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Test: Google Nexus 5X – die Rückkehr von LG

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Parallel zum Nexus 6P hat Google vor einem Monat das Nexus 5X präsentiert. Es wird von LG hergestellt – mittlerweile in der dritten Generation. Das größere Modell ist das Flaggschiff in diesem Jahr, während sich das „Kleine“ als eine gute und kompakte Alternative zeigt, wie Ihr nachfolgend in diesem Test sehen werdet.

Eine Fortführung nach zwei Jahren: Das Nexus 5X ist der Nachfolger des namensähnlichen Nexus 5 aus dem Jahr 2013. Die Anfügung des Buchstabens „X“ entstammt dem Wort „Nexus“ und steht für die Kernintentionen eines solchen Produkts: Referenz für die Entwickler und das Neuste aus dem Android-Bereich, plus – und das sagt Google offiziell: „es hört sich cool an.“

Design des Google Nexus 5X
Design des Google Nexus 5X

Zu dem Aussehen des Nexus 5X gibt es nicht viel zu sagen; das Design ist selbsterklärend und unkompliziert. Im Vergleich zu seinem großen Bruder hat das Telefon kein Unibody-Chassis aus Metall, sondern besteht immer aus einem schwarzen Rahmen sowie der Rückseite. Letztere gibt es in drei verschiedenen Farben: Quarz, Anthrazit und Eisblau. Im Gehäuse kommen Kunststoffe zum Einsatz, statt Metall und Glas. Dennoch fühlt sich das Nexus 5X hochwertig an.

Dank des verwendeten Materials Polycarbonat liegt das Smartphone gut und sicher in den Händen. Im Gegensatz zu vielen Aluminium-Telefonen rutscht es nicht weg, sondern haftet geradezu in der Handfläche. Die Rückseite ist an den Rändern leicht abgerundet, deshalb ist das Halten des Smartphones komfortabel. Bei der dunklen Ausführung ist uns allerdings aufgefallen, dass Fingerabdrücke auf der Oberfläche besonders gut sichtbar sind – bei den zwei helleren Farben war das weniger der Fall.

Mit einem Gewicht von 136 Gramm hat das 7,9 Millimeter dünne Nexus 5X eine hervorragende Balance. Die Masse ist gut verteilt; es macht jedes Mal Spaß, das Telefon in den Händen zu halten. Darüber hinaus ist es erfreulich kompakt.

Design des Google Nexus 5X
Schwarzer Rahmen des Nexus 5X
Preise des Nexus 5X
Preise des Nexus 5X

Das Nexus 5X gibt es in zwei Speichergrößen: 16 und 32 GByte. Wir haben hier die größere der beiden Versionen. Nach Abzug des Betriebssystems sowie der installierten Apps standen uns 24,89 GByte zur freien Verfügung. Vor dem Kauf solltet Ihr Euch gut überlegen, wie viel Speicher Ihr benötigt – denn eine Speicherkarte lässt sich nicht einsetzen. In den meisten Fällen dürfte jedoch die Variante mit 32 GByte empfehlenswert sein.

USB Typ C im Nexus 5X von Google
USB Typ C im Nexus 5X von Google

Google hat im Nexus 5X einen Akku mit einer Kapazität von 2700 mAh verbauen lassen. Mit einer moderaten Nutzung und einer Display-Helligkeit von 60 Prozent haben wir eine Laufzeit von knapp einen Tag erreicht. Dabei haben wir die Kamera genutzt, Musik über den Monolautsprecher abgespielt, Videos auf YouTube geschaut und über Google Chrome im Web gesurft. Erreicht wird die Laufzeit unter anderem dadurch, dass das Betriebssystem eine Funktion namens Doze mit sich bringt: Sie aktiviert eine Ruhephase, wenn das Nexus 5X nicht verwendet wird.

Aufladen kann man das Telefon über den neuen, aber noch nicht sonderlich etablierten Industriestandard USB Typ C. Der Vorteil gegenüber microUSB ist das symmetrische Design: Damit klappt das Einstecken immer. Der Prozessor des Smartphones unterstützt die Schnellladetechnik QuickCharge 2.0. Mit dem mitgelieferten Netzgerät wird der Akku innerhalb von nur 1:04 Stunden voll aufgeladen.

Bedienung beim Nexus 5X
Liegt gut in der Hand, das Google Nexus 5X

Die Bedienung mit einer Hand ist zwar möglich, aber nicht wirklich bequem: Das Tippen von längeren Texten mit nur einem Daumen klappt gerademal so. Die Taste zum Einschalten des Nexus 5X befindet sich von vorne gesehen auf der rechten Seite. Sie für Links- als auch Rechtshänder gut platziert und bietet einen angenehmen Druckpunkt. Beim Nexus 6P ist der Ein/Aus-Button allerdings geriffelt, womit er sich auch blind von der Lautstärkenwippe unterscheiden lässt. Dieses Detail hätten wir uns auch beim kleinen Modell gewünscht. So kommt Googles Ansatz leider ein wenig inkonsistent herüber.

