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Test: GoPro Karma Grip – Gimbal-System für Hero5 Black

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Gimbalsysteme für GoPro-Kameras sind nicht neu: Dutzende Dritthersteller haben die Ergänzung bereits im Sortiment. Seit kurzem mischt auch der Macher der GoPro selbst mit und verkauft das Zubehörteil mit voller Funktionsunterstützung. Der Karma Grip kommt zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 359 Euro in den Handel. Wir haben ihn getestet und wie unsere Erfahrung ausschaut, lest Ihr in diesem Testbericht.

Karma Grip

Der Karma Grip kann einzeln oder im Set mit der gleichnamige Drohne Karma gekauft werden. Wer das Fluggerät nicht braucht, aber dennoch stabile Bodenaufnahmen machen möchte, für denjenigen ist das kleinere Paket durchaus sinnvoll. Im Lieferumfang ist ein Aufladekabel mit dem Anschluss USB Type C. Für den sicheren Halt ist auch eine Schnalle dabei, sodass der Karma Grip nicht aus der Hand fällt, falls man gerade einen Extremstunt durchführt. Im Solo-Kauf werden darüber hinaus noch ein Spanngurt sowie ein Befestigungsgurt mitgeliefert. Alles kommt in einer Transporttasche namens Grip Case daher. Diese konnten wir uns nicht persönlich anschauen, da unser Karma Grip ein Teil der Karma-Drohne ist.

Der Karma Grip hat eine exzellente Verarbeitung. Das beginnt unter anderem mit der Beschaffenheit: Die Kontaktfläche für die Hand ist aus rutschfestem Material gemacht. Selbst wenn die Haut befeuchtet ist, bietet der Griff noch einen festen Halt. Das Gehäuse des Stabilisators ist größtenteils aus Kunststoff gemacht, dieser fühlt sich jedoch nicht geringwertig an. Während der Testphase ist uns der Karma Grip zweimal hingefallen: auf Asphalt und in den Sand am Strand. Schäden gab’s keine, obwohl man mit Sandkörnern und der feinen Technik aufpassen sollte.

Karma Grip

Gemeinsam mit der Halterung für die Kamera Hero5 Black (Testbericht) hat der Karma Grip eine Masse von etwas weniger als 500 Gramm. Kommt jetzt noch die Actionkamera hinzu, dann ist das Halten auf Dauer nicht bequem.

Karma Grip

Der Stabilisator im Karma Grip ist modular, er kann entweder am Griff oder direkt an der Drohne befestigt werden. Das Loslösen funktioniert schnell und unkompliziert. Kompatibel ist er mit einer Hero5 Black oder den Kameras der Hero4-Reihe. Für Letztere muss ein optionale Halterung für 39,99 Euro gekauft werden, da das Gehäuse sonst nicht passt.

Der Karma Grip besitzt drei Motoren und gleicht die Bewegungen entsprechend in drei Rollachsen aus. Die Motoren werden intelligent gesteuert und beispielsweise bei einer Überlastung abgeschaltet. Das widerstandslose Drehen dagegen wird vom System nicht abgefangen. Deshalb sollte man immer eine Kamera befestigt haben, bevor der Karma Grip eingeschaltet wird.

Karma Grip

Laut GoPro soll der integrierte Akku im Griff etwas um die zwei Stunden halten, genauer gesagt sollen es 110 Minuten sein. Bei einer kontinuierlichen Nutzung haben wir im Test durchschnittlich 95 Minuten erreicht. Aufgeladen wird über einen USB-Type-C-Anschluss am Fuß, der wasserfest von einer Klappe bedeckt ist.

Die Bedienung des Karma Grip ist simple: einschalten, aufnehmen und bewegen. Am Griff selbst gibt es vier Tasten: Aufnahme, Power sowie Modus, GoPro Highlight und die Entsperrtaste für die Querachse.

Das Ein- und Ausschalten funktioniert über einen längeren Druck. Auf die Betätigung reagiert sowohl der Karma Grip, als auch die verbundene Hero5-Black-Kamera. Wird die Taste im aktiven Zustand kurz gedrückt, wechselt die Kamera zwischen den unterschiedlichen Modi: Video, Foto, Zeitlupenaufnahme sowie Zeitraffer.

Mit der GoPro-Highlight-Taste werden im laufenden Video besondere Augenblicke markiert, die später bei der Videobearbeitung einfacher zu finden sein sollen. So muss beispielsweise ein Sprung mit dem Skateboard nicht in allen Dateien durchsucht werden, sondern wird automatisch von der GoPro-eigenen Videobearbeitungssoftware als ein Highlight hervorgehoben. Nach einem ganzen Tag mit der GoPro ist diese Funktion enorm hilfreich.

Quelle: Musik: "Inspired" von Kevin MacLeod (incompetech.com)

In der Welt von GoPro gibt es viel Zubehör. Auch für den Karma Grip kann der Nutzer einiges noch dazu kaufen. Zum Beispiel lässt sich der Griff am Auto, Fahrrad, Motorrad oder Rucksack anbringen. Ein Befestigungsring mit dem GoPro eigenen Mount-System ist dabei. Dieser Universalanschluss arbeitet nicht nur mit dem hauseigenen Zubehör, sondern auch mit zahlreichen Erweiterungspaketen von Drittanbietern. Auf einen simplen Gewindeanschluss verzichtet der US-amerikanische Hersteller grundsätzlich.

Braucht Ihr den Karma Grip? Wenn Ihr superflüssige Videos mit Eurer aktuellen GoPro-Kamera machen wollt, dann ist das Stabilisierungsgerät eine gute Wahl. Alternativen gibt es von Feiyu Tech und Zhiyun Tech, zu denen in Kürze ebenfalls ein Test folgt. Aber zurück zum Gimbalsystem von GoPro: Gefallen hat uns die Integrität; die Kamera lässt sich direkt am Griff steuern. Bildeinstellungen und andere Konfigurationen sind zwar nicht möglich, aber das Gröbste funktioniert. Zum Beispiel das Setzen von einem Highlight-Tag.

Mit 349 Euro in den Preisvergleichen ist der Karma Grip nicht gerade günstig und kostet schon fast so viel wie die dafür benötigte Kamera selbst. Falls man gar nichts von GoPro besitzt, dann lohnt sich vielleicht schon das Gesamtpaket mit der Drohne, dabei ist auch eine Hero5 Black.

Im Allgemeinen erledigt der Karma Grip seine Aufgabe sehr gut; die Stabilisierung lässt kaum Wünsche übrig. Trotzdem gab es während der Testphase eigenartige Fehler: In manchen Situationen war die Längsachse gestört, weshalb das Bild schräg war, statt parallel zum Horizont. Hier muss GoPro nachbessern, denn jedes Mal das Video anhalten, den Gimbal ausschalten und einschalten macht auf Dauer keinen Spaß.

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