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Test: Apple iPhone 6 Plus – das größte iPhone aller Zeiten

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von und Christoph Dernbach  //  Facebook Twitter Google+

Das iPhone 6 Plus ist Apples größtes Smartphone bisher. Es schließt die Lücke zwischen dem Telefon iPhone 5s und dem Tablet iPad mini. Und: Es kann beide Geräte kompromisslos ersetzen. Das ist immerhin ein Vorteil, denn dann braucht man nicht zwei Geräte mit sich schleppen. Die Leute wollen heutzutage große Telefone haben, das sagen zumindest die Ergebnisse der Marktforschungsunternehmen. Frage: Ist das iPhone 6 Plus da die ideale Wahl? Im Grunde sprechen wir hier über die nächste Generation des iPhones. Es ist ein iPhone 6, nur etwas größer. Unterschiede zwischen den beiden Geräten gibt es kaum – doch die wenigen sind ausschlaggebend. Selbstverständlich sind die Größe und die Auflösung des Displays wichtig. Was man aber auf den ersten Blick nicht sieht, ist die signifikant bessere Kamera und der leistungsstärkere Akku. Für das iPhone 6 Plus hat Apple eine andere Oberfläche verwendet, als beim iPhone 6. Ähnlich wie iOS auf dem iPad wurde sie auf das große Display angepasst und zeigt mehr Inhalt.

Was die Optik betrifft, so ist das iPhone 6 Plus nur ein großes iPhone 6. Das Design in der neuen Generation hat sich stark verändert: Die Ecken und Ränder sind abgerundet. Apple hat das iPhone 6 Plus dünn gebaut. Mit 7,1 mm ist es sogar dünner als Euer iPhone 5s. Die Verarbeitung der Geräte ist tadellos, wie man es von Apple gewohnt ist. Das Schutzglas auf der vorderen Seite ist an den Kanten abgerundet. In der Hand, während des Hin- und Herwischens, fühlt es sich sehr komfortabel an. Das Gehäuse besteht größtenteils aus anodisiertem Aluminium. Neu sind die Separatoren aus Kunststoff, die unter anderem für das Antennen-Management zuständig sind. Alles in allem ist das iPhone 6 Plus ein sehr hochwertig gemachtes Smartphone, das Ästhetik ausstrahlt und der Zeit nicht unterworfen ist.

Apple iPhone 6 Plus
Auf der gegenüberliegenden Seite finden sich die Tasten zum Regeln der Lautstärke sowie ein Schieber zum Umschalten zwischen zwei verschiedenen Sound-Profilen.

Die neue Größe bringt ein Problem mit sich: Die notorische Einhandbedienung, die man von iPhones kennt, ist verschwunden. Mit dem kleineren iPhone 6 geht es noch einigermaßen, doch beim Plus-Modell fällt sogar das Halten mit einer Hand schwer. Das ist eben der Preis für ein großes Smartphone. Apple kennt diese Erschwernis und bietet deshalb die Funktion „Reachability“ an. Damit lässt sich der oberen Bildschirminhalt nach unten schieben, sodass dieser in der Nähe des Fingers ist. Die Idee gefällt uns, doch komfortabel ist sie nicht, wenn man für jede Aktion zwei mal auf die Home-Taste tippen muss. Wie beim kleinen Modell hat Apple die Power-Taste von der oberen Seite auf die rechte Seite platziert. Das soll sie besser erreichbar machen. In der Praxis funktioniert das gut – viele Android-Hersteller machen es seit Jahren so.

Auf der vorderen Seite hat Apple eine 1,2 Megapixel Kamera platziert. Während andere Hersteller mit 8 oder teilweise 13 Megapixel ankommen, setzt Apple hier immer noch auf eine geringe Auflösung. Das können wir nicht nachvollziehen. Wie dem auch sei, die Qualität ist hervorragend. Gesichter werden schnell erkannt und es gibt einen vernünftigen HDR-Modus. Schlussendlich bleibt es aber dabei, dass den Bildern eine hohe Auflösung fehlt.

Kamera des iPhone 6 Plus
Das iPhone 6 Plus hat wie seine Brüder iPhone 6 und iPhone 5s eine 8-Megapixel-Kamera. Dem 5,5-Zoll-Modell vorbehalten ist allerdings ein optischer Bildstabilisator, der die Linsen in der Optik bewegt, um Verwacklungen seitens des Nutzers auszugleichen. Neu hinzugekommen ist außerdem eine 60-fps-Videofunktion bei Full-HD-Auflösung.

