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Sengled Snap: LED-Glühbirne mit IP-Outdoor-Kamera

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Die Sengled Snap ist auf den ersten Blick eine „Glühbirne“ mit E27-Lampenfassung. Neben dem LED-Licht steckt im Gehäuse aber noch noch eine IP-Kamera samt WLAN. Wir haben die outdoor-taugliche Sengled Snap getestet.

Die Kombination aus IP-Kamera und herkömmlicher Glühbirne, sorry, LED-Lampe klingt nach einer coolen Sache – und das ist es eigentlich auch. Wer allerdings denkt, er könne die Sengled Snap problemlos in die Halterungen schon vorhandener Lampen mit E27-Sockel schrauben, wird enttäuscht: Mit einem Durchmesser von knapp 12 Zentimetern, einer Höhe von um die 15 Zentimeter und einem Gewicht von etwas mehr als 600 Gramm passt die Leuchte nicht in jede Lampenfassung. Um die Sengled Snap zu nutzen, muss sich der Käufer erst nach einer passenden Fassung umschauen, oder sich die vom Hersteller speziell für den Zweck gebaute Halterung Crystal besorgen – Kostenpunkt: knapp 50 Euro.

Das Gerät an sich macht einen robusten Eindruck und zeigt keine Mängel in Sachen Verarbeitung. Unterhalb der LED in der Mitte sitzt die Kamera, links und rechts davon befinden sich Mikrofon und Lautsprecher. Neben einem Lichtsensor gibt es noch zwei Infrarot-LEDs. Der vordere Teil der Snap ist drehbar gelagert, damit man die Kamera gerade ausrichten kann.

Was die technischen Daten angeht, verrät der Hersteller nicht allzu viel. Die 1080p-Kamera hat ein Blickfeld von 140 Grad, mit dem Router verbunden funkt die IP-Cam im 2,4-GHz- und 5-GHz-Band. Was die LED-Beleuchtung angeht, gibt es eine Leistung von 14 Watt, einen Lichtstrom von 850 Lumen und eine Farbtemperatur von 3000 Kelvin. Nach IP54-Zertifizierung ist die Sengled Snap gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Die Verschlüsselung aufgenommener Videos erfolgt dem Hersteller zufolge „nach aktuellen Standards“. Welche genau das sind, bleibt offen.

Die Sengled Snap ist in erster Linie für den Einsatz außen am Haus konzipiert. Zur Bedienung gibt es eine Smartphone-App für Android und iOS, die auch bei der Ersteinrichtung der Snap unterstützt und die WLAN-Vebrindung zum Router herstellt. Was vor der Linse geschieht, wird konstant in der Cloud aufgezeichnet. So hat der Nutzer die Möglichkeit, per App nachzuschauen, was an einem bestimmten Datum zu einer bestimmten Uhrzeit geschah. Darüber hinaus gibt es die Option einer zuschaltbaren Bewegungserkennung, wahlweise mit oder ohne Push-Nachrichten auf dem Handy.

In welchem Bereich die Bewegungserkennung greift, wird anhand einzelner Zonen festgelegt. So gibt es beispielsweise nur dann eine Benachrichtigung, wenn sich jemand der Haustür nähert – nicht aber, wenn auf der im Blickfeld befindlichen Straße Autos vorbeifahren. Erkannte Ereignisse vor der Kamera landen jeweils als einzelne, herunterladbare Videos auf den Servern von Sengled.

Das Livebild der Kamera wurde im Test bei uns circa 2 Sekunden verzögert angezeigt. Somit lässt sich die Sengled Snap durchaus auch nutzen, um zu schauen, wer gerade geklingelt hat. Dank integriertem Mikro und Lautsprecher ist auch eine Nutzung als Gegensprecheinrichtung möglich, der Klang ist dabei erfreulich gut.

Das LED-Licht lässt sich per App ein- und ausschalten, außerdem kann man die Helligkeit einstellen und einen Zeitplan festlegen. Diesbezüglich darf der Nutzer die Uhrzeit und den Wochentag festlegen, per genauem Datum lässt sich das Licht nicht ein- und ausknipsen. Eine Schaltmöglichkeit per Bewegungserkennung fehlt leider. Da hilft auch ein bereits am Haus montierter Bewegungsmelder nichts: Damit die Kamera dauerhaft funktioniert, ist auch eine dauerhafte Stromversorgung nötig.

Die Sengled Snap hat einiges zu bieten, allerdings nur bei der Nutzung eines kostenpflichtigen Abos. Für monatlich 3,50 Euro gibt es Zugriff auf die Videos der letzten 24 Stunden, Push-Benachrichtigungen bei Bewegung vor der Linse und die separaten Clips dieser Ereignisse. Wer auf die Videos der letzten 7 oder 30 Tage zugreifen will, der muss 6,50 Euro respektive 18,50 Euro im Monat hinblättern. Mit dem kostenlosen Basic-Abo lässt sich nur das Licht steuern und das Live-Video betrachten.

Die Bildqualität der Sengeld Snap ist gut, die gebotenen Features funktionierten im Test problemlos. Die Ersteinrichtung hingegen lief alles andere als reibungslos. Erst nach einer ganzen Reihe von Versuchen gelang es uns, mithilfe der Smartphone-App und entsprechendem Wizard eine Verbindung mit dem Router herzustellen. Und das, obwohl wir die Sengled Snap – wie vom Hersteller empfohlen – dabei direkt neben dem Router positioniert hatten. Nach Herstellen der Verbindung gab es jedoch keinerlei Probleme mehr.

Die Sengled Snap hat bei uns einen sehr guten Eindruck hinterlassen. Zwar war die Ersteinrichtung nervig, danach lief die ganze Sache jedoch rund und zuverlässig. Die Kombination aus IP-Cam und fernsteuerbarem Außenlicht ist in unseren Augen eine gelungene Sache. Das allerdings nur, wenn man dazu bereit ist, monatlich dafür Geld zu bezahlen.

Wer dies nicht möchte, der sollte einen Blick auf die Canary Flex (Testbericht) werfen. Die leuchtet zwar nicht und ist etwas teurer als die Sengled Snap, der Nutzer bekommt aber ohne kostenpflichtiges Abo auch eine Bewegungserkennung inklusive Push-Benachrichtigungen auf dem Handy und hat bis zu 24 Stunden nach der Aufnahme Zugriff auf die Videos.

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