Distanz-Sensor, einen E-Kompass, mehrere Ultraschallsensoren, ein Gyroskop und einen Beschleunigungssensor. Mithilfe dieser Sensoren – in Verbindung mit drei Prozessoren, die seine Bewegungen in Echtzeit tracken –, wird der bestmögliche Reinigungsweg ermittelt und genommen. Die Technik nennt sich SLAM — Simultaneous Localization and Mapping Algorithm – und findet sich sonst nur bei wesentlich teureren Saugrobotern.

Der Akku des Mi Robot hat eine Kapazität von 5200 mAh – damit sind Laufzeiten von bis zu zwei Stunden oder mehr drin. Falls die Akkuladung sich während des Saugvorgangs dem Ende nähert, fährt der Staubsauger automatisch zurück zur Ladestation und nimmt seine Arbeit wieder auf, sobald er zu 80 Prozent wieder aufgeladen ist. Nach abgeschlossenem Saugvorgang fährt der Mi Robot ebenfalls automatisch auf seine Dockingstation zurück.

Eines der Features der mit dem Gadget zusammenarbeitenden Mi-Home-App, auf die ich in Kürze noch detaillierter eingehe, ist die Aufzeichnung des Saugvorgangs. Anhand folgender Screenshots lässt sich gut sehen, wie der Mi Robot sich Stück für Stück durch die Wohnung arbeitet – dabei jeweils immer in einem bestimmten Bereich die Ränder abfährt, die Umgebung checkt und danach die freien Bereiche reinigt.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Der Mi Robot nimmt Staub, Tierhaare und Krümel mit seiner Saugleistung von maximal 1800pa (Pascal) problemlos auf, der Schmutz landet im Inneren in einem entsprechenden Behälter, der einfach entnommen und geleert werden kann. Er erkennt übrigens auch Treppen und stoppt dort – man muss keine Angst haben, dass er irgendwo herunterstürzt.

So weit, so gut: den Mi Robot per Knopfdruck gestartet und einfach machen lassen, erledigt er seinen Job sehr gut. Aber es gibt ja auch noch eine App, mit der er sich steuern lässt und die noch einige weitere Features und Einstellungsmöglichkeiten bietet. Schon beim Verbinden von Smartphone-Applikation und Roboter tritt allerdings ein größeres Problem auf: Die Menüs sind in chinesischer Sprache – wie auch die Kurzanleitung in Papierform, die dem Gadget beiliegt. Mithilfe einer kurzen Internetrecherche bekommt man es zwar schnell hin die Verbindung per WLAN des Mi Robot und Eingabe des Router-Passworts herzustellen, die ganzen Funktionen und Optionen lassen sich mit ihren chinesischen Bezeichnungen und Erklärungen allerdings nur schwer durchblicken.

Zumindest auf dem Hauptbildschirm lässt sich erkennen, was dort initialisiert werden kann: Start und Stop des Saugvorgangs, Befehl zum zurückkehren auf die Ladestation und das Umschalten der drei Saugmodi Normal, Leise und Volle Power. Die vom Hersteller versprochene Echtzeitanzeige auf der dort angezeigten Karte hat im Test nicht funktioniert, nach abgeschlossenem Saugen lässt sich der vom Roboter abgefahrene Weg allerdings innerhalb der weiteren Einstellungen einsehen – allerdings muss man dazu erst einmal das entsprechende Menü finden.

Der Mi Robot macht prinzipiell einen sehr guten Job, die Nutzung der App und all ihrer Möglichkeiten gestaltet sich ohne chinesische Sprachkenntnisse allerdings schwierig. Zwar lässt sich das Gadget auch komplett ohne App nutzen, dann können aber beispielsweise nicht die drei verschiedenen Saugmodi ausgewählt werden. Dies wiederum geht mir der App aber auch ohne chinesische Sprachkenntnisse problemlos. Von den meisten Geräten des chinesischen Herstellers gibt es zumindest englischsprachige Anleitungen und auch in der Mi-Home-App finden sich für viele Devices von Xiaomi englische Übersetzungen. So bleibt also zu hoffen, dass dies auch für den Mi Robot noch nachgereicht wird. Wer sich für das Gerät interessiert, der findet es beispielsweise für knapp 350 Euro bei Gearbest.

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