Die Kamera auf der Rückseite ragt aus dem Gehäuse heraus. Das ist auch beim iPhone 6 der Fall. Apple sagt, dass das Kameramodul und die Abdeckung aus Saphirkristallglas dicker sind, als das Gehäuse selbst. Die Begründung ist verständlich. Nichtsdestotrotz ist es Design-technisch ein Fehltritt. Außerdem gibt es eine funktionale Störung: Legt man das iPhone 6 Plus auf den Rücken, dann kippelt das Telefon hin und her wie ein alter Tisch in der Küche.

Die Auflösung der Kamera beträgt 8 Megapixel. Das ist seit dem iPhone 4s so – also seit 2011. Der Bildsensor ist aber kein alter Schinken – hier gibt es einen neuen Chip, der schnelles Fokussieren ermöglichen soll. Das klappt nicht nur hervorragend mit Fotos, sondern auch erstmals mit Videos. Der Kamera steht nach wie vor eine Dual-LED mit zwei unterschiedlichen Farbtemperaturen zur Seite. Dieses Mal verwendet Apple auch einen optischen Bildstabilisator, wie man ihn vom Nokia Lumia oder LG G3 kennt. Hierdurch erhält man nahezu perfekt stabilisierte Bilder, die eine hohe Schärfe aufweisen können. Das wirkt sich vor allem bei Aufnahmen in dunklen Umgebungen positiv aus – und immer dann, wenn sich der Fotograf bewegt.

Die App kann Videos in 1080p bei 30 oder 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen. Auf Wunsch gibt es Videos aber auch in Slow-Motion mit 120 oder 240 Bildern pro Sekunde. Mit iOS 8 bekommen manche iPhones auch die Möglichkeit, Zeitrafferaufnahmen zu machen. Wir sind mit der Kamera des iPhone 6 Plus sehr zufrieden. Es ist ein fantastische Kamera die in fast allen Situation außerordentliche Bilder macht. Sie ist einfach in der Verwendung und macht genau das, was man haben möchte. Egal ob Foto oder Video, die Ergebnisse sind klasse.

Wie bereits beim iPhone 5s hat auch Apple beim iPhone 6 und iPhone 6 Plus die Home-Taste mit dem Touch ID genannten Fingerabdruckscanner ausgestattet. Das heißt, Ihr könnt das Telefon über den Homebutton entsperren oder einen Kauf über iTunes oder im App-Store tätigen, ohne das Passwort eingeben zu müssen. Später sollen weitere Funktionen hinzukommen, etwa die Autorisierung einer Zahlung über Apple Pay.

Apple Touch ID auf dem iPhone 6 Plus
Wie beim iPhone 5s gibt es auch beim iPhone 6 Plus einen im Homebutton integrierten Fingerabdruckleser. Nachdem das neueste Apple-Smartphone einen integrierten NFC-Chip mitbringt, eignet sich der Sensor auch als Sicherheitsmechanismus beim bargeldlosen Bezahlen.
Technische Daten vom Apple iPhone 6 Plus (A1524)
Modell Apple iPhone 6 Plus (A1524)
Straßenpreis 727 Euro
Betriebssystem iOS
Display 5,50 Zoll / IPS-LCD
Auflösung 1920 × 1080 Pixel / 401 ppi
Kamera 8 Megapixel / k. A.
Blitz, Videoleuchte Foto-LED
Bildstabilisator optisch
Auflösung (Video) 1920 × 1080
Frontkamera 1,2 Megapixel
Prozessor Apple A8 / 1,39 GHz / 2 Kerne
Speicherkartenslot nein / k. A.
LTE ja / k. A.
WLAN 802.11a/b/g/n und ac
Bluetooth 4.0
NFC ja
GPS / Glonass ja / nein
Radio / FM-Transmitter nein / nein
Akku-Kapazität 2915 mAh / k. A.
Standby / Gesprächszeit 2G k. A. / k. A.
Standby / Gesprächszeit 3G k. A. / k. A.
Abmessung 78 × 158 × 7 mm
Gewicht 172 Gramm

Das Display des Apple iPhone 6 ist 5,5 Zoll groß. Es ist ein IPS-LCDisplay, das optisch laminiert ist. Die Auflösung beträgt 1920 × 1080 Pixel. Der Schärfegrad liegt bei 401 ppi – das ist deutlich mehr als die sogenannte Retina-Marke, die Apple bewirbt (326 ppi – seit dem iPhone 4 bei allen Modellen, auch beim aktuellen iPhone 6). Ab hier soll’s aussehen, wie gedruckt. Allerdings: Die Konkurrenz hat Displays mit höherer Pixeldichte im Programm. LGs G3 erreicht zum Beispiel 538 ppi.

