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Test: Fossil Q Grant – Smartwatch im Hybrid-Design

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Bild: www.techstage.de

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Smartwatches mit großem Display wollen täglich nachgeladen werden. Dass eine Uhr klug sein kann und trotzdem lange läuft, will Fossil mit der Q Grant in der mittlerweile zweiten Generation beweisen: analoge Zeiger und Bluetooth-Verbindung. Ob das bisher weitgehend unbekannte Konzept überzeugt, zeigt unser Testbericht.

Die Q Grant wirkt wie eine klassische Analoguhr. Braunes Lederarmband mit silberner Schließe, rundes Gehäuse, Ziffernblatt, analoge Zeiger und auf der rechten Seite drei Knöpfe. Display oder microUSB-Anschluss? Fehlanzeige. Auf den ersten Blick sieht man ihr die Technik nicht an.

Das smarte Innenleben sieht man der Q Grant nicht an.

Das silberne Gehäuse hat einen Durchmesser von 44 Millimeter und eine Höhe von 13 mm. Die Verarbeitung und die Materialien sowie die Nähte am Armband wirken hochwertig. Dreht man die Uhr um, sind die Schnellverschlüsse des Armbandes erkennbar. Ein leichter Druck auf den Hebel reicht, und das Band lässt sich mit einem beliebigen Modell von Fossil tauschen. Wie bei der Apple Watch ist der Wechsel auf ein anderes Design ohne Gefummel und Spezialwerkzeug möglich. Als Alternative zu Leder stehen verschiedene Modelle in Nylon, Baumwolle, Silikon oder Metall zur Auswahl.

Das Ticken der Uhr ist unauffällig und angenehm leise; die Zeiger sind mit nachleuchtender Farbe beschichtet. So kann man die Uhr auch in der Dunkelheit für mehrere Stunden problemlos ablesen.

Die Q Grant der zweiten Generation ist wasserdicht und ist staubdicht. Wasserdicht nach ATM 5 bedeutet: Die Uhr kann beim Händewaschen, Duschen oder in der Wanne getragen werden. Für’s Schwimmen oder gar Tauchen ist sie aber nicht gedacht.

Zu den wichtigsten Funktionen gehören Schrittzähler, Schlaftracker, verschiedene Benachrichtigen, Musiksteuerung und Kamera-Fernauslöser für das Smartphone. Auch Alarmfunktion, Datumsanzeige, Darstellung mehrerer Zeitzonen und die Anzeige der persönlichen Fitnessziele sind drin.

Die Funktion der drei Tasten bestimmt der Nutzer selbst.

Aufgrund des fehlenden Displays sind die Anzeigen auf ein Minimum reduziert und funktionieren mit Hilfe der analogen Zeiger und des Vibrations-Alarms. Die eingebaute Knopfzelle (CR2430) hält laut Fossil etwa sechs Monate und kann durch den Nutzer selbst ausgetauscht werden. Bei intensiver Nutzung der Vibrations-Funktion verkürzt sich die Laufzeit der Batterie natürlich – einen entsprechenden Hinweis bekommen wir bereits beim Einrichten der Uhr. Ein energiehungriger Pulssensor ist nicht verbaut. Die Kosten für eine neue Batterie liegen bei rund 6 Euro.

Der Mehrwert der Hybrid-Watch zeigt sich erst nach Installation der Q App von Fossil. Sie ist kostenlos für Android im Google Play Store und im Apple App Store für das iPhone erhältlich. Bevor er die Uhr mit dem Smartphone koppeln kann, muss sich der Nutzer mit persönlichen Daten wie E-Mail, Name, Geschlecht und Geburtsdatum registrieren. Schade, eine vertane Chance: Mit dem Verzicht auf den Registrierungszwang hätte Fossil mit seiner Hybrid-Smartwatch sicherlich noch eine weitere Zielgruppe erschließen können, die sich mit den Geschäftsmodellen von Apple und Google nicht anfreunden kann.

Die eigentliche Kopplung klappt dann unkompliziert. Bluetooth aktivieren, App starten, Gerätetyp wählen, Handy und Smartwatch nebeneinander legen und circa fünf Sekunden auf den mittleren Taster der Uhr drücken. Kurz darauf meldet die App, dass Smartwatches gefunden wurden. Wir wählen unsere Uhr aus und die App beginnt mit der Synchronisation. Uhrzeit und Datum werden nicht an der Q-Smartwatch selbst eingestellt, sondern kommen vom Handy. Die vermeintliche Krone der Uhr ist in Wirklichkeit ein weiterer, frei belegbarer Taster.

