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Test: Lenovo P2 – viel Metall und großer Akku

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Die Marke Lenovo steht für großartige Computer der ThinkPad- sowie Yoga-Reihe und seit längerem auch für Tablets. Seit geraumer Zeit führen sie die Smartphone-Serie Moto, die sie im Rahmen der Akquisition von Motorola Mobility erhalten haben. Das ist aber nicht alles: Auch die eigene Telefone existieren, dazu zählt beispielsweise das P2. Es kommt mit einem 5,5 Zoll großen Display, Metallgehäuse und einem großen Akku mit einer Nennladung von 5100 mAh. Wie lange das Smartphone im Test durchgehalten hat, lest Ihr jetzt bei TechStage.

Das zur IFA 2016 in Berlin vorgestellte P2 gibt es jetzt im Handel. Die MSH-Töchter Saturn und Media Markt etikettieren diesen Artikel mit einer UVP von 349 Euro. Was bringt es mit? Fangen wir mit dem Lieferumfang an. In der hochkantigen Umverpackung ist zunächst das Telefon sichtbar. Darunter die obligatorischen Dokumente und Warnhinweise: Quick Start Guide, Warranty Care und mehr. Das Ladegerät besteht aus einem ein Meter langen microUSB-Kabel und dem Netzgerät. Das Laden funktioniert phasenweise über vier verschiedene Ausgangsspannungen. So kann der große Akku schnell aufgeladen werden; beispielsweise 50 Prozent in 32 Minuten, hierzu gleich mehr. Kopfhörer gibt es im Lieferumfang nicht, dafür aber einen Bauteil, womit sich reguläre USB-Sticks mit dem Smartphone verbinden lassen. Auf der einen Seite hat es männlich microUSB und auf der anderen weiblich USB-Type-A.

Das Lenovo P2 ist mit einem microUSB-Anschluss ausgestattet.

Das Display des Lenovo P2 hat eine Diagonale von 5,5 Zoll und löst mit einer Auflösung von Full-High-Definition auf (= 1920 × 1080 Pixel). Die Darstellung ist scharf, die Helligkeit genügend. Typisch für organische Anzeigen: das natürliche Schwarz. Somit entstehen große Kontraste und Bilder mit Dynamik wirken lebendiger. Weniger gefallen hat uns der Blickwinkel: Hier hat Lenovo gespart. Trotz eines farbenfrohen Bildschirms, das nicht übersättigt ist, verliert das Farbspektrum schon ab 45 Grad seine Fülle. Nicht wirklich tragisch, denn wer bedient sein Smartphone immer aus der Schräge?

Das Großbild-Smartphone P2 gibt es in zwei Farben: Gold oder Grau. Die Verarbeitung ist stets dieselbe. Der Korpus ist festverschlossen. Bis auf zwei kleine Flächen für das Subsystem Funk, sind Rücken und Chassis aus eloxiertem Aluminium. Der Rahmen um das Telefon ist oben sowie unten abgeschliffen und glänzend. Der Rest ist matt. Die Bedienung des 8,3 mm dicken und 177 Gramm schweren P2 läuft über drei virtuelle Tasten auf dem Bildschirm und einen physischen Knopf am Kinn. Hierunter wurde auch der aktive Fingerabdrucksensor platziert, der den fremden Zugriff durch eine biometrische Eingabe verhindert. Rechts befindet sich die An-/Aus-Taste sowie eine Wippe zur Regelung der Lautstärke. Links oben wird der Schlitten herausgefahren, der zwei nanoSIM-Karten (4FF) beherbergen kann. Alternativ kann auch eine Speicherkarte vom Typ microSDXC eingesetzt werden. Bei einem internen Speicher von 32 GByte und der tatsächlich verfügbaren Kapazität von nur 9,03 GByte für den Nutzer, ist die Möglichkeit zur Erweiterung sinnvoll.

Das Display hat eine Diagonale von 5,5 Zoll und löst mit FHD hoch auf.