Eine weitere Möglichkeit, wie man das Telefon aktivieren und gleichzeitig sicher entsperren kann, ist der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite. Es ist schön zu sehen, dass nicht nur High-End-, sondern auch Oberklasse-Smartphones in den Genuss dieses Features kommen. Der Nexus Imprint – so heißt das System von Google – reagiert auch im Standby-Zustand. Er ist verlässlich, schnell und funktioniert einwandfrei. Im Speicher des Telefons können mehrere Abdrücke abgespeichert werden. Weil sich der Sensor aber auf der Rückseite befindet, werden die meisten von Euch sicherlich ihre Zeigefinger nutzen.

Das Nexus 5X hat eine kleine Benachrichtigungs-LED mit mehreren Farben. Sie gibt Auskunft über neue Ereignisse. Ab Werk ist das Licht deaktiviert und kann mit einem Klick in den Einstellungen eingeschaltet werden. Bei Ambient Display handelt es sich um eine schlichte und energiesparende Graustufenanzeige, die alles Wichtige auf dem Bildschirm einblendet, wenn Ihr das Telefon in die Hände nehmt. Von hier aus kann auch das Telefon entsperrt und direkt eine Mitteilung geöffnet werden. Das ist praktisch.

Display des Google Nexus 5X
Display des Google Nexus 5X

Das Display beim Nexus 5X ist im Vergleich zu seinem Vorgänger um 0,2 Zoll auf insgesamt 5,2 Zoll gewachsen. Es ist eine IPS-basierte Flüssigkristallanzeige mit einer Auflösung von 1920 × 1080 Pixeln. Die Pixeldichte beträgt 424 Pixel pro Zoll. Das LCD ist qualitativ auf einem hohen Niveau: Farben, Schwarz- und Weißwerte sind hervorragend, und die Blickwinkel gefallen ebenfalls. Auch andere Punkte wie Schärfe und Helligkeit sind mehr als ausreichend. Beim Nexus 6P verwendet Google ein AMOLED, das für manch einen Nutzer möglicherweise übersättigt wirkt. Mich hat es nicht gestört, aber wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich sicherlich für das IPS-LCD des Nexus 5X entscheiden. Warum? Weil die Farben näher an der Realität sind.

Das Nexus 5X ist auch ein Android-Referenzgerät. Entsprechend ist auf dem Telefon die neueste Android-Version installiert: Android 6.0 Marshmallow. Für das Smartphone verwendet Google seine hauseigene Oberfläche Vanilla UI. Sie ist sauber und übersichtlich gehalten. Drittanbieter-Apps sind ab Werk nicht installiert. Zu den optischen Neuheiten zählt das neue Hauptmenü, das die vier am häufigsten verwendeten Applikationen ganz oben anzeigt. Darüber hinaus funktioniert das Scrollen jetzt nach Buchstaben – so findet man die gewünschte App schneller als zuvor.

Google Vanilla UI auf Android OS 6.0 Marshmallow
Google Vanilla UI auf Android OS 6.0 Marshmallow

Neu ist auch die dedizierte Nachfrage nach der Zugriffsberechtigung: Bis vor kurzem wollte eine App bei der Installation alle benötigen Rechte haben vorab haben. Jetzt wird für jeden Zugriff einmalig nachgefragt. Ein Highlight des neuen Betriebssystems ist „Now on tap“. Es ist ein intelligenter Assistent, der überall im Betriebssystem kontextbezogene Informationen anzeigt. In Deutschland ist die Funktion jedoch bisher nicht freigeschaltet worden.

Im Nexus 5X arbeitet ein Hexa-Core-Prozessor vom Typ Qualcomm Snapdragon 808, dazu gibt es 2 GByte RAM. Ins Internet verbindet sich das Telefon über WLAN 802.11 ac mit MIMO-Technologie sowie per LTE mit bis zu 300 Mbit/s im Downstream. Neben NFC ist noch Bluetooth 4.2 an Bord.

Die Performance auf dem Nexus 5X ist klasse. Das System reagiert prompt auf Befehle und setzt sie ohne Verzögerungen um. In den Benchmarks zeigen die Prozessoren beider Geräte jedoch eine Drosslung schon nach kurzer Zeit. In der Praxis und im Alltag macht sich dies jedoch nicht bemerkbar.

