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TAG Heuer Connected Modular 45: luxuriöse Smartwatch im Test

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Die Connected Modular 45 ist die zweite Smartwatch des Schweizer Luxus-Uhrmachers TAG Heuer. Das Aussehen der aktuellen Generation kann stark individualisiert werden. Darüber hinaus sind einzelne Teile des Wearables modular aufgebaut und lassen sich mit anderen Teilen kombinieren. Wir haben die Connected Modular 45 in den vergangenen Tagen getestet. Wie unser Fazit dazu ist, lest Ihr in diesem Testbericht von TechStage.

Die Smartwatch-Einheit der Connected Modular 45 gibt es in und mit verschiedenen Materialien: Aluminium, Titan, Keramik, mit bis zu zehn Diamanten und in Gold mit 18 Karat. Entsprechend breit sieht der Preisrahmen aus: Ab 1400 Euro geht es los und endet bei 6100. Die Bauhöhe des Moduls liegt bei 13,75 Millimeter, das ist dick. Als Beispiel: die Apple Watch Series 2 ist 11,4 mm hoch. Je nach Beschaffenheit variiert das Gewicht der TAG-Heuer-Uhr. Unser Testmodell mit Aluminiumgehäuse und Armband aus Titan Grad 5 mit sandgestrahltem Satin-Finish und nicht abnehmbarer Faltschließe aus Titan kostet 2300 Euro und hat eine Masse von über 100 Gramm.

TAG Heuer Connected Modular 45

Gesteuert wird die Smartwatch über eine auf der rechten Seite platzierte Taste oder über das große und helle Amoled-Display mit einem Durchmesser von 1,39 Zoll. Dieses wird von einem 2,5 mm dicken Saphirkristall geschützt und löst mit einer hohen Auflösung von 400 × 400 Pixeln auf. Die Schärfe für die feinen digitalen Zifferblätter von TAG Heuer ist hervorragend. Um den runden Bildschirm sitzt eine feste Lünette mit Minutendarstellung im 5er-Intervall.

Wie bei der letzten Smartwatch von TAG Heuer, kommt in diesem Modell ebenfalls ein speziell für Wearables entwickelter Prozessor von Intel zum Einsatz. Dazu gibt es 512 MByte RAM sowie 4 GByte Speicher zum Ablegen von beispielsweise Apps oder Musik-Dateien. Mit dem Smartphone – ob Android oder iPhone – kommuniziert die Uhr über Bluetooth 4.1 mit Bluetooth Smart. Darüber hinaus besitzt sie Wi-Fi 802.11 nach dem n-Standard, um auch eigenständig über ein WLAN mit Google zu kommunizieren.

TAG Heuer Connected Modular 45 vs Apple Watch Series 2

Außerdem verfügt die TAG Heuer Connected Modular 45 über ein Mikrofon, GPS zur Lokalisierung sowie NFC für drahtloses Bezahlen. Letzteres funktioniert über Android Pay im Ausland. Einen Lautsprecher hat sie nicht, deshalb ist das Telefonieren nicht möglich. Gut gefallen hat uns der starke Vibrationsmotor, der sich trotz des dicken und schweren Gehäuses deutlich bemerkbar macht.

Der Akku in der Connected Modular 45 hat eine Nennladung von 410 Milliamperestunden. Bei passiver Nutzung hat die Uhr im Test etwas um die drei Tage gehalten. Das dauernde Einschalten des Displays kürzt die Laufzeit immens, sodass man in der Regel bei einem Tag mit moderater Verwendung liegt. Aufgeladen wird die Smartwatch über vier Federkontaktstifte an einer ebenfalls hochwertig gemachten Ladeschale. Die von Null auf 100 Prozent hat 88 Minuten in Anspruch genommen.

In Sachen Software unterscheidet sich die Smartwatch überhaupt nicht von anderen Uhren, die mit Android Wear laufen und/oder deutlich günstiger angeboten werden. Das einheitliche User Interface wird von Google entwickelt und wurde über die Jahre überarbeitet. In der derzeitigen Version wird das Hauptmenü mit allen installierten Apps über eine Spirale dargestellt, die Bedienung ist intuitiv.

Außen hui, innen ebenfalls hui: Neben der Optik der Uhr, liefert TAG Heuer auch zahlreiche Zifferblätter im bekannten Carrera-Design. Die Vorlagen können mit einem oder mehreren Zeigern ausgewählt werden, auch die Farbe lässt sich ändern. Wer es noch personalisierter haben möchte, dem steht eine Studio-Applikation bereit.

Die Connected Modular 45 ist zwar eine vollelektronische Smartwatch, allerdings wirkt sie zunächst wie eine klassische Armbanduhr. Das Vermitteln dieses Gefühls war der Louis-Vuitton-Tochter äußerst wichtig, wie TAG-Heuer-CEO Jean-Claude Biver in einem Gespräch mit TechStage im März dieses Jahres betonte. „Bei der Gestaltung dieser Smartwatch haben sich unsere Designer an die gleichen Leitlinien gehalten, wie bei unseren exklusiven Chronographen. Sie sind wie Kunstwerke“.

TAG Heuer Connected Modular 45


An dieser Stelle sind wir etwas zwiegespalten: Ja, ein Design – vor allem bei Luxusgütern – kann etwas Künstlerisches an sich haben. Im gleichen Zusammenhang bedeutet das doch auch, dass sie zeitlos sind! Was bei der Connected Modular 45 nicht zutrifft. Uhren mit feiner und präziser Mechanik können das von sich behaupten: In einigen Fällen gewinnen sie sogar noch an Wert und sind in 20 Jahren genau so teuer wie sie damals erstanden worden, wenn nicht sogar mehr. Aber eine Smartwatch ist doch nichts anderes, als Elektronik für den Moment. In diesem Fall ein Display, Akku und eine Platine in einem Metallgewand.

Bleibt nur noch die Frage nach der Modularität: Ist sie das wirklich? Wir denken nicht, aber vielleicht ist das auch nur eine Verständnisfrage. Der Hersteller möchte, dass man die Möglichkeit zum Wechseln bekommt. Dabei geht es um andere Bänder aus Kunststoff oder Leder, Bandstöße oder wenn man das weitere Geld hat, um eine analoge Uhr – statt der Smartwatch-Einheit.

Wir mögen den Look der TAG Heuer Connected Modular 45, am Arm fühlt sie sich wertvoll und teuer an. Aber dann ist da noch der Preis, den wir uns als Normalsterbliche nicht leisten können…

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