Am Gehäuse gibt es noch eine Besonderheit, die man so in dieser Form bei anderen Smartphones vergeblich sucht: Eine mechanische Schiebetaste. Sie schaltet das Telefon nicht stumm, wie beim iPhone oder den OnePlus-Geräten, sondern reduziert den Energieverbrauch drastisch. Aus einer Restkapazität von 50 Prozent wird eine Bereitschaftszeit von 48 Stunden heraus gekitzelt. Dafür wird der Funktionsumfang deutlich eingeschränkt. In dem sogenannten „ultimativen Stromsparmodus“ stehen sieben Apps zur Verfügung: Telefon, Kontakte, SMS, Uhr, Rechner, Kalender sowie Radio. Abgesehen davon hält das P2 bei moderater Nutzung etwas mehr um die zwei Tage, in der Werbung werden drei angegeben. Wir sind trotzdem zufrieden.

Die Hardware im P2 wird gebildet von einem Snapdragon-625-Prozessor. Der Achtkerner hat eine Taktfrequenz von 2 GHz. Der Flash-EEPROM hat vier GByte. Als System dient Android OS in der Version 6.0 Marshmellow. Bis Ende Februar 2017 sollen Telefone der Moto-Reihe eine Aktualisierung auf OS 7.0 Nougat erhalten1 – ob und wann das P2 in den Genuss kommt, ist fraglich. Unabhängig davon ist die Systemleistung klasse; das Telefon arbeitet zügig und schnell – Ruckler gibt es keine. Die auf dem Telefon installierte Oberfläche ist übersichtlich und sauber gehalten. Gar nicht bis kaum Bloatware. Vom Aussehen und Gefühl orientiert man sich an Vanilla UI von Google.

Die Kamera des Lenovo P2 hat 13 Megapixel und Phasendetektionsfokus.

Einen guten Eindruck hat bei uns auch die Kamera hinterlassen: hinten 13 Megapixel mit zwei Autofokussystemen (AF und PDAF) und vorne 5 Megapixel mit einem fixen Schärfepunkt. Die Hauptkamera macht gute Fotos, auch wenn man wenig Licht vorhanden ist. Für schwierige Fälle – die gibt es häufiger – gibt es eine Dual-LED mit zwei verschiedenen Farbtemperaturen. Die Software der Kamera empfanden wir als zu sehr sensitiv gepolt. In manchen Situationen dreht sie den Weißabgleich und das Fokussieren will irgendwie nicht klappen. Besser als die Automatik ist da der manuelle Modus. Der erlaubt ein Mitbestimmen bei der Bildeinstellung. Auch klasse: Ein intelligenter Assistent in der App gibt laufend Tipps zur Bildkomposition. Dinge wie: „Geh näher an Dein Motiv heran, damit das Verhältnis stimmt.“ oder „Neige das Telefon um XY Grad in der beliebigen Achse, um ein stimmigeres Ergebnis zu bekommen“. Das ist ein echter Mehrwert – nicht nur für Anfänger, sondern auch Fortgeschrittene.

Die Schiebetaste aktiviert den Energiesparmodus.

Das P2 von Lenovo ist ein Smartphone der Mittelklasse. Für 350 Euro bekommt man ein großes und lebhaftes Display, eine gute Verarbeitung und hochwertige Materialien sowie einen dicken Akku mit einer Laufzeit von bis zu 2,5 Tage. Positiv gefallen hat uns die einfache Handhabung sowie die Schnelllade-Möglichkeit. Für die Sicherheit ist zwar gesorgt, trotzdem würden wir gerne ein aktuelleres Betriebssystem auf dem Telefon sehen. Der Empfang sowie Klang bei der Dual-Telefonie ist einwandfrei. Die Zielgruppe dieses Telefons ist klar: Dauertelefonierer und -nutzer. Wer also etwas Beständiges für die Quasi-Ewigkeit sucht, für den ist das P2 von Lenovo eventuell die erste Wahl.

Am Dienstag, den 31. Januar 2017 durch Kamal Vaid: In einem Telefongespräch haben Vertreter von Lenovo Deutschland uns bestätigt, dass das P2 ein Upgrade auf Android OS 7.X Nougat erhalten wird. Der Zeitpunkt stünde noch nicht fest, sicher sei aber das Vorhaben, hieß es im Gespräch.

Lenovo P2 Gold (heise Preisvergleich)

Lenovo P2 Dunkelgrau (heise Preisvergleich)

1 Motorola Mobility Germany GmbH, Idstein, Januar 2017

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