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Test: Lenovo B – ein echtes Basic-Smartphone

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Das Lenovo B ist ein Einsteiger-Smartphone mit einer absolut minimalistischen Ausstattung. Es ist hauptsächlich zum Telefonieren gemacht. Aber kann man ein Android-Smartphone, das schon ab 90 Euro zu haben ist, auch zum Surfen und Spielen nutzen? Wir haben es getestet.

Das Lenovo B wurde zur IFA 2016 in Berlin vorgestellt. Es ist eines von vier neuen Smartphones, die der Hersteller parallel zur der hochwertigen Produktlinie Moto anbietet. Die unverbindliche Preisempfehlung ist 99 Euro – für den Preis ist es beispielsweise bei Media Markt zu haben. Im Preisvergleich kostet das Lenovo B bei günstigen Quellen schon ab 90 Euro. Darf man für das Geld viel erwarten? Lasst uns schauen.

Im Lieferumfang sind drei Teile vorhanden: das B, ein USB-Kabel mit microUSB-Anschluss sowie ein Netzgerät mit einer Ausgangsstromstärke von 1 Ampere. Kopfhörer mit 3,5-Millimeter-Klinke lassen sich zwar am Lenovo B anschließen, werden jedoch nicht mitgegeben.

Das Betriebssystem ist das schon etwas betagte Android OS 6.0 Marshmallow. Anders als bei den Brüdern Lenovo P2, K6 und C2 – wobei letzteres auch nur etwa 10 Euro mehr kostet – soll das B nicht auf das aktuelle Android 7 Nougat aktualisiert werden. Trotzdem fliegen hin und wieder einige Sicherheits- und Optimierungs-Updates auf das Telefon rein, die das System sicherer machen sollen.

Die Oberfläche auf dem B ist übersichtlich gehalten, obgleich einige Müll-Applikationen vorinstalliert und sinnigerweise im Ordner „Großartige Apps“ platziert sind. Glücklicherweise lassen sie sich entfernen, dann gewinnt man wieder etwas Speicherplatz von den acht GByte zurück. Ab Werk stehen dem Nutzer 3,7 GByte zur Verfügung, der Rest geht für das Betriebssystem drauf. Zur Erweiterung lässt sich eine microSDHC-Speicherkarte einsetzen, sie ist jedoch auf 32 GByte begrenzt.

In dem 9,9 Millimeter dünnen und 144 Gramm schweren Lenovo B arbeitet der Quad-Core-Prozessor MTK 6735 von MediaTek. Dem steht ein Arbeitsspeicher von einem GByte zur Seite. Die Geschwindigkeit des Smartphones ist durchschnittlich bis mäßig. Ruckler gibt es im Normalfall keine, unter Volllast stößt das Gerät jedoch oft an seine Grenzen. Das Schnellste ist es nicht, aber für Gelegenheitsnutzer, die erreichbar sein wollen, WhatsApp benutzen und zwischendurch im Internet Nachrichten lesen oder nach dem Wetter schauen, ist es ausreichend. In das Internet geht das Lenovo B LTE und WLAN nach dem 802.11n-Standard, zusätzlich gibt es Bluetooth 4.0. Auf Wunsch kann der Nutzer zwei Datenkanäle bündeln und so das Herunterladen von Dateien beschleunigen. Für diesen Zweck, der den Namen Turbo-Download trägt, werden das mobile und lokale Internet kombiniert, dabei fallen also Kosten an – beziehungsweise das Inklusiv-Volumen des Internet-Tarifs. Insgesamt haben die Verbindungen in Sachen Klang, Empfang und Qualität einwandfrei funktioniert. Das Lenovo B gibt es in einer Single- und in einer Dual-SIM-Variante. Wir hatten die Dual-SIM-Variante im Test.

Der Akku des Lenovo B hat eine Nennladung von 2000 mAh. Durch das Abnehmen der Kunststoffrückseite des Telefons kann der Energiespeicher vom Nutzer selbst ausgetauscht werden. Das Vollaufladen dauert um die zwei Stunden. Sowohl auf der Vorder- als auch auf der Rückseite gibt es eine Kamera mit zwei beziehungsweise fünf Megapixel. Beiden fehlt ein Autofokus. Die Bildqualität unterstreicht noch einmal die Preisklasse dieses Smartphones. In nahezu allen Fällen wird das Umgebungslicht falsch interpretiert. Die Folge ist ein umstimmiger Weißabgleich; bei Kunstlicht wirken Menschengesichter leicht bläulich. Für den einen oder anderen Schnappschuss reicht’s, aber wer Anspruch an Fotos setzt, muss leider mehr investieren.

Das Display des Lenovo B ist 4,5 Zoll in der Diagonale groß und macht das Telefon kompakt. Eine Bedienung mit einer Hand ist problemlos möglich – ein echter Segen für manche, anderen wiederum ist das zu klein. Mit einer Auflösung von FWVGA, also 854 × 480 Pixeln, ist die Darstellung nicht nur museal, sondern auch grobpixelig. Aber das ist dummerweise nicht alles, was es zu kritisieren gibt: die Farben des Bildschirms fallen besonders auf. Beziehungsweise gar nicht, denn die Sättigung ist gering, sodass die Anzeige einer grauen Tafel gleicht. Hinzu kommt, dass das Panel nicht optisch laminiert ist. Der Luftraum zwischen dem Schutzglas raubt nicht nur Helligkeit, sondern verursacht Reflexionen – damit lässt sich die Anzeige bei Lichteinfall schlechter ablesen.

Erhältlich in den zwei Farben Schwarz und Weiß, ist das Lenovo B ein einfaches Budget-Smartphone zum kleinen Preis. Ausreichend für Telefonieren, WhatsApp nutzen, Surfen und hin und wieder Mal ein Bild machen. Gut gefallen hat uns der schnelle Zugang zum Internet. Der Akku schafft es auf einen Tag.

Für wen ist es also gemacht? Ein erstes Handy für heranwachsende Kinder oder ein Zweittelefon für’s Wochenende. Viel erwarten darf man nicht, auch keine Software-Updates – die Funktion ist mehr Schein, als Sein. Unsere Empfehlung: Für gut 10 Euro mehr gibt es das deutlich bessere C2 von Lenovo.

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