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Sexy und bezahlbar: Sony Xperia XA im Test

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Sony bietet mit dem Xperia XA das kleinste und günstigste Smartphone seiner X-Reihe an. Optisch spielt es in der Oberklasse – ob die Leistung da mithalten kann, zeigt unser Test

Im ersten Moment nach dem Auspacken waren wir uns zuerst nicht sicher, ob uns Sony nicht versehentlich ein falsches Gerät geschickt hat. Es sollte hier um ein günstiges Einsteigergerät gehen; was da nun aber auf dem Schreibtisch liegt, sieht vielmehr nach einem Highend-Smartphone der gehobenen Preisklasse aus. Ein beinahe randloses Display, abgerundete Kanten und eine voll verglaste Oberseite. Extrem sexy, trotz Kunststoff-Rückseite. Sehr positiv finden wir die bündig verbaute Kameralinse, welche nicht aus dem Gehäuse herausragt. Die Spaltmaße sind absolut gleichmäßig und sehr klein gehalten.

Das Objektiv steht, anders als bei vielen anderen Smartphones, nicht aus dem Gehäuse heraus.

Kommen wir zu den inneren Werten, die erstmal mit dem sehr guten, optischen Ersteindruck mithalten müssen. Die Eckdaten klingen laut Datenblatt erstmal nicht allzu vielversprechend – bei einem Gerät im Preissegment bis 200 Euro ist das aber wenig verwunderlich. Die Auflösung des Displays mit 1280 × 720 Pixeln entspricht heute gerade noch dem Standard dieser Preisklasse. Das Honor 5C beispielsweise bietet für einen ähnlichen Preis sogar ein 5,2-Zoll-Display mit 1920 × 1080 Pixeln.

Der interne Speicher ist mit 16 GByte nicht sehr großzügig bemessen, aber groß genug, um vernünftig damit arbeiten zu können. Um die Musiksammlung oder die Videos der letzten Monate mitzunehmen, besteht die Möglichkeit, den Speicher mit einer microSDXC-Karte zu erweitern. Als Prozessor kommt ein schneller MediaTek helio P10 zum Einsatz. Die Hauptkamera mit 13 Megapixeln klingt schonmal sehr interessant. Auffällig ist der explizite Kamera-Auslöser am rechten Geräterand.

Fotos knipsen ohne Verrenkungen klappt dank Auslöse-Taste sehr gut.

NFC für Bezahldienste oder das Arbeiten mit Smart-Tags ist ebenfalls vorhanden und äußerst praktisch; wenn man dies tatsächlich nutzt.

Das 5-Zoll-Display mit 720p hat bei einer Diagonalen von fünf Zoll eine Pixeldichte von 294 ppi. Alles im Bereich von ca 300 ppi und mehr wirkt nicht mehr pixelig, sondern angenehm scharf. So ist der Bildschirm des Xperia XA zwar gut, man erkennt aber einen deutlichen Unterschied zu High-End-Smartphones.

Das Xperia XA ist auch an sonnigen Tagen noch vernünftig ablesbar, allerdings dürfte es gerne noch heller sein. Bei direkter Sonneneinstrahlung kommt es zu deutlich sichtbaren und störenden Spiegelungen. Die Farben wirken angenehm natürlich und satt.

Das Display wirkt beinahe Randlos; die Auflösung könnte aber durchaus höher sein.

Mit einem schnellen Hybrid-Autofokus, der über Phasenvergleichs-Sensoren auf dem Chip verfügt, und einer Auflösung von 13 Megapixeln ist die Kamera des Sony Xperia XA mit das Beste, was im günstigen Einsteigersegment zu finden ist. Obwohl andere Smartphones von Sony eine Auflösung von 20 Megapixel bieten – muss sich das Budget-Gerät nicht verstecken. Die Farbtreue und die Geschwindigkeit beim Fokussieren sind super. Sehr angenehm empfinden wir auch die vielen manuellen Einstellmöglichkeiten der Kamera; auch wenn diese in der Praxis wohl eher selten zum Einsatz kommen dürften. Dafür arbeitet der automatische Modus einfach zu gut.

Bei Nahaufnahmen ist allerdings ein Mindestabstand von circa 7 cm nötig, damit die Fotos wirklich scharf werden. Da kommt man mit anderen Geräten durchaus noch näher dran. Auch bei schlechten Lichtverhältnissen hat insbesondere die Selfie-Kamera so Ihre Probleme: starkes Bildrauschen und fehlender Kontrast sind die Folge. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau; für den günstigen Preis von ca 180 Euro liefert das Xperia XA wirklich gute Aufnahmen. Zumindest, wenn es hell ist.

