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Umidigi C Note: 120-Euro-Smartphone im Test

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Schon für knapp 120 Euro bekommt man das Android-Smartphone Umidigi C Note in den einschlägigen China-Shops. Ein Handy mit aktueller Software, fettem Akku, Fingerabdruckscanner, Quadcore-Prozessor, Full-HD-Display und 13-Megapixel-Kamera. Der Hersteller vertreibt das Gerät auch über Amazon direkt in Deutschland, allerdings kostet es dann knapp 150 Euro – das ist gemessen an der Ausstattung aber immer noch ein guter Preis. Was auf dem Papier sehr gut klingt, muss sich in der Praxis allerdings erst einmal beweisen.

China-Handys überraschen heutzutage nicht mehr mit guter Verarbeitung und wertigen Materialien, das ist mittlerweile auch bei sehr günstigen Geräten schon fast üblich. Auch das C Note kommt optisch und haptisch nicht wie ein Billig-Handy daher, im Gegenteil. Am Unibody-Gehäuse konnten wir keine Verarbeitungsmängel feststellen, Qualität und Haptik stimmen. Ein klein wenig negativ fielen nur die Hardware-Tasten auf der rechten Seite auf: der Power Button und die Lautstärkewippe. Diese besitzen zwar einen guten Druckpunkt, sitzen aber etwas wackelig in ihren Ausfräsungen. Oberhalb des Displays sind Frontcam und Benachrichtigungs-LED untergebracht, auf der Rückseite links oben die Hauptkamera nebst Blitz. Am oberen Rand findet sich dann noch ein Kopfhörer-Eingang und unten ein herkömmlicher Micro-USB-Port. Die Abmessungen des 172 Gramm schweren C Note betragen 155 x 76 x 8,3 Millimeter.

Unterhalb des Displays befindet sich der Home-Button, der gleichzeitig der Fingerabdruckscanner ist. Links und rechts davon sitzen, leider ohne Beleuchtung und ohne aufgedruckte Symbole, die berührungsempfindliche Android-Bedientasten. Hier handelt es sich aber um die alte Belegung “Zurück” und “Menü” statt “Zurück” und “Zuletzt genutzte Anwendungen”, wie mittlerweile üblich. Die zuletzt genutzten Anwendungen werden hingegen durch gedrückt halten des Home-Buttons aufgerufen. Warum immer noch Hersteller aus China die alte Belegung nutzen, ist uns ein Rätsel. Die Menü-Taste hat in vielen Anwendungen keinerlei Funktion mehr und ist somit die meiste Zeit nutzlos. Wenigstens lassen sich die Soft-Touch-Tasten unterhalb des Displays in den Einstellungen des Smartphones mit On-Screen-Buttons in der aktuellen Anordnung “Zurück”, “Home” und “Zuletzt genutzte Anwendungen” austauschen.

Noch vor wenigen Jahren war eine Ausstattung wie beim C Note zu einem Preis von um die 120 Euro undenkbar. Das Handy hat einen Quadcore-Prozessor von Mediatek nebst 3 GByte Arbeitsspeicher und 32 GByte internem Speicher. Letzterer ist mit microSD-Karten erweiterbar. Der Akku des Gerätes hat eine Kapazität von 3800 mAh.

Im mobilen Internet unterstützt das C Note LTE inklusive des für China-Handys nicht selbstverständlichen Band 20. Das Handy kann zwei SIM-Karten aufnehmen, die parallel nutzbar sind. Nur eine davon funkt im LTE-Netz. Alternativ nimmt der zweite SIM-Kartenslot eine microSD-Karte zur Speichererweiterung auf. Zu den weiteren Spezifikationen gehören Bluetooth 4.1, WLAN nach 802.11 a, b, g und n, GPS und ein Fingerabdruckscanner auf der Front unterhalb des Displays.

Das 5,5 Zoll große Display vom Hersteller Sharp löst Full-HD auf. Die Auflösung von 1920 × 1080 Pixel sorgt für eine scharfe Darstellung. In Sachen Farbwiedergabe und Helligkeit macht das Display ebenfalls einen guten Job und gefällt uns gut. Die Blickwinkelstabilität ist allerdings nicht so dolle.