Die App ist gut verständlich aufgebaut.

In der App stellt man ein, welche Funktionen man nutzen will und wie die Knöpfe der Uhr belegt sein sollen. Aktionen wie der Fotoauslöser für die Smartphone-Kamera, die Musiksteuerung oder die Handy-Suche sind einfach zu verstehen und bedürfen keiner weiteren Konfiguration. Für die Nutzung von Zielen, Benachrichtigungen, anderer Zeitzonen oder Alarm-Funktion gibt es weitere Optionen. Nach dem Ändern von Einstellungen synchronisieren sich Smartphone und Uhr – das funktioniert problemlos, solange sie sich nicht weiter als einige Meter voneinander entfernt befinden.

Wir nutzen gerne die Smartphone-Suche, die auf Knopfdruck einen Klingelton am Handy abspielt und so beim schnellen Wiederfinden hilft. Auch der Fernauslöser für die Smartphone-Kamera ist aus unserer Sicht ein praktisches Extra. Als dritte Funktion haben wir meist Mode ändern ausgewählt. Damit lassen sich Alarmzeit und Datum anzeigen. Der kleine Zeiger im unteren Bereich der Uhr zeigt dabei die aktuell ausgewählte Funktion, die Uhrenzeiger die Alarmzeit beziehungsweise das Datum an.

Auch die Zielverfolgung haben wir kurz angetestet. Dazu hinterlegen wir zunächst ein Ziel. In unserem Fall: Acht Gläser Wasser am Tag trinken. Bei jedem Glas drücken wir auf die Funktionstaste, die Uhr zählt mit. Das Ergebnis können wir dann in der Q App überprüfen.

Der Fortschritt unseres Fitnessziels (gewünschte Schrittzahl pro Tag) wird auf der kleinen Prozentskala unterhalb der Uhr dauerhaft angezeigt.

Die Alarmfunktion arbeitet super und sehr dezent. Statt eines scheppernden Handys erinnert uns nur ein leichtes Vibrieren am Handgelenk. Das ist wohl nicht geeignet, um Langschläfer aus dem Bett zu holen, meldet aber beispielsweise, wann man sich auf den Weg zum Bus machen sollte.

Von einer klassichen Armbanduhr ist die Q Grant nicht zu unterscheiden.

Schlaftracker und Schrittzähler funktionieren unauffällig im Hintergrund und können ihre Daten auch mit anderen Apps auf dem Smartphone teilen.

Schade finden wir, dass die Software nicht auf dem aktuellen Stand zu sein scheint. Beim Einrichten der Uhr gibt es bei der Modellauswahl sowohl die Option Hybrid-Smartwatch als auch Q Grant. Verwirrend: Obwohl wir eine Q Grant haben, müssen wir Hybrid-Watch wählen. Die andere Option ist wohl für die Modelle der ersten Generation gedacht. Hoffentlich bringt Fossil bald ein Update, um das eindeutiger zu gestalten.

Die Q Grant ist in Leder hellbraun, Leder dunkelbraun/schwarz, Edelstahl blau und in Kürze auch in Edelstahl schwarz/grau erhältlich.

Die Uhr gefällt uns richtig gut. Trotz eines weit eingeschränkten Funktionsumfangs gegenüber einer Smartwatch mit großem Display hat die Hybrid-Variante auch ihre Vorteile. Wichtigster Punkt ist sicher die Batterielaufzeit: Wer will seine Uhr schon täglich aufladen? Zum Anderen ist vor allem das optische Erscheinungsbild ein echter Pluspunkt. Insbesondere für Fans klassischer Armbanduhren.

Die Auswahl an den leicht zu wechselnden Armbändern ist groß.

Was uns auch fehlt, ist haptisches Feedback bei den Tasten. Ein leichter Knopfdruck reicht zwar aus, damit die Uhr beispielsweise das Ziel hochzählt. Ob man nun aber nun wirklich fest genug gedrückt hat, sieht man erst in der App. Eine Rückmeldung mittels Vibration wäre wünschenswert.

Die sonstigen Funktionen klappen alle problemlos. Wer also bisher einen Fitnesstracker ohne Puls-Sensor benutzt, kann bedenkenlos auf eine viel schickere Hybrid-Watch umsteigen. Auch wer sonst gerne Uhren trägt, bekommt mit der Q-Grant ein Modell mit echtem Mehrwert. Mit weniger als 200 Euro ist die Hybrid-Variante auch nicht signifikant teurer als eine normale Uhr ähnlicher Qualität.

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