Selbst Fotos bei schlechtem Licht werden noch recht ansehnlich. Bei guten Lichtverhältnissen ist die Qualität aber deutlich besser.

Die Videoqualität kann sich ebenfalls sehen lassen. Die Videos mit einer Auflösung von 1920 × 1080 werden richtig gut. Unterstützend arbeitet im Hintergrund ein optischer Stabilisator, welcher einen guten Job macht. Die Videos sind merklich ruhiger, als bei Smartphones ohne Stabilisator. Neben einer Panorama- und einer HDR-Funktion (High-Definition-Range) hat das Sony noch zusätzliche Foto-Spielereien wie Panoramabilder oder Selfie-Filter an Bord. Diese sind zwar ganz nett, als wirklichen Zugewinn würden wir sie aber nicht bezeichnen.

Der Helio-P10-Prozessor von Mediatek hat acht Prozessorkerne mit bis zu zwei GHz. Für die Grafik sorgt eine Mali T860 MP2. Diese Komponenten machen das Sony zu einem der leistungsstärksten Geräte in der Einsteigerklasse. Im Betrieb treten keine nennenswerten Verzögerungen oder Ruckler auf. Auch für leistungshungrige Apps hat das Xperia XA genügend Leistungsreserven und macht wirklich Spaß bei der Benutzung. Das Spiel Hearthstone beispielsweise läuft absolut flüssig. Die zwei GByte Arbeitsspeicher sind aktuell auf jeden Fall ausreichend; auch wenn die Ladezeiten aufwendiger Apps durchaus länger sind, als bei Top-Smartphones.

Der interne Speicher ist mit 16 GByte ausreichend, wenn auch nicht wirklich großzügig. Immerhin ist genügend Platz für die wichtigsten Anwendungen, ein paar Videos und Fotos. Bei Bedarf gibt es ansonsten noch die Möglichkeit den Speicher mittels microSDXC-Karte auf bis zu zwei TByte zu erweitern. Die Akkulaufzeit war der einzige Wermutstropfen – bei intensiver Nutzung möchte das Xperia schon nach etwa fünf Stunden wieder ans Ladegerät. Der AnTuTu Benchmark ermittelt beim Xperia XA eine anständige Gesamtpunktzahl von 46740 Punkten.

Die Steckplätze für die Nano-Sim-Karte und die Micro-SD-Karte sitzen hinter einer kleinen Kunststoffklappe auf der linken Seite.

Als Betriebssystem ist Android OS 6.0 Marshmallow vorinstalliert; das Upgrade auf Android Nougat ist aber bereits angekündigt und ist wohl demnächst verfügbar. Auf dem Sony-Blog ist bisher leider kein genaues Datum zu finden, die Presseabteilung des Herstellers hat auf Nachfrage von TechStage für einen konkreten Termin darauf verwiesen.

Die Xperia-UI-Oberfläche wirkt trotz einiger vorinstallierter Apps noch übersichtlich und aufgeräumt. Einige Anwendungen wie Youtube, Video-Editor oder Facebook sind auch sinnvoll, um überhaupt erstmal loslegen zu können. Andere Apps wie Sky-Go, Amazon-Shopping oder die Playstation App sind aber so speziell, dass sie eigentlich nur unnötig Platz brauchen. Da würde uns eine kleinere Auswahl besser gefallen. Der Lieferumfang ist knapp gehalten und beinhaltet das Smartphone, einfache In-Ear-Kopfhörer, ein Micro-USB-Kabel und ein passendes 5V-Netzteil.

Das Sony Xperia XA sieht extrem gut aus und bietet wirklich viel für ein günstiges Einsteigergerät. Die Kamera und das wirklich gelungene Design sind dabei wohl die herausstechendsten Merkmale. Aber auch die Prozessorleistung hinterlässt einen durchwegs positiven Eindruck. Wer ein Wert auf ein günstiges Gerät mit aktuellem Android und eine High-Class-Optik legt, ist mit dem Xperia XA gut bedient. Wer einen Fingerabdruckscanner in seinem Smartphone braucht oder lange Akkulaufzeiten benötigt, sollte sich aber besser noch andere Geräte ansehen.

Das Sony XA sieht nicht nur klasse aus, sondern bietet auch genügend Leistung.

Wer alternative Geräte in der Preisklasse sucht und Wert auf das Android-7-Update legt, sollte sich unsere Marktübersicht ansehen.

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