Bild: Techstage Kann sich sehen lassen: das Full HD auflösende 5,5-Zoll-Display des C Note.

Was erwartet man von der Kamera eines 120-Euro-Handy? Richtig, nicht viel. Diesbezüglich wird man Umidigi C Note positiv überrascht, zumindest von der 13 Megapixel auflösenden Hauptkamera mit Autofokus. Bei guten Lichtverhältnissen kann man sehr ansehnliche Ergebnisse mit einer Qualität erzielen, die man von einem so günstigen Gerät nicht erwartet. Etwas anders sieht es bei schlechtem Wetter und unter Low-Light-Bedingungen aus, allerdings lassen sich selbst bei solchen Lichtverhältnissen zumindest einigermaßen brauchbare Ergebnisse erzielen, wenn man mit den zur Verfügung stehenden Optionen im Professional-Camera-Modus etwas herumspielt.

Auch die maximal in Full-HD aufgenommenen Videos des C Note sind gar nicht mal so übel. Die 5-Megapixel-Frontcam hingegen kann keine besonders ansehnlichen Selfies produzieren, da nützt auch der mittlerweile auf vielen Smartphones zum Standard gewordene Verschönerungsmodus nichts mehr.

Mit seinem auf maximal 1,5 GHz getakteten Quad-Core-Prozessor und 3 GByte Arbeitsspeicher bietet das C Note eine gute Leistung. Das System läuft meist flüssig, allerdings gönnt es sich ab und an Denkpausen – dann muss der Nutzer zwei, drei Sekunden warten, bis die aktuelle Anwendung wieder reagiert. Aktuelle, grafisch anspruchsvollere Spiele wie beispielsweise Modern Combat 5 braucht man auf dem Smartphone erst gar nicht installieren, diese sind meist mit geringer Framerate kaum spielbar.

Mit dem 3800-mAh-Akku hält das C Note lange durch. Gelegenheitsnutzer müssen das Handy im Idealfall nur alle drei, vier Tage wieder aufladen, da der Verbrauch im Standby-Betrieb sehr gering ist. Wer das Telefon häufig in den Fingern hat, kann zumindest einen Tag mit einer Akkuladung bestreiten. Der Fingerabdruckscanner ist zwar nicht der schnellste seiner Art, arbeitet aber präzise – es kommt nur selten vor, dass der Fingerabdruck nicht beim ersten Mal erkannt wird. Bleibt zu hoffen, dass das nicht zulasten der Sicherheit geht – aber wenn es darauf ankommt, sollte man ohnehin besser ein Passwort wählen.

Auf dem C Note läuft Android 7 ohne größere Anpassungen von Herstellerseite. In den Systemeinstellungen finden sich nur einige speziell auf das Handy zugeschnittene Funktionen. Es gibt Einstellungsmöglichkeiten die Farbtemperatur und die Benachrichtigungs-LED betreffend und eine Option, um das Gerät mit einem "Double Tap" aus dem Standby zu holen. Wie es mit zukünftigen Updates auf neuere Android-Versionen aussieht, ist schwer zu sagen. Im dreiwöchigen Testzeitraum bekam das C Note zwei System-Updates vom Hersteller, das ist diesbezüglich zumindest ein gutes Zeichen.

Das Umidigi C Note gibt es in einer grauen und einer goldenen Ausführung.

  • Gold
    Umidigi C Note gold
  • Grau
    Umidigi C Note grau

Das UMIDIGI C Note ist ein solides Smartphone mit purem Android, brauchbarer Kamera, ordentlicher Performance, ansehnlichem Display, dickem Akku und gut funktionierendem Fingerabdruckscanner zu einem kleinen Preis. Zum Zocken, zumindest von grafisch aufwendigeren Spielen taugt das Gerät nur bedingt und auch Selfie-Fans kommen mit dem C Note nicht auf Ihre Kosten.

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