TechStage
Suche

Ein Angebot von

Selfie-Smartphone mit Windows im Test: Nokia Lumia 735

2
von  //  Twitter Google+

Auf der Internationalen Funkausstellung 2014 in Berlin hat Microsoft Mobile unter anderem die Lumia-Modelle Lumia 735 und Lumia 730 vorgestellt. Die beiden Smartphones zeichnen sich durch ihr Design und, zumindest laut Hersteller, ihrer Frontkamera aus. Ob das Lumia 735 seinem Titel als Selfie-Smartphone gerecht wird und was es sonst zu bieten hat erfahrt Ihr in unserem Testbericht.

Kommen wir erst einmal zu den technischen Spezifikationen des Lumia 735. Das 4,7 Zoll große Display löst 1280 × 720 Pixel auf, die daraus resultierende Pixeldichte beträgt gute 312 ppi. In dem bunten Plastik-Unibody-Gehäuse werkelt ein 1,2 GHz schneller Snapdragon 400 Quad-Core-Prozessor von Qualcomm, welcher Zugriff auf 1 GByte Arbeitsspeicher hat. 8 GByte interner Speicher, ein microSDXC-Kartenslot und ein 2200 mAh starker Akku befinden sich ebenso auf der Liste der technischen Daten. Die primäre Kamera von Carl Zeiss mit f1.9-Blende schießt Fotos mit einer maximalen Auflösung von 6,7 Megapixeln. Die 5-Megapixel-Kamera an der Front macht das Lumia 735 zum Selfie-Smartphone: Sie hat einen Weitwinkel und eine Blende von f/2.4. Die Windows Phones Lumia 735 und Lumia 730 unterscheiden sich bis auf zwei Merkmale nicht voneinander: Das Lumia 735 unterstützt LTE mit maximal 150 mbit/s im Download, dafür hat das Lumia 730 zwei SIM-Karten-Slots. Das Dual-SIM-Smartphone kommuniziert aber nur im 3G-Netz. Im Test hatten wir ein Lumia 735.

Design: Nokia Lumia 735

Was das Design betrifft, ist man bei Microsoft-Nokia-Smartphones eigentlich immer auf der richtigen Seite. Auch das Lumia 735 ist da keine Ausnahme. Das Äußere ähnelt dabei eher den ersten Lumia-Modellen, was ganz und gar nicht schlimm ist: Schon die ersten Lumia-Smartphones hatten ein zeitloses und schönes Aussehen. Die oberen Kanten sind scharf, während die Seiten abgerundet sind. Das Glas liegt nahtlos im Kunststoff. Die Front bleibt nahezu unberührt: Bis auf ein Hersteller-Logo und die Frontkamera blickt man auf eine schwarze Glasoberfläche und den Kunststoff-Rahmen. Dieser Minimalismus ist nicht nur auf der Front, sondern konsequent auf allen Seiten des Gerätes repräsentativ.

Vordere Seite des Nokia Lumia 735

Verarbeitungsmängel existieren nicht, es gibt keine auffälligen Spaltmaße und die Tasten haben einen super Druckpunkt und sitzen bombenfest. Als etwas lästig hat sich das Entfernen des Kunststoff-Körpers entpuppt. Das ist erforderlich um an den SIM- und microSD-Karten-Slot sowie um an den Akku zu gelangen. Das Smartphone lässt sich angenehm halten und auch eine Ein-Hand-Bedienung ist kein Problem. Das Lumia 735 ist in den knalligen Farben Orange und Grün erhältlich. Wer es schlichter mag, kann auf die Varianten in Schwarz oder Weiß zurückgreifen.

Als Software dient Windows Phone 8.1 mit dem Lumia Denim Update. Microsofts Betriebssystem ist mittlerweile sehr ausgereift und arbeitet wie gewohnt zuverlässig. Interessant wird es bei der Software sowieso erst so richtig bei den Lumia Apps. Das Nutzen der Lumia Camera und des Lumia Creative Studios machen Spaß und die Applikationen bieten einen großen Funktionsumfang. Die Lumia-Selfie-App ist unserer Meinung nach eine App zu viel: Die Applikation ist zum Knipsen von Selfies da, macht jedoch exakt dasselbe wie die Kamera und das Creative Studio. Immerhin kann man Apps, die man nicht braucht, flott und problemlos deinstallieren.