Kamera im Google Nexus 5X
Im Nexus 5X sitzt eine 12,3-Megapixel-Kamera

Als ich die Kamera der neuen Nexus-Geräte das erste Mal ausprobierte, sagte ich mir selbst: „Oh Mann, endlich haben sie es geschafft, etwas Vernünftiges einzubauen.“ Die Kamera im Nexus 5X ist so gut, dass sie sich definitiv mit den aktuellen Galaxy- und iPhone-Modellen messen kann. LG und Google haben eine Auflösung von 12,3 und 5 Megapixeln am Start. Die Kantenlänge der Pixel beträgt 1,55 sowie 1,4 µm – das sorgt für helle und rauscharme Bilder. Die Blende ist hinten wie vorne f/2.0. Zudem verfügt die Hauptkamera über eine Dual-LED sowie über einen Laser-Autofokus, der ein schnelles und korrektes Scharfstellen möglich macht.

Die Videos werden aufgezeichnet im hochauflösenden Format Ultra-High-Definition. Ein optischer Bildstabilisator wurde bei beiden Nexus-Geräten weggelassen. Stattdessen gibt es eine von der Software bereitgestellte Stabilisierung für das technisch bessere Nexus 6P – aber nicht schlimm, der ist auch nicht wirklich nützlich. Ein OIS wäre in beiden Geräten sehr wünschenswert gewesen.

Testbilder

Die überarbeitete Kamera-Applikation ist eingängig und schnell. Sie hat einen cleveren Hochkontrastmodus namens HDR+. Das Plus am Ende steht unter anderem für ein Feature, dass das Rauschen bei wenig Licht reduzieren soll. Ich habe diese Funktion ständig in der Automatik aktiviert gehabt, weil sie für eine bessere Dynamik sorgt. Unterm Strich ist die Kamera des Nexus 5X erstklassig: Die Aufnahmen gelingen hell und zeigen viele Details. Und auch bei wenig Licht sind die Motive klar zu erkennen – bei gar keinem Licht hilft der integrierte LED-Blitz weiter.

Die Kamera des Nexus 5X unterstützt das Rohdatenformat RAW. Die Kamera-App ist jedoch nicht in der Lage, Bilder im RAW-Format zu schießen. Falls Ihr Euch die Mühe machen wollt, solltet Ihr Euch eine entsprechende Anwendung aus dem Google Play Store herunterladen.

Rückseite des Nexus 5X
Rückseite des Nexus 5X

Googles Nexus 5X ist ein würdiger Nachfolger des ursprünglichen Nexus 5. Die Rückkehr von LG mit dem dritten Versuch heißen viele Nutzer und Fans willkommen. Das Telefon bietet ein gutes Paket – sowohl die Software als auch Hardware überzeugen.

Zu den Stärken des Nexus 5X zählen das brillante Display, die exzellente Kamera sowie die Kompaktheit. Viel Schlechtes gibt es nicht zu sagen: Lediglich der Preis ist ein wenig zu hoch – dafür hätte Google einige Dinge wie Wireless Charging, einen optischen Bildstabilisator sowie Stereolautsprecher integrieren sollen. Das wäre angebracht. Trotzdem: Wer auf der Suche nach einem aktuellen und handlichen Smartphone mit Android 6.0 Marshmallow und einer guten Kamera ist, wird mit dem Nexus 5X von Google glücklich werden. Mir hat es gefallen.

Ihr findet das Nexus 5X geil? Vielleicht mögt Ihr auch den großen Bruder, das Nexus 6P. Hinter diesem Hyperlink geht es zu dem Test.

Umfrage: Bestes Smartphone der zweiten Jahreshälfte
Antwort-Optionen
Ergebnis
  1. „Apple iPhone 6s“ (11%)
    11%
  2. „Apple iPhone 6s Plus“ (3%)
    3%
  3. „BlackBerry PRIV“ (7%)
    7%
  4. „Gigaset ME“ (3%)
    3%
  5. „Gigaset ME Pro“ (2%)
    2%
  6. „Google Nexus 5X“ (11%)
    11%
  7. „Google Nexus 6P“ (9%)
    9%
  8. „HTC One A9“ (2%)
    2%
  9. „HUAWEI Mate S“ (3%)
    3%
  10. „Microsoft Lumia 950“ (7%)
    7%
  11. „Microsoft Lumia 950 XL“ (4%)
    4%
  12. „OnePlus 2“ (4%)
    4%
  13. „OnePlus X“ (3%)
    3%
  14. „Samsung Galaxy S6 edge+“ (6%)
    6%
  15. „Sony Xperia Z5“ (10%)
    10%
  16. „Sony Xperia Z5 Compact“ (23%)
    23%
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