Das Display des iPhones ist sehr hell und brillant in der Farbwiedergabe. Der Schwarzwert ist im Labor etwas schlechter als der des iPhone 6 – trotzdem gehört er zu den besten in der Klasse. Es macht unheimlich viel Spaß, sich Fotos oder Videos anzugucken oder High-End-Spiele zu zocken. Aufgrund der hohen Auflösung werden sehr viele Applikationen unscharf dargestellt. Hier müssen die Entwickler wieder nachliefern. Neben der Kamera und dem Akku ist das Display eines der Stärken des iPhone 6 Plus.

Übrigens: Unsere Kollegen von c't untersuchen das iPhone noch im Labor und spannen es dafür unter anderem in ein Display-Messgerät im Wert einer Viertelmillion Euro, um Blickwinkel, Farbechtheit & Co. reproduzierbar zu ermitteln und mit anderen Geräten vergleichen zu können. Erste Ergebnisse davon werden in c't 21/14 veröffentlicht, die ab Samstag erhältlich ist. Was diese Messungen bringen, erklären wir in diesem Video.

Display des iPhone 6 Plus
Bei der üppigen Displaydiagonale und der Full-HD-Auflösung steht dem Browser viel Platz zur Verfügung.

Das iPhone 6 Plus gibt es genau wie das iPhone 6 und iPhone 5s in den Farben Gold, Silber und Space Grey. Die Speichervarianten sind dieses Jahr 16, 64 und 128 GByte. Die Preise liegen bei 799 Euro, 899 Euro sowie 999 Euro – vor allem im Vergleich zur Konkurrenz ist das ein happiger Preis. Bei unserem Testgerät mit 128 GByte standen 114 GByte frei zur Verfügung.

Eines der Stärken, und das ist definitiv ein Killer-Feature, ist der große Akku im iPhone 6 Plus. Ausführliche Messungen dauern noch an, aber was wir schon einmal verraten können: Die Videowiedergabe mit mittlerer Display-Helligkeit läuft problemlos bis zu 12 Stunden, beim Telefonieren hält das 6 Plus sogar noch länger durch.

Das Telefonieren mit dem iPhone 6 Plus klappte in unserem Test ausgezeichnet. Sprache und Empfang waren mit Vodafone, o2 Telefónica Germany und der Deutschen Telekom großartig. Verbindungsaufbau, Klangqualität und Verständnis waren gut. Auch der Mono-Lautsprecher ist im Vergleich zum Vorgängermodell lauter geworden. Stereo-Lautsprecher wie beim One (M8) von HTC gibt es bei Apple aber weiterhin nicht.

Das iPhone 6 Plus ist etwas Neues von Apple. Es ist mehr als nur ein High-End-Smartphone; es ist ein Gerät, das Tablet und Smartphone gut substituieren kann. Apple kommt erst jetzt mit dieser Produktkategorie um die Ecke, während Samsung die Phablets vor vier Jahren erfunden hat und mittlerweile bei der 4. Generation ist.

Trotzdem ist es Apples Einstieg sehr durchgreifend und vielversprechend. Wirklich beeindruckt sind wir vom Akku des neuen, großen iPhones. Auch sind wir von der Bildqualität und der Kamera überwältigt. Man muss das System einmal selbst getestet haben, bevor man darüber etwas sagt oder schreibt. Hier steckt noch sehr viel Potential, das von vielen Entwicklern ausgeschöpft werden dürfte. Die dafür nötige Hardware ist auf jeden Fall da.

Ich habe das iPhone 6 Plus als Zweitgerät bei mir. Hauptsächlich verwende ich das iPhone 6, weil es handlicher und leichter zu transportieren ist. Ich habe nicht so große Hände, hätte ich diese, würde ich mich für das technisch bessere Gerät entscheiden: das iPhone 6 Plus.

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