Lieferumfang: Nokia Lumia 735

Als Recheneinheit dient Qualcomms nun etwas älterer Snapdragon 400. Bei diesem handelt es sich um einen 1,2 Ghz schnellen Quad-Core-Prozessor. Der Arbeitsspeicher ist mit 1 GByte angemessen groß. Die Hardware mag nicht die Stärkste auf dem Markt sein, aber das ist okay: Das System arbeitet flott, die Ladezeiten sind in Ordnung und auch aufwändigere Spiele bewältigt das Lumia 735 ohne zu mucken. Wer aber mal ein großes PDF betrachten will, sollte ausreichend Geduld mitbringen.

Display des Nokia Lumia 735

Die Anzeige des Lumia 735 misst 4,7 Zoll in der Diagonalen. Die Auflösung beträgt 1280×720 Pixel – das sorgt für eine Pixeldichte von 312 Pixeln pro Zoll (ppi). Geschützt wird das OLED-Panel von Cornings Gorilla Glass 3. Wie erwartet gibt es in Sachen Display wenig zu kritisieren: Die Farben werden realitätsnah wiedergegeben und die Kontraste sind super. Das Schwarz ist wirklich Schwarz und fließt beinahe nahtlos in den schwarzen Rahmen ein. Die Displayauflösung hätte ruhig etwas höher sein können, Pixel sind noch zu erkennen. Auch die maximale Helligkeit ist nicht optimal, was vor allem beim Außeneinsatz bei direkter, aber auch indirekter Sonneneinstrahlung ins Gewicht fällt.

Kommen wir zu einem der von Microsoft Mobile stark vermarkteten Highlights des Lumia 735: den beiden Kameras. Auf der Rückseite sitzt ein 6,7-Megapixel-Sensor mit Carl-Zeiss-Linse mit F1.9-Blende. Selfies werden mit einer 5-Megapixel-Kamera mit Weitwinkel und einer Blende von f/2.4 geschossen.

Die Kamera auf der Rückseite schießt gute Fotos, welche allerdings zum Rauschen neigen. Die Fotos sind scharf, aber zu dunkel. Wer die Ergebnisse verbessern will, kann Werte wie ISO, Fokus oder Verschlusszeit manuell einstellen. Das hilft: Die Fotos geraten bei entsprechender Regelung ein Stück besser. Eine Kamerataste zum Auslösen fehlt leider.

Kamera des Lumia 735

Das selbsternannte Selfie-Smartphone hat eine wirklich gute Frontkamera. Vor allem mit der Helligkeit stellen sich viele Frontkameras eher schlecht an. Beim Lumia 735 sieht das anders aus. Die Fotos sind zudem scharf, einzig die Farben wirken etwas verblasst. Ein weiterer Pluspunkt in Sachen Frontkamera ist definitiv der Weitwinkel. Wenn mal mehrere Personen auf’s Bild sollen oder man die Sehenswürdigkeit im Hintergrund nicht abschneiden will, dann ist man mit dem Lumia 735 gut ausgestattet.

Der 2.200mAh große Akku ist austauschbar und liefert auch bei intensiver Nutzung mit LTE genug Strom für einen Tag. Das Handy über die Nacht zu laden, bleibt eine Pflicht – auch bei geringer Nutzung, denn zwei Tage macht das Lumia 735 definitiv nicht mit. Für kabelloses Aufladen unterstützt das 735 den Qi-Standard.

Wie bereits erwähnt, funkt das Lumia 735 mit LTE mit bis zu 150 MBit/s. Mit der Außenwelt verbindet es sich außerdem über NFC, WLAN nach dem n-Standard und Bluetooth 4.0. Die Sprachqualität während der Telefonate ist einwandfrei, die beiden Mikrofone unterdrücken Störgeräusche, was in der Praxis gut klappt. Die Lautsprecher sind zwar relativ klein, bieten aber einen vergleichsweise guten Sound für Videos und Spiele. Die integrierte Freisprecheinrichtung funktionierte bei uns im Test tadellos.

Mit Blick auf den Preis ist das Lumia 735 ein tolles Smartphone. Es ist sehr schön, modern und arbeitet trotz der etwas älteren Hardware flott. Kamera und Displayauflösung sind zwar nicht ideal, wenn man sich die Konkurrenz in dem Preissegment anschaut, aber sie sind gut.

Microsoft Mobiles Nokia Lumia 735 ist ein guter Einstieg in die Windows-Phone-Welt und bietet viel Hardware für wenig Geld. Wer auf LTE verzichten kann und stattdessen lieber eine zweite SIM-Karte gleichzeitig nutzen will, der kann das gleichwertige Lumia 730 kaufen. Aktuell ist das Nokia Lumia 735 ab 220 Euro erhältlich. Verfügbar ist es in den Farben Orange, Grün, Schwarz und Weiß.

Einloggen, um Kommentare zu schreiben